Basisplan Deutsch

Besonders stolz sind wir auf unsere Basislehrpläne. Sie beinhalten ALLE Themen aus allen Schularten und Klassenstufen in allen Bundesländern. Wir verbinden damit unsere Lernressourcen und die landes- und klassenspezifischen Lehrpläne sowie unsere Lernressourcen. Dadurch können wir für jeden Schultyp und jede Klasse die passenden Angebote liefern.

Basislehrplan Deutsch

Sprechen und Zuhören

Teilgebiet der Sprachkompetenz, das mündliche Kommunikationsfähigkeiten umfasst: zusammenhängendes Sprechen und Präsentieren, Gesprächsführung und Argumentation, verstehend Zuhören sowie szenisches Spielen und sprachliche Gestaltung.

Zu anderen sprechen / präsentieren

Umfasst Fähigkeiten zur adressatengerechten mündlichen Darstellung: strukturiertes Berichten und Erklären, freies Vortragen und Präsentieren mit und ohne Medien sowie sinngestaltendes Vorlesen und auswendiges Vortragen.

Zusammenhängendes Sprechen und Berichten

Umfasst Fähigkeiten zur strukturierten mündlichen Darstellung von Sachverhalten, Erlebnissen, Beschreibungen und Erklärungen in logischer und für Zuhörende nachvollziehbarer Abfolge.

Zu einem Thema zusammenhängend sprechen

Lernende können einen Sachverhalt, ein Thema oder eine Erfahrung in logischer Abfolge und in vollständigen Sätzen mündlich darstellen, sodass Zuhörende den Inhalt klar erfassen können.

Erlebnisse und Erfahrungen mündlich erzählen

Lernende können persönliche Erlebnisse und Erfahrungen chronologisch, lebendig und für Zuhörende nachvollziehbar mündlich wiedergeben.

Einen Gegenstand oder Sachverhalt beschreiben (mündlich)

Lernende können Gegenstände, Personen oder Situationen sachlich, vollständig und in geordneter Reihenfolge mündlich beschreiben.

Einen Vorgang oder Prozess erklären und erläutern

Lernende können Handlungsabfolgen, Vorgänge oder Verfahren Schritt für Schritt klar und verständlich mündlich erklären und erläutern.

Vortragen und Präsentieren

Umfasst Fähigkeiten zur strukturierten Vorbereitung und freien Durchführung von Vorträgen und Präsentationen, einschließlich des Einsatzes analoger und digitaler Visualisierungsmittel sowie der mündlichen Standpunktvertretung.

Einen Kurzvortrag vorbereiten und frei halten

Lernende können einen thematischen Kurzvortrag strukturiert vorbereiten und ohne vollständiges Ablesen frei halten.

Mit Stichwortnotizen frei sprechen

Lernende können Stichwortzettel oder Karteikarten als Gedächtnisstütze nutzen und dabei frei und zusammenhängend sprechen.

Eine Präsentation mit Visualisierung halten (Plakat, Folie, Tafel)

Lernende können visuelle Hilfsmittel wie Plakat, Folie oder Tafelanschrieb zielgerichtet in einen Vortrag einbinden und erläutern.

Mit digitalen Medien präsentieren (Slideshow, Video, Audio)

Lernende können digitale Präsentationswerkzeuge und Medien (Slideshow, Video, Audio) situationsgerecht zur Unterstützung eines Vortrags einsetzen.

Den eigenen Standpunkt klar und strukturiert vertreten

Lernende können eine eigene Position mündlich begründen, mit Beispielen stützen und verständlich für andere darstellen.

Sinngestaltendes Vorlesen und Auswendigsprechen

Umfasst Fähigkeiten zur ausdrucksstarken und wirkungsbewussten Gestaltung vorbereiteter Texte beim Vorlesen sowie beim auswendigen Vortragen literarischer Texte.

Einen Text sinngestaltend und ausdrucksstark vorlesen

Lernende können einen vorbereiteten Text mit passender Betonung, Lautstärke und Intonation vorlesen und dabei die Wirkung des Textes für Zuhörende entfalten.

Einen literarischen Text auswendig vortragen (Gedicht, Prosatext)

Lernende können einen kurzen literarischen Text (z. B. Gedicht, Prosatext) auswendig und ausdrucksvoll ohne Vorlage vortragen.

Miteinander sprechen / Gesprächsführung

Umfasst Fähigkeiten zur aktiven und konstruktiven Teilnahme an Gesprächen: Einhaltung von Gesprächsregeln, begründetes Argumentieren und Diskutieren sowie die Durchführung situationsspezifischer Gesprächsformen.

Gesprächsregeln und Gesprächskultur

Umfasst Fähigkeiten zur Einhaltung und Einbringung von Gesprächsregeln, zum aktiven Zuhören, zur verständlichen Gesprächsbeteiligung und zum konstruktiven Feedback.

Anderen aufmerksam zuhören und ausreden lassen

Lernende können Gesprächsbeiträgen anderer aufmerksam folgen, Redebeiträge abwarten und aktives Zuhören durch Mimik und Körpersprache demonstrieren.

Sich klar und verständlich an einem Gespräch beteiligen

Lernende können eigene Gedanken, Fragen und Anmerkungen klar formuliert und zum richtigen Zeitpunkt in ein Gespräch einbringen.

Gesprächsregeln einhalten und konstruktiv einfordern

Lernende können vereinbarte Gesprächsregeln bewusst einhalten und andere freundlich auf deren Verletzung hinweisen.

Rückmeldungen geben und gezielte Verständnisfragen stellen

Lernende können auf Beiträge anderer mit gezielten Rückfragen eingehen und konstruktives Feedback formulieren.

Argumentieren und Diskutieren

Umfasst Fähigkeiten zur begründeten Meinungsvertretung, zum sachlichen Umgang mit Gegenargumenten, zur Gesprächsmoderation sowie zur Erkennung manipulativer Argumentationsstrategien.

Eigene Meinung begründet und verständlich vertreten

Lernende können einen Standpunkt formulieren und ihn mit sachlichen Argumenten und nachvollziehbaren Begründungen stützen.

Auf Argumente anderer sachlich eingehen und antworten

Lernende können Argumente anderer Gesprächsteilnehmer aufgreifen, angemessen würdigen und sachlich widerlegen oder bestätigen.

Eine Diskussion moderieren und strukturieren

Lernende können als Gesprächsleiter eine Diskussion eröffnen, Beiträge verteilen, Zwischenstände zusammenfassen und zu einem Ergebnis führen.

Unterschiedliche Standpunkte abwägen und einen Konsens erarbeiten

Lernende können verschiedene Positionen vergleichen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennen und gemeinsam eine konsensfähige Lösung erarbeiten.

Manipulative Gesprächsstrategien erkennen (Scheinargument, Ablenkung)

Lernende können unfaire Argumentationsstrategien (z. B. ad hominem, Strohmann-Argument, Ablenkung) erkennen, benennen und darauf angemessen reagieren.

Situative Gesprächsformen

Umfasst Fähigkeiten zur Durchführung spezifischer Gesprächsformen wie Interview, formelles Gespräch, digitale Kommunikation und konstruktive Konfliktklärung.

Ein Interview führen (Fragen vorbereiten, stellen und nachhaken)

Lernende können themenspezifische Interviewfragen entwickeln, gezielt stellen und auf Antworten mit weiterführenden Folgefragen eingehen.

Ein Beratungs- oder Bewerbungsgespräch führen

Lernende können sich auf ein formelles Gespräch (z. B. Beratung, Bewerbung) vorbereiten, sich situationsgerecht vorstellen und eigene Kompetenzen kommunizieren.

In digitalen Kommunikationssituationen angemessen und sicher agieren

Lernende können in Videokonferenzen, Chats oder digitalen Gruppenräumen situationsgerecht, respektvoll und sicher kommunizieren.

Gesprächskonflikte sachlich ansprechen und Lösungen erarbeiten

Lernende können Missverständnisse oder Konflikte im Gespräch sachlich benennen und gemeinsam mit anderen konstruktiv klären.

Verstehend zuhören

Umfasst Fähigkeiten zum konzentrierten und strategischen Zuhören, zum kritischen Reflektieren von Gehörtem sowie zum Verstehen literarischer und medialer Hörtexte.

Zuhörstrategien und Verstehen

Umfasst Fähigkeiten zum konzentrierten Zuhören, zur Identifikation wesentlicher Informationen, zur Zusammenfassung von Gehörtem, zur Anfertigung von Notizen sowie zum bewussten Einsatz von Hörstrategien.

Einem Gesprächsbeitrag konzentriert und aufmerksam zuhören

Lernende können ihre Aufmerksamkeit bewusst auf einen mündlichen Beitrag richten und Ablenkungen gezielt ausblenden.

Wesentliche Informationen aus Gehörtem identifizieren

Lernende können zwischen Kern- und Nebeninformationen in einem mündlichen Text unterscheiden und Wesentliches festhalten.

Einen mündlichen Text zusammenfassen

Lernende können das Wesentliche eines Vortrags, einer Erklärung oder eines Gesprächs in eigenen Worten zusammenfassen und wiedergeben.

Beim Zuhören Notizen und Stichworte anfertigen

Lernende können während eines Vortrags oder einer Erklärung strukturierte Stichworte und Notizen zu Kernaussagen anfertigen.

Hörstrategien anwenden (Vorwissen aktivieren, Schlüsselwörter, Visualisieren)

Lernende können Hörstrategien (Vorwissen aktivieren, Schlüsselwörter identifizieren, Visualisieren) bewusst einsetzen, um gehörte Inhalte besser zu verarbeiten und zu behalten.

Kritisch Hören und Reflektieren

Umfasst Fähigkeiten zur kritischen Auseinandersetzung mit Gehörtem: Prüfung auf Schlüssigkeit und Vollständigkeit, Erkennen von Sprecherintentionen sowie Unterscheidung von Meinung und Faktum.

Gehörtes auf Schlüssigkeit und Vollständigkeit prüfen

Lernende können einen mündlichen Beitrag daraufhin überprüfen, ob Aussagen logisch aufeinander aufbauen und keine wesentlichen Informationen fehlen.

Die Intention eines Sprechers erkennen (informieren, überzeugen, unterhalten)

Lernende können die kommunikative Absicht eines Sprechers (informieren, überzeugen, unterhalten) identifizieren und benennen.

Meinungen und Fakten in Gehörtem unterscheiden

Lernende können in einem mündlichen Beitrag zwischen subjektiven Meinungen und prüfbaren Sachaussagen unterscheiden.

Literarisches und mediales Hören

Umfasst Fähigkeiten zum Verfolgen und Verstehen von Hörspielen und Hörbüchern sowie zur Analyse von Sprechgestaltungsmitteln und akustischen Gestaltungselementen.

Einem Hörspiel oder Hörbuch aufmerksam folgen und Inhalte nachvollziehen

Lernende können den Handlungsverlauf und die Figuren eines Hörspiels oder Hörbuchs verfolgen und wesentliche Inhalte wiedergeben.

Sprechgestaltungsmittel (Tempo, Betonung, Klang) in ihrer Wirkung beschreiben

Lernende können beschreiben, wie Sprechtempo, Stimmführung und Betonung die Wirkung eines gesprochenen Texts auf Zuhörende beeinflussen.

Musik und Geräusche als Gestaltungselement in ihrer Funktion verstehen

Lernende können die Funktion von Musik, Geräuschen und Klangkulissen als Gestaltungselemente in Hörspielen oder Audiomedien erkennen und erläutern.

Szenisches Spielen und sprachliche Gestaltung

Umfasst Fähigkeiten zur szenischen Darstellung und zur bewussten sprachlichen Gestaltung: improvisiertes und vorbereitetes Rollenspiel, stimmliche und gestische Figurengestaltung sowie der gezielte Einsatz von Artikulation, Prosodie und Körpersprache.

Szenisches Spiel und Rollengestaltung

Umfasst Fähigkeiten zur improvisierten und vorbereiteten szenischen Darstellung, zur stimmlichen und gestischen Figurengestaltung sowie zur rollengerechten Kommunikation in Planspielen und Simulationen.

Eine Szene oder Situation improvisiert spielen

Lernende können eine vorgegebene Situation ohne Vorbereitung spontan szenisch darstellen und dabei sprachlich und gestisch handeln.

Einen Dialog einüben und szenisch vortragen

Lernende können einen vorbereiteten Dialog auswendig oder halbfrei szenisch und ausdrucksstark vor einer Gruppe vortragen.

Figuren, Stimmungen und Gefühle stimmlich und gestisch darstellen

Lernende können Charaktereigenschaften und Emotionen einer Figur durch Stimme, Mimik und Körpersprache sichtbar machen.

Eine Rolle einnehmen und rollengerecht sprechen (Planspiel, Simulation)

Lernende können in Planspielen oder simulierten Gesprächssituationen die Perspektive einer Rolle einnehmen und rollenadäquat kommunizieren.

Sprachliche Gestaltung und Ausdrucksvermögen

Umfasst Fähigkeiten zur bewussten und wirkungsvollen Gestaltung des Sprechens durch Artikulation, prosodische Mittel (Rhythmus, Pausen, Lautstärke, Betonung) sowie den gezielten Einsatz von Körpersprache und Mimik.

Artikulation, Aussprache und Sprechtempo bewusst einsetzen

Lernende können Deutlichkeit der Aussprache, Sprechtempo und Pausensetzung situationsgerecht und wirkungsbewusst einsetzen.

Sprache durch Rhythmus, Pausen, Lautstärke und Betonung gestalten

Lernende können durch den gezielten Einsatz prosodischer Mittel (Rhythmus, Pausen, Lautstärke, Betonung) Spannung, Stimmung und Bedeutung in ihrem Sprechen gestalten.

Körpersprache und Mimik gezielt zur Unterstützung des Sprechens einsetzen

Lernende können Gestik, Mimik, Blickkontakt und Körperhaltung bewusst nutzen, um ihre mündliche Kommunikation zu verstärken und zu unterstützen.

Lesen und Textverstehen

Umfasst alle Teilbereiche des Lesens und Textverstehens: von grundlegender Lesekompetenz und Lesestrategien über Sach-, literarische und dramatische Texte bis hin zu Lyrik und digitalen Medientexten.

Grundlegende Lesekompetenz

Umfasst grundlegende Teilkompetenzen des Lesens: phonologisch-analytische Dekodierstrategien, Lesefluss und -automatisierung sowie Lesemotivation und Leseinteressen.

Basale Lesefertigkeit (phonologisch-analytische Strategie)

Umfasst die grundlegenden Dekodierstrategien des Lesenlernens: Buchstaben-Laut-Zuordnung, Silbensegmentierung, synthetisierendes Lautieren sowie das direkte Erkennen von Sichtwörtern.

Buchstaben-Laut-Zuordnungen sicher beherrschen

Lernende beherrschen die Zuordnung aller Buchstaben (Groß- und Kleinschreibung) zu ihren entsprechenden Lauten und wenden diese alphabetische Strategie sicher beim Dekodieren von Schrift an.

Silben erlesen und Silbensegmentierung anwenden

Lernende können Wörter durch Silbensegmentierung schrittweise erlesen und nutzen die Silbe als strukturierende Leseeinheit zur Dekodierung.

Wörter und einfache Sätze lautierend erlesen

Lernende können unbekannte Wörter durch lautes, buchstabenweises Lautieren synthetisieren und das entstandene Lautbild als bedeutungstragendes Wort erkennen.

Häufige Wörter und Signalgruppen als Sichtwörter erkennen

Lernende erkennen häufig vorkommende Wörter und Buchstabengruppen (Signalgruppen) direkt als Ganzes, ohne sie lautierend zu erschließen (orthographische Strategie).

Lesefluss und Leseautomatisierung

Umfasst Kompetenzen zur Automatisierung des Lesens: genaues und fehlerfreies Lesen, Steigerung der Lesegeschwindigkeit, Umsetzung von Satzzeichen in Intonation sowie selbstständige Erschließung unbekannter Wörter.

Wörter und Sätze flüssig und fehlerfrei lesen (Lesegenauigkeit)

Lernende lesen Texte mit hoher Genauigkeit, d. h. ohne Stocken, Auslassungen oder Verwechslungen von Wörtern und Buchstaben.

Lesegeschwindigkeit altersgemäß steigern

Lernende steigern durch regelmäßiges Lesen ihre Lesegeschwindigkeit und erreichen einen flüssigen, automatisierten Lesefluss.

Satzzeichen beim Lesen berücksichtigen (Pausen, Intonation)

Lernende setzen Satzzeichen wie Punkt, Komma, Frage- und Ausrufezeichen beim Vorlesen durch gezielte Pausen und angemessene Intonation um.

Unbekannte Wörter aus dem Kontext und der Wortstruktur erschließen

Lernende erschließen die Bedeutung unbekannter Wörter selbstständig durch Nutzung des Kontexts sowie durch Analyse von Vorsilben, Nachsilben und Wortstamm.

Lesemotivation und Leseinteressen

Umfasst Kompetenzen im Bereich der Lesemotivation: Kenntnis eigener Lesepräferenzen, begründete Auswahl von Lesemedien sowie die kommunikative Auseinandersetzung mit Leseerfahrungen.

Eigene Leseinteressen und -vorlieben kennen und benennen

Lernende können ihre individuellen Leseinteressen, bevorzugte Genres und Textarten benennen und ihre Präferenzen begründen.

Bücher und Lesemedien gezielt nach Interesse und Niveau auswählen

Lernende können aus einem Angebot von Büchern und Lesemedien selbstständig eine ihren Interessen und ihrem Leseniveau entsprechende Auswahl treffen und diese Wahl begründen.

Über Leseerfahrungen sprechen und Leseempfehlungen geben

Lernende können ein gelesenes Buch oder einen Text inhaltlich beschreiben, persönlich bewerten und anderen gegenüber eine begründete Lese­empfehlung aussprechen oder abraten.

Lesestrategien und Texterschließung

Umfasst Methoden und Techniken zur gezielten Erschließung von Texten in drei Phasen: vor, während und nach dem Lesen, um Leseverständnis und Textverarbeitung systematisch zu fördern.

Strategien vor dem Lesen

Fasst Techniken zusammen, die vor dem eigentlichen Lesen eingesetzt werden, um den Leseprozess durch Vorwissensaktivierung, Antizipation und Zielklärung vorzubereiten.

Vorwissen aktivieren und Erwartungen an einen Text formulieren

Lernende können ihr themenbezogenes Vorwissen vor dem Lesen aktivieren und auf dieser Grundlage begründete Hypothesen über Inhalt, Struktur und Aussagerichtung eines Textes formulieren.

Texte durch Titel, Überschriften und Bilder vorentlasten (Antizipieren)

Lernende können para- und peritextuelle Elemente wie Titel, Überschriften und Abbildungen analysieren, um Erwartungen an den Textinhalt aufzubauen und sich inhaltlich auf den Lesevorgang einzustellen (Antizipation).

Leseabsicht klären (orientierendes, suchendes oder verstehendes Lesen)

Lernende können ihre Leseabsicht bewusst festlegen und zwischen orientierendem (kursorischem), suchendem (selektivem) und verstehendem (intensivem) Lesen unterscheiden sowie die jeweils passende Lesestrategie wählen.

Strategien während des Lesens

Fasst Techniken zusammen, die während des aktiven Lesevorgangs eingesetzt werden, um Textverständnis aufzubauen, Informationen zu sichern und Verständnislücken zu schließen.

Sinnabschnitte erkennen und gliedern

Lernende können thematisch zusammenhängende Textpassagen als Sinnabschnitte identifizieren, voneinander abgrenzen und mit treffenden Zwischenüberschriften versehen, um die Textgliederung zu erfassen.

Schlüsselwörter und wichtige Informationen markieren

Lernende können beim Lesen bedeutungstragende Schlüsselwörter sowie zentrale Aussagen und Kerngedanken eines Textes erkennen und durch Markieren oder Unterstreichen sichern.

Unverstandene Stellen identifizieren und Klärungsstrategien anwenden

Lernende können Stellen fehlenden oder unvollständigen Textverständnisses beim Lesen gezielt lokalisieren und geeignete Klärungsstrategien (z. B. Weiterlesen im Kontext, Nachschlagen unbekannter Begriffe, Rückblättern) anwenden.

Inferenzen ziehen (Implizites aus dem Kontext erschließen)

Lernende können über den expliziten Wortlaut eines Textes hinaus implizit enthaltene Informationen, Zusammenhänge und Bedeutungen aus dem Kontext erschließen (Inferenzbildung).

Textabschnitte paraphrasieren (mit eigenen Worten zusammenfassen)

Lernende können gelesene Textabschnitte unmittelbar in eigenen Worten reformulieren (Paraphrasieren), ohne den Originaltext zu kopieren, und so ihr Textverständnis sprachlich sichern.

Textinhalte in Skizze, Tabelle oder Mindmap visualisieren

Lernende können Informationen und Zusammenhänge aus einem Text in einer geeigneten grafischen Darstellungsform (Skizze, Tabelle, Mindmap) strukturieren und so Textinhalte visuell aufbereiten und sichern.

Strategien nach dem Lesen

Fasst Techniken zusammen, die nach dem Lesen eingesetzt werden, um Textinhalte zu konsolidieren, Kernaussagen zu formulieren und die globale Textstruktur zu reflektieren.

Kernaussage und Hauptgedanken eines Textes benennen

Lernende können die zentrale Botschaft und die wesentlichen Hauptgedanken eines Textes nach dem Lesen prägnant in eigenen Worten benennen und von Nebeninformationen abgrenzen.

Einen Text strukturiert zusammenfassen

Lernende können die wichtigsten Informationen eines Textes geordnet, gegliedert und in eigenen Worten zu einer kohärenten schriftlichen oder mündlichen Zusammenfassung verdichten.

Verbindungen zwischen Textabschnitten herstellen (globale Kohärenz)

Lernende können inhaltliche und logische Verknüpfungen zwischen verschiedenen Textabschnitten erkennen und beschreiben, wie diese aufeinander aufbauen und eine globale Textkohärenz herstellen.

Aufbau und Gliederung eines Textes beschreiben

Lernende können die Makrostruktur eines Textes (z. B. Einleitung–Hauptteil–Schluss, Problemdarstellung–Lösungsweg–Fazit) identifizieren, benennen und in ihrer Funktion für den Gesamttext erläutern.

Sach- und Informationstexte

Umfasst das Lesen, Verstehen und kritische Auswerten von Sach-, Informations- und Gebrauchstexten verschiedener Formen, einschließlich diskontinuierlicher Darstellungen wie Tabellen, Grafiken und Diagramme.

Sachtexte verstehen und auswerten

Umfasst Fähigkeiten zur gezielten Informationsentnahme, zum Erkennen von Textstrukturen und Argumentationsweisen sowie zum Erschließen von Fachbegriffen und Autorenabsichten in Sachtexten.

Einem Sachtext zentrale Informationen entnehmen

Lernende können explizit genannte Informationen zu einer vorgegebenen Frage gezielt aus einem Sachtext herauslesen und benennen.

Sachtextstruktur erkennen (Einleitung-Hauptteil-Schluss; These-Argument-Beleg)

Lernende können die innere Gliederung eines Sachtextes (Einleitung, Hauptteil, Schluss) sowie argumentative Strukturmuster (These, Argument, Beleg) erkennen und beschreiben.

Fachbegriffe in Sachtexten erschließen und erklären

Lernende können fachspezifische Begriffe in Sachtexten durch Kontexterschließung, Wortzergliederung oder Nachschlagen verstehen und in eigenen Worten erklären.

Absicht und Perspektive eines Sachtextes erkennen

Lernende können die Kommunikationsabsicht eines Sachtextes (informieren, argumentieren, instruieren, appellieren) bestimmen und die Perspektive des Verfassers einschätzen.

Quellenkritik und Informationsauswertung

Umfasst Fähigkeiten zur gezielten Nutzung, strukturierten Aufbereitung und kritischen Bewertung von Textinformationen und Quellen hinsichtlich Relevanz, Richtigkeit und Seriosität.

Informationen aus einem Text für eine eigene Fragestellung nutzen

Lernende können aus einem Sachtext die für eine bestimmte Fragestellung oder Aufgabe relevanten Informationen gezielt identifizieren und herausarbeiten.

Zu einem Sachtext Exzerpte und strukturierte Notizen erstellen

Lernende können Kernaussagen eines Sachtextes in Form von Exzerpten, Stichwortsammlungen oder strukturierten Notizen festhalten und dabei wesentliche von unwesentlichen Informationen unterscheiden.

Sachtextaussagen auf Richtigkeit und Belastbarkeit prüfen

Lernende können Aussagen eines Sachtextes auf innere Widersprüche und sachliche Richtigkeit prüfen sowie den Bedarf an externer Verifikation einschätzen.

Quellen und Autoren auf Seriosität, Absicht und Perspektive beurteilen

Lernende können anhand von Kriterien wie Autorenschaft, Herausgeberschaft, Erscheinungsdatum und Belegführung die Vertrauenswürdigkeit, Absicht und Perspektive einer Quelle beurteilen.

Informationen aus mehreren Quellen vergleichen, auswählen und auswerten

Lernende können Informationen aus verschiedenen Quellen miteinander vergleichen, Gemeinsamkeiten und Widersprüche benennen und eine begründete Auswahl für eine Fragestellung treffen.

Diskontinuierliche Texte (Tabellen, Grafiken, Diagramme)

Umfasst Fähigkeiten zur Erschließung und Auswertung diskontinuierlicher Darstellungsformen wie Tabellen, Diagramme, Karten und Infografiken sowie deren Verknüpfung mit kontinuierlichen Texten.

Informationen aus Tabellen und Listen entnehmen und interpretieren

Lernende können Tabellen und Listen lesen, gezielt Informationen entnehmen und Beziehungen zwischen den dargestellten Daten erkennen und beschreiben.

Daten aus Diagrammen und Schaubildern lesen und auswerten

Lernende können Balken-, Linien- und Kreisdiagramme sowie Schaubilder lesen und auf der Grundlage der dargestellten Daten sachliche Aussagen formulieren.

Informationen aus Karten, Plänen und Infografiken erschließen

Lernende können raumbezogene und strukturierende Darstellungen wie Karten, Pläne und Infografiken lesen und die darin enthaltenen Informationen erläutern.

Diskontinuierliche und kontinuierliche Textteile kombiniert auswerten

Lernende können Informationen aus kontinuierlichen Textteilen und diskontinuierlichen Darstellungen zusammenführen und zu einer integrierten Aussage verbinden.

Gebrauchstexte und Alltagstexte

Umfasst Fähigkeiten zum sinnentnehmenden Lesen und gezielten Nutzen von Gebrauchstexten des Alltags wie Anleitungen, Formularen, Fahrplänen und Verzeichnissen.

Anleitungen, Bedienungsanleitungen und Rezepte sinnentnehmend lesen

Lernende können Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Bedienungsanleitungen und Rezepte sinnentnehmend lesen und die beschriebenen Handlungsabfolgen nachvollziehen oder ausführen.

Formulare und Bewerbungsunterlagen lesen und verstehen

Lernende können formale Alltagsdokumente wie Formulare, Bewerbungsanschreiben und Verträge lesen und die darin enthaltenen Anforderungen und Informationen erfassen.

Fahrpläne, Programme und Verzeichnisse zielgerichtet nutzen

Lernende können strukturierte Alltagstexte wie Fahrpläne, Spielpläne, Verzeichnisse und Inhaltsübersichten als gezielte Informationsquelle nutzen und relevante Angaben herauslesen.

Literarische Texte – Prosa

Umfasst das Lesen, Verstehen und Analysieren literarischer Prosatexte verschiedener Gattungen und Komplexitätsstufen, von ersten Bilderbüchern bis hin zu Romanen.

Erzählende Texte der Primarstufe (erste Begegnung)

Umfasst die erste Begegnung mit erzählenden Texten: Bilderbücher sowie kurze Kinder- und Erstlesebücher werden erschlossen, Inhalte nachvollzogen und Bild-Text-Bezüge hergestellt.

Bilderbücher lesen und über Bild und Text sprechen

Lernende können einem Bilderbuch folgen, Illustrationen inhaltlich deuten, Zusammenhänge zwischen Bild und Text erkennen und den Inhalt mündlich wiedergeben.

Erste kürzere Erzähltexte und Kinderbücher lesen und nachvollziehen

Lernende können Kinder- und Erstlesebücher selbstständig lesen, dem Handlungsverlauf folgen und Hauptfiguren sowie grundlegende Ereignisse benennen.

Erzählende Texte – Grundlegendes Textverstehen

Umfasst grundlegende Fähigkeiten des Textverstehens bei erzählenden Texten: Handlungsverlauf, Erzählperspektive, Figurencharakterisierung, Raum-Zeit-Atmosphäre und Handlungsmotive.

Handlungsverlauf eines Erzähltextes nachvollziehen und wiedergeben

Lernende können die Ereignisse eines Erzähltextes in ihrer zeitlichen und kausalen Abfolge verstehen, strukturieren und in eigenen Worten zusammenfassen.

Erzählperspektive bestimmen (Ich-Form / Er-Form; auktorial, personal, neutral)

Lernende können die Erzählperspektive eines Textes (Ich-Erzähler, Er/Sie-Erzähler; auktorial, personal, neutral) bestimmen und deren Wirkung auf die Leserlenkung erläutern.

Figuren charakterisieren und Eigenschaften am Text belegen

Lernende können Charaktereigenschaften von Figuren benennen und diese durch direkte sowie indirekte Charakterisierungsmittel (Beschreibung, Verhalten, Sprache, Aussagen anderer) am Text belegen.

Ort, Zeit und Atmosphäre eines Erzähltextes bestimmen

Lernende können Handlungsort, Handlungszeit und die erzeugte Atmosphäre eines Erzähltextes benennen und mit konkreten Textstellen belegen.

Handlungsmotive von Figuren erkennen und analysieren

Lernende können Handlungsmotive von Figuren analysieren und erklären, welche Wünsche, Ängste oder Ziele das Verhalten einer Figur steuern.

Erzählstruktur und Erzählmittel

Umfasst die Analyse von Erzählstruktur und erzähltechnischen Mitteln, darunter Kompositionsphasen, Zeitgestaltung, Formen der Figurenrede sowie Symbole und Leitmotive.

Exposition, Konflikt, Wendepunkt und Auflösung als Erzählstruktur erkennen

Lernende können die klassischen Kompositionsphasen eines Erzähltextes (Exposition, steigende Handlung, Konflikt, Wendepunkt, Auflösung) identifizieren und deren narrative Funktion beschreiben.

Erzähltempo und Zeitgestaltung beschreiben (Raffung, Dehnung, Zeitsprung)

Lernende können Techniken der Zeitgestaltung (Raffung, Dehnung, Zeitsprung, Ellipse) in einem Erzähltext benennen und deren Wirkung auf Leserrythmus und Spannungsaufbau erläutern.

Innenperspektive und Figurenrede analysieren (erlebte Rede, innerer Monolog)

Lernende können direkte Rede, indirekte Rede, erlebte Rede und inneren Monolog unterscheiden sowie deren Funktion für die Darstellung von Figurenperspektive und Innenleben analysieren.

Symbole und Leitmotive in einem Erzähltext erkennen und deuten

Lernende können wiederkehrende Bilder, Symbole und Leitmotive in einem Erzähltext identifizieren und ihre Bedeutung für Thematik und Sinngebung des Textes erläutern.

Kurzprosa und Gattungsformen

Umfasst das Lesen und gattungsspezifische Analysieren von Kurzprosaformen wie Kurzgeschichte, Märchen, Fabel und Parabel anhand ihrer jeweiligen Gattungsmerkmale.

Eine Kurzgeschichte als Gattung erkennen und analysieren

Lernende können gattungstypische Merkmale der Kurzgeschichte (Einstieg in medias res, offenes Ende, verdichtete Symbolik, alltäglicher Konflikt) benennen und im Text nachweisen.

Ein Märchen lesen und gattungstypische Merkmale deuten

Lernende können Merkmale des Volksmärchens (stereotype Formeln, Dreierschema, Magie, moralischer Ausgang) benennen und die Aussage bzw. Botschaft eines Märchens erschließen.

Eine Fabel lesen und ihre Botschaft (Moral) erschließen

Lernende können Fabeln als Gattung erkennen, tierische oder dingliche Figuren als menschliche Typen deuten und die allgemeine moralische Lehre (Moral) der Fabel formulieren.

Eine Parabel in Bild- und Sachebene interpretieren

Lernende können in einer Parabel die wörtliche Bildebene und die übertragene Sachebene unterscheiden sowie die intendierte Aussageabsicht des Textes herausarbeiten.

Ganztextlektüre / Roman

Umfasst die Lektüre und Analyse eines vollständigen längeren Erzählwerks, einschließlich Handlungsstruktur, Figurenkonstellation, Themen und epochalem Kontext.

Einen Jugendroman überblicksartig lesen und die Handlungsstränge verfolgen

Lernende können einem längeren Erzählwerk überblicksartig folgen, mehrere Handlungsstränge unterscheiden und den Gesamtzusammenhang der Handlung strukturiert wiedergeben.

Figurenkonstellation und Figurenentwicklung in einem Roman analysieren

Lernende können die Beziehungen zwischen Figuren eines Romans darstellen (Figurenkonstellation) und die Entwicklung einzelner Figuren im Handlungsverlauf beschreiben und bewerten.

Themen, Motive und Leitmotive eines Romans herausarbeiten

Lernende können zentrale Themen und wiederkehrende Motive sowie Leitmotive eines Romans herausarbeiten und mit Textstellen belegen.

Epoche und kulturellen Kontext eines Werkes zur Interpretation heranziehen

Lernende können Entstehungszeit, biographischen Kontext des Autors und historisch-kulturellen Hintergrund eines Werkes ermitteln und für die Textinterpretation fruchtbar machen.

Lyrik und Gedichte

Teilgebiet der Literatur, das sich mit Gedichten und lyrischen Texten befasst – von grundlegenden Formmerkmalen über sprachliche Mittel bis hin zur strukturierten Analyse, Interpretation und experimentellen Formen der Lyrik.

Grundlegendes Lyrikverständnis und Form

Umfasst die grundlegenden Fähigkeiten zum Verstehen lyrischer Texte: inhaltliche Erschließung, äußere Form (Strophen, Verse), Reimschema sowie Metrum und Rhythmus.

Ein Gedicht lesen und den Inhalt erschließen

Lernende können ein Gedicht sinnerschließend lesen, sein Thema und seine Stimmung benennen sowie den Inhalt in eigenen Worten zusammenfassen.

Strophen und Verse als formale Merkmale erkennen und benennen

Lernende können die äußere Gliederung eines Gedichts in Strophen und Verse beschreiben und diese als formale Grundbegriffe der Lyrik korrekt benennen.

Reimschema bestimmen und benennen

Lernende können das Reimschema eines Gedichts identifizieren, mithilfe von Buchstaben (z. B. abab, aabb, abba) notieren und die entsprechenden Reimformen (Kreuzreim, Paarreim, umarmender Reim) benennen.

Metrum und Rhythmus eines Gedichtes bestimmen (Jambus, Trochäus, Daktylus)

Lernende können den metrischen Grundrhythmus eines Gedichts durch Betonungsanalyse bestimmen, in Versfüße einteilen und grundlegende Metren (Jambus, Trochäus, Daktylus) benennen.

Sprachliche Mittel der Lyrik

Behandelt die zentralen rhetorischen und stilistischen Mittel der Lyrik – Klangfiguren, Bildlichkeit und rhythmische Elemente – sowie deren inhaltliche und emotionale Wirkung im Gedicht.

Alliteration und Assonanz erkennen und deuten

Lernende können Alliterationen (Stabreime) und Assonanzen (Vokalreime) in lyrischen Texten identifizieren und deren klangliche sowie inhaltlich-atmosphärische Wirkung erläutern.

Metapher und Vergleich in Gedichten erkennen und interpretieren

Lernende können Metaphern und explizite Vergleiche in Gedichten erkennen, ihre übertragene Bedeutung entschlüsseln und ihre Wirkung auf den Leser beschreiben.

Personifikation und andere Bildlichkeit in Lyrik deuten

Lernende können Personifikationen sowie weitere Formen bildlicher Sprache (Synästhesie, Symbol) in lyrischen Texten benennen und ihre Funktion und Wirkung interpretieren.

Klang, Tempo und Rhythmus in ihrer emotionalen Wirkung beschreiben

Lernende können erläutern, wie Klangelemente, Sprechtempo und Rhythmus eines Gedichts zusammenwirken und die emotionale Wirkung sowie die Stimmung des Textes prägen.

Gedichtanalyse und -interpretation

Umfasst Methoden und Kompetenzen zur strukturierten Analyse und Interpretation von Gedichten, einschließlich der Unterscheidung von lyrischem Ich und Autor, des Epochenvergleichs und der Entwicklung fundierter Deutungshypothesen.

Ein Gedicht strukturiert analysieren (Inhalt, Form, Sprache)

Lernende können ein Gedicht nach einem gegliederten Analyseansatz untersuchen, der Inhalt, formale Merkmale, sprachliche Mittel und deren Wirkung systematisch berücksichtigt.

Lyrisches Ich vom realen Autor unterscheiden

Lernende können das lyrische Ich als textinterne Sprechinstanz von der realen Autorin bzw. dem realen Autor unterscheiden und diesen grundlegenden narratologischen Begriff auf Gedichte anwenden.

Gedichte verschiedener Epochen und Stile vergleichen

Lernende können zwei oder mehr Gedichte hinsichtlich Thema, formaler Gestaltung und sprachlicher Mittel vergleichend analysieren und wesentliche Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herausarbeiten.

Eine begründete Deutungshypothese zu einem Gedicht entwickeln

Lernende können eine begründete Deutungshypothese zur Bedeutung und Aussageabsicht eines Gedichts formulieren und diese durch gezielte Textstellen- und Analysebefunde belegen.

Lyrische Kleinformen und experimentelle Lyrik

Behandelt lyrische Kleinformen mit festen Regelstrukturen (Haiku, Elfchen) sowie experimentelle Lyrikformen (Klanggedichte, konkrete Poesie), die mit Sprache, Klang und visueller Gestaltung spielen.

Haiku, Elfchen und andere Kurzgedichte als Gattungen erkennen

Lernende können Kurzgedichtformen wie Haiku (5-7-5-Silbenschema) und Elfchen als eigenständige lyrische Gattungen erkennen und deren formale Regeln benennen.

Klanggedichte und konkrete Poesie als experimentelle Form deuten

Lernende können Klanggedichte, Lautgedichte und optische bzw. konkrete Poesie als experimentelle Formen verstehen, die Sprache und Schrift als Material einsetzen, und deren Aussageabsicht und Wirkung reflektieren.

Dramatische Texte

Umfasst das Lesen, Verstehen und Analysieren dramatischer Texte – von grundlegenden Strukturmerkmalen über klassische Dramaturgie bis hin zu modernen und zeitgenössischen Dramenformen.

Grundlegendes Dramenverständnis

Behandelt die grundlegenden formalen und inhaltlichen Merkmale des Dramas, darunter strukturelle Gliederung, Textelemente, Figurenanalyse und Konfliktverlauf.

Den Aufbau eines Dramas erkennen (Akt, Szene, Auftritt)

Lernende können die formale Gliederung eines Dramentextes in Akte, Szenen und Auftritte erkennen, benennen und ihre strukturierende Funktion für den Handlungsverlauf beschreiben.

Dialog, Monolog und Regieanweisungen als Dramentextelemente unterscheiden

Lernende können die zentralen Textelemente eines Dramas – Dialog, Monolog, Replik und Regieanweisungen – unterscheiden und ihre jeweilige dramatische Funktion erläutern.

Figuren in einem Drama charakterisieren und ihre Beziehungen analysieren

Lernende können Dramenfiguren anhand von Sprache, Handlung und Interaktion charakterisieren sowie die Figurenkonstellation und Beziehungsgefüge im Drama darstellen und analysieren.

Konfliktverlauf und dramatische Spannung verfolgen und beschreiben

Lernende können den zentralen Konflikt eines Dramas identifizieren, seinen Verlauf nachvollziehen und die Mittel zur Erzeugung dramatischer Spannung beschreiben.

Dramaturgie und Dramenanalyse

Behandelt die vertiefte Analyse dramaturgischer Strukturen und Mittel, einschließlich des klassischen Dramenaufbaus, sprachlicher Stilmittel, Gattungsmerkmale sowie historischer Kontextualisierung.

Das klassische 5-Akt-Schema analysieren (Freytag\'sche Pyramide)

Lernende können die fünf Phasen der Freytagschen Pyramide (Exposition, steigende Handlung, Höhepunkt, fallende Handlung, Katastrophe/Lösung) benennen und im Dramentext nachweisen.

Sprachliche Mittel der Dramensprache analysieren (Stichomythie, Tirade, Monolog)

Lernende können sprachlich-dramaturgische Mittel wie Stichomythie, Tirade und Monolog im Dramentext erkennen, benennen und ihre Funktion für Spannungsaufbau und Charakterisierung erläutern.

Komödie und Tragödie als Gattungsformen unterscheiden und charakterisieren

Lernende können die wesentlichen Gattungsmerkmale von Komödie und Tragödie benennen, gegenüberstellen und einem vorliegenden Drama zuordnen.

Ein Drama in seinem historischen und kulturellen Kontext einordnen

Lernende können einen Dramentext in seine historische Entstehungsepoche einordnen und epochenspezifische kulturelle sowie gesellschaftliche Bezüge für die Textinterpretation fruchtbar machen.

Modernes und zeitgenössisches Drama

Behandelt Formen des modernen und zeitgenössischen Dramas, darunter das epische Theater Brechts sowie das absurde Theater, und deren Abgrenzung von klassischen Dramenkonventionen.

Episches Theater und Verfremdungseffekt verstehen (z. B. Brecht)

Lernende können das Konzept des epischen Theaters erläutern, den Verfremdungseffekt als zentrales Gestaltungsprinzip beschreiben und entsprechende Techniken im Dramentext nachweisen.

Modernes und absurdes Theater als zeitgenössische Form verstehen

Lernende können Merkmale des modernen und absurden Dramas – wie offene Form, Antiheld, Sprachzerfall und Sinnentleerung – erkennen und von der geschlossenen klassischen Dramenform abgrenzen.

Medien als Texte (digitale und multimodale Texte)

Umfasst das Lesen, Analysieren und kritische Bewerten digitaler, multimodaler und persuasiver Medientexte, einschließlich Hypertexte, audiovisuelle Formate und Werbung.

Digitale Texte und Online-Medien

Behandelt das zielgerichtete Lesen und kritische Bewerten digitaler Texte in Online-Umgebungen, darunter Hypertexte, Websites und Social-Media-Formate.

Hypertexte und digitale Lesemedien zielgerichtet lesen und nutzen

Lernende können nicht-lineare, verlinkte digitale Texte navigieren und dabei gezielt relevante Informationen aus Hypertextstrukturen herausfiltern.

Texte auf Websites und in Online-Medien auf Seriosität und Absicht prüfen

Lernende können Kriterien der Quellenbewertung (Autor, Datum, Belege, Domäne) auf Websites und Online-Artikel anwenden, um deren Seriosität und kommunikative Absicht einzuschätzen.

Social-Media-Posts, Kommentare und Bewertungen als Textsorten analysieren

Lernende können informelle digitale Textsorten wie Social-Media-Posts, Kommentare und Bewertungen anhand ihrer sprachlichen und strukturellen Merkmale erkennen und ihre kommunikative Funktion einschätzen.

Multimodale und audiovisuelle Texte

Behandelt die Analyse von Texten, in denen mehrere Zeichensysteme – Bild, Ton und Sprache – zusammenwirken, darunter Infografiken, Comics und audiovisuelle Medien.

Bildtexte (Infografiken, Comics, Bilderbücher) lesen und interpretieren

Lernende können die Wechselwirkung von Bild und Text in multimodalen Formaten wie Infografiken, Comics oder Bilderbüchern beschreiben und aus beiden Ebenen gemeinsam Bedeutung erschließen.

Einen Film oder ein Video als narrativen Text analysieren

Lernende können filmische Mittel wie Kameraeinstellung, Schnitt und Musik benennen und deren Wirkung auf die Erzählstruktur eines Films oder Videos analysieren.

Ton, Bild und Sprache in multimodalen Texten in ihrer Wechselwirkung beschreiben

Lernende können erläutern, wie verschiedene Zeichensysteme – Text, Bild und Ton – in einem multimodalen Text zusammenwirken und gemeinsam Bedeutung erzeugen.

Persuasive Medientexte und Medienkritik

Behandelt die Analyse persuasiver Strategien in Medientexten sowie die kritische Reflexion von Desinformation, Werbung und eigener Mediennutzung.

Werbetexte und Werbemaßnahmen in ihrer Wirkung analysieren

Lernende können sprachliche und visuelle Strategien in Werbetexten identifizieren und erklären, wie diese gezielt emotionale oder rationale Wirkungen beim Publikum erzeugen sollen.

Strategien der Meinungsmanipulation in Medientexten erkennen (Fake News, Framing)

Lernende können Mechanismen von Desinformation, Framing und Propaganda in Medientexten benennen und kriterienbasiert Fake News sowie manipulative Darstellungsweisen erkennen.

Eigene Mediennutzung reflektieren und kritisch bewerten

Lernende können die eigene Nutzung digitaler Medienangebote kritisch hinterfragen und Kriterien für einen bewussten und souveränen Medienumgang benennen.

Schreiben und Texte verfassen

Umfasst alle Teilbereiche des schriftlichen Ausdrucks, von den Grundlagen des Schreiblernprozesses über verschiedene Textsorten und Schreibzwecke bis hin zu kreativem Schreiben, Überarbeitungstechniken und der Fähigkeit, Texte zusammenzufassen oder zu paraphrasieren.

Schreiblernprozess und Grundlagen des Schreibens

Umfasst die grundlegenden Aspekte des Schreiblernprozesses, einschließlich der Entwicklung der Handschrift, der korrekten Schreibtechnik und ergonomischer Grundlagen.

Handschrift entwickeln und festigen

Behandelt die schrittweise Entwicklung einer leserlichen und formkorrekten Handschrift, von Druckbuchstaben bis zur verbundenen Schrift sowie die Verbesserung von Schreibfluss und Gleichmäßigkeit.

Druckbuchstaben korrekt formen – Großbuchstaben

Lernende können alle 26 Großbuchstaben des Alphabets in Druckschrift in korrekter Form, mit richtigen Proportionen und gut leserlich schreiben.

Druckbuchstaben korrekt formen – Kleinbuchstaben

Lernende können alle 26 Kleinbuchstaben des Alphabets in Druckschrift in korrekter Form, mit richtigen Proportionen und gut leserlich schreiben.

Schreibschrift erlernen – Grundformen und Buchstabenverbindungen

Lernende können Buchstaben in einer verbundenen Schrift (z. B. Vereinfachte Ausgangsschrift) formal korrekt ausführen und durch gezielte Buchstabenverbindungen einen fließenden Schreibduktus erzielen.

Schreibfluss und Leserlichkeit verbessern

Lernende können durch wiederholte Übung einen kontinuierlichen Schreibfluss entwickeln und eine gleichmäßige, klar lesbare Handschrift mit konsistenten Buchstabenformen und -abständen produzieren.

Schreibhaltung und Schreibtechnik

Behandelt die technischen und ergonomischen Grundlagen des Schreibens, umfasst sowohl die korrekte Körper- und Stifthaltung beim manuellen Schreiben als auch das flüssige Schreiben auf digitalen Eingabegeräten.

Stifthaltung, Körperhaltung und Schreibdruck kontrollieren

Lernende können eine ergonomisch korrekte Stifthaltung (z. B. Dreipunktgriff) und aufrechte Sitzposition einnehmen sowie den Anpressdruck des Stifts beim Schreiben bewusst regulieren, um Ermüdung und Fehlhaltungen zu vermeiden.

Digitales Schreiben – Tastatur sicher und flüssig nutzen

Lernende kennen die Tastenanordnung einer Standardtastatur, können Tasten sicher ansteuern und entwickeln zunehmend Tippgeschwindigkeit sowie Fehlerfreiheit beim Eingeben von Texten.

Schreibprozess: Planen, Verfassen, Überarbeiten

Umfasst den vollständigen Schreibprozess von der Analyse der Aufgabe über die Planung und das Verfassen eines Erstentwurfs bis zur inhaltlichen, sprachlichen und formalen Überarbeitung sowie Feedback, Reflexion und digitalem Schreiben.

Schreibaufgaben analysieren und planen

Behandelt die vorbereitenden Schritte des Schreibprozesses: Anforderungen einer Schreibaufgabe erschließen, Ideen generieren und einen strukturierten Schreibplan entwickeln.

Eine Schreibaufgabe analysieren und das Schreibziel klären

Lernende können eine Schreibaufgabe analysieren, indem sie Textsorte, Adressat, Umfang und kommunikative Funktion identifizieren und daraus ein konkretes Schreibziel ableiten.

Ideen sammeln mit Brainstorming, Mindmap und Cluster

Lernende können mithilfe von Brainstorming, Mindmaps, Clustern oder Assoziationsketten Ideen zu einem Thema kreativ und ohne Bewertung entfalten.

Einen Schreibplan entwickeln und strukturieren

Lernende können gesammelte Ideen nach inhaltlichen Kriterien ordnen, eine Gliederung erstellen und die wesentlichen Aussagen für jeden Textabschnitt schriftlich festhalten.

Texte verfassen

Behandelt das Verfassen eines ersten Textentwurfs auf Grundlage des Schreibplans, wobei Fluss und Kontinuität des Schreibens im Vordergrund stehen.

Eine Rohfassung (Erstentwurf) zügig und ohne Unterbrechung verfassen

Lernende können planbasiert eine Rohfassung zügig niederschreiben und dabei Korrekturen oder Selbstzweifel zurückstellen, um einen vollständigen Erstentwurf zu erzeugen.

Texte überarbeiten (inhaltlich, sprachlich, formal)

Behandelt die systematische Überarbeitung eines Textentwurfs auf drei Ebenen: inhaltliche Stimmigkeit, sprachlich-stilistische Qualität sowie orthografische und interpunktionelle Korrektheit.

Einen Text inhaltlich überarbeiten (Ergänzen, Streichen, Umstrukturieren)

Lernende können einen Textentwurf auf inhaltliche Vollständigkeit, logischen Aufbau und Angemessenheit prüfen sowie Passagen ergänzen, streichen oder umstrukturieren.

Einen Text sprachlich überarbeiten (Ausdruck, Satzbau, Kohärenz)

Lernende können Satzbau, Wortwahl und Kohärenz eines Textes analysieren und durch gezielte Umformulierungen Verständlichkeit, Stilniveau und Lesewirkung verbessern.

Einen Text formal überarbeiten – Rechtschreibung und Zeichensetzung prüfen

Lernende können einen Text systematisch auf Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler durchsehen und diese regelgeleitet korrigieren.

Feedback und Reflexion im Schreibprozess

Behandelt die Einbindung von Feedback und Selbstreflexion in den Schreibprozess, einschließlich konstruktiver Rückmeldung, produktiver Feedbacknutzung, kooperativer Textbesprechung und metakognitiver Prozessreflexion.

Feedback zu einem Text konstruktiv formulieren

Lernende können zu einem fremden Text strukturiertes, sachliches Feedback formulieren, das Stärken benennt und begründete, konkrete Verbesserungsvorschläge enthält.

Feedback annehmen und gezielt zur Überarbeitung nutzen

Lernende können Rückmeldungen zu ihrem eigenen Text aufnehmen, deren Relevanz einschätzen und auf dieser Grundlage gezielte Überarbeitungen vornehmen.

Eine Schreibkonferenz durchführen – Texte gemeinsam besprechen

Lernende können Texte im dialogischen Austausch gemeinsam besprechen, Überarbeitungsvorschläge einbringen und kooperativ die Textqualität weiterentwickeln.

Den eigenen Schreibprozess reflektieren und weiterentwickeln

Lernende können die im Schreibprozess eingesetzten Strategien benennen, deren Wirksamkeit einschätzen und Konsequenzen für die Weiterentwicklung des eigenen Schreibens formulieren.

Digitales und mediengestütztes Schreiben

Behandelt den Einsatz digitaler Werkzeuge und Medien beim Schreiben, von Textverarbeitungsprogrammen über Formatierungsmöglichkeiten bis hin zum kritischen Umgang mit automatisierten Schreibhilfen.

Texte mit Textverarbeitungsprogrammen erstellen und gestalten

Lernende können Texte mit Textverarbeitungssoftware erfassen, speichern und mithilfe grundlegender Formatierungsmittel wie Überschriften, Absätzen und Tabellen strukturiert gestalten.

Digitale Hilfsmittel beim Schreiben gezielt und kritisch einsetzen

Lernende können digitale Schreibhilfen wie Rechtschreibprüfung, Synonymwörterbuch oder KI-gestützte Textwerkzeuge situationsangemessen einsetzen und deren Vorschläge kritisch bewerten.

Erzählende Texte schreiben

Umfasst das Verfassen erzählender Texte in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen Techniken, von der Grundstruktur über erzähltechnische Mittel und Perspektiven bis hin zu spezifischen Erzähltextgattungen.

Grundlegendes Erzählen – Aufbau und Struktur

Behandelt die grundlegenden strukturellen Elemente einer Erzählung: die dreiteilige Gliederung, die Gestaltung von Anfang und Schluss sowie die chronologisch-kohärente Verknüpfung von Ereignissen.

Eine Geschichte mit Anfang, Mitte und Ende strukturieren

Lernende können eine Erzählung in die drei Grundteile Einleitung, Hauptteil und Schluss gliedern, wobei der Einstieg eine Ausgangssituation etabliert, der Hauptteil einen Konflikt oder ein zentrales Ereignis entfaltet und der Schluss die Handlung abschließt.

Einen wirkungsvollen Erzählanfang gestalten

Lernende können verschiedene Einstiegstechniken (in medias res, Leserfrage, atmosphärische Beschreibung, überraschende Aussage) gezielt einsetzen und die jeweils erzeugte Leserwirkung begründen.

Einen stimmungsvollen Erzählschluss gestalten

Lernende können unterschiedliche Schlussformen (runde Auflösung, offenes Ende, Pointe, Wendung) bewusst wählen und erläutern, welchen Eindruck der jeweilige Schluss beim Lesenden hinterlässt.

Chronologisch und kohärent erzählen

Lernende können Ereignisse in logisch-zeitlicher Abfolge darstellen und Handlungsschritte durch zeitliche sowie kausale Konnektoren kohärent miteinander verknüpfen.

Erzähltechnische Mittel

Behandelt handwerkliche Mittel des Erzählens: Spannungsaufbau, Dialoggestaltung, Figuren- und Schauplatzzeichnung, Stimmungserzeugung sowie den bewussten Umgang mit Erzählzeit und erzählter Zeit.

Spannung in einer Erzählung aufbauen und steigern

Lernende können Spannungsmittel wie ungelösten Konflikt, Informationsvorsprung des Lesers, Cliffhanger, Zeitdruck und unerwartete Wendung gezielt und wirkungsbewusst in eine Erzählung einbauen.

Wörtliche Rede korrekt einbauen und dramatisch gestalten

Lernende können wörtliche Rede grammatisch korrekt in einen Erzähltext integrieren und den Figurendialog zur Steigerung der Lebendigkeit sowie zur indirekten Charakterisierung von Personen nutzen.

Personen und Schauplätze lebendig beschreiben

Lernende können Personen und Schauplätze durch konkrete, sensorische Details anschaulich beschreiben und dabei eine spezifische Atmosphäre für den Lesenden erzeugen.

Figuren durch Handlung und Dialog charakterisieren

Lernende können Figuren indirekt durch ihr Verhalten, ihre Sprache und ihre Entscheidungen charakterisieren und dabei das Prinzip 'Show, don't tell' konsequent anwenden.

Erzählmittel zur Stimmungserzeugung bewusst einsetzen

Lernende können durch gezielte Auswahl von Verben, Adjektiven, Satzlänge und Rhythmus eine bestimmte Stimmung in ihrer Erzählung erzeugen und sprachliche Mittel zur Wirkungssteuerung einsetzen.

Erzählzeit und erzählte Zeit bewusst gestalten

Lernende können Raffung, Dehnung und Zeitsprünge als Erzähltechniken unterscheiden und bewusst einsetzen, um das Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit wirkungsvoll zu gestalten.

Erzählperspektive

Behandelt die verschiedenen Erzählperspektiven und ihre Wirkung: die subjektive Innenperspektive der Ich-Erzählung sowie die auktoriale und personale Außenperspektive.

Aus der Ich-Perspektive erzählen

Lernende können eine Erzählung konsequent aus der Ich-Perspektive verfassen und dabei Innenperspektive, subjektives Erleben und Nähe zum Lesenden als charakteristische Merkmale dieser Erzählhaltung nutzen.

Aus der Er/Sie-Perspektive erzählen (auktorial oder personal)

Lernende können eine Erzählung aus der Außenperspektive schreiben und dabei zwischen auktorialer (allwissender) und personaler (figurengebundener) Erzählhaltung unterscheiden und eine davon konsequent durchhalten.

Erzähltextformen

Behandelt konkrete Gattungen und Formen erzählender Texte: den persönlichen Erlebnisbericht, die produktive Textarbeit durch Weiter- oder Umschreiben sowie die eigenständige Kurzgeschichte.

Einen Erlebnisbericht verfassen

Lernende können ein selbst erlebtes Ereignis als Erlebnisbericht strukturiert, chronologisch und mit konkreten persönlichen Details schriftlich darstellen.

Eine Geschichte nach bekanntem Muster weiterschreiben oder umschreiben

Lernende können an einen vorgegebenen Textanfang oder eine Ausgangssituation anknüpfen, eine eigenständige Fortsetzung entwickeln oder eine bestehende Geschichte durch Variation von Perspektive, Ausgang oder Figuren umschreiben.

Eine Kurzgeschichte eigenständig verfassen

Lernende können eine Kurzgeschichte eigenständig verfassen und dabei gattungstypische Merkmale bewusst einsetzen: Einstieg in medias res, knappe und verdichtete Sprache, symbolische Bedeutungsebene und offenes Ende.

Informierende Texte schreiben

Umfasst das Verfassen verschiedener informierender Textsorten wie Berichte, Beschreibungen, Anleitungen, Protokolle und Sachtexte mit dem Ziel, Sachverhalte objektiv, strukturiert und adressatengerecht schriftlich darzustellen.

Berichte verfassen

Umfasst das Verfassen sachlicher Berichte zu Ereignissen, Tathergängen und Erlebnissen unter Einsatz strukturierender Mittel wie W-Fragen, chronologischer Abfolge und objektiver Darstellung.

Einen sachlichen Bericht verfassen (W-Fragen: Wer? Was? Wann? Wo? Wie?)

Lernende können einen Bericht sachlich, objektiv und in der Vergangenheitsform schreiben und dabei die W-Fragen als Strukturhilfe systematisch nutzen.

Einen Tathergang oder ein Ereignis chronologisch berichten

Lernende können ein Ereignis (Unfall, Vorfall, Beobachtung) in zeitlicher Abfolge sachlich und ohne persönliche Wertung schriftlich darstellen.

Einen Reise- oder Veranstaltungsbericht schreiben

Lernende können eine Reise, einen Schulausflug oder eine Veranstaltung strukturiert und anschaulich in Berichtsform darstellen.

Beschreibungen verfassen

Umfasst das präzise schriftliche Beschreiben von Gegenständen, Tieren, Personen sowie Räumen und Wegen in geordneter, sachlicher Form mit klaren sprachlichen Strukturmitteln.

Einen Gegenstand oder ein Tier präzise beschreiben (Sachbeschreibung)

Lernende können einen Gegenstand oder ein Tier in geordneter Reihenfolge sachlich und detailliert beschreiben, sodass er/es erkennbar wird.

Eine Person beschreiben (äußere Merkmale und innere Eigenschaften)

Lernende können eine Person sachlich beschreiben – zunächst äußere Merkmale, dann Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften in geordneter Abfolge.

Raum und Schauplatz beschreiben (Raum- und Wegbeschreibung)

Lernende können einen Raum oder einen Weg so beschreiben, dass sich Lesende orientieren können – mit geordneter Reihenfolge und räumlichen Bezügen.

Anleitungen und Protokolle

Umfasst das Verfassen von Schritt-für-Schritt-Anleitungen sowie Verlaufs- und Ergebnisprotokollen zur sachlichen und vollständigen Dokumentation von Vorgängen, Experimenten oder Sitzungen.

Eine Vorgangsbeschreibung oder Anleitung Schritt für Schritt verfassen

Lernende können einen Arbeitsvorgang oder eine Handlungsfolge in klaren, nummerierten Schritten und im Präsens präzise verfassen.

Ein Verlaufsprotokoll oder Ergebnisprotokoll erstellen

Lernende können den Verlauf oder die Ergebnisse einer Sitzung, eines Experiments oder einer Beobachtung vollständig und sachlich protokollieren.

Informierende Sachtexte

Umfasst das Verfassen strukturierter Sach- und Informationstexte, Steckbriefe sowie vergleichender Darstellungen zur neutralen und übersichtlichen Vermittlung von Fachinhalten.

Einen Sachtext oder Informationstext zu einem Thema verfassen

Lernende können zu einem Sachthema eine strukturierte, informierende Darstellung verfassen (Einleitung – gegliederte Information – Fazit).

Einen Steckbrief oder eine strukturierte Kurzinformation schreiben

Lernende können die wichtigsten Informationen zu einer Person, einem Tier oder einem Sachverhalt in einem formatierten Steckbrief übersichtlich darstellen.

Informationen vergleichen und schriftlich gegenüberstellen

Lernende können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zweier Gegenstände, Texte oder Positionen strukturiert und neutral schriftlich darstellen.

Argumentierende Texte schreiben

Umfasst das Verfassen argumentativer Texte, von den Grundlagen des strukturierten Meinungsausdrucks über verschiedene Erörterungsformen bis hin zu meinungsstarken und appellativen journalistischen Textformen.

Grundlagen des argumentativen Schreibens

Behandelt die grundlegenden Techniken des argumentativen Schreibens: Thesen formulieren, Argumente strukturieren und bewerten sowie Gegenargumente sachlich entkräften.

Einen eigenen Standpunkt schriftlich formulieren und begründen

Lernende können eine eigene These schriftlich formulieren und sie mithilfe des Dreierschritts (Behauptung – Begründung – Beispiel) durch sachliche Argumente und konkrete Belege stützen.

Argumente sammeln, ordnen und nach Überzeugungskraft bewerten

Lernende können Argumente zu einer Frage sammeln, ihre Überzeugungskraft einschätzen sowie eine wirkungsvolle Reihenfolge herstellen, etwa nach dem Prinzip der Steigerung vom schwächsten zum stärksten Argument.

Gegenargumente entwickeln und sachlich entkräften

Lernende können mögliche Einwände gegen die eigene Position antizipieren, präzise formulieren und durch gezielte Erwiderung oder Relativierung sachlich entkräften.

Argumentierende Textformen

Behandelt konventionelle argumentierende Textformen wie Stellungnahme, Pro-Contra-Abwägung sowie lineare und dialektische Erörterung mit ihren jeweiligen Strukturprinzipien.

Eine Stellungnahme zu einem Sachverhalt verfassen

Lernende können zu einem Sachverhalt eine strukturierte Stellungnahme verfassen, die eine Einleitung, eine begründete Argumentation und eine abschließende Schlussfolgerung umfasst.

Pro-Contra-Argumente entwickeln und abwägen

Lernende können zu einer strittigen Frage Argumente für und gegen eine Position entwickeln und diese in einem schriftlichen Abwägungstext ausgewogen und sachlich gegenüberstellen.

Eine lineare Erörterung schreiben

Lernende können eine lineare Erörterung verfassen, die eine Position durchgehend einseitig argumentativ entfaltet und am Schluss zu einer pointierten Zuspitzung führt.

Eine dialektische Erörterung verfassen

Lernende können eine dialektische Erörterung in der dreigliedrigen Struktur These – Antithese – Synthese schreiben, in der abschließend eine begründete eigene Position entwickelt wird.

Meinungsstarke und appellative Textformen

Behandelt meinungsbetonte und appellative Textformen wie Kommentar, Leserbrief und Aufruf, die eine klare Haltung vermitteln und auf Lesende einwirken sollen.

Einen Kommentar als journalistische Textform verfassen

Lernende können einen journalistischen Kommentar schreiben, der eine klar erkennbare Haltung zu einem Sachverhalt einnimmt, knapp und pointiert argumentiert und mit einer Bewertung oder Handlungsaufforderung schließt.

Einen Leserbrief verfassen

Lernende können einen strukturierten Leserbrief verfassen, der auf einen vorliegenden Text Bezug nimmt, eine eigene begründete Stellungnahme formuliert und mit einer Forderung oder einem Wunsch schließt.

Einen Appell oder Aufruf schreiben

Lernende können einen appellativen Text schreiben, der die Lesenden direkt anspricht, eine Notwendigkeit oder Dringlichkeit darstellt und explizit zu einer konkreten Handlung auffordert.

Kreatives und produktionsorientiertes Schreiben

Umfasst Schreibformen, bei denen sprachliche Gestaltungsfreiheit, Experimentierfreude und ästhetisches Ausdrucksvermögen im Vordergrund stehen, von produktionsorientiertem Umschreiben über freies Schreiben bis zu formgebundenen kreativen Textformen und Schreibreflexion.

Produktionsorientiertes Schreiben

Umfasst Schreibverfahren, bei denen ein vorhandener Text als Grundlage dient, um ihn kreativ weiterzuführen, umzuschreiben, perspektivisch zu wechseln oder nach einem sprachlichen Muster neu zu gestalten.

Einen Text kreativ weiter- oder umschreiben

Lernende können einen vorgegebenen Text kreativ fortführen oder verändern, indem sie an einem Textanfang anknüpfen, eine Textstelle umschreiben, einen alternativen Schluss verfassen oder das Geschehen aus einer anderen Sicht neu erzählen.

Einen Text aus einer anderen Perspektive umschreiben

Lernende können eine Szene oder Situation konsequent aus der Sicht einer anderen Figur neu erzählen und dabei Perspektive, Tonalität sowie den Wissensstand dieser Figur durchgehend berücksichtigen.

Einen Paralleltext nach einem sprachlichen Vorbild schreiben

Lernende können ein sprachliches Muster – etwa Satzstruktur, Wiederholungsform oder Rhythmus – in einem Vorlagetext erkennen und nach diesem Muster einen eigenständigen Paralleltext verfassen.

Freies und inspiriertes Schreiben

Umfasst Schreibverfahren, die ohne enge Vorgaben den spontanen Ideenfluss, sensorische Impulse oder spielerische Sprachexperimente als Ausgangspunkt für kreative Texte nutzen.

Freies Schreiben einsetzen (Schreibfluss ohne Unterbrechung)

Lernende können für eine festgelegte Zeitspanne ohne Unterbrechung und ohne Rücksicht auf Fehler oder formale Ziele schreiben, um den Schreibfluss zu fördern und kreative Ideen freizusetzen.

Bild-, Musik- oder Gegenstandsimpulse als Schreibanlass nutzen

Lernende können einen visuellen, akustischen oder gegenständlichen Impuls als Schreibanlass nutzen und diesen sensorischen Ausgangspunkt kreativ zu einem eigenständigen Text weiterentwickeln.

Sprachliche Spielformen und Schreibexperimente ausprobieren

Lernende können mit Sprache experimentieren und spielerische Schreibformen wie Reizwortgeschichten, Lückentexte, Wortfeldtexte oder Cut-up-Texte gezielt einsetzen.

Kreative Textformen

Umfasst das Verfassen von Texten in spezifischen kreativen Formen wie formgebundenen Gedichten, Figurendialogen und inneren Monologen, bei denen formale und ästhetische Gestaltungsprinzipien zentral sind.

Ein Gedicht nach formalen Vorgaben schreiben

Lernende können Gedichte in festgelegten Formen verfassen, darunter Haiku (5-7-5-Silbenstruktur), Elfchen, Akrostichon, Reimgedicht und Kettengedicht, und dabei die jeweiligen formalen Vorgaben einhalten.

Einen Dialog oder eine Szene schreiben

Lernende können eine szenische Sequenz mit Figurendialog gestalten, in der Charaktere durch ihre Wortwahl, Reaktionen und Haltungen authentisch zum Ausdruck kommen.

Einen inneren Monolog verfassen

Lernende können die Gedanken, Gefühle und inneren Überlegungen einer Figur in der Ich-Form und ohne erzählerische Einrahmung als inneren Monolog direkt verschriftlichen.

Schreibreflexion und Schreibentwicklung

Umfasst die metakognitive Auseinandersetzung mit dem eigenen Schreibprozess, bei der Schreiberfahrungen dokumentiert, Texte kommentiert und die eigene Entwicklung als Schreibende reflektiert werden.

Über das eigene Schreiben reflektieren (Schreibportfolio, Schreibjournal)

Lernende können ihre Schreiberfahrungen in einem Portfolio oder Schreibjournal festhalten, eigene Texte kommentieren und ihre Entwicklung als Schreibende über einen längeren Zeitraum beschreiben und einschätzen.

Formale und zweckgebundene Texte

Umfasst das Verfassen formaler und zweckgebundener Texte, darunter offizielle und persönliche Korrespondenz, Bewerbungsunterlagen, behördliche Schreiben sowie weitere praxisorientierte Textformen mit jeweils spezifischen Konventionen und Registern.

Briefe und digitale Kommunikation

Behandelt das Verfassen verschiedener Formen schriftlicher Korrespondenz – von offiziellen und persönlichen Briefen bis hin zu formalen E-Mails und digitalen Nachrichten – unter Beachtung situationsgerechter Struktur, Anrede und Register.

Einen offiziellen Brief korrekt formatieren und verfassen

Lernende können einen offiziellen Brief nach standardisierten Konventionen aufbauen (Absender, Empfänger, Datum, Betreff, Anrede, Hauptteil, Grußformel, Unterschrift) und dabei ein formal-sachliches Register situationsgerecht einsetzen.

Einen persönlichen Brief schreiben

Lernende können einen persönlichen Brief an eine vertraute Person verfassen und dabei passende Anrede, persönlichen Ton, inhaltliche Gliederung und eine situationsgerechte Grußformel verwenden.

Eine formale E-Mail oder digitale Nachricht professionell formulieren

Lernende können formale E-Mails oder digitale Nachrichten an Institutionen oder Unternehmen verfassen und dabei Betreff, Anrede, sachlichen Inhalt und professionelle Grußformel korrekt einsetzen.

Bewerbung und berufliche Texte

Behandelt das Verfassen berufsbezogener und formaler Dokumente, darunter tabellarische Lebensläufe, Bewerbungsanschreiben sowie formale Anfragen und Mitteilungen an Ämter oder Betriebe.

Einen tabellarischen Lebenslauf erstellen

Lernende können einen vollständigen tabellarischen Lebenslauf erstellen, der persönliche Angaben, Bildungsweg, Praktika bzw. Erfahrungen und Interessen übersichtlich und strukturiert darstellt.

Ein Bewerbungsanschreiben verfassen

Lernende können ein zielgerichtetes Bewerbungsanschreiben verfassen, das Motivation, Eignung und konkrete Stärken nachvollziehbar und überzeugend kommuniziert.

Formale Anfragen, Beschwerden oder Mitteilungen formulieren

Lernende können formale Schreiben wie Anfragen, Beschwerden oder Mitteilungen an Behörden, Betriebe oder Institutionen klar gegliedert, sachlich und mit präzisem Anliegen formulieren.

Weitere zweckgebundene Textformen

Behandelt weitere zweckgebundene Textformen mit strukturierten Darstellungs- und Bewertungskonventionen, insbesondere Rezensionen und Empfehlungsschreiben.

Bewertungen, Rezensionen und Empfehlungsschreiben verfassen

Lernende können Bücher, Filme oder Produkte in einer strukturierten Rezension bewerten, indem sie Einleitung, Beschreibung, Bewertung und Empfehlung zu einem kohärenten Text verbinden.

Zusammenfassung und Inhaltsangabe

Umfasst Techniken zur komprimierenden Wiedergabe von Texten und Informationen, darunter das Verfassen formgerechter Inhaltsangaben sowie das Exzerpieren und Paraphrasieren von Textinhalten.

Zusammenfassungen verfassen

Behandelt das strukturierte Wiedergeben von Textinhalten in mündlicher und schriftlicher Form, von der freien sinngemäßen Zusammenfassung bis zur regelkonformen Inhaltsangabe und Kapitelzusammenfassung.

Den Inhalt eines Textes mündlich oder schriftlich sinngemäß wiedergeben

Lernende können die wesentlichen Inhalte eines Textes, Films oder Gesprächs mit eigenen Worten so wiedergeben, dass die Kernaussage klar und vollständig wird.

Eine Inhaltsangabe nach Regeln verfassen

Lernende können einen erzählenden oder informativen Text formal korrekt zusammenfassen: Präsens, 3. Person, sachlicher Ton, keine wörtliche Rede, keine eigene Meinung – nur das Wesentliche des Originals.

Eine Szenen- oder Kapitelzusammenfassung erstellen

Lernende können den Inhalt einer Szene oder eines Kapitels in knapper, strukturierter Form wiedergeben und die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen benennen.

Exzerpieren und Paraphrasieren

Behandelt Techniken zur selektiven Informationsentnahme und inhaltsgetreuen Umformulierung von Texten, einschließlich der Zusammenführung von Exzerpten aus mehreren Quellen.

Wesentliche Informationen aus einem Text exzerpieren

Lernende können Kerninformationen eines Textes identifizieren und in Stichpunktform oder kurzen Sätzen strukturiert herausschreiben.

Textaussagen paraphrasieren (in eigene Worte übertragen)

Lernende können Textaussagen in eigene Worte fassen, ohne den Inhalt zu verändern, zu kommentieren oder zu ergänzen.

Exzerpte aus mehreren Quellen für eine Schreibaufgabe zusammenführen

Lernende können Informationen aus verschiedenen Quellen exzerpieren, vergleichen und für eine eigene Schreibaufgabe zu einer kohärenten Darstellung zusammenführen.

Sprache und Sprachgebrauch untersuchen

Umfasst die systematische Auseinandersetzung mit Grammatik, Wortschatz, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Sprachvarietäten und sprachlicher Reflexion als Grundlage für einen bewussten und kompetenten Umgang mit der deutschen Sprache.

Wortarten

Umfasst die Bestimmung, Deklination und Funktion aller Wortarten des Deutschen, einschließlich Nomen, Artikel, Pronomen, Adjektiven, Verben, Adverbien, Präpositionen und Konjunktionen.

Nomen

Umfasst die Identifikation und grammatische Analyse von Nomen hinsichtlich semantischer Kategorien, Genus, Numerus, Kasus sowie Wortbildungsphänomene wie Komposita und Nominalisierungen.

Nomen als Person, Tier, Ding oder Begriff erkennen

Lernende können Nomen identifizieren und in die vier semantischen Kategorien einteilen (Person: Lehrer; Tier: Katze; Ding: Tisch; Begriff: Freude) und damit das Grundprinzip der Wortart verstehen.

Nomen an ihrer Großschreibung erkennen und sicher großschreiben

Lernende können Nomen im Satz anhand ihrer Großschreibung erkennen und alle Wörter, die als Nomen verwendet werden, korrekt großschreiben – einschließlich nominalisierter Verben und Adjektive.

Genus bestimmen – Artikelprobe (der / die / das)

Lernende können das grammatische Geschlecht eines Nomens durch den passenden bestimmten Artikel benennen (Maskulinum: der; Femininum: die; Neutrum: das) und die Artikelprobe als Bestimmungsmethode sicher anwenden.

Plural bilden – regelmäßige Endungen (-e, -en, -er, -s, -)

Lernende können Nomen in den Plural setzen und dabei die häufigsten Pluralendungen korrekt anwenden: -e (Tisch/Tische), -en (Schule/Schulen), -er (Kind/Kinder), -s (Auto/Autos), ohne Endung (Lehrer/Lehrer).

Plural bilden – Umlaut und unregelmäßige Pluralformen

Lernende können Pluralformen mit Umlautveränderung bilden (Mutter/Mütter, Vater/Väter) und wissen, dass manche Nomen ausschließlich im Singular (Milch, Mut) oder Plural (Ferien, Eltern) vorkommen.

Nominativ: Funktion und Erkennung im Satz

Lernende können den Nominativ als den Fall des Subjekts erkennen, wissen, dass nach dem Subjekt mit „Wer oder was?\" gefragt wird, und kennen die Artikelformen im Nominativ (der / die / das / ein / eine / ein).

Akkusativ: Funktion und Erkennung im Satz

Lernende können den Akkusativ als Fall des direkten Objekts erkennen, wissen, dass nach dem Akkusativobjekt mit „Wen oder was?\" gefragt wird, und kennen die Artikelformen im Akkusativ (den / die / das / einen / eine / ein).

Dativ: Funktion und Erkennung im Satz

Lernende können den Dativ als Fall des indirekten Objekts erkennen, wissen, dass nach dem Dativobjekt mit „Wem?\" gefragt wird, und kennen die Artikelformen im Dativ (dem / der / dem / einem / einer / einem).

Genitiv: Funktion und Erkennung im Satz

Lernende können den Genitiv als Fall der Zugehörigkeit und Ergänzung erkennen, wissen, dass nach dem Genitiv mit „Wessen?\" gefragt wird, und kennen die Artikelformen im Genitiv (des / der / des / eines / einer / eines).

Kasus sicher bestimmen – Artikel- und Frageprobe kombiniert anwenden

Lernende können alle vier Kasus durch die Kombination von Artikelform und Frageprobe (Wer/was? – Wen/was? – Wem? – Wessen?) sicher bestimmen und einem Nomen im Satz den korrekten Kasus zuweisen.

Zusammengesetzte Nomen – Grundwort und Bestimmungswort analysieren

Lernende können Komposita in ihre Bestandteile zerlegen (Bestimmungswort + Grundwort), das Genus anhand des Grundworts bestimmen (Haustür = die Tür → die Haustür) und selbstständig neue Komposita bilden.

Nominalisierung – Verben und Adjektive zu Nomen umformen

Lernende können Verben (laufen → das Laufen) und Adjektive (schön → das Schöne, die Schönheit) zu Nomen nominalisieren, die entstandenen Nomen großschreiben und ihre Verwendung im Satz erklären.

Artikel

Umfasst die Deklination des bestimmten und unbestimmten Artikels in allen Kasus und Numeri sowie das Verständnis ihrer referenziellen Funktion im Satz.

Bestimmten Artikel (der, die, das) in allen Kasus und Numeri deklinieren

Lernende können den bestimmten Artikel vollständig deklinieren (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv – Singular und Plural) und ihn situationsgerecht einsetzen.

Unbestimmten Artikel (ein, eine, ein) in allen Kasus deklinieren

Lernende können den unbestimmten Artikel vollständig deklinieren und kennen die Besonderheit, dass der unbestimmte Artikel keinen Plural hat (ein Kind – Kinder / keine Kinder).

Bestimmten und unbestimmten Artikel in ihrer Funktion unterscheiden

Lernende können erklären, wann der bestimmte Artikel (bekannte/identifizierbare Referenz: der Lehrer in unserem Schulhaus) und wann der unbestimmte Artikel (unbekannte/erstmals eingeführte Referenz: ein Lehrer aus Spanien) korrekt ist.

Pronomen

Umfasst die Erkennung und korrekte Verwendung aller Pronominalklassen des Deutschen – Personal-, Possessiv-, Demonstrativ-, Relativ-, Indefinit- und Reflexivpronomen – in ihren grammatischen und textuellen Funktionen.

Personalpronomen erkennen und als Subjekt korrekt einsetzen

Lernende können die Personalpronomen aller Personen (ich, du, er/sie/es, wir, ihr, sie/Sie) als Ersatz für Nomen erkennen und in der Subjektfunktion sicher verwenden.

Personalpronomen in allen Kasus deklinieren und korrekt verwenden

Lernende können Personalpronomen in Nominativ, Akkusativ und Dativ korrekt einsetzen: ich/mich/mir, du/dich/dir, er/ihn/ihm, sie/sie/ihr, es/es/ihm, wir/uns/uns, ihr/euch/euch, sie/sie/ihnen.

Possessivpronomen erkennen und in allen Kasus verwenden

Lernende können Possessivpronomen (mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr/Ihr) erkennen, sie als Ausdruck von Besitz oder Zugehörigkeit verstehen und in allen Kasus korrekt einsetzen.

Demonstrativpronomen erkennen und einsetzen

Lernende können Demonstrativpronomen (dieser, jener, solcher, derselbe, derjenige) erkennen, ihre zeigende (deiktische) Funktion verstehen und sie in Texten korrekt einsetzen.

Relativpronomen erkennen und Relativsätze damit bilden

Lernende können Relativpronomen (der, die, das, welcher, welche, welches) als Einleitungswort von Relativsätzen erkennen, ihre Kongruenz mit dem Bezugsnomen (Genus und Numerus) und ihren Kasus nach Funktion im Relativsatz verstehen und Relativsätze korrekt bilden.

Indefinitpronomen erkennen und verwenden

Lernende können Indefinitpronomen (man, jemand, niemand, alle, einige, manche, jeder, etwas, nichts) als unbestimmte Bezugswörter erkennen und situationsgerecht einsetzen.

Reflexivpronomen erkennen und korrekt einsetzen

Lernende können reflexive Verben (sich waschen, sich freuen, sich erinnern) erkennen, wissen, was Reflexivität bedeutet (Handlung richtet sich auf das Subjekt zurück), und das korrekte Reflexivpronomen verwenden (mich/mir, dich/dir, sich, uns, euch, sich).

Pronomen als Textkohäsionsmittel – Pronominalisierung gezielt einsetzen

Lernende können Nomen in Texten durch Pronomen ersetzen (Pronominalisierung), um Wiederholungen zu vermeiden und den Textfluss zu verbessern, und wissen, wie Pronomen zur Kohärenz und Lesbarkeit eines Textes beitragen.

Adjektive

Umfasst die Erkennung, syntaktische Verwendung, Steigerung und Deklination von Adjektiven in attributiver, prädikativer und adverbialer Stellung nach allen drei Deklinationsmustern.

Adjektive als Eigenschafts- und Wiewörter erkennen

Lernende können Adjektive als Wörter erkennen, die Eigenschaften von Nomen bezeichnen, sie von Nomen, Verben und Adverbien unterscheiden und typische Adjektiv-Endungen benennen (-lich, -ig, -isch, -los, -bar).

Adjektive attributiv, prädikativ und adverbial unterscheiden

Lernende können Adjektive in der attributiven Verwendung (der schöne Garten), in der prädikativen Stellung (Der Garten ist schön.) und in adverbialer Verwendung (Sie singt schön.) unterscheiden und jeweils korrekt einsetzen.

Adjektive steigern – Positiv, Komparativ, Superlativ bilden

Lernende können die drei Steigerungsstufen bilden und verstehen: Positiv (schön), Komparativ (schöner – für Vergleiche), Superlativ (am schönsten / schönst- – für die höchste Stufe).

Unregelmäßige Steigerungsformen kennen und verwenden

Lernende können die wichtigsten unregelmäßigen Steigerungsformen anwenden: gut – besser – best; viel – mehr – meist; hoch – höher – höchst; nah – näher – nächst; gern – lieber – am liebsten.

Adjektive nach bestimmtem Artikel deklinieren (schwache Deklination)

Lernende können Adjektive, die nach einem bestimmten Artikel stehen, nach dem Muster der schwachen Deklination beugen: der alte Mann / des alten Mannes / dem alten Mann / den alten Mann und dies auf alle Genera anwenden.

Adjektive nach unbestimmtem Artikel deklinieren (gemischte Deklination)

Lernende können Adjektive nach unbestimmtem Artikel oder Possessivpronomen korrekt deklinieren (ein alter Mann / eines alten Mannes / einem alten Mann / einen alten Mann) und das Muster auf alle Genera übertragen.

Adjektive ohne Artikel deklinieren (starke Deklination)

Lernende können Adjektive ohne vorausgehenden Artikel korrekt deklinieren (alter Mann / alten Mannes / altem Mann / alten Mann) und wissen, dass in diesem Fall das Adjektiv die Kasusinformation eigenständig übernimmt.

Verben

Umfasst die semantische Klassifikation, Konjugation in allen Tempora und Modi, Unterscheidung von Verbklassen sowie die Bildung von Aktiv- und Passivformen.

Verben als Tätigkeits-, Vorgangs- und Zustandswörter erkennen

Lernende können Verben in drei semantische Gruppen einteilen: Tätigkeitsverben (laufen, schreiben), Vorgangsverben (einschlafen, wachsen) und Zustandsverben (liegen, wissen) und diese im Satz erkennen.

Grundform (Infinitiv) und Personalform (finite Form) unterscheiden

Lernende können Verben in der Grundform (Infinitiv: laufen, spielen, haben) von konjugierten Formen (Personalform: er läuft, sie spielen, wir haben) unterscheiden und Infinitive durch das Merkmal „zu + Verb\" identifizieren.

Verben konjugieren – Präsens: alle Personen und Numeri

Lernende können Verben im Präsens vollständig konjugieren (ich gehe, du gehst, er/sie/es geht, wir gehen, ihr geht, sie/Sie gehen) und wissen, dass das Präsens für gegenwärtige Handlungen, historisches Präsens und allgemeine Wahrheiten verwendet wird.

Stammvokalwechsel bei starken Verben im Präsens

Lernende können Verben mit Stammvokalwechsel in der 2. und 3. Person Singular Präsens erkennen und korrekt bilden: lesen (du liest / er liest), laufen (du läufst / er läuft), tragen (du trägst / er trägt), fahren (du fährst / er fährt), geben (du gibst / er gibt).

Starke und schwache Verben unterscheiden

Lernende können das Grundprinzip unterscheiden: Schwache Verben bilden Vergangenheitsformen regelmäßig durch das Suffix -te (spielen – spielte – gespielt), während starke Verben ihren Stammvokal verändern (singen – sang – gesungen).

Präteritum bilden – schwache Verben (regelmäßige Konjugation)

Lernende können schwache Verben im Präteritum vollständig konjugieren (ich spielte, du spieltest, er spielte, wir spielten, ihr spieltet, sie spielten) und das Präteritum als typische Erzählzeit schriftlicher Texte einsetzen.

Präteritum bilden – starke Verben (Stammvokalwechsel)

Lernende können häufige starke Verben im Präteritum korrekt einsetzen (gehen – ging, sehen – sah, nehmen – nahm, kommen – kam, fahren – fuhr, schreiben – schrieb, halten – hielt) und wissen, dass diese Formen durch Übung und Gedächtnis erworben werden.

Perfekt bilden mit haben – Partizip II und Hilfsverb

Lernende können Perfektformen mit dem Hilfsverb haben korrekt bilden (ich habe gespielt, er hat gegessen) und Partizip-II-Formen regelmäßiger Verben (ge-…-t: gespielt) von unregelmäßigen (ge-…-en: gelesen) unterscheiden.

Perfekt bilden mit sein – Wahl des richtigen Hilfsverbs

Lernende können Verben, die das Perfekt mit sein bilden, erkennen: Bewegungsverben (fahren, laufen, fliegen), Zustandsveränderungen (einschlafen, aufwachen, wachsen) und Ausnahmen (bleiben, sein, werden, werden) und Perfektformen korrekt bilden (er ist gefahren, sie ist eingeschlafen).

Plusquamperfekt bilden und zur Vorvergangenheit einsetzen

Lernende können das Plusquamperfekt als Vorvergangenheit bilden (hatte + Partizip II: er hatte gespielt; war + Partizip II: sie war gegangen) und es einsetzen, um Ereignisse zu beschreiben, die vor einem anderen vergangenen Ereignis stattfanden (Nachdem er gegessen hatte, ging er schlafen.).

Futur I bilden und als Absicht, Prognose oder Versprechen einsetzen

Lernende können Futur I (werden + Infinitiv) bilden und verstehen, dass es hauptsächlich für Vorhaben (Ich werde lernen.), Prognosen und Versprechen verwendet wird, während die meisten Zukunftsbezüge im Deutschen durch das Präsens mit Zeitangabe ausgedrückt werden.

Aktiv und Passiv unterscheiden und Passivformen bilden

Lernende können den Unterschied zwischen Aktiv (Handlungsträger im Vordergrund: Die Schüler bauen das Haus.) und Passiv (Handlung oder Vorgang im Vordergrund: Das Haus wird gebaut.) erklären und das werden-Passiv in verschiedenen Zeitformen bilden: Präsens (wird gebaut), Präteritum (wurde gebaut), Perfekt (ist gebaut worden).

Vollverben, Hilfsverben und Modalverben als Verbklassen unterscheiden

Lernende können Vollverben (tragen, lesen – tragen die Hauptbedeutung), Hilfsverben (haben, sein, werden – nur grammatische Funktion) und Modalverben (können, müssen, dürfen, sollen, wollen, mögen – drücken eine Einstellung zur Handlung aus) als unterschiedliche Verbklassen erkennen und ihre grammatische Funktion erläutern.

Modalverben und ihre Bedeutungsfelder kennen und einsetzen

Lernende können die sechs Modalverben und ihre Bedeutungen erklären: können (Fähigkeit/Erlaubnis: Er kann schwimmen. / Du kannst gehen.), müssen (Notwendigkeit/Zwang), dürfen (Erlaubnis/Verbot), sollen (Auftrag/Verpflichtung), wollen Wille/Absicht), mögen (Wunsch/Zuneigung) und sie situationsgerecht einsetzen.

Trennbare und untrennbare Verben erkennen und korrekt einsetzen

Lernende können trennbare Verben (anrufen: ich rufe an; aufmachen: er macht auf) von untrennbaren Verben (besuchen: ich besuche; verstehen: er versteht) unterscheiden, die korrekte Stellung der Verbteile anwenden und das Partizip II korrekt bilden (angerufen vs. besucht).

Adverbien

Umfasst die Erkennung und Verwendung von Adverbien in ihren vier semantischen Klassen (lokal, temporal, modal, kausal) als unveränderliche Bestimmungswörter im Satz.

Adverbien als Umstandswörter erkennen (wann? wo? wie? warum?)

Lernende können Adverbien als unveränderliche Wörter erkennen, die Umstände einer Handlung beschreiben, und sie durch die Fragen wann?, wo?, wie? und warum? identifizieren.

Lokaladverbien erkennen und zur Ortsbeschreibung einsetzen

Lernende können Adverbien des Ortes erkennen und verwenden: hier, da, dort, oben, unten, rechts, links, überall, nirgends, irgendwo, drinnen, draußen, nebenan.

Temporaladverbien erkennen und zur Zeitangabe einsetzen

Lernende können Adverbien der Zeit erkennen und verwenden: heute, gestern, morgen, bald, früher, damals, oft, manchmal, immer, nie, selten, bereits, noch, jetzt, gleich, sofort.

Modaladverbien und Kausaladverbien erkennen und verwenden

Lernende können Adverbien der Art und Weise (gerne, leider, vielleicht, fast, kaum, so, anders, ebenfalls) und des Grundes / der Folge (deshalb, daher, deswegen, darum, folglich, demnach) erkennen und situationsgerecht einsetzen.

Präpositionen

Umfasst die Erkennung von Präpositionen, ihre Kasusforderung (Akkusativ, Dativ, Genitiv) sowie die kontextabhängige Verwendung der Wechselpräpositionen.

Präpositionen als Vorwörter erkennen und ihre Kasusforderung verstehen

Lernende können Präpositionen als unveränderliche Wörter erkennen, die Beziehungen (Ort, Zeit, Art, Grund) ausdrücken und immer eine Nominalgruppe in einem bestimmten Kasus fordern (regieren).

Präpositionen mit Akkusativ einsetzen

Lernende können die Präpositionen erkennen und anwenden, die den Akkusativ fordern: durch, für, gegen, ohne, um, bis, entlang, wider.

Präpositionen mit Dativ einsetzen

Lernende können die Präpositionen erkennen und anwenden, die den Dativ fordern: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu, außer, gegenüber, ab, gemäß.

Wechselpräpositionen: Akkusativ (Richtung) vs. Dativ (Ort) unterscheiden

Lernende können die neun Wechselpräpositionen (an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen) erkennen und wissen, dass sie bei Richtungsangabe den Akkusativ fordern (Wohin? → auf den Tisch legen) und bei Ortsangabe den Dativ (Wo? → auf dem Tisch liegen).

Präpositionen mit Genitiv einsetzen

Lernende können die wichtigsten Präpositionen erkennen und anwenden, die den Genitiv fordern: wegen, trotz, während, statt/anstatt, innerhalb, außerhalb, aufgrund, mangels, infolge.

Konjunktionen

Umfasst die Unterscheidung und Verwendung nebenordnender, unterordnender Konjunktionen und Konjunktionaladverbien sowie deren Auswirkungen auf Wortstellung und Zeichensetzung.

Nebenordnende Konjunktionen erkennen und satzstrukturell korrekt einsetzen

Lernende können nebenordnende Konjunktionen (und, oder, aber, denn, sondern, jedoch, doch) erkennen, wissen, dass sie zwei gleichrangige Sätze oder Satzglieder verbinden, und die korrekte Zeichensetzung anwenden (Komma vor aber, sondern, denn; kein Komma vor und/oder bei einfacher Reihung).

Unterordnende Konjunktionen erkennen und Verbendstellung im Nebensatz verstehen

Lernende können unterordnende Konjunktionen (dass, weil, obwohl, wenn, als, damit, nachdem, bevor, seitdem, falls, ob, während) erkennen und wissen, dass sie einen Nebensatz einleiten, in dem das finite Verb ans Ende tritt (Verbendstellung).

Konjunktionaladverbien von Konjunktionen unterscheiden und korrekt einsetzen

Lernende können Konjunktionaladverbien (deshalb, trotzdem, dennoch, außerdem, jedoch, daher, folglich, stattdessen, hingegen) von Konjunktionen unterscheiden und die besondere Wortstellung kennen: Nach einem Konjunktionaladverb folgt das Verb vor dem Subjekt (Deshalb kam er zu spät. / Er kam deshalb zu spät.).

Satzkunde und Syntax

Umfasst die Analyse von Satzstruktur, Satzgliedern, Satzarten und Satzverbindungen auf Basis syntaktischer Grundprinzipien des Deutschen.

Grundlegendes Satzverständnis

Umfasst das Verständnis des Satzes als grammatische Grundeinheit, die Unterscheidung von Satzmodi, Satztypen und die Identifikation von Satzgliedern durch syntaktische Proben.

Satz als grammatische Grundeinheit verstehen – Subjekt und Prädikat als Kern

Lernende können einen vollständigen Satz als sprachliche Einheit mit mindestens einem Subjekt (Nominativgruppe) und einem Prädikat (finites Verb) definieren, erkennen und von Nicht-Sätzen (Satzfragmenten, Ellipsen) unterscheiden.

Aussage-, Frage-, Aufforderungs- und Ausrufesatz unterscheiden

Lernende können die vier Satzmodi unterscheiden und die korrekte Zeichensetzung anwenden: Aussagesatz (Verb an zweiter Stelle, Punkt), Entscheidungsfrage (Verb an erster Stelle, Fragezeichen), Ergänzungsfrage (W-Fragewort + Verb, Fragezeichen), Aufforderungssatz (Imperativ, Ausrufezeichen).

Einfachen Satz und erweiterten Satz unterscheiden

Lernende können einen Kernsatz (Subjekt + Prädikat: Der Hund bellt.) von einem erweiterten Satz unterscheiden und verstehen, durch welche Elemente (Objekte, Adverbialbestimmungen, Attribute) ein Satz erweitert wird.

Satzglieder durch Umstellprobe und Ersatzprobe identifizieren

Lernende können durch die Umstellprobe (Jedes Satzglied kann an den Satzanfang gestellt werden: Den Apfel esse ich. / Ich esse den Apfel.) und die Ersatzprobe (Ersatz durch Pronomen oder Adverb) Satzglieder von Nicht-Satzgliedern (Attribute, Teile von Satzgliedern) unterscheiden.

Die Satzklammer (Prädikatsklammer) erkennen

Lernende können die verbale Klammer im deutschen Satz erkennen: Das finite Verb steht an zweiter Stelle, das infinite Verb-Teil (Partizip II, Infinitiv, trennbares Präfix) steht am Satzende (Er hat das Buch gelesen. / Er macht die Tür auf.).

Satzglieder

Umfasst die Identifikation und Bestimmung aller zentralen Satzglieder – Subjekt, Prädikat, Objekte, Adverbialbestimmungen und Attribute – anhand funktionaler und formaler Kriterien.

Subjekt erkennen und bestimmen

Lernende können das Subjekt als Nominativergänzung im Satz erkennen, wissen, dass es die Frage „Wer oder was?\" beantwortet, und verstehen, dass das Subjekt die Kongruenz mit dem Verb bestimmt (Numerus und Person des Prädikats richtet sich nach dem Subjekt).

Prädikat als verbalen Kern des Satzes bestimmen

Lernende können das Prädikat als das finite Verb (plus eventuelle Verb-Teile in der Satzklammer) erkennen, es als semantischen und grammatischen Kern des Satzes verstehen und mehrteilige Prädikate (haben gespielt, kann gehen, wurde gebaut) als Einheit behandeln.

Akkusativobjekt erkennen und bestimmen

Lernende können das Akkusativobjekt als Ergänzung im Akkusativ erkennen (Frage: Wen oder was?), typische Akkusativverben benennen (haben, sehen, lesen, kennen, lieben) und das Akkusativobjekt von adverbialen Bestimmungen unterscheiden.

Dativobjekt erkennen und bestimmen

Lernende können das Dativobjekt als Ergänzung im Dativ erkennen (Frage: Wem?), typische Dativverben benennen (helfen, danken, gehören, gefallen, antworten) und Sätze mit zwei Objekten (Dativ- und Akkusativobjekt) korrekt analysieren.

Genitivobjekt und Präpositionalobjekt erkennen

Lernende können Genitivobjekte (Er ist sich der Sache sicher. / Sie gedenken der Opfer.) und Präpositionalobjekte (Sie wartet auf den Brief. / Er denkt an seine Freunde.) als weitere Objekttypen erkennen und von freien Adverbialbestimmungen unterscheiden.

Adverbialbestimmungen: Zeit, Ort, Art und Weise, Grund unterscheiden

Lernende können die vier zentralen Typen von Adverbialbestimmungen durch die entsprechenden Fragen identifizieren und unterscheiden: temporal (Wann?), lokal (Wo? / Woher? / Wohin?), modal (Wie?), kausal (Warum? / Weshalb? / Weswegen?).

Attribut erkennen – Adjektiv-, Genitiv- und Relativattribut

Lernende können Attribute als Beifügungen zu einem Nomen erkennen und drei Typen unterscheiden: Adjektivattribut (der rote Ball), Genitivattribut (das Haus meines Vaters), Relativattribut (das Buch, das ich gelesen habe).

Haupt- und Nebensätze

Umfasst die Unterscheidung von Haupt- und Nebensätzen anhand der Verbstellung sowie die Erkennung, Bildung und stilistische Bewertung aller wesentlichen Nebensatztypen.

Hauptsatz und Nebensatz anhand der Verbstellung unterscheiden

Lernende können Hauptsätze (Verbzweitstellung: Das finite Verb steht an zweiter Stelle im Satz) von Nebensätzen (Verbendstellung: Das finite Verb steht am Ende des Nebensatzes) anhand der Wortstellung sicher unterscheiden.

Konjunktionalsatz – eingeleiteten Nebensatz erkennen und bilden

Lernende können Konjunktionalsätze als Nebensätze erkennen, die durch eine unterordnende Konjunktion eingeleitet werden, und wissen, dass das finite Verb im Nebensatz an das Ende tritt, das Komma die Satzgrenzen markiert.

Relativsatz als Attributsatz erkennen und bilden

Lernende können Relativsätze als Attributsätze erkennen, die ein Nomen näher bestimmen, und sie korrekt mit dem passenden Relativpronomen bilden (kongruent mit dem Bezugsnomen in Genus und Numerus; Kasus des Relativpronomens richtet sich nach seiner Funktion im Relativsatz).

Kausalsatz (weil, da) erkennen und von denn abgrenzen

Lernende können Kausalsätze mit weil und da (Verbendstellung, Nebensatz) von der nebenordnenden Konjunktion denn (Verbzweitstellung, Hauptsatz) unterscheiden und den stilistischen Unterschied erklären.

Konditionalsatz (wenn, falls, sofern) erkennen und bilden

Lernende können Konditionalsätze als Nebensätze erkennen, die eine Bedingung formulieren, und sie mit den Konjunktionen wenn, falls und sofern korrekt bilden und von temporalen wenn-Sätzen abgrenzen.

Konzessivsatz (obwohl, obgleich, auch wenn) erkennen und bilden

Lernende können Konzessivsätze als einräumende Nebensätze erkennen (Konzession: trotz der genannten Bedingung gilt der Hauptsatz) und sie mit obwohl, obgleich und auch wenn korrekt bilden und von Kausalsätzen abgrenzen (weil → Grund; obwohl → trotz des Grundes).

Finalsatz (damit, um…zu) erkennen und bilden

Lernende können Finalsätze als Absichts- oder Zwecksätze erkennen und unterscheiden, wann damit (wenn Subjekt des Haupt- und Nebensatzes verschieden ist: Er erklärt langsam, damit alle verstehen.) und wann um…zu + Infinitiv (wenn Subjekt identisch ist: Sie lernt, um zu bestehen.) verwendet wird.

Temporalsatz (als, wenn, während, nachdem, bevor) erkennen und verwenden

Lernende können Temporalsätze als Nebensätze erkennen, die ein zeitliches Verhältnis ausdrücken, und die wichtigsten temporalen Konjunktionen unterscheiden: Gleichzeitigkeit (während, wenn bei Wiederholung in der Vergangenheit, als bei einmaligem Ereignis in der Vergangenheit), Vorzeitigkeit (nachdem, als), Nachzeitigkeit (bevor, bis, ehe).

Parataxe und Hypotaxe unterscheiden – Stilistik der Satzverbindung

Lernende können Satzreihen (Parataxe: Verbindung gleichrangiger Hauptsätze durch nebenordnende Konjunktionen oder Semikolon) von Satzgefügen (Hypotaxe: Verbindung von Haupt- und Nebensatz durch unterordnende Konjunktion) unterscheiden und den unterschiedlichen Stil (parataktisch → klar, direkt; hypotaktisch → komplex, differenziert) in Texten beschreiben.

Rechtschreibung und Zeichensetzung

Umfasst die systematische Anwendung von Rechtschreibregeln und Zeichensetzungskonventionen auf der Grundlage phonologischer, morphologischer und grammatischer Prinzipien.

Rechtschreibstrategien

Umfasst die Kenntnis und Anwendung zentraler Rechtschreibstrategien – Lautprinzip, Morphemprinzip, Analogiestrategie und grammatisches Wissen – zur selbstständigen Erschließung korrekter Schreibungen.

Lautprinzip als Basisstrategie der deutschen Rechtschreibung verstehen

Lernende können erklären, dass die deutsche Schreibung überwiegend dem Lautprinzip folgt (Buchstaben repräsentieren Laute) und dieses Wissen als Ausgangspunkt für die Schreibung unbekannter Wörter nutzen.

Morphemprinzip – Ableitung und Verlängerungsprobe als Strategie anwenden

Lernende können die Verlängerungsprobe einsetzen (Hand → Hände: also Hand mit d; kalt → kälter: also kalt mit t) und das Morphemprinzip als Strategie nutzen: Wörter desselben Wortstamms werden stets gleich geschrieben, auch wenn der Laut sich verändert.

Analogiestrategie – bekannte Schreibmuster auf neue Wörter übertragen

Lernende können bekannte Schreibmuster auf neue Wörter übertragen (Wenn Haus mit s geschrieben wird, dann auch Maus mit s) und Wortfamilien nutzen, um die Schreibung unbekannter Wörter zu erschließen.

Grammatisches Wissen als Rechtschreibhilfe einsetzen

Lernende können grammatisches Wissen zur Rechtschreibung nutzen: Nomen werden großgeschrieben, Partizip-II-Formen erkennen (ge-…-t vs. ge-…-en), Kasus und Wortart als Hinweis auf Schreibung von Adjektiv-Endungen einsetzen.

Vokalschreibung (Dehnung/Schärfung)

Umfasst die Unterscheidung kurzer und langer Vokale sowie die regelgeleitete Schreibung von Vokaldehnung (Dehnungs-h, ie) und Konsonantenschärfung (Doppelkonsonant, ck, tz).

Kurze und lange Vokale durch Sprech- und Klopfprobe unterscheiden

Lernende können kurze Vokale (Bett, Mitte, Hütte) von langen Vokalen (Beet, Miete, Hüte) durch bewusstes Sprechen und Klopfprobe unterscheiden und diesen Unterschied als Grundlage für Dehnung und Schärfung nutzen.

ie / i – Langvokal korrekt schreiben

Lernende können den langen i-Laut korrekt als ie (Biene, Tier, lieb, tief) oder als i (Igel, Tiger, Maschine – Ausnahmen) schreiben und wissen, dass ie in deutschen Wörtern die häufigere Schreibung für den Langvokal ist.

Dehnungs-h erkennen und anwenden

Lernende können das stumme h nach einem langen Vokal erkennen und anwenden: fahren, Bahn, lehren, Lehrer, Zahl, Mehl, wohnen, Floh, Ruhe, Vieh, und wissen, dass dieses h nicht gesprochen wird, aber auf die Vokaldehnung hinweist.

Doppelkonsonant nach kurzem Vokal – Schärfungsregel anwenden

Lernende können die Schärfungsregel anwenden: Nach einem kurzen Vokal steht ein Doppelkonsonant (rennen, kommen, Butter, besser, Mutter, Suppe, Lippe) und nutzen die Verlängerungsprobe zur Überprüfung (er rennt → rennen → nn).

ck und tz als besondere Schärfungszeichen anwenden

Lernende können die Regel kennen und anwenden, dass nach kurzem Vokal statt kk und zz die besonderen Schreibweisen ck (Brücke, Ecke, Bäcker, Glück) und tz (Katze, Mütze, Satz, Witz) verwendet werden und die Verlängerungsprobe einsetzen (er backt → backen → ck).

s-Laute korrekt schreiben

Umfasst die regelkonforme Unterscheidung und Verwendung der s-Grapheme s, ss und ß in Abhängigkeit von Vokalquantität, Position im Wort und aktueller Rechtschreibnorm.

s, ss und ß unterscheiden und korrekt einsetzen

Lernende können die Grundregel anwenden: Nach einem kurzen Vokal folgt ss (Fluss, Nuss, Kuss, wissen, müssen), nach einem langen Vokal oder Diphthon folgt ß (Straße, Fuß, Maßstab, beißen, Spaß), und einfaches s steht am Wortanfang und in anderen Positionen (Sonne, lesen, Haus).

ß nach der aktuellen Rechtschreibregelung korrekt verwenden

Lernende können die aktuelle Regelung kennen und anwenden: ß steht ausschließlich nach langem Vokal oder Diphthon (außen, Maß, Straße, beißen) und nicht mehr nach kurzem Vokal (Fluss, nass, muss) sowie nicht in Versalien/Großbuchstaben (STRASSE oder STRASSE, nicht STRASSSE).

s-Schreibung im Wortinneren und bei Flexion korrekt anwenden

Lernende können s-Schreibungen in unterschiedlichen Wortpositionen sicher anwenden und das Morphemprinzip einsetzen: Der Stamm bleibt gleich, auch wenn die Endung wechselt (Haus → des Hauses; Straße → der Straßen).

Groß- und Kleinschreibung

Umfasst die sichere Groß- und Kleinschreibung von Nomen, Nominalisierungen, Eigennamen und Adjektiven in festen Verbindungen, einschließlich der Klärung orthografischer Zweifelsfälle.

Nomen und substantivierte Wortarten sicher großschreiben

Lernende können alle Nomen (Schule, Freude, Hunger) und alle nominalisierten Wortarten (das Laufen, das Schöne, die Schönheit, das Ich, das Für und Wider) großschreiben und die nominale Verwendung im Satz erkennen.

Eigennamen – Personen, Orte, Institutionen, Marken großschreiben

Lernende können Eigennamen sicher großschreiben: Personen (Maria Müller), Orte (München, Alpen, Bodensee), Institutionen (Bundestag, Ludwig-Maximilians-Universität), Marken (Lego, Duden) – und Eigennamen von Gattungsnamen unterscheiden.

Adjektive in festen Eigennamen und historischen Bezeichnungen großschreiben

Lernende können Adjektive in festen Eigennamen großschreiben: der Erste Weltkrieg, das Neue Testament, der Heilige Abend, der Stille Ozean, die Vereinten Nationen – und diese von einfachen Adjektiv-Nomen-Verbindungen abgrenzen (ein stilles Zimmer → klein).

Groß- und Kleinschreibung in Zweifelsfällen klären

nichts Gutes (nominalisiert → groß) vs. das gut gemeinte Angebot (attributiv → klein); auf gut Glück (feste Wendung → klein); das Beste geben (nominalisiert → groß); Adjektive nach Pronomen: etwas Wichtiges, alles Gute (nominalisiert → groß).

Zeichensetzung

Umfasst die korrekte Anwendung aller wesentlichen Interpunktionsregeln des Deutschen, darunter Satzschlusszeichen, Kommaregeln, Zeichensetzung bei direkter Rede und weiterführende Satzzeichen.

Punkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen korrekt einsetzen

Lernende können die drei grundlegenden Satzschlusszeichen korrekt verwenden: Punkt nach Aussagesatz und indirekter Frage, Fragezeichen nach direkter Frage, Ausrufezeichen nach Ausruf oder Aufforderung – und wissen, dass nur jeweils eines dieser Zeichen am Satzende steht.

Komma bei Aufzählungen und Appositionen setzen

Lernende können das Komma bei gleichrangigen Aufzählungen korrekt setzen (Äpfel, Birnen und Orangen) und wissen, dass vor und/oder kein Komma steht, sofern keine Nebensatz-Struktur vorliegt; außerdem können sie Appositionen (ein eingeschobener Namens- oder Erklärungszusatz) korrekt mit Komma abtrennen.

Komma vor nebenordnenden Konjunktionen korrekt setzen

Lernende können das Komma vor den Konjunktionen setzen, die immer ein Komma fordern (aber, sondern, denn, allein, jedoch, doch: Ich wollte kommen, aber es regnete.) und verstehen, warum vor und und oder kein Komma steht, es sei denn, es folgt ein Nebensatz.

Komma vor Nebensätzen und bei eingeschobenen Teilsätzen setzen

Lernende können das Komma an der Grenze zwischen Hauptsatz und Nebensatz korrekt setzen – unabhängig davon, ob der Nebensatz vorangestellt, nachgestellt oder eingeschoben ist – und kennen die Grundregel: Jeder Nebensatz wird durch Komma(s) abgetrennt.

Wörtliche Rede korrekt interpunktieren – Doppelpunkt und Anführungszeichen

Lernende können direkte Rede mit korrekter Zeichensetzung einrahmen: vorangestellter Begleitsatz (Er sagte: „Ich komme.\"), nachgestellter Begleitsatz („Ich komme\", sagte er.) und eingeschobener Begleitsatz („Ich komme\", sagte er, „gleich nach Hause.\").

Gedankenstrich, Klammern, Semikolon und Doppelpunkt einsetzen

Lernende können weiterführende Satzzeichen unterscheiden und gezielt einsetzen: Gedankenstrich (Einschub oder Abbruch: Er sagte – leise, aber deutlich –, er komme.), Klammern (ergänzende Randinformation), Semikolon (Verbindung zweier selbstständiger, thematisch verwandter Sätze), Doppelpunkt (vor Aufzählung, Erläuterung oder wörtlicher Rede).

Wortbedeutung und Wortschatz

Umfasst die Erschließung von Wortbedeutungen, semantischen Beziehungen zwischen Wörtern, Wortbildungsprozessen sowie Bedeutungs- und Stilebenen als Grundlage eines differenzierten Wortschatzbewusstseins.

Wortbedeutung und semantische Beziehungen

Umfasst die Analyse lexikalisch-semantischer Beziehungen wie Synonymie, Antonymie, Hyperonymie und Hyponymie sowie das Verständnis idiomatischer Ausdrücke und kontextabhängiger Wortbedeutungen.

Wortbedeutung aus dem Kontext erschließen

Lernende können die Bedeutung unbekannter Wörter aus dem Satzzusammenhang erschließen, indem sie Kontexthinweise und Wortstruktur als Schlüssel nutzen und ihre Erschließungsstrategie benennen.

Synonyme erkennen, unterscheiden und situationsgerecht einsetzen

Lernende können bedeutungsähnliche Wörter (Synonyme) erkennen, ihre Bedeutungsnuancen und stilistischen Unterschiede beschreiben und das treffendste Synonym für einen bestimmten Kontext auswählen.

Antonyme erkennen und als Stilmittel einsetzen

Lernende können Antonyme erkennen, deren Bildung durch Präfigierung (glücklich – unglücklich) oder Wortfeldwechsel (schnell – langsam) beschreiben und sie als Stilmittel zur Kontrastverstärkung einsetzen.

Ober- und Unterbegriffe sowie Wortfelder erschließen

Lernende können Oberbegriffe (Hyperonyme) und Unterbegriffe (Hyponyme) unterscheiden, Wortfelder zu einem Thema systematisch erschließen und den treffenden Begriff innerhalb hierarchisch organisierter Wortschatzverhältnisse wählen.

Idiome und feste Redewendungen in ihrer übertragenen Bedeutung verstehen

Lernende können idiomatische Ausdrücke als nicht-wörtliche Bedeutungseinheiten erkennen, ihre übertragene Bedeutung aus Kontext und Konvention erschließen und in angemessenen Kommunikationssituationen einsetzen.

Wortbildung

Umfasst die morphologische Analyse von Wörtern nach Stamm, Präfix und Suffix sowie die Bildung und Erschließung von Komposita und Wortfamilien als Grundlage produktiver und rezeptiver Wortschatzerweiterung.

Wortbausteine analysieren – Wortstamm, Präfix und Suffix erkennen

Lernende können Wörter in ihre morphologischen Bestandteile zerlegen (Stamm, Präfix, Suffix) und erläutern, wie der Stamm die Grundbedeutung trägt, während Präfixe und Suffixe Bedeutung und Wortart modifizieren.

Komposita analysieren und bilden – Grundwort und Bestimmungswort

Lernende können Komposita in Bestimmungswort und Grundwort zerlegen, das Genus nach dem Grundwort bestimmen und nach diesem Muster eigenständig neue Komposita bilden.

Präfixe und ihre Bedeutungsveränderungen kennen

Lernende können häufige Präfixe (be-, ver-, zer-, ent-, er-, un-, miss-) und ihre jeweiligen Bedeutungsveränderungen (z. B. Transitivierung, Negation, Vollendung, Zerstörung) benennen und auf unbekannte Wörter anwenden.

Suffixe und Wortableitungen erkennen und verstehen

Lernende können häufige Suffixe zur Substantivierung (-heit, -keit, -ung, -schaft, -nis, -tum, -er/-in), Adjektivbildung (-lich, -ig, -isch, -bar, -sam, -los) und Verbbildung (-ieren, -isieren) erkennen und ihre wortartverändernde Funktion beschreiben.

Wortfamilien erkennen und erweitern

Lernende können Wortfamilien als Gruppen von Wörtern mit gemeinsamem Stamm erkennen, bestehende Mitglieder einer Familie zuordnen und das Prinzip der morphologischen Verwandtschaft zur Erschließung neuer Wörter nutzen.

Bedeutungsebenen und Stilebenen

Umfasst die Unterscheidung von Denotation und Konnotation sowie die Analyse rhetorischer Strategien wie Euphemismus und Dysphemismus als Mittel bewusster und wirkungsorientierter Wortwahl.

Denotation und Konnotation eines Wortes unterscheiden

Lernende können zwischen der sachlichen Grundbedeutung (Denotation) und den assoziativen Nebenbedeutungen (Konnotation) eines Wortes unterscheiden und die Wirkung bewusster Wortwahl auf Rezipientinnen und Rezipienten beschreiben.

Euphemismus, Dysphemismus und neutrale Formulierung unterscheiden

Lernende können sprachliche Aufwertung (Euphemismus), Abwertung (Dysphemismus) und neutrale Formulierung anhand konkreter Beispiele unterscheiden und die rhetorische Funktion dieser Strategien in Texten erläutern.

Sprachreflexion und Varietäten

Umfasst die Reflexion über Sprachvarietäten, Register, Mehrsprachigkeit, Sprachgeschichte sowie die gesellschaftliche Funktion und Wirkung von Sprache.

Sprachebenen und Register

Umfasst die Unterscheidung und situationsgerechte Verwendung verschiedener Sprachebenen und Register, darunter Standardsprache, Dialekt, Fachsprache, Bildungssprache, Jugendsprache sowie gesprochene und geschriebene Sprache.

Standardsprache, Umgangssprache und Dialekt als Varietäten unterscheiden

Lernende können Standardsprache (normierte, überregionale Hochsprache), Umgangssprache (formloser, überwiegend mündlicher Gebrauch) und Dialekte (regionale Sprachvarianten, z. B. Bairisch, Schwäbisch, Sächsisch) als unterschiedliche Sprachvarietäten erkennen, voneinander abgrenzen und situationsgerecht zwischen ihnen wechseln.

Fachsprache, Bildungssprache und Alltagssprache unterscheiden

Lernende können Fachsprache (präzise Terminologie für Fachbereiche, z. B. Myokardinfarkt), Bildungssprache (abstraktes, nominalstilgeprägtes, unpersönliches Register, z. B. unter Berücksichtigung) und Alltagssprache (konkretes, verbal geprägtes, persönliches Register, z. B. weil das wichtig ist) als funktionale Register unterscheiden und je nach Kommunikationssituation das geeignete Register wählen.

Schriftlichkeit und Mündlichkeit als unterschiedliche Sprachformen verstehen

Lernende können typische Merkmale gesprochener Sprache (Ellipsen, Wiederholungen, Hesitationspartikeln wie äh, ne, halt; Satzkorrekturen) von typischen Merkmalen schriftlicher Sprache (vollständige Sätze, Nominalgruppen, elaborierter Satzbau) unterscheiden und die mediale sowie konzeptionelle Dimension von Mündlichkeit und Schriftlichkeit beschreiben.

Jugendsprache und informelle Register reflektieren

Lernende können Merkmale der Jugendsprache (Anglizismen, Kurzwörter, neue Wortbildungen wie cringe, flexen, lit, digga, sus) erkennen, ihre Funktion als Mittel der Gruppenidentifikation und Abgrenzung beschreiben und informelle von formellen Registern situationsgerecht abgrenzen.

Mehrsprachigkeit und Sprachgeschichte

Umfasst die Reflexion über Sprachveränderungen, Lehn- und Fremdwörter, Anglizismen und Neologismen sowie das Verständnis von Mehrsprachigkeit als sprachliche, kognitive und kulturelle Ressource.

Lehnwörter und Fremdwörter im Deutschen erkennen und einordnen

Lernende können Lehnwörter (vollständig ins Deutsche integriert, z. B. Straße aus lat. strata, Fenster aus lat. fenestra) von Fremdwörtern (noch fremdsprachlich wirkend, z. B. Computer, Pizza, Rendezvous) unterscheiden und die wichtigsten Herkunftssprachen (Latein, Griechisch, Französisch, Englisch, Arabisch) benennen und einordnen.

Sprachveränderungen, Neologismen und Anglizismen reflektieren

Lernende können Neologismen (z. B. googeln, klimafit, coronabedingt) und Anglizismen (z. B. App, Smartphone, Hashtag, chillen) im Deutschen erkennen, ihre Entstehungsgründe (Technologiewandel, Prestigegewinn, lexikalische Lücken) benennen und Einstellungen zu Sprachveränderungen differenziert reflektieren.

Mehrsprachigkeit als persönliche und gesellschaftliche Ressource verstehen

Lernende können Mehrsprachigkeit als gesellschaftlichen Normalzustand beschreiben, Vorteile des mehrsprachigen Aufwachsens benennen, Gemeinsamkeiten zwischen Sprachen anhand von Sprachfamilien erkennen und Mehrsprachigkeit als kulturelles sowie kognitives Kapital wertschätzen.

Sprache, Gesellschaft und Kommunikation

Umfasst das Verständnis grundlegender Kommunikationssituationen, der gesellschaftlichen Dimension von Sprache sowie die kritische Reflexion über geschlechtergerechte Sprache und sprachliche Machtstrukturen.

Grundlegende Kommunikationssituation verstehen – Sprecherintention erkennen

Lernende können grundlegende Elemente einer Kommunikationssituation (Sender, Empfänger, Botschaft, Medium, Kontext) benennen und verstehen, dass sprachliche Äußerungen stets eine Intention verfolgen (informieren, überzeugen, Kontakt herstellen, unterhalten, auffordern).

Geschlechtergerechte Sprache und sprachliche Inklusion reflektieren

Lernende können Strategien geschlechtergerechter Sprache kennen und vergleichen (Doppelnennung, Kurzformen mit Genderstern oder Doppelpunkt, geschlechtsneutrale Nomina wie Lehrperson oder Studierende) und die gesellschaftliche Diskussion über Sprache als Spiegel sozialer Normen und Wertvorstellungen reflektieren.

Sprachliche Macht und Wirkung erkennen – Kritisches Sprachbewusstsein entwickeln

Lernende können erklären, dass Sprache Wirklichkeit konstruiert, dass Wörter und Formulierungen wertend oder manipulativ wirken können (Framing, politische Sprache, Werbung, Euphemismen), und entwickeln ein kritisches Bewusstsein für sprachliche Machtstrukturen und deren gesellschaftliche Wirkung.

Literatur und Medien

Übergeordneter Bereich, der Literaturgeschichte und Epochen, kanonische Werke und Autoren, Mediengeschichte und Medienformen sowie grundlegende Literatur- und Medientheorie umfasst.

Literaturepochen und -geschichte

Teilbereich zur historischen Entwicklung der deutschsprachigen Literatur von mittelalterlichen Anfängen bis zur Gegenwart, gegliedert nach Epochen mit ihren jeweils charakteristischen Themen, Gattungen und Schlüsselwerken.

Epochenbegriff und Literaturgeschichtsschreibung

Teilbereich zu den wissenschaftlichen Grundlagen der Literaturgeschichtsschreibung, einschließlich des Epochenbegriffs als Ordnungssystem und der methodischen Fragen der Periodisierung.

Den Begriff der Literaturepoche verstehen und als Ordnungssystem nutzen

Lernende können erklären, was eine Literaturepoche ist, welche Faktoren (Philosophie, gesellschaftlicher Wandel, ästhetische Programme, historische Ereignisse) ihren Charakter prägen und warum Epochengrenzen fließend sind und von Literaturhistorikern unterschiedlich gezogen werden.

Literaturgeschichte als wissenschaftliche Disziplin verstehen

Lernende können erläutern, welche Aufgaben und Methoden die Literatur- geschichtsschreibung hat, warum Epochenkategorisierungen immer Konstruktionen sind und welche Kriterien (Themen, Stil, Weltbild, Autorenzugehörigkeit) für die Zuordnung eines Werkes zu einer Epoche herangezogen werden.

Mittelalter

Teilbereich zur mittelalterlichen Literatur mit ihren zentralen Gattungen Heldenepik, Minnelyrik und Ritterroman sowie den gesellschaftlichen und sprachlichen Rahmenbedingungen ihrer Entstehung.

Mittelalterliche Literatur in ihrem historischen Kontext kennen

Lernende können den historischen Rahmen der mittelalterlichen Literatur (ca. 800–1500) beschreiben, die Rolle von Kirche und Adel als Auftraggeber benennen, Latein und Volkssprache als Schreibmedien unterscheiden und die wichtigsten Gattungen zuordnen: Heldenepik (Nibelungenlied), Minnedichtung (Walther von der Vogelweide), Ritterroman (Wolfram von Eschenbachs Parzival).

Merkmale der Minnedichtung und Heldenepik erkennen und verstehen

Lernende können den Begriff der Minne (idealisierte Liebe im Dienst der Dame) und das gesellschaftliche Ideal des höfischen Ritters beschreiben, gattungstypische Merkmale der Minnelyrik (Minneklage, Tagelieder) und der Heldenepik (Schicksal, Ehre, Treue) benennen und diese Konzepte am Text nachweisen.

Barock

Teilbereich zur Barockliteratur mit ihren weltanschaulichen Leitprinzipien Vanitas und Carpe Diem sowie den charakteristischen sprachlichen, formalen und gattungsästhetischen Merkmalen.

Barockliteratur als Ausdruck von Vanitas und Carpe Diem verstehen

Lernende können die zentralen weltanschaulichen Prinzipien des Barock (1600–1720) beschreiben: Vergänglichkeit (Vanitas), Carpe Diem und die daraus entstehende Spannung zwischen Genuss und Jenseitserwartung – und diese Prinzipien im Kontext des Dreißigjährigen Krieges und der absolutistischen Gesellschaft einordnen.

Sprachliche und formale Merkmale der Barockliteratur beschreiben

Lernende können die sprachliche Üppigkeit des Barock beschreiben: Häufung von Metaphern, Antithesen und Emblematik; den Alexandriner als bevorzugtes Versmaß kennen; typische Gattungen benennen (Sonett: Andreas Gryphius; Schelmenroman: Grimmelshausens Simplicissimus) und die Funktion von Allegorien und gelehrter Bildersprache erläutern.

Aufklärung

Teilbereich zur Literatur der Aufklärung mit ihrem didaktischen Programm, der Entstehung neuer bürgerlicher Gattungen und den zentralen Autoren und Werken, insbesondere Lessings.

Das Weltbild der Aufklärung und seine literarischen Folgen verstehen

Lernende können die Leitideen der Aufklärung (Vernunft als höchste Instanz, Emanzipation von religiöser Bevormundung, Bildung als Befreiung, Toleranz) beschreiben und erläutern, wie diese Ideen die Literatur prägten: das didaktische Ziel der Literatur, das bürgerliche Trauerspiel als neue Gattung, die moralische Wochenschrift als Medium der Volksaufklärung.

Literarische Programme und Schlüsselwerke der Aufklärung kennen

Lernende können Gottscheds Regelpoetik und Lessings Kritik daran beschreiben, Lessings dramatische und theoretische Werke (Miss Sara Sampson, Minna von Barnhelm, Nathan der Weise, Hamburgische Dramaturgie, Laokoon) als Schlüsselwerke einordnen und die Fabel als aufklärerische Gattung (Lessing, Gellert) verstehen.

Sturm und Drang

Teilbereich zur Epoche Sturm und Drang als Gegenbewegung zur rationalistischen Aufklärung mit ihrem Genie-Kult, emotionalen Gestus und den zentralen Werken Goethes und Schillers.

Sturm und Drang als Gegenbewegung zur Aufklärungsrationalität verstehen

Lernende können die Merkmale der Epoche Sturm und Drang (ca. 1765–1785) benennen: Ablehnung des Regelkanons, Verherrlichung des Genies und des Gefühls, das Titanische, Aufstand gegen gesellschaftliche Zwänge – und zentrale Werke zuordnen: Goethe (Götz von Berlichingen, Die Leiden des jungen Werthers) und Schiller (Die Räuber, Kabale und Liebe).

Weimarer Klassik

Teilbereich zur Weimarer Klassik mit ihrem humanistischen und ästhetischen Programm, der Antikenorientierung sowie den Schlüsselwerken Goethes und Schillers.

Das Humanitätsideal der Weimarer Klassik verstehen und beschreiben

Lernende können das ästhetische und humanistische Programm der Weimarer Klassik (ca. 1786–1805) beschreiben: Harmonie von Vernunft und Gefühl, Schönheit als Weg zur Sittlichkeit, Orientierung an der griechischen Antike als Ideal, das Bildungsideal des ganzen Menschen – und den historischen Rahmen benennen (Weimarer Umfeld, Freundschaft Goethe/Schiller, Auseinandersetzung mit Kant und Schillers Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen).

Schlüsselwerke der Weimarer Klassik kennen und einordnen

Lernende können die wichtigsten Werke der Klassiker kontextuell einordnen: Goethe (Iphigenie auf Tauris, Torquato Tasso, Egmont, Faust I, Balladen), Schiller (Don Carlos, Maria Stuart, Die Jungfrau von Orleans, Wilhelm Tell, Wallenstein-Trilogie) sowie das gemeinsame Balladenprojekt (1797: Balladenjahr) und die Funktion von Antike und Humanität als ästhetischem Leitbild beschreiben.

Romantik

Teilbereich zur Romantik mit ihrer Sehnsucht nach dem Unendlichen, der Aufwertung von Märchen, Traum und Volkskultur sowie den zentralen Gattungen und Autoren der Früh- und Spätromantik.

Die romantische Weltanschauung und ihre literarischen Ausdrucksformen beschreiben

Lernende können die romantische Sehnsucht nach dem Unendlichen (Blaue Blume), die Aufwertung von Nacht, Traum und Unbewusstem, die Verehrung des Volksmärchens und Volksliedes (Brentano/Arnim: Des Knaben Wunderhorn; Brüder Grimm) sowie die Romantisierung des Mittelalters als Programm der Frühromantik (Schlegel, Novalis, Tieck) und der Spätromantik (Eichendorff, E.T.A. Hoffmann) unterscheiden und beschreiben.

Gattungen und Schlüsseltexte der Romantik kennen

Lernende können zentrale Gattungen der Romantik kennen: Kunstmärchen (E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann; Nussknacker und Mausekönig), romantische Novelle, romantische Lyrik (Eichendorff: Mondnacht; Tieck; Novalis) – und Schlüsseltexte einordnen: Novalis (Heinrich von Ofterdingen), E.T.A. Hoffmann (Der Sandmann, Die Elixiere des Teufels), Eichendorff (Aus dem Leben eines Taugenichts).

Realismus

Teilbereich zum poetischen Realismus mit seinem Programm der verklärten Wirklichkeitsdarstellung, der Novelle als Leitgattung und den zentralen Autoren wie Keller, Storm und Fontane.

Das Programm des poetischen Realismus und seine gesellschaftlichen Grundlagen kennen

Lernende können das Programm des poetischen Realismus (ca. 1848–1890) beschreiben: Darstellung der bürgerlichen Wirklichkeit, poetische Verklärung des Alltags statt naturalistischer Rohheit, Fokus auf das Typische und Repräsentative in der Gesellschaft – und die historischen Rahmenbedingungen benennen: Industrialisierung, Scheitern der Revolution von 1848, Gründerzeit.

Gattungen und Schlüsseltexte des Realismus kennen

Lernende können die Novelle als bevorzugte Gattung des Realismus beschreiben und Schlüsselwerke zuordnen: Gottfried Keller (Der grüne Heinrich, Romeo und Julia auf dem Dorfe), Theodor Storm (Der Schimmelreiter, Immensee), Wilhelm Raabe – und wissen, dass Theodor Fontane mit seinen Gesellschaftsromanen (Effi Briest, Frau Jenny Treibel, Der Stechlin) den Höhepunkt des deutschen Realismus markiert.

Naturalismus

Teilbereich zum Naturalismus als Literatur schonungsloser Wirklichkeitsdarstellung mit seinen wissenschaftlichen Grundlagen, dem Sekundenstil und den deutschen Schlüsselautoren und -werken.

Den Naturalismus als konsequente Wirklichkeitsliteratur beschreiben

Lernende können den Naturalismus (ca. 1880–1900) als literarische Bewegung beschreiben, die eine möglichst genaue, schonungslose Darstellung der sozialen Wirklichkeit anstrebt (Armut, Arbeitswelt, Elend der Industriegesellschaft) – und die wissenschaftlichen Einflüsse benennen: Darwinismus, Determinismus, Zola als Vorbild; das Konzept des Sekundenstils erläutern.

Schlüsselwerke des deutschen Naturalismus kennen und einordnen

Lernende können Schlüsselwerke des deutschen Naturalismus zuordnen: Gerhart Hauptmann (Vor Sonnenaufgang, Die Weber, Bahnwärter Thiel), Arno Holz und Johannes Schlaf (Papa Hamlet) – und die Programmatik der naturalistischen Bewegung (Hart-Brüder, Verein Durch!, Freie Bühne Berlin) als organisatorischen Rahmen beschreiben.

Expressionismus

Teilbereich zum Expressionismus mit seinen Themen Apokalypse, Großstadt und Entfremdung, seinen formalen Verfremdungsstrategien und den zentralen Lyrikern, Dramatikern und Prosaautoren.

Den Expressionismus als Aufschrei gegen Bürgertum und Krieg verstehen

Lernende können die Merkmale des Expressionismus (ca. 1905–1925) beschreiben: Verfremdung statt Abbildung, Emotion und inneres Erleben statt Außenwelt, Apokalypse, Großstadt und Entfremdung als Themen, Ablehnung des Wilhelminismus und der Gründerzeit – und das Schlagwort „Der Schrei\" (Munch) als programmatisches Bild sowie die Zeitschriften Der Sturm und Die Aktion als wichtige Publikationsorgane benennen.

Schlüsselwerke und -autoren des Expressionismus kennen

Lernende können wichtige Expressionisten benennen und einordnen: Georg Trakl und Georg Heym (Lyrik: Verfall, Der Gott der Stadt), Else Lasker-Schüler (Lyrik), Ernst Toller und Georg Kaiser (Drama), Franz Werfel (Lyrik und Prosa) – und Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz als Schlüsselwerk des expressionistischen und großstädtischen Erzählens verstehen.

Neue Sachlichkeit und Exilliteratur

Teilbereich zur Neuen Sachlichkeit als nüchterner Gegenwartsdiagnose der Weimarer Republik sowie zur Exilliteratur und dem Schreiben unter dem Nationalsozialismus nach 1933.

Die Neue Sachlichkeit und ihre nüchterne Gegenwartsdiagnose beschreiben

Lernende können die Neue Sachlichkeit (ca. 1919–1933) als Anti-Expressionismus verstehen: Abkehr vom pathetischen Ausdruck, Hinwendung zur sachlichen, journalistischen Sprache, kritische Gesellschaftsanalyse – und Schlüsselautoren benennen: Erich Maria Remarque (Im Westen nichts Neues), Irmgard Keun (Das kunstseidene Mädchen), Joseph Roth (Radetzkymarsch), Bertolt Brecht (frühe Lyrik, Hauspostille, Dreigroschenoper).

Exilliteratur und Literatur unter dem Nationalsozialismus einordnen

Lernende können beschreiben, was nach 1933 mit deutschen Autoren geschah: Bücherverbrennung 1933, Autoren im Exil (Heinrich Mann, Thomas Mann, Bertolt Brecht, Anna Seghers, Lion Feuchtwanger) und ihre Werke – die „innere Emigration\" als Schreiben in Deutschland außerhalb des Regimes (Ricarda Huch, Werner Bergengruen) – und die Rolle der Literatur als Widerstand und kulturelles Zeugnis beschreiben.

Nachkrieg und Gruppe 47

Teilbereich zur deutschsprachigen Literatur der Nachkriegszeit, dem Programm der Stunde Null und der Gruppe 47 als prägendem literarischem Netzwerk der frühen Bundesrepublik.

Die Nachkriegsliteratur und das Programm der Stunde Null kennen

Lernende können das Konzept der „Stunde Null\" (1945: literarischer Neuanfang nach dem Zusammenbruch) beschreiben, das Programm der Kahlschlagliteratur benennen (einfache Sprache, keine Beschönigungen, direkte Konfrontation mit der Realität des Krieges und der Schuld) – und Wolfgang Borchert als Schlüsselautor der Stunde Null einordnen (Draußen vor der Tür; Kurzgeschichten: Das Brot, Nachts schlafen die Ratten doch).

Die Gruppe 47 als prägendste Literaturgruppe der Nachkriegszeit verstehen

Lernende können die Gruppe 47 (gegründet 1947 von Hans Werner Richter) als literarisches Netzwerk beschreiben, das über 20 Jahre die deutschsprachige Literatur prägte – wichtige Mitglieder und ihre Werke kennen: Heinrich Böll (Billard um halb zehn; Die verlorene Ehre der Katharina Blum), Günter Grass (Die Blechtrommel), Ingeborg Bachmann (Lyrik, Malina), Paul Celan (Todesfuge) – und die Funktion der Gruppe als kritische Öffentlichkeit in der frühen Bundesrepublik beschreiben.

Gegenwartsliteratur ab 1990

Teilbereich zur deutschsprachigen Literatur nach der Wiedervereinigung 1990, einschließlich Wenderomanen, Erinnerungsliteratur und der Vielfalt interkultureller und postmoderner Gegenwartsliteratur ab 2000.

Tendenzen der deutschen Literatur nach der Wiedervereinigung beschreiben

Lernende können beschreiben, wie die Wiedervereinigung 1990 die deutschsprachige Literatur beeinflusste: Aufarbeitung der DDR-Geschichte, Erinnerungsliteratur, das „Wenderoman\"-Genre – und Autoren benennen: Christa Wolf (Kindheitsmuster, Was bleibt), Heiner Müller, Thomas Brussig (Helden wie wir) und Jana Hensel (Zonenkinder) als Wendekinder-Perspektive einordnen.

Die Vielfalt der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ab 2000 beschreiben

Lernende können Merkmale und Strömungen der Gegenwartsliteratur benennen: Postmoderne und Fragmentierung, interkulturelle und migrantische Literatur (Feridun Zaimoglu: Kanak Sprak; Yoko Tawada; Olga Grjasnowa), Popliteratur (Benjamin von Stuckrad-Barre), literarische Verarbeitung der Gegenwart (Klimakrise, Digitalisierung) – und mindestens drei zeitgenössische Autoren und ihre Werke benennen.

Kanonische Werke und Autoren

Überblick über kanonische Werke und Autoren der deutschsprachigen Literatur, gegliedert von Kinder- und Jugendliteratur über Pflichtlektüren der Mittelstufe bis hin zu zentralen Abiturtexten der Oberstufe.

Primarstufe-Kanon und Kinderliteratur

Überblick über grundlegende literarische Formen für Kinder und Jugendliche, umfassend Volksmärchen, Bilderbücher, klassische Kinderliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts sowie erste Jugendliteratur als Übergang zur Erwachsenenliteratur.

Das Volksmärchen als literarische Grundform für Kinder kennen und einordnen

Lernende kennen die wichtigsten Volksmärchen der Brüder Grimm (u. a. Rotkäppchen, Hänsel und Gretel, Schneewittchen, Aschenputtel) und Kunstmärchen Hans Christian Andersens (u. a. Die kleine Meerjungfrau, Das hässliche Entlein) und können deren Funktion für Weltverständnis und Spracherwerb beschreiben.

Klassiker der deutschen Kinderliteratur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts kennen

Lernende kennen klassische deutschsprachige Kinderliteratur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts – darunter Hoffmanns Struwwelpeter, Buschs Max und Moritz sowie May als frühe Abenteuerliteratur – und können die Mischung aus moralischer Unterweisung und Unterhaltung als typisches Gattungsmerkmal beschreiben.

Klassische Kinderbücher des 20. Jahrhunderts als Kanon kennen

Lernende kennen zentrale Kinderbücher des 20. Jahrhunderts (u. a. Werke von Ende, Lindgren, Kästner, Nöstlinger und Preußler) und können diese als kanonische Texte der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur einordnen.

Lyrik für Kinder und erste Jugendbücher als literarische Formen kennen

Lernende kennen Lyrik für Kinder (u. a. Ringelnatz, Morgenstern, Krüss, Guggenmos), können deren Besonderheiten in Klang, Rhythmus und Nonsens-Komik benennen und erste Jugendbücher (u. a. Rowling, Funke) als Übergangsform zur Erwachsenenliteratur einordnen.

Bilderbücher und frühe Lesemedien als Einstieg in die Literatur verstehen

Lernende verstehen das Bilderbuch als ästhetisches und narratives Medium, kennen wichtige Klassiker (u. a. Sendak, Janosch, Carle) und können erläutern, wie die Kombination von Sprache, Bild und Geschichte erste literarische Erfahrungen ermöglicht und Lesefreude weckt.

Sek-I-Pflichtlektüren

Überblick über kanonische Pflichtlektüren der Mittelstufe, umfassend Kurzgeschichten der Nachkriegszeit, Balladen und Dramen der Weimarer Klassik, Werke des Realismus sowie zentrale Dramen des 20. Jahrhunderts.

Kurzgeschichten der Nachkriegszeit als Pflichtkanon für Sek I kennen

Lernende kennen die Kurzgeschichte als bevorzugte Gattung der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur und können kanonische Texte von Borchert, Böll und Bichsel thematisch einordnen; zentrale Themen sind Schuld, Trauer, Neuanfang und Wohlstandskritik.

Schillers Balladen und frühe Dramen als Sek-I-Kanon kennen

Lernende kennen Schillers wichtigste Balladen (u. a. Die Bürgschaft, Der Handschuh, Der Taucher, Die Kraniche des Ibykus) sowie Goethes Erlkönig als Pendant und können Schillers frühe Dramen Die Räuber und Kabale und Liebe hinsichtlich Geschwisterkonflikt, Gesellschaftskritik und Ständekonflikt im bürgerlichen Trauerspiel analysieren.

Schillers Balladen und frühe Dramen als Sek-I-Kanon kennen

Lernende kennen Schillers wichtigste Balladen (u. a. Die Bürgschaft, Der Handschuh, Der Taucher, Die Kraniche des Ibykus) und können Schillers frühe Dramen Die Räuber und Kabale und Liebe als Pflichtlektüren einordnen sowie zentrale Themen wie Geschwisterkonflikt, Gesellschaftskritik und Ständekonflikt im bürgerlichen Trauerspiel analysieren.

Goethes Lyrik und frühe Werke für Sek I kennen

Lernende kennen zentrale Gedichte Goethes (u. a. Erlkönig, Prometheus, Wandrers Nachtlied) und können Die Leiden des jungen Werthers als Epochenwerk des Sturm und Drang einordnen sowie Goethes Entwicklung zum Klassiker skizzieren.

Franz Kafkas Kurzprosa für Sek I kennen – Die Verwandlung

Lernende kennen Kafkas Die Verwandlung als zentralen Prosatext der Mittelstufe, können den biographisch-historischen Kontext (Prag, Vater-Sohn-Konflikt) benennen und Themen wie Entfremdung und Identitätsverlust sowie typische Merkmale des kafkaesken Stils (sachlicher Ton bei surrealem Geschehen) erläutern.

Dürrenmatt und Frisch als Sek-I-Dramen kennen

Lernende können wichtige Stücke Dürrenmatts (Der Besuch der alten Dame, Die Physiker) und Frischs (Biedermann und die Brandstifter, Andorra) als Pflichtkanon einordnen und die Gattung der Parabel sowie das Prinzip der Tragikomödie als dramatische Mittel beschreiben.

Fontanes Effi Briest als Sek-I-Lektüre einordnen

Lernende kennen Fontanes Effi Briest als Schlüsseltext des Realismus, können zentrale Themen (Gesellschaft, Konvention, Ehre, persönliches Schicksal) benennen und den Roman im Kontext des Wilhelminismus als Kritik an bürgerlich-normierten Moralvorstellungen verstehen.

Brechts episches Theater als Sek-I-Pflichtlektüre kennen

Lernende kennen Brechts wichtigste Stücke (u. a. Mutter Courage, Der gute Mensch von Sezuan, Die Dreigroschenoper) als Pflichtlektüren und können das Konzept des Verfremdungseffekts sowie die Prinzipien des epischen Theaters (Illusionsunterbrechung, Gestus, lehrhafter Anspruch) erläutern.

Sek-II-Abiturtexte

Überblick über zentrale Abiturtexte der Oberstufe, umfassend Goethes Faust I, Schillers reife Dramen, Werke von Kleist, Kafka, Brecht und Fontane sowie Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur einschließlich Lyrikanalyse.

Goethes Faust I als zentrales Werk der deutschen Literatur kennen

Lernende kennen Goethes Faust I als Schlüsselwerk der deutschen Literatur, können Stoff, Entstehungskontext, zentrale Themen (Wissensdrang, Teufelspakt, rastloses Streben) und wichtige Szenen (u. a. Studierzimmer, Gretchentragödie) benennen und die Bedeutung des Werks für die Weltliteratur einordnen.

Schillers klassische Dramen für das Abitur kennen

Lernende kennen Schillers reife Dramen (Wallenstein-Trilogie, Maria Stuart, Wilhelm Tell) als Abiturkanon und können Schillers dramaturgische Konzepte – tragischer Held, Freiheit versus Schicksal, das Erhabene – in diesen Werken nachweisen.

Heinrich von Kleist als Autor zwischen Klassik und Romantik kennen

Lernende kennen Kleists zentrale Prosa- und Dramentexte (u. a. Michael Kohlhaas, Die Marquise von O., Der zerbrochne Krug, Penthesilea) und können thematische Schwerpunkte wie Rechtsstreit, Identitätskrise, das Versagen der Vernunft und die Diskrepanz zwischen Schein und Wirklichkeit benennen.

Fontanes Effi Briest für das Abitur vertieft erschließen können

Lernende können Fontanes Effi Briest für das Abitur vertieft erschließen: Erzählstil (Plauderton, Ironie, Symbolik, indirekte Charakterisierung), Gesellschaftskritik (patriarchalisches System, Konvention versus Individuum), Figurenfunktionen sowie die Verankerung im Wilhelminismus und deutschen Realismus.

Franz Kafkas Romane und Erzählungen für das Abitur kennen

Lernende kennen Kafkas zentrale Werke (Der Prozess, Das Schloss, Die Verwandlung, In der Strafkolonie) als Abiturkanon und können Themen wie Entfremdung, bürokratische Allmacht, grundlose Schuld und Identitätsauflösung sowie Kafkas biographisch-historischen Kontext (Prag, Judentum, K.u.K.-Monarchie) beschreiben.

Brechts Dramen für das Abitur vertieft kennen

Lernende können Brechts Dramen (u. a. Mutter Courage, Der gute Mensch von Sezuan, Der kaukasische Kreidekreis) im Abiturkontext vertieft analysieren – hinsichtlich Verfremdungseffekt, Parabelstruktur und Lehrstückkonzept – und Brechts biographisch-politischen Kontext (Exil, Rückkehr in die DDR) einordnen.

Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur für das Abitur kennen

Lernende kennen wichtige Werke der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur (u. a. Grass: Die Blechtrommel; Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum; Bachmann; Ch. Wolf) und können erläutern, wie diese Texte historische und gesellschaftliche Erfahrungen literarisch verarbeiten und bezeugen.

Gedichtvergleich und Lyrikanalyse für das Abitur beherrschen

Lernende können Gedichte verschiedener Epochen (Barock bis Gegenwart) vergleichend analysieren: formale Merkmale (Metrum, Reim, Strophenform), sprachliche Mittel (Metapher, Personifikation, Ironie, Paradoxon), epochentypische Themen sowie eine begründete Deutungshypothese formulieren und im Aufsatz belegen.

Mediengeschichte und Medienformen

Überblick über die historische Entwicklung und kulturelle Bedeutung zentraler Medienformen – von Buchdruck, Radio, Film und Fernsehen bis zu Internet und Social Media – in ihrer kommunikativen und gesellschaftlichen Funktion.

Buch und Buchdruck

Überblick über die Geschichte des Buches vom Gutenbergschen Buchdruck bis zum digitalen E-Book sowie über die gesellschaftliche Funktion des Buches als Bildungs-, Unterhaltungs- und Gedächtnismedium.

Die Erfindung des Buchdrucks und ihre kulturelle Bedeutung verstehen

Lernende können die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg (um 1450, Gutenberg-Bibel) und ihre Folgen erläutern: Massenverbreitung von Texten als Voraussetzung für Reformation, Aufklärung und Wissenschaft, Auflösung des Wissensmonopols von Kirche und Klöstern sowie Entstehung einer lesenden Öffentlichkeit und kommerziellen Buchkultur.

Das Buch als Lektüre- und Informationsmedium in seiner historischen Entwicklung kennen

Lernende können die Entwicklung des Buches von der mittelalterlichen Handschrift über Inkunabeln, Verlagswesen und Leihbibliotheken bis zum Taschenbuch und E-Book beschreiben und die gesellschaftliche Funktion des Buches als Medium von Bildung, Unterhaltung und kulturellem Gedächtnis erläutern.

Radio und Hörfunk

Überblick über Entstehung und kulturelle Bedeutung des Radios als Informations-, Kunst- und Propagandamedium, einschließlich des Hörspiels als eigenständiger Kunstform und der Entwicklung des Hörfunks vom 20. bis ins 21. Jahrhundert.

Die Entstehung des Radios und seine kulturelle Bedeutung beschreiben

Lernende können die Geschichte des Radios von den ersten Übertragungen in den 1920er Jahren über seine Nutzung als NS-Propagandainstrument (Volksempfänger) und Informationsmedium im Kalten Krieg (RIAS, BBC) bis zur Entstehung von Privatsendern, Digitalradio (DAB+) und Podcasts beschreiben.

Das Hörspiel und den Hörfunk als Kulturmedium verstehen

Lernende können das Hörspiel als eigenständige Kunstform charakterisieren (u. a. Orson Welles, Günter Eich, Ingeborg Bachmann), die kulturelle Funktion des Radios als Träger von Bildung, Literatur und Musik erläutern und seine prägende Rolle als 'Lagerfeuermedium' des 20. Jahrhunderts beschreiben.

Film und Kino

Überblick über die Geschichte des Films von den Anfängen des Stummfilms bis zur Analyse filmischer Sprache und zur Funktion des Films als kulturellem Spiegel gesellschaftlicher Selbstverständigung.

Die Entstehung des Films und den Stummfilm als erste Ära kennen

Lernende können die Erfindung des Kinos (Lumières, 1895), wichtige Stummfilmklassiker (Nosferatu, Metropolis, Das Cabinet des Dr. Caligari) und den deutschen Filmexpressionismus als international prägenden Stil einordnen sowie den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm (1927: The Jazz Singer) beschreiben.

Die filmische Sprache als analytisches Mittel verstehen

Lernende können grundlegende filmische Mittel – Einstellungsgrößen, Kamerabewegungen, Schnitt und Montage, Filmmusik und Sounddesign – benennen, ihre Wirkung erläutern und diese Mittel zur systematischen Analyse von Filmszenen einsetzen.

Film als kultureller Spiegel und Kunstform verstehen

Lernende können Film als Medium kultureller Selbstverständigung beschreiben, Genres und ihre gesellschaftliche Funktion einordnen (Heimatfilm der 1950er, Neuer Deutscher Film der 1970er), den Film als politisches und künstlerisches Medium reflektieren und die Debatte um Film als Volksunterhaltung versus Hochkunst darlegen.

Fernsehen

Überblick über Geschichte und gesellschaftliche Bedeutung des Fernsehens als Leitmedium des 20. Jahrhunderts, seine Formatvielfalt, seine Wirkung auf Öffentlichkeit und Meinungsbildung sowie seine Ablösung durch Streaming-Dienste.

Die Entstehung des Fernsehens und seine gesellschaftliche Bedeutung beschreiben

Lernende können die Geschichte des Fernsehens von den ersten Übertragungen in den 1930er Jahren über die Massenverbreitung in Deutschland, die Etablierung öffentlich-rechtlicher Sender (ARD, ZDF) bis zu prägenden TV-Meilensteinen (Mondlandung 1969, Nachrichtenmagazine) beschreiben und das Konzept des Fernsehens als gemeinschaftsstiftendes 'Lagerfeuermedium' erläutern.

Fernsehen als Informations- und Unterhaltungsmedium und seine Wirkung analysieren

Lernende können die duale Rundfunkordnung (öffentlich-rechtlich vs. Privatfernsehen ab 1984) und ihre gesellschaftlichen Folgen beschreiben, zentrale TV-Formate unterscheiden und die Wirkungen des Fernsehens als Leitmedium (Agenda-Setting, Unterhaltungskultur) sowie seinen Bedeutungsverlust durch Streaming reflektieren.

Internet und digitale Medien

Überblick über die Entstehung des Internets und des World Wide Web, zentrale digitale Kommunikationsformen sowie Phänomene der digitalen Informationsgesellschaft wie Filterblasen, Desinformation und Medienkompetenz.

Die Entstehung des Internets und des World Wide Web verstehen

Lernende können die Geschichte des Internets von ARPANET (1969) über Tim Berners-Lees WWW (1991) und die Verbreitung in den 1990er Jahren bis zum Web 2.0 beschreiben und die Idee des dezentralen globalen Netzwerks als Demokratisierung von Information und Kommunikation erläutern.

Digitale Kommunikationsformen und ihre Besonderheiten beschreiben

Lernende können wichtige digitale Kommunikationsformen (E-Mail, Blogs, Podcasts, Wikipedia, Streaming) einordnen und gemeinsame Merkmale digitaler Medien – Hypertextualität, Multimodalität, Partizipation und Globalität – benennen und erläutern.

Informationsflut, Filterblasen und Medienkompetenz im digitalen Raum reflektieren

Lernende können Phänomene der digitalen Informationsgesellschaft – Information Overload, algorithmische Filterblasen (Filter Bubble, Eli Pariser), Echokammern, Fake News und Desinformation – beschreiben und Strategien der Medienkompetenz zur kritischen Navigation im digitalen Informationsraum benennen.

Social Media

Überblick über Entstehung, Verbreitung und gesellschaftliche Wirkung sozialer Netzwerke als Kommunikations-, Meinungsbildungs- und Kulturplattformen sowie über ihre Chancen und Risiken für Individuum und Gesellschaft.

Die Entstehung und Verbreitung sozialer Netzwerke beschreiben

Lernende können die Geschichte sozialer Netzwerke von frühen Plattformen (MySpace, StudiVZ) über Facebook, Twitter/X, Instagram und TikTok bis zu YouTube nachzeichnen und die technologischen sowie sozialen Voraussetzungen ihrer Verbreitung (Smartphones, mobiles Internet, App-Ökonomie) benennen.

Social Media als Kommunikations- und Meinungsbildungsplattform analysieren

Lernende können die kommunikativen Funktionen sozialer Netzwerke beschreiben: Viele-zu-vielen-Kommunikation als Paradigmenwechsel gegenüber Broadcast-Medien, Influencer und Meinungsführer, virales Marketing, politischen Aktivismus (#MeToo, Fridays for Future) sowie das Prosumer-Konzept und User-Generated Content.

Chancen und Risiken sozialer Medien für Individuum und Gesellschaft reflektieren

Lernende können Chancen (globale Vernetzung, demokratische Teilhabe, Sichtbarkeit von Minderheiten) und Risiken (Datenschutz, Überwachungskapitalismus, Suchtpotential, Cybermobbing, politische Radikalisierung) sozialer Medien begründet darlegen und die gesellschaftliche Debatte über Plattformregulierung und algorithmische Verantwortung beschreiben.

Literatur- und Medientheorie

Überblick über die theoretischen Grundlagen der Literatur- und Medienwissenschaft; umfasst Gattungstheorie, Intertextualität, Rezeptionsästhetik, Narratologie und Semiotik als analytische Instrumentarien für die Textarbeit.

Gattungstheorie

Überblick über Theorie und Geschichte literarischer Gattungen; umfasst die drei Grundgattungen, Untergattungen, Gattungsmischformen sowie die Entwicklung von Gattungen als historisch-kulturelles Phänomen.

Die drei literarischen Grundgattungen (Epik, Lyrik, Dramatik) definieren und unterscheiden

Lernende können Epik, Lyrik und Dramatik als die drei literarischen Grundgattungen definieren und anhand von Vermittlungsform, Sprechsituation und Zeitgestaltung voneinander unterscheiden.

Gattungen als historische Konventionen und literarische Institutionen verstehen

Lernende können Gattungen als historisch gewachsene Konventionen beschreiben und Konzepte wie Gattungserwartung und Gattungspakt erläutern sowie Prozesse des Gattungswandels, -verfalls und der Gattungsentstehung an Beispielen nachvollziehen.

Untergattungen und Gattungsmischformen beschreiben

Lernende können Untergattungen den drei Grundgattungen zuordnen und hybride Texte sowie Gattungsmischformen als bewusstes ästhetisches Programm erkennen und beschreiben.

Gattungsgeschichte als Teil der Literaturgeschichte verstehen

Lernende können die Entstehung, Entwicklung und das Verschwinden von Gattungen im historischen Kontext nachvollziehen und gesellschaftliche, mediale sowie ästhetische Faktoren des Gattungswandels benennen.

Intertextualität

Überblick über Intertextualität als Grundbedingung literarischer Texte; umfasst grundlegende intertextuelle Formen sowie Genettes Modell der transtextuellen Relationen und deren Anwendung in der Literaturanalyse.

Den Begriff der Intertextualität verstehen und grundlegende Formen kennen

Lernende können Intertextualität als das Phänomen des Texte-in-Texten-Verweisens beschreiben und grundlegende Formen wie Zitat, Allusion, Parodie, Pastiche und Travestie unterscheiden sowie das Konzept des Textnetzwerks nach Kristeva erläutern.

Transtextuelle Beziehungen nach Gérard Genette kennen und anwenden

Lernende können Genettes fünf transtextuelle Relationen (Intertextualität, Paratextualität, Metatextualität, Hypertextualität, Architextualität) benennen, definieren und mindestens zwei davon an Textbeispielen nachweisen.

Intertextualität in der Literaturanalyse erkennen und interpretieren

Lernende können intertextuelle Bezüge in literarischen Texten erkennen, benennen und als eigenständige Bedeutungsebene für die Interpretation nutzbar machen.

Rezeptionsästhetik

Überblick über die Rezeptionsästhetik als leserorientiertes Paradigma der Literaturwissenschaft; umfasst den Paradigmenwechsel der Konstanzer Schule sowie die Konzepte Leerstelle und impliziter Leser (Iser) und Erwartungshorizont (Jauß).

Das Grundprinzip der Rezeptionsästhetik als Paradigmenwechsel verstehen

Lernende können den rezeptionsästhetischen Paradigmenwechsel der Konstanzer Schule beschreiben: Bedeutung entsteht im Lektüreakt, nicht im Werk allein, und sie können diesen Ansatz im Kontext von Barthes' Konzept des Autortodes einordnen.

Leerstellen und impliziter Leser nach Wolfgang Iser kennen

Lernende können Isers Konzepte der Leerstelle, des impliziten Lesers und der Konkretisation erläutern und an einem literarischen Textbeispiel illustrieren.

Erwartungshorizont und Horizontverschmelzung nach Hans Robert Jauß kennen

Lernende können Jauß' Konzepte des Erwartungshorizonts, der Horizonterfüllung und der Horizontveränderung erläutern und begründen, warum ein Werk in verschiedenen Epochen und kulturellen Kontexten unterschiedlich rezipiert wird.

Narratologie

Überblick über die Narratologie als wissenschaftliche Analyse des Erzählens; umfasst Genettes Grundbegriffe zu Geschichte und Diskurs, Fokalisierungstheorie sowie die verschiedenen narratorialen Instanzen.

Grundbegriffe der Narratologie nach Gérard Genette kennen und anwenden

Lernende können Genettes narratologische Grundkategorien Geschichte und Diskurs sowie die Kategorien Ordnung (Analepse, Prolepse), Dauer (Raffung, Dehnung, Ellipse, Szene) und Frequenz (singulativ, iterativ, repetitiv) benennen und auf Texte anwenden.

Erzählperspektiven nach der Fokalisierungstheorie unterscheiden

Lernende können Genettes Fokalisierungstypen (Null-, interne und externe Fokalisierung) unterscheiden, von der klassischen Kategorisierung auktorial/personal/Ich-Erzähler abgrenzen und für die Textanalyse nutzen.

Erzählerfigur und narratoriale Instanzen unterscheiden und analysieren

Lernende können die narratorialen Instanzen (realer Autor, implizierter Autor, Erzähler, Figur) unterscheiden sowie homo- und heterodiegetische Erzähler differenzieren und die Konsequenzen für Perspektivierung und Erzählerzuverlässigkeit benennen.

Semiotik (Grundbegriffe)

Überblick über die Semiotik als Zeichenwissenschaft; umfasst die Zeichenmodelle von Saussure und Peirce sowie die Anwendung semiotischer Analysemethoden auf literarische und mediale Texte.

Grundbegriffe der Semiotik als Zeichenwissenschaft kennen

Lernende können die semiotischen Grundbegriffe Signifikant, Signifikat und Arbitrarität nach Saussure erläutern sowie Peirces Zeichentypologie (Ikon, Index, Symbol) benennen und durch Beispiele illustrieren.

Sprache als Zeichensystem und semiotische Analyse von Texten und Medien anwenden

Lernende können Sprache als eines von mehreren Zeichensystemen einordnen und einfache semiotische Analysen von Texten und medialen Produkten durchführen, indem sie eingesetzte Zeichen, aktivierte Codes und Bedeutungserzeugung durch Selektion und Kombination beschreiben.