Vivaro Kompetenzstandard

Im VIVARO-Kompetenzstandard versuchen wir alle Kompetenzen zu bündeln, die ein europäischer Bürger für ein selbstbestimmtes, Glückliches Leben braucht. Dieser Standard lebt natürlich und wird ständig an aktuelle Gegebenheiten angepasst. Informiere dich hier über den aktuellen Stand.

Vivaro Kompetenzstandard

Lese- und Schreibkompetenz
Sprechen und Zuhören

Teilgebiet der Sprachkompetenz, das mündliche Kommunikationsfähigkeiten umfasst: zusammenhängendes Sprechen und Präsentieren, Gesprächsführung und Argumentation, verstehend Zuhören sowie szenisches Spielen und sprachliche Gestaltung.

Zu anderen sprechen / präsentieren

Umfasst Fähigkeiten zur adressatengerechten mündlichen Darstellung: strukturiertes Berichten und Erklären, freies Vortragen und Präsentieren mit und ohne Medien sowie sinngestaltendes Vorlesen und auswendiges Vortragen.

Zusammenhängendes Sprechen und Berichten

Umfasst Fähigkeiten zur strukturierten mündlichen Darstellung von Sachverhalten, Erlebnissen, Beschreibungen und Erklärungen in logischer und für Zuhörende nachvollziehbarer Abfolge.

Zu einem Thema zusammenhängend sprechen

Lernende können einen Sachverhalt, ein Thema oder eine Erfahrung in logischer Abfolge und in vollständigen Sätzen mündlich darstellen, sodass Zuhörende den Inhalt klar erfassen können.

Erlebnisse und Erfahrungen mündlich erzählen

Lernende können persönliche Erlebnisse und Erfahrungen chronologisch, lebendig und für Zuhörende nachvollziehbar mündlich wiedergeben.

Einen Gegenstand oder Sachverhalt beschreiben (mündlich)

Lernende können Gegenstände, Personen oder Situationen sachlich, vollständig und in geordneter Reihenfolge mündlich beschreiben.

Einen Vorgang oder Prozess erklären und erläutern

Lernende können Handlungsabfolgen, Vorgänge oder Verfahren Schritt für Schritt klar und verständlich mündlich erklären und erläutern.

Vortragen und Präsentieren

Umfasst Fähigkeiten zur strukturierten Vorbereitung und freien Durchführung von Vorträgen und Präsentationen, einschließlich des Einsatzes analoger und digitaler Visualisierungsmittel sowie der mündlichen Standpunktvertretung.

Einen Kurzvortrag vorbereiten und frei halten

Lernende können einen thematischen Kurzvortrag strukturiert vorbereiten und ohne vollständiges Ablesen frei halten.

Mit Stichwortnotizen frei sprechen

Lernende können Stichwortzettel oder Karteikarten als Gedächtnisstütze nutzen und dabei frei und zusammenhängend sprechen.

Eine Präsentation mit Visualisierung halten (Plakat, Folie, Tafel)

Lernende können visuelle Hilfsmittel wie Plakat, Folie oder Tafelanschrieb zielgerichtet in einen Vortrag einbinden und erläutern.

Mit digitalen Medien präsentieren (Slideshow, Video, Audio)

Lernende können digitale Präsentationswerkzeuge und Medien (Slideshow, Video, Audio) situationsgerecht zur Unterstützung eines Vortrags einsetzen.

Den eigenen Standpunkt klar und strukturiert vertreten

Lernende können eine eigene Position mündlich begründen, mit Beispielen stützen und verständlich für andere darstellen.

Sinngestaltendes Vorlesen und Auswendigsprechen

Umfasst Fähigkeiten zur ausdrucksstarken und wirkungsbewussten Gestaltung vorbereiteter Texte beim Vorlesen sowie beim auswendigen Vortragen literarischer Texte.

Einen Text sinngestaltend und ausdrucksstark vorlesen

Lernende können einen vorbereiteten Text mit passender Betonung, Lautstärke und Intonation vorlesen und dabei die Wirkung des Textes für Zuhörende entfalten.

Einen literarischen Text auswendig vortragen (Gedicht, Prosatext)

Lernende können einen kurzen literarischen Text (z. B. Gedicht, Prosatext) auswendig und ausdrucksvoll ohne Vorlage vortragen.

Miteinander sprechen / Gesprächsführung

Umfasst Fähigkeiten zur aktiven und konstruktiven Teilnahme an Gesprächen: Einhaltung von Gesprächsregeln, begründetes Argumentieren und Diskutieren sowie die Durchführung situationsspezifischer Gesprächsformen.

Gesprächsregeln und Gesprächskultur

Umfasst Fähigkeiten zur Einhaltung und Einbringung von Gesprächsregeln, zum aktiven Zuhören, zur verständlichen Gesprächsbeteiligung und zum konstruktiven Feedback.

Anderen aufmerksam zuhören und ausreden lassen

Lernende können Gesprächsbeiträgen anderer aufmerksam folgen, Redebeiträge abwarten und aktives Zuhören durch Mimik und Körpersprache demonstrieren.

Sich klar und verständlich an einem Gespräch beteiligen

Lernende können eigene Gedanken, Fragen und Anmerkungen klar formuliert und zum richtigen Zeitpunkt in ein Gespräch einbringen.

Gesprächsregeln einhalten und konstruktiv einfordern

Lernende können vereinbarte Gesprächsregeln bewusst einhalten und andere freundlich auf deren Verletzung hinweisen.

Rückmeldungen geben und gezielte Verständnisfragen stellen

Lernende können auf Beiträge anderer mit gezielten Rückfragen eingehen und konstruktives Feedback formulieren.

Argumentieren und Diskutieren

Umfasst Fähigkeiten zur begründeten Meinungsvertretung, zum sachlichen Umgang mit Gegenargumenten, zur Gesprächsmoderation sowie zur Erkennung manipulativer Argumentationsstrategien.

Eigene Meinung begründet und verständlich vertreten

Lernende können einen Standpunkt formulieren und ihn mit sachlichen Argumenten und nachvollziehbaren Begründungen stützen.

Auf Argumente anderer sachlich eingehen und antworten

Lernende können Argumente anderer Gesprächsteilnehmer aufgreifen, angemessen würdigen und sachlich widerlegen oder bestätigen.

Eine Diskussion moderieren und strukturieren

Lernende können als Gesprächsleiter eine Diskussion eröffnen, Beiträge verteilen, Zwischenstände zusammenfassen und zu einem Ergebnis führen.

Unterschiedliche Standpunkte abwägen und einen Konsens erarbeiten

Lernende können verschiedene Positionen vergleichen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennen und gemeinsam eine konsensfähige Lösung erarbeiten.

Manipulative Gesprächsstrategien erkennen (Scheinargument, Ablenkung)

Lernende können unfaire Argumentationsstrategien (z. B. ad hominem, Strohmann-Argument, Ablenkung) erkennen, benennen und darauf angemessen reagieren.

Situative Gesprächsformen

Umfasst Fähigkeiten zur Durchführung spezifischer Gesprächsformen wie Interview, formelles Gespräch, digitale Kommunikation und konstruktive Konfliktklärung.

Ein Interview führen (Fragen vorbereiten, stellen und nachhaken)

Lernende können themenspezifische Interviewfragen entwickeln, gezielt stellen und auf Antworten mit weiterführenden Folgefragen eingehen.

Ein Beratungs- oder Bewerbungsgespräch führen

Lernende können sich auf ein formelles Gespräch (z. B. Beratung, Bewerbung) vorbereiten, sich situationsgerecht vorstellen und eigene Kompetenzen kommunizieren.

In digitalen Kommunikationssituationen angemessen und sicher agieren

Lernende können in Videokonferenzen, Chats oder digitalen Gruppenräumen situationsgerecht, respektvoll und sicher kommunizieren.

Gesprächskonflikte sachlich ansprechen und Lösungen erarbeiten

Lernende können Missverständnisse oder Konflikte im Gespräch sachlich benennen und gemeinsam mit anderen konstruktiv klären.

Verstehend zuhören

Umfasst Fähigkeiten zum konzentrierten und strategischen Zuhören, zum kritischen Reflektieren von Gehörtem sowie zum Verstehen literarischer und medialer Hörtexte.

Zuhörstrategien und Verstehen

Umfasst Fähigkeiten zum konzentrierten Zuhören, zur Identifikation wesentlicher Informationen, zur Zusammenfassung von Gehörtem, zur Anfertigung von Notizen sowie zum bewussten Einsatz von Hörstrategien.

Einem Gesprächsbeitrag konzentriert und aufmerksam zuhören

Lernende können ihre Aufmerksamkeit bewusst auf einen mündlichen Beitrag richten und Ablenkungen gezielt ausblenden.

Wesentliche Informationen aus Gehörtem identifizieren

Lernende können zwischen Kern- und Nebeninformationen in einem mündlichen Text unterscheiden und Wesentliches festhalten.

Einen mündlichen Text zusammenfassen

Lernende können das Wesentliche eines Vortrags, einer Erklärung oder eines Gesprächs in eigenen Worten zusammenfassen und wiedergeben.

Beim Zuhören Notizen und Stichworte anfertigen

Lernende können während eines Vortrags oder einer Erklärung strukturierte Stichworte und Notizen zu Kernaussagen anfertigen.

Hörstrategien anwenden (Vorwissen aktivieren, Schlüsselwörter, Visualisieren)

Lernende können Hörstrategien (Vorwissen aktivieren, Schlüsselwörter identifizieren, Visualisieren) bewusst einsetzen, um gehörte Inhalte besser zu verarbeiten und zu behalten.

Kritisch Hören und Reflektieren

Umfasst Fähigkeiten zur kritischen Auseinandersetzung mit Gehörtem: Prüfung auf Schlüssigkeit und Vollständigkeit, Erkennen von Sprecherintentionen sowie Unterscheidung von Meinung und Faktum.

Gehörtes auf Schlüssigkeit und Vollständigkeit prüfen

Lernende können einen mündlichen Beitrag daraufhin überprüfen, ob Aussagen logisch aufeinander aufbauen und keine wesentlichen Informationen fehlen.

Die Intention eines Sprechers erkennen (informieren, überzeugen, unterhalten)

Lernende können die kommunikative Absicht eines Sprechers (informieren, überzeugen, unterhalten) identifizieren und benennen.

Meinungen und Fakten in Gehörtem unterscheiden

Lernende können in einem mündlichen Beitrag zwischen subjektiven Meinungen und prüfbaren Sachaussagen unterscheiden.

Literarisches und mediales Hören

Umfasst Fähigkeiten zum Verfolgen und Verstehen von Hörspielen und Hörbüchern sowie zur Analyse von Sprechgestaltungsmitteln und akustischen Gestaltungselementen.

Einem Hörspiel oder Hörbuch aufmerksam folgen und Inhalte nachvollziehen

Lernende können den Handlungsverlauf und die Figuren eines Hörspiels oder Hörbuchs verfolgen und wesentliche Inhalte wiedergeben.

Sprechgestaltungsmittel (Tempo, Betonung, Klang) in ihrer Wirkung beschreiben

Lernende können beschreiben, wie Sprechtempo, Stimmführung und Betonung die Wirkung eines gesprochenen Texts auf Zuhörende beeinflussen.

Musik und Geräusche als Gestaltungselement in ihrer Funktion verstehen

Lernende können die Funktion von Musik, Geräuschen und Klangkulissen als Gestaltungselemente in Hörspielen oder Audiomedien erkennen und erläutern.

Szenisches Spielen und sprachliche Gestaltung

Umfasst Fähigkeiten zur szenischen Darstellung und zur bewussten sprachlichen Gestaltung: improvisiertes und vorbereitetes Rollenspiel, stimmliche und gestische Figurengestaltung sowie der gezielte Einsatz von Artikulation, Prosodie und Körpersprache.

Szenisches Spiel und Rollengestaltung

Umfasst Fähigkeiten zur improvisierten und vorbereiteten szenischen Darstellung, zur stimmlichen und gestischen Figurengestaltung sowie zur rollengerechten Kommunikation in Planspielen und Simulationen.

Eine Szene oder Situation improvisiert spielen

Lernende können eine vorgegebene Situation ohne Vorbereitung spontan szenisch darstellen und dabei sprachlich und gestisch handeln.

Einen Dialog einüben und szenisch vortragen

Lernende können einen vorbereiteten Dialog auswendig oder halbfrei szenisch und ausdrucksstark vor einer Gruppe vortragen.

Figuren, Stimmungen und Gefühle stimmlich und gestisch darstellen

Lernende können Charaktereigenschaften und Emotionen einer Figur durch Stimme, Mimik und Körpersprache sichtbar machen.

Eine Rolle einnehmen und rollengerecht sprechen (Planspiel, Simulation)

Lernende können in Planspielen oder simulierten Gesprächssituationen die Perspektive einer Rolle einnehmen und rollenadäquat kommunizieren.

Sprachliche Gestaltung und Ausdrucksvermögen

Umfasst Fähigkeiten zur bewussten und wirkungsvollen Gestaltung des Sprechens durch Artikulation, prosodische Mittel (Rhythmus, Pausen, Lautstärke, Betonung) sowie den gezielten Einsatz von Körpersprache und Mimik.

Artikulation, Aussprache und Sprechtempo bewusst einsetzen

Lernende können Deutlichkeit der Aussprache, Sprechtempo und Pausensetzung situationsgerecht und wirkungsbewusst einsetzen.

Sprache durch Rhythmus, Pausen, Lautstärke und Betonung gestalten

Lernende können durch den gezielten Einsatz prosodischer Mittel (Rhythmus, Pausen, Lautstärke, Betonung) Spannung, Stimmung und Bedeutung in ihrem Sprechen gestalten.

Körpersprache und Mimik gezielt zur Unterstützung des Sprechens einsetzen

Lernende können Gestik, Mimik, Blickkontakt und Körperhaltung bewusst nutzen, um ihre mündliche Kommunikation zu verstärken und zu unterstützen.

Lesen und Textverstehen

Umfasst alle Teilbereiche des Lesens und Textverstehens: von grundlegender Lesekompetenz und Lesestrategien über Sach-, literarische und dramatische Texte bis hin zu Lyrik und digitalen Medientexten.

Grundlegende Lesekompetenz

Umfasst grundlegende Teilkompetenzen des Lesens: phonologisch-analytische Dekodierstrategien, Lesefluss und -automatisierung sowie Lesemotivation und Leseinteressen.

Basale Lesefertigkeit (phonologisch-analytische Strategie)

Umfasst die grundlegenden Dekodierstrategien des Lesenlernens: Buchstaben-Laut-Zuordnung, Silbensegmentierung, synthetisierendes Lautieren sowie das direkte Erkennen von Sichtwörtern.

Buchstaben-Laut-Zuordnungen sicher beherrschen

Lernende beherrschen die Zuordnung aller Buchstaben (Groß- und Kleinschreibung) zu ihren entsprechenden Lauten und wenden diese alphabetische Strategie sicher beim Dekodieren von Schrift an.

Silben erlesen und Silbensegmentierung anwenden

Lernende können Wörter durch Silbensegmentierung schrittweise erlesen und nutzen die Silbe als strukturierende Leseeinheit zur Dekodierung.

Wörter und einfache Sätze lautierend erlesen

Lernende können unbekannte Wörter durch lautes, buchstabenweises Lautieren synthetisieren und das entstandene Lautbild als bedeutungstragendes Wort erkennen.

Häufige Wörter und Signalgruppen als Sichtwörter erkennen

Lernende erkennen häufig vorkommende Wörter und Buchstabengruppen (Signalgruppen) direkt als Ganzes, ohne sie lautierend zu erschließen (orthographische Strategie).

Lesefluss und Leseautomatisierung

Umfasst Kompetenzen zur Automatisierung des Lesens: genaues und fehlerfreies Lesen, Steigerung der Lesegeschwindigkeit, Umsetzung von Satzzeichen in Intonation sowie selbstständige Erschließung unbekannter Wörter.

Wörter und Sätze flüssig und fehlerfrei lesen (Lesegenauigkeit)

Lernende lesen Texte mit hoher Genauigkeit, d. h. ohne Stocken, Auslassungen oder Verwechslungen von Wörtern und Buchstaben.

Lesegeschwindigkeit altersgemäß steigern

Lernende steigern durch regelmäßiges Lesen ihre Lesegeschwindigkeit und erreichen einen flüssigen, automatisierten Lesefluss.

Satzzeichen beim Lesen berücksichtigen (Pausen, Intonation)

Lernende setzen Satzzeichen wie Punkt, Komma, Frage- und Ausrufezeichen beim Vorlesen durch gezielte Pausen und angemessene Intonation um.

Unbekannte Wörter aus dem Kontext und der Wortstruktur erschließen

Lernende erschließen die Bedeutung unbekannter Wörter selbstständig durch Nutzung des Kontexts sowie durch Analyse von Vorsilben, Nachsilben und Wortstamm.

Lesemotivation und Leseinteressen

Umfasst Kompetenzen im Bereich der Lesemotivation: Kenntnis eigener Lesepräferenzen, begründete Auswahl von Lesemedien sowie die kommunikative Auseinandersetzung mit Leseerfahrungen.

Eigene Leseinteressen und -vorlieben kennen und benennen

Lernende können ihre individuellen Leseinteressen, bevorzugte Genres und Textarten benennen und ihre Präferenzen begründen.

Bücher und Lesemedien gezielt nach Interesse und Niveau auswählen

Lernende können aus einem Angebot von Büchern und Lesemedien selbstständig eine ihren Interessen und ihrem Leseniveau entsprechende Auswahl treffen und diese Wahl begründen.

Über Leseerfahrungen sprechen und Leseempfehlungen geben

Lernende können ein gelesenes Buch oder einen Text inhaltlich beschreiben, persönlich bewerten und anderen gegenüber eine begründete Lese­empfehlung aussprechen oder abraten.

Lesestrategien und Texterschließung

Umfasst Methoden und Techniken zur gezielten Erschließung von Texten in drei Phasen: vor, während und nach dem Lesen, um Leseverständnis und Textverarbeitung systematisch zu fördern.

Strategien vor dem Lesen

Fasst Techniken zusammen, die vor dem eigentlichen Lesen eingesetzt werden, um den Leseprozess durch Vorwissensaktivierung, Antizipation und Zielklärung vorzubereiten.

Vorwissen aktivieren und Erwartungen an einen Text formulieren

Lernende können ihr themenbezogenes Vorwissen vor dem Lesen aktivieren und auf dieser Grundlage begründete Hypothesen über Inhalt, Struktur und Aussagerichtung eines Textes formulieren.

Texte durch Titel, Überschriften und Bilder vorentlasten (Antizipieren)

Lernende können para- und peritextuelle Elemente wie Titel, Überschriften und Abbildungen analysieren, um Erwartungen an den Textinhalt aufzubauen und sich inhaltlich auf den Lesevorgang einzustellen (Antizipation).

Leseabsicht klären (orientierendes, suchendes oder verstehendes Lesen)

Lernende können ihre Leseabsicht bewusst festlegen und zwischen orientierendem (kursorischem), suchendem (selektivem) und verstehendem (intensivem) Lesen unterscheiden sowie die jeweils passende Lesestrategie wählen.

Strategien während des Lesens

Fasst Techniken zusammen, die während des aktiven Lesevorgangs eingesetzt werden, um Textverständnis aufzubauen, Informationen zu sichern und Verständnislücken zu schließen.

Sinnabschnitte erkennen und gliedern

Lernende können thematisch zusammenhängende Textpassagen als Sinnabschnitte identifizieren, voneinander abgrenzen und mit treffenden Zwischenüberschriften versehen, um die Textgliederung zu erfassen.

Schlüsselwörter und wichtige Informationen markieren

Lernende können beim Lesen bedeutungstragende Schlüsselwörter sowie zentrale Aussagen und Kerngedanken eines Textes erkennen und durch Markieren oder Unterstreichen sichern.

Unverstandene Stellen identifizieren und Klärungsstrategien anwenden

Lernende können Stellen fehlenden oder unvollständigen Textverständnisses beim Lesen gezielt lokalisieren und geeignete Klärungsstrategien (z. B. Weiterlesen im Kontext, Nachschlagen unbekannter Begriffe, Rückblättern) anwenden.

Inferenzen ziehen (Implizites aus dem Kontext erschließen)

Lernende können über den expliziten Wortlaut eines Textes hinaus implizit enthaltene Informationen, Zusammenhänge und Bedeutungen aus dem Kontext erschließen (Inferenzbildung).

Textabschnitte paraphrasieren (mit eigenen Worten zusammenfassen)

Lernende können gelesene Textabschnitte unmittelbar in eigenen Worten reformulieren (Paraphrasieren), ohne den Originaltext zu kopieren, und so ihr Textverständnis sprachlich sichern.

Textinhalte in Skizze, Tabelle oder Mindmap visualisieren

Lernende können Informationen und Zusammenhänge aus einem Text in einer geeigneten grafischen Darstellungsform (Skizze, Tabelle, Mindmap) strukturieren und so Textinhalte visuell aufbereiten und sichern.

Strategien nach dem Lesen

Fasst Techniken zusammen, die nach dem Lesen eingesetzt werden, um Textinhalte zu konsolidieren, Kernaussagen zu formulieren und die globale Textstruktur zu reflektieren.

Kernaussage und Hauptgedanken eines Textes benennen

Lernende können die zentrale Botschaft und die wesentlichen Hauptgedanken eines Textes nach dem Lesen prägnant in eigenen Worten benennen und von Nebeninformationen abgrenzen.

Einen Text strukturiert zusammenfassen

Lernende können die wichtigsten Informationen eines Textes geordnet, gegliedert und in eigenen Worten zu einer kohärenten schriftlichen oder mündlichen Zusammenfassung verdichten.

Verbindungen zwischen Textabschnitten herstellen (globale Kohärenz)

Lernende können inhaltliche und logische Verknüpfungen zwischen verschiedenen Textabschnitten erkennen und beschreiben, wie diese aufeinander aufbauen und eine globale Textkohärenz herstellen.

Aufbau und Gliederung eines Textes beschreiben

Lernende können die Makrostruktur eines Textes (z. B. Einleitung–Hauptteil–Schluss, Problemdarstellung–Lösungsweg–Fazit) identifizieren, benennen und in ihrer Funktion für den Gesamttext erläutern.

Sach- und Informationstexte

Umfasst das Lesen, Verstehen und kritische Auswerten von Sach-, Informations- und Gebrauchstexten verschiedener Formen, einschließlich diskontinuierlicher Darstellungen wie Tabellen, Grafiken und Diagramme.

Sachtexte verstehen und auswerten

Umfasst Fähigkeiten zur gezielten Informationsentnahme, zum Erkennen von Textstrukturen und Argumentationsweisen sowie zum Erschließen von Fachbegriffen und Autorenabsichten in Sachtexten.

Einem Sachtext zentrale Informationen entnehmen

Lernende können explizit genannte Informationen zu einer vorgegebenen Frage gezielt aus einem Sachtext herauslesen und benennen.

Sachtextstruktur erkennen (Einleitung-Hauptteil-Schluss; These-Argument-Beleg)

Lernende können die innere Gliederung eines Sachtextes (Einleitung, Hauptteil, Schluss) sowie argumentative Strukturmuster (These, Argument, Beleg) erkennen und beschreiben.

Fachbegriffe in Sachtexten erschließen und erklären

Lernende können fachspezifische Begriffe in Sachtexten durch Kontexterschließung, Wortzergliederung oder Nachschlagen verstehen und in eigenen Worten erklären.

Absicht und Perspektive eines Sachtextes erkennen

Lernende können die Kommunikationsabsicht eines Sachtextes (informieren, argumentieren, instruieren, appellieren) bestimmen und die Perspektive des Verfassers einschätzen.

Quellenkritik und Informationsauswertung

Umfasst Fähigkeiten zur gezielten Nutzung, strukturierten Aufbereitung und kritischen Bewertung von Textinformationen und Quellen hinsichtlich Relevanz, Richtigkeit und Seriosität.

Informationen aus einem Text für eine eigene Fragestellung nutzen

Lernende können aus einem Sachtext die für eine bestimmte Fragestellung oder Aufgabe relevanten Informationen gezielt identifizieren und herausarbeiten.

Zu einem Sachtext Exzerpte und strukturierte Notizen erstellen

Lernende können Kernaussagen eines Sachtextes in Form von Exzerpten, Stichwortsammlungen oder strukturierten Notizen festhalten und dabei wesentliche von unwesentlichen Informationen unterscheiden.

Sachtextaussagen auf Richtigkeit und Belastbarkeit prüfen

Lernende können Aussagen eines Sachtextes auf innere Widersprüche und sachliche Richtigkeit prüfen sowie den Bedarf an externer Verifikation einschätzen.

Quellen und Autoren auf Seriosität, Absicht und Perspektive beurteilen

Lernende können anhand von Kriterien wie Autorenschaft, Herausgeberschaft, Erscheinungsdatum und Belegführung die Vertrauenswürdigkeit, Absicht und Perspektive einer Quelle beurteilen.

Informationen aus mehreren Quellen vergleichen, auswählen und auswerten

Lernende können Informationen aus verschiedenen Quellen miteinander vergleichen, Gemeinsamkeiten und Widersprüche benennen und eine begründete Auswahl für eine Fragestellung treffen.

Diskontinuierliche Texte (Tabellen, Grafiken, Diagramme)

Umfasst Fähigkeiten zur Erschließung und Auswertung diskontinuierlicher Darstellungsformen wie Tabellen, Diagramme, Karten und Infografiken sowie deren Verknüpfung mit kontinuierlichen Texten.

Informationen aus Tabellen und Listen entnehmen und interpretieren

Lernende können Tabellen und Listen lesen, gezielt Informationen entnehmen und Beziehungen zwischen den dargestellten Daten erkennen und beschreiben.

Daten aus Diagrammen und Schaubildern lesen und auswerten

Lernende können Balken-, Linien- und Kreisdiagramme sowie Schaubilder lesen und auf der Grundlage der dargestellten Daten sachliche Aussagen formulieren.

Informationen aus Karten, Plänen und Infografiken erschließen

Lernende können raumbezogene und strukturierende Darstellungen wie Karten, Pläne und Infografiken lesen und die darin enthaltenen Informationen erläutern.

Diskontinuierliche und kontinuierliche Textteile kombiniert auswerten

Lernende können Informationen aus kontinuierlichen Textteilen und diskontinuierlichen Darstellungen zusammenführen und zu einer integrierten Aussage verbinden.

Gebrauchstexte und Alltagstexte

Umfasst Fähigkeiten zum sinnentnehmenden Lesen und gezielten Nutzen von Gebrauchstexten des Alltags wie Anleitungen, Formularen, Fahrplänen und Verzeichnissen.

Anleitungen, Bedienungsanleitungen und Rezepte sinnentnehmend lesen

Lernende können Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Bedienungsanleitungen und Rezepte sinnentnehmend lesen und die beschriebenen Handlungsabfolgen nachvollziehen oder ausführen.

Formulare und Bewerbungsunterlagen lesen und verstehen

Lernende können formale Alltagsdokumente wie Formulare, Bewerbungsanschreiben und Verträge lesen und die darin enthaltenen Anforderungen und Informationen erfassen.

Fahrpläne, Programme und Verzeichnisse zielgerichtet nutzen

Lernende können strukturierte Alltagstexte wie Fahrpläne, Spielpläne, Verzeichnisse und Inhaltsübersichten als gezielte Informationsquelle nutzen und relevante Angaben herauslesen.

Literarische Texte – Prosa

Umfasst das Lesen, Verstehen und Analysieren literarischer Prosatexte verschiedener Gattungen und Komplexitätsstufen, von ersten Bilderbüchern bis hin zu Romanen.

Erzählende Texte der Primarstufe (erste Begegnung)

Umfasst die erste Begegnung mit erzählenden Texten: Bilderbücher sowie kurze Kinder- und Erstlesebücher werden erschlossen, Inhalte nachvollzogen und Bild-Text-Bezüge hergestellt.

Bilderbücher lesen und über Bild und Text sprechen

Lernende können einem Bilderbuch folgen, Illustrationen inhaltlich deuten, Zusammenhänge zwischen Bild und Text erkennen und den Inhalt mündlich wiedergeben.

Erste kürzere Erzähltexte und Kinderbücher lesen und nachvollziehen

Lernende können Kinder- und Erstlesebücher selbstständig lesen, dem Handlungsverlauf folgen und Hauptfiguren sowie grundlegende Ereignisse benennen.

Erzählende Texte – Grundlegendes Textverstehen

Umfasst grundlegende Fähigkeiten des Textverstehens bei erzählenden Texten: Handlungsverlauf, Erzählperspektive, Figurencharakterisierung, Raum-Zeit-Atmosphäre und Handlungsmotive.

Handlungsverlauf eines Erzähltextes nachvollziehen und wiedergeben

Lernende können die Ereignisse eines Erzähltextes in ihrer zeitlichen und kausalen Abfolge verstehen, strukturieren und in eigenen Worten zusammenfassen.

Erzählperspektive bestimmen (Ich-Form / Er-Form; auktorial, personal, neutral)

Lernende können die Erzählperspektive eines Textes (Ich-Erzähler, Er/Sie-Erzähler; auktorial, personal, neutral) bestimmen und deren Wirkung auf die Leserlenkung erläutern.

Figuren charakterisieren und Eigenschaften am Text belegen

Lernende können Charaktereigenschaften von Figuren benennen und diese durch direkte sowie indirekte Charakterisierungsmittel (Beschreibung, Verhalten, Sprache, Aussagen anderer) am Text belegen.

Ort, Zeit und Atmosphäre eines Erzähltextes bestimmen

Lernende können Handlungsort, Handlungszeit und die erzeugte Atmosphäre eines Erzähltextes benennen und mit konkreten Textstellen belegen.

Handlungsmotive von Figuren erkennen und analysieren

Lernende können Handlungsmotive von Figuren analysieren und erklären, welche Wünsche, Ängste oder Ziele das Verhalten einer Figur steuern.

Erzählstruktur und Erzählmittel

Umfasst die Analyse von Erzählstruktur und erzähltechnischen Mitteln, darunter Kompositionsphasen, Zeitgestaltung, Formen der Figurenrede sowie Symbole und Leitmotive.

Exposition, Konflikt, Wendepunkt und Auflösung als Erzählstruktur erkennen

Lernende können die klassischen Kompositionsphasen eines Erzähltextes (Exposition, steigende Handlung, Konflikt, Wendepunkt, Auflösung) identifizieren und deren narrative Funktion beschreiben.

Erzähltempo und Zeitgestaltung beschreiben (Raffung, Dehnung, Zeitsprung)

Lernende können Techniken der Zeitgestaltung (Raffung, Dehnung, Zeitsprung, Ellipse) in einem Erzähltext benennen und deren Wirkung auf Leserrythmus und Spannungsaufbau erläutern.

Innenperspektive und Figurenrede analysieren (erlebte Rede, innerer Monolog)

Lernende können direkte Rede, indirekte Rede, erlebte Rede und inneren Monolog unterscheiden sowie deren Funktion für die Darstellung von Figurenperspektive und Innenleben analysieren.

Symbole und Leitmotive in einem Erzähltext erkennen und deuten

Lernende können wiederkehrende Bilder, Symbole und Leitmotive in einem Erzähltext identifizieren und ihre Bedeutung für Thematik und Sinngebung des Textes erläutern.

Kurzprosa und Gattungsformen

Umfasst das Lesen und gattungsspezifische Analysieren von Kurzprosaformen wie Kurzgeschichte, Märchen, Fabel und Parabel anhand ihrer jeweiligen Gattungsmerkmale.

Eine Kurzgeschichte als Gattung erkennen und analysieren

Lernende können gattungstypische Merkmale der Kurzgeschichte (Einstieg in medias res, offenes Ende, verdichtete Symbolik, alltäglicher Konflikt) benennen und im Text nachweisen.

Ein Märchen lesen und gattungstypische Merkmale deuten

Lernende können Merkmale des Volksmärchens (stereotype Formeln, Dreierschema, Magie, moralischer Ausgang) benennen und die Aussage bzw. Botschaft eines Märchens erschließen.

Eine Fabel lesen und ihre Botschaft (Moral) erschließen

Lernende können Fabeln als Gattung erkennen, tierische oder dingliche Figuren als menschliche Typen deuten und die allgemeine moralische Lehre (Moral) der Fabel formulieren.

Eine Parabel in Bild- und Sachebene interpretieren

Lernende können in einer Parabel die wörtliche Bildebene und die übertragene Sachebene unterscheiden sowie die intendierte Aussageabsicht des Textes herausarbeiten.

Ganztextlektüre / Roman

Umfasst die Lektüre und Analyse eines vollständigen längeren Erzählwerks, einschließlich Handlungsstruktur, Figurenkonstellation, Themen und epochalem Kontext.

Einen Jugendroman überblicksartig lesen und die Handlungsstränge verfolgen

Lernende können einem längeren Erzählwerk überblicksartig folgen, mehrere Handlungsstränge unterscheiden und den Gesamtzusammenhang der Handlung strukturiert wiedergeben.

Figurenkonstellation und Figurenentwicklung in einem Roman analysieren

Lernende können die Beziehungen zwischen Figuren eines Romans darstellen (Figurenkonstellation) und die Entwicklung einzelner Figuren im Handlungsverlauf beschreiben und bewerten.

Themen, Motive und Leitmotive eines Romans herausarbeiten

Lernende können zentrale Themen und wiederkehrende Motive sowie Leitmotive eines Romans herausarbeiten und mit Textstellen belegen.

Epoche und kulturellen Kontext eines Werkes zur Interpretation heranziehen

Lernende können Entstehungszeit, biographischen Kontext des Autors und historisch-kulturellen Hintergrund eines Werkes ermitteln und für die Textinterpretation fruchtbar machen.

Lyrik und Gedichte

Teilgebiet der Literatur, das sich mit Gedichten und lyrischen Texten befasst – von grundlegenden Formmerkmalen über sprachliche Mittel bis hin zur strukturierten Analyse, Interpretation und experimentellen Formen der Lyrik.

Grundlegendes Lyrikverständnis und Form

Umfasst die grundlegenden Fähigkeiten zum Verstehen lyrischer Texte: inhaltliche Erschließung, äußere Form (Strophen, Verse), Reimschema sowie Metrum und Rhythmus.

Ein Gedicht lesen und den Inhalt erschließen

Lernende können ein Gedicht sinnerschließend lesen, sein Thema und seine Stimmung benennen sowie den Inhalt in eigenen Worten zusammenfassen.

Strophen und Verse als formale Merkmale erkennen und benennen

Lernende können die äußere Gliederung eines Gedichts in Strophen und Verse beschreiben und diese als formale Grundbegriffe der Lyrik korrekt benennen.

Reimschema bestimmen und benennen

Lernende können das Reimschema eines Gedichts identifizieren, mithilfe von Buchstaben (z. B. abab, aabb, abba) notieren und die entsprechenden Reimformen (Kreuzreim, Paarreim, umarmender Reim) benennen.

Metrum und Rhythmus eines Gedichtes bestimmen (Jambus, Trochäus, Daktylus)

Lernende können den metrischen Grundrhythmus eines Gedichts durch Betonungsanalyse bestimmen, in Versfüße einteilen und grundlegende Metren (Jambus, Trochäus, Daktylus) benennen.

Sprachliche Mittel der Lyrik

Behandelt die zentralen rhetorischen und stilistischen Mittel der Lyrik – Klangfiguren, Bildlichkeit und rhythmische Elemente – sowie deren inhaltliche und emotionale Wirkung im Gedicht.

Alliteration und Assonanz erkennen und deuten

Lernende können Alliterationen (Stabreime) und Assonanzen (Vokalreime) in lyrischen Texten identifizieren und deren klangliche sowie inhaltlich-atmosphärische Wirkung erläutern.

Metapher und Vergleich in Gedichten erkennen und interpretieren

Lernende können Metaphern und explizite Vergleiche in Gedichten erkennen, ihre übertragene Bedeutung entschlüsseln und ihre Wirkung auf den Leser beschreiben.

Personifikation und andere Bildlichkeit in Lyrik deuten

Lernende können Personifikationen sowie weitere Formen bildlicher Sprache (Synästhesie, Symbol) in lyrischen Texten benennen und ihre Funktion und Wirkung interpretieren.

Klang, Tempo und Rhythmus in ihrer emotionalen Wirkung beschreiben

Lernende können erläutern, wie Klangelemente, Sprechtempo und Rhythmus eines Gedichts zusammenwirken und die emotionale Wirkung sowie die Stimmung des Textes prägen.

Gedichtanalyse und -interpretation

Umfasst Methoden und Kompetenzen zur strukturierten Analyse und Interpretation von Gedichten, einschließlich der Unterscheidung von lyrischem Ich und Autor, des Epochenvergleichs und der Entwicklung fundierter Deutungshypothesen.

Ein Gedicht strukturiert analysieren (Inhalt, Form, Sprache)

Lernende können ein Gedicht nach einem gegliederten Analyseansatz untersuchen, der Inhalt, formale Merkmale, sprachliche Mittel und deren Wirkung systematisch berücksichtigt.

Lyrisches Ich vom realen Autor unterscheiden

Lernende können das lyrische Ich als textinterne Sprechinstanz von der realen Autorin bzw. dem realen Autor unterscheiden und diesen grundlegenden narratologischen Begriff auf Gedichte anwenden.

Gedichte verschiedener Epochen und Stile vergleichen

Lernende können zwei oder mehr Gedichte hinsichtlich Thema, formaler Gestaltung und sprachlicher Mittel vergleichend analysieren und wesentliche Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herausarbeiten.

Eine begründete Deutungshypothese zu einem Gedicht entwickeln

Lernende können eine begründete Deutungshypothese zur Bedeutung und Aussageabsicht eines Gedichts formulieren und diese durch gezielte Textstellen- und Analysebefunde belegen.

Lyrische Kleinformen und experimentelle Lyrik

Behandelt lyrische Kleinformen mit festen Regelstrukturen (Haiku, Elfchen) sowie experimentelle Lyrikformen (Klanggedichte, konkrete Poesie), die mit Sprache, Klang und visueller Gestaltung spielen.

Kurzgedichte als Gattungen erkennen (z. B. Haiku)

Lernende können Kurzgedichtformen wie z. B. Haiku (5-7-5-Silbenschema) und Elfchen als eigenständige lyrische Gattungen erkennen und deren formale Regeln benennen.

Klanggedichte und konkrete Poesie als experimentelle Form deuten

Lernende können Klanggedichte, Lautgedichte und optische bzw. konkrete Poesie als experimentelle Formen verstehen, die Sprache und Schrift als Material einsetzen, und deren Aussageabsicht und Wirkung reflektieren.

Dramatische Texte

Umfasst das Lesen, Verstehen und Analysieren dramatischer Texte – von grundlegenden Strukturmerkmalen über klassische Dramaturgie bis hin zu modernen und zeitgenössischen Dramenformen.

Grundlegendes Dramenverständnis

Behandelt die grundlegenden formalen und inhaltlichen Merkmale des Dramas, darunter strukturelle Gliederung, Textelemente, Figurenanalyse und Konfliktverlauf.

Den Aufbau eines Dramas erkennen (Akt, Szene, Auftritt)

Lernende können die formale Gliederung eines Dramentextes in Akte, Szenen und Auftritte erkennen, benennen und ihre strukturierende Funktion für den Handlungsverlauf beschreiben.

Dialog, Monolog und Regieanweisungen als Dramentextelemente unterscheiden

Lernende können die zentralen Textelemente eines Dramas – Dialog, Monolog, Replik und Regieanweisungen – unterscheiden und ihre jeweilige dramatische Funktion erläutern.

Figuren in einem Drama charakterisieren und ihre Beziehungen analysieren

Lernende können Dramenfiguren anhand von Sprache, Handlung und Interaktion charakterisieren sowie die Figurenkonstellation und Beziehungsgefüge im Drama darstellen und analysieren.

Konfliktverlauf und dramatische Spannung verfolgen und beschreiben

Lernende können den zentralen Konflikt eines Dramas identifizieren, seinen Verlauf nachvollziehen und die Mittel zur Erzeugung dramatischer Spannung beschreiben.

Dramaturgie und Dramenanalyse

Behandelt die vertiefte Analyse dramaturgischer Strukturen und Mittel, einschließlich des klassischen Dramenaufbaus, sprachlicher Stilmittel, Gattungsmerkmale sowie historischer Kontextualisierung.

Den klassischen Dramenaufbau analysieren (Fünf-Akt-Modell)

Lernende können die fünf Phasen (Beispiel: Freytagschen Pyramide) Exposition, steigende Handlung, Höhepunkt, fallende Handlung und Katastrophe/Lösung benennen und im Dramentext nachweisen.

Sprachliche Mittel der Dramensprache analysieren (Stichomythie, Tirade, Monolog)

Lernende können sprachlich-dramaturgische Mittel wie Stichomythie, Tirade und Monolog im Dramentext erkennen, benennen und ihre Funktion für Spannungsaufbau und Charakterisierung erläutern.

Komödie und Tragödie als Gattungsformen unterscheiden und charakterisieren

Lernende können die wesentlichen Gattungsmerkmale von Komödie und Tragödie benennen, gegenüberstellen und einem vorliegenden Drama zuordnen.

Ein Drama in seinem historischen und kulturellen Kontext einordnen

Lernende können einen Dramentext in seine historische Entstehungsepoche einordnen und epochenspezifische kulturelle sowie gesellschaftliche Bezüge für die Textinterpretation fruchtbar machen.

Modernes und zeitgenössisches Drama

Behandelt Formen des modernen und zeitgenössischen Dramas, darunter das epische Theater Brechts sowie das absurde Theater, und deren Abgrenzung von klassischen Dramenkonventionen.

Episches Theater und Verfremdungseffekt verstehen (z. B. Brecht)

Lernende können das Konzept des epischen Theaters erläutern, den Verfremdungseffekt als zentrales Gestaltungsprinzip beschreiben und entsprechende Techniken im Dramentext nachweisen.

Modernes und absurdes Theater als zeitgenössische Form verstehen

Lernende können Merkmale des modernen und absurden Dramas – wie offene Form, Antiheld, Sprachzerfall und Sinnentleerung – erkennen und von der geschlossenen klassischen Dramenform abgrenzen.

Medien als Texte (digitale und multimodale Texte)

Umfasst das Lesen, Analysieren und kritische Bewerten digitaler, multimodaler und persuasiver Medientexte, einschließlich Hypertexte, audiovisuelle Formate und Werbung.

Digitale Texte und Online-Medien

Behandelt das zielgerichtete Lesen und kritische Bewerten digitaler Texte in Online-Umgebungen, darunter Hypertexte, Websites und Social-Media-Formate.

Hypertexte und digitale Lesemedien zielgerichtet lesen und nutzen

Lernende können nicht-lineare, verlinkte digitale Texte navigieren und dabei gezielt relevante Informationen aus Hypertextstrukturen herausfiltern.

Texte auf Websites und in Online-Medien auf Seriosität und Absicht prüfen

Lernende können Kriterien der Quellenbewertung (Autor, Datum, Belege, Domäne) auf Websites und Online-Artikel anwenden, um deren Seriosität und kommunikative Absicht einzuschätzen.

Social-Media-Posts, Kommentare und Bewertungen als Textsorten analysieren

Lernende können informelle digitale Textsorten wie Social-Media-Posts, Kommentare und Bewertungen anhand ihrer sprachlichen und strukturellen Merkmale erkennen und ihre kommunikative Funktion einschätzen.

Multimodale und audiovisuelle Texte

Behandelt die Analyse von Texten, in denen mehrere Zeichensysteme – Bild, Ton und Sprache – zusammenwirken, darunter Infografiken, Comics und audiovisuelle Medien.

Bildtexte (Infografiken, Comics, Bilderbücher) lesen und interpretieren

Lernende können die Wechselwirkung von Bild und Text in multimodalen Formaten wie Infografiken, Comics oder Bilderbüchern beschreiben und aus beiden Ebenen gemeinsam Bedeutung erschließen.

Einen Film oder ein Video als narrativen Text analysieren

Lernende können filmische Mittel wie Kameraeinstellung, Schnitt und Musik benennen und deren Wirkung auf die Erzählstruktur eines Films oder Videos analysieren.

Ton, Bild und Sprache in multimodalen Texten in ihrer Wechselwirkung beschreiben

Lernende können erläutern, wie verschiedene Zeichensysteme – Text, Bild und Ton – in einem multimodalen Text zusammenwirken und gemeinsam Bedeutung erzeugen.

Persuasive Medientexte und Medienkritik

Behandelt die Analyse persuasiver Strategien in Medientexten sowie die kritische Reflexion von Desinformation, Werbung und eigener Mediennutzung.

Werbetexte und Werbemaßnahmen in ihrer Wirkung analysieren

Lernende können sprachliche und visuelle Strategien in Werbetexten identifizieren und erklären, wie diese gezielt emotionale oder rationale Wirkungen beim Publikum erzeugen sollen.

Strategien der Meinungsmanipulation in Medientexten erkennen (Fake News, Framing)

Lernende können Mechanismen von Desinformation, Framing und Propaganda in Medientexten benennen und kriterienbasiert Fake News sowie manipulative Darstellungsweisen erkennen.

Eigene Mediennutzung reflektieren und kritisch bewerten

Lernende können die eigene Nutzung digitaler Medienangebote kritisch hinterfragen und Kriterien für einen bewussten und souveränen Medienumgang benennen.

Schreiben und Texte verfassen

Umfasst alle Teilbereiche des schriftlichen Ausdrucks, von den Grundlagen des Schreiblernprozesses über verschiedene Textsorten und Schreibzwecke bis hin zu kreativem Schreiben, Überarbeitungstechniken und der Fähigkeit, Texte zusammenzufassen oder zu paraphrasieren.

Schreiblernprozess und Grundlagen des Schreibens

Umfasst die grundlegenden Aspekte des Schreiblernprozesses, einschließlich der Entwicklung der Handschrift, der korrekten Schreibtechnik und ergonomischer Grundlagen.

Handschrift entwickeln und festigen

Behandelt die schrittweise Entwicklung einer leserlichen und formkorrekten Handschrift, von Druckbuchstaben bis zur verbundenen Schrift sowie die Verbesserung von Schreibfluss und Gleichmäßigkeit.

Druckbuchstaben korrekt formen – Großbuchstaben

Lernende können alle 26 Großbuchstaben des Alphabets in Druckschrift in korrekter Form, mit richtigen Proportionen und gut leserlich schreiben.

Druckbuchstaben korrekt formen – Kleinbuchstaben

Lernende können alle 26 Kleinbuchstaben des Alphabets in Druckschrift in korrekter Form, mit richtigen Proportionen und gut leserlich schreiben.

Schreibschrift erlernen – Grundformen und Buchstabenverbindungen

Lernende können Buchstaben in einer verbundenen Schrift (Schreibschrift) formal korrekt ausführen und durch gezielte Buchstabenverbindungen einen fließenden Schreibduktus erzielen.

Schreibfluss und Leserlichkeit verbessern

Lernende können durch wiederholte Übung einen kontinuierlichen Schreibfluss entwickeln und eine gleichmäßige, klar lesbare Handschrift mit konsistenten Buchstabenformen und -abständen produzieren.

Schreibhaltung und Schreibtechnik

Behandelt die technischen und ergonomischen Grundlagen des Schreibens, umfasst sowohl die korrekte Körper- und Stifthaltung beim manuellen Schreiben als auch das flüssige Schreiben auf digitalen Eingabegeräten.

Stifthaltung, Körperhaltung und Schreibdruck kontrollieren

Lernende können eine ergonomisch korrekte Stifthaltung (z. B. Dreipunktgriff) und aufrechte Sitzposition einnehmen sowie den Anpressdruck des Stifts beim Schreiben bewusst regulieren, um Ermüdung und Fehlhaltungen zu vermeiden.

Digitales Schreiben – Tastatur sicher und flüssig nutzen

Lernende kennen die Tastenanordnung einer Standardtastatur, können Tasten sicher ansteuern und entwickeln zunehmend Tippgeschwindigkeit sowie Fehlerfreiheit beim Eingeben von Texten.

Schreibprozess: Planen, Verfassen, Überarbeiten

Umfasst den vollständigen Schreibprozess von der Analyse der Aufgabe über die Planung und das Verfassen eines Erstentwurfs bis zur inhaltlichen, sprachlichen und formalen Überarbeitung sowie Feedback, Reflexion und digitalem Schreiben.

Schreibaufgaben analysieren und planen

Behandelt die vorbereitenden Schritte des Schreibprozesses: Anforderungen einer Schreibaufgabe erschließen, Ideen generieren und einen strukturierten Schreibplan entwickeln.

Eine Schreibaufgabe analysieren und das Schreibziel klären

Lernende können eine Schreibaufgabe analysieren, indem sie Textsorte, Adressat, Umfang und kommunikative Funktion identifizieren und daraus ein konkretes Schreibziel ableiten.

Ideen sammeln mit Brainstorming, Mindmap und Cluster

Lernende können mithilfe von Brainstorming, Mindmaps, Clustern oder Assoziationsketten Ideen zu einem Thema kreativ und ohne Bewertung entfalten.

Einen Schreibplan entwickeln und strukturieren

Lernende können gesammelte Ideen nach inhaltlichen Kriterien ordnen, eine Gliederung erstellen und die wesentlichen Aussagen für jeden Textabschnitt schriftlich festhalten.

Texte verfassen

Behandelt das Verfassen eines ersten Textentwurfs auf Grundlage des Schreibplans, wobei Fluss und Kontinuität des Schreibens im Vordergrund stehen.

Eine Rohfassung (Erstentwurf) zügig und ohne Unterbrechung verfassen

Lernende können planbasiert eine Rohfassung zügig niederschreiben und dabei Korrekturen oder Selbstzweifel zurückstellen, um einen vollständigen Erstentwurf zu erzeugen.

Texte überarbeiten (inhaltlich, sprachlich, formal)

Behandelt die systematische Überarbeitung eines Textentwurfs auf drei Ebenen: inhaltliche Stimmigkeit, sprachlich-stilistische Qualität sowie orthografische und interpunktionelle Korrektheit.

Einen Text inhaltlich überarbeiten (Ergänzen, Streichen, Umstrukturieren)

Lernende können einen Textentwurf auf inhaltliche Vollständigkeit, logischen Aufbau und Angemessenheit prüfen sowie Passagen ergänzen, streichen oder umstrukturieren.

Einen Text sprachlich überarbeiten (Ausdruck, Satzbau, Kohärenz)

Lernende können Satzbau, Wortwahl und Kohärenz eines Textes analysieren und durch gezielte Umformulierungen Verständlichkeit, Stilniveau und Lesewirkung verbessern.

Einen Text formal überarbeiten – Rechtschreibung und Zeichensetzung prüfen

Lernende können einen Text systematisch auf Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler durchsehen und diese regelgeleitet korrigieren.

Feedback und Reflexion im Schreibprozess

Behandelt die Einbindung von Feedback und Selbstreflexion in den Schreibprozess, einschließlich konstruktiver Rückmeldung, produktiver Feedbacknutzung, kooperativer Textbesprechung und metakognitiver Prozessreflexion.

Feedback zu einem Text konstruktiv formulieren

Lernende können zu einem fremden Text strukturiertes, sachliches Feedback formulieren, das Stärken benennt und begründete, konkrete Verbesserungsvorschläge enthält.

Feedback annehmen und gezielt zur Überarbeitung nutzen

Lernende können Rückmeldungen zu ihrem eigenen Text aufnehmen, deren Relevanz einschätzen und auf dieser Grundlage gezielte Überarbeitungen vornehmen.

Eine Schreibkonferenz durchführen – Texte gemeinsam besprechen

Lernende können Texte im dialogischen Austausch gemeinsam besprechen, Überarbeitungsvorschläge einbringen und kooperativ die Textqualität weiterentwickeln.

Den eigenen Schreibprozess reflektieren und weiterentwickeln

Lernende können die im Schreibprozess eingesetzten Strategien benennen, deren Wirksamkeit einschätzen und Konsequenzen für die Weiterentwicklung des eigenen Schreibens formulieren.

Digitales und mediengestütztes Schreiben

Behandelt den Einsatz digitaler Werkzeuge und Medien beim Schreiben, von Textverarbeitungsprogrammen über Formatierungsmöglichkeiten bis hin zum kritischen Umgang mit automatisierten Schreibhilfen.

Texte mit Textverarbeitungsprogrammen erstellen und gestalten

Lernende können Texte mit Textverarbeitungssoftware erfassen, speichern und mithilfe grundlegender Formatierungsmittel wie Überschriften, Absätzen und Tabellen strukturiert gestalten.

Digitale Hilfsmittel beim Schreiben gezielt und kritisch einsetzen

Lernende können digitale Schreibhilfen wie Rechtschreibprüfung, Synonymwörterbuch oder KI-gestützte Textwerkzeuge situationsangemessen einsetzen und deren Vorschläge kritisch bewerten.

Erzählende Texte schreiben

Umfasst das Verfassen erzählender Texte in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen Techniken, von der Grundstruktur über erzähltechnische Mittel und Perspektiven bis hin zu spezifischen Erzähltextgattungen.

Grundlegendes Erzählen – Aufbau und Struktur

Behandelt die grundlegenden strukturellen Elemente einer Erzählung: die dreiteilige Gliederung, die Gestaltung von Anfang und Schluss sowie die chronologisch-kohärente Verknüpfung von Ereignissen.

Eine Geschichte mit Anfang, Mitte und Ende strukturieren

Lernende können eine Erzählung in die drei Grundteile Einleitung, Hauptteil und Schluss gliedern, wobei der Einstieg eine Ausgangssituation etabliert, der Hauptteil einen Konflikt oder ein zentrales Ereignis entfaltet und der Schluss die Handlung abschließt.

Einen wirkungsvollen Erzählanfang gestalten

Lernende können verschiedene Einstiegstechniken (in medias res, Leserfrage, atmosphärische Beschreibung, überraschende Aussage) gezielt einsetzen und die jeweils erzeugte Leserwirkung begründen.

Einen stimmungsvollen Erzählschluss gestalten

Lernende können unterschiedliche Schlussformen (runde Auflösung, offenes Ende, Pointe, Wendung) bewusst wählen und erläutern, welchen Eindruck der jeweilige Schluss beim Lesenden hinterlässt.

Chronologisch und kohärent erzählen

Lernende können Ereignisse in logisch-zeitlicher Abfolge darstellen und Handlungsschritte durch zeitliche sowie kausale Konnektoren kohärent miteinander verknüpfen.

Erzähltechnische Mittel

Behandelt handwerkliche Mittel des Erzählens: Spannungsaufbau, Dialoggestaltung, Figuren- und Schauplatzzeichnung, Stimmungserzeugung sowie den bewussten Umgang mit Erzählzeit und erzählter Zeit.

Spannung in einer Erzählung aufbauen und steigern

Lernende können Spannungsmittel wie ungelösten Konflikt, Informationsvorsprung des Lesers, Cliffhanger, Zeitdruck und unerwartete Wendung gezielt und wirkungsbewusst in eine Erzählung einbauen.

Wörtliche Rede korrekt einbauen und dramatisch gestalten

Lernende können wörtliche Rede grammatisch korrekt in einen Erzähltext integrieren und den Figurendialog zur Steigerung der Lebendigkeit sowie zur indirekten Charakterisierung von Personen nutzen.

Personen und Schauplätze lebendig beschreiben

Lernende können Personen und Schauplätze durch konkrete, sensorische Details anschaulich beschreiben und dabei eine spezifische Atmosphäre für den Lesenden erzeugen.

Figuren durch Handlung und Dialog charakterisieren

Lernende können Figuren indirekt durch ihr Verhalten, ihre Sprache und ihre Entscheidungen charakterisieren und dabei das Prinzip 'Show, don't tell' konsequent anwenden.

Erzählmittel zur Stimmungserzeugung bewusst einsetzen

Lernende können durch gezielte Auswahl von Verben, Adjektiven, Satzlänge und Rhythmus eine bestimmte Stimmung in ihrer Erzählung erzeugen und sprachliche Mittel zur Wirkungssteuerung einsetzen.

Erzählzeit und erzählte Zeit bewusst gestalten

Lernende können Raffung, Dehnung und Zeitsprünge als Erzähltechniken unterscheiden und bewusst einsetzen, um das Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit wirkungsvoll zu gestalten.

Erzählperspektive

Behandelt die verschiedenen Erzählperspektiven und ihre Wirkung: die subjektive Innenperspektive der Ich-Erzählung sowie die auktoriale und personale Außenperspektive.

Aus der Ich-Perspektive erzählen

Lernende können eine Erzählung konsequent aus der Ich-Perspektive verfassen und dabei Innenperspektive, subjektives Erleben und Nähe zum Lesenden als charakteristische Merkmale dieser Erzählhaltung nutzen.

Aus der Er/Sie-Perspektive erzählen (auktorial oder personal)

Lernende können eine Erzählung aus der Außenperspektive schreiben und dabei zwischen auktorialer (allwissender) und personaler (figurengebundener) Erzählhaltung unterscheiden und eine davon konsequent durchhalten.

Erzähltextformen

Behandelt konkrete Gattungen und Formen erzählender Texte: den persönlichen Erlebnisbericht, die produktive Textarbeit durch Weiter- oder Umschreiben sowie die eigenständige Kurzgeschichte.

Einen Erlebnisbericht verfassen

Lernende können ein selbst erlebtes Ereignis als Erlebnisbericht strukturiert, chronologisch und mit konkreten persönlichen Details schriftlich darstellen.

Eine Geschichte nach bekanntem Muster weiterschreiben oder umschreiben

Lernende können an einen vorgegebenen Textanfang oder eine Ausgangssituation anknüpfen, eine eigenständige Fortsetzung entwickeln oder eine bestehende Geschichte durch Variation von Perspektive, Ausgang oder Figuren umschreiben.

Eine Kurzgeschichte eigenständig verfassen

Lernende können eine Kurzgeschichte eigenständig verfassen und dabei gattungstypische Merkmale bewusst einsetzen: Einstieg in medias res, knappe und verdichtete Sprache, symbolische Bedeutungsebene und offenes Ende.

Informierende Texte schreiben

Umfasst das Verfassen verschiedener informierender Textsorten wie Berichte, Beschreibungen, Anleitungen, Protokolle und Sachtexte mit dem Ziel, Sachverhalte objektiv, strukturiert und adressatengerecht schriftlich darzustellen.

Berichte verfassen

Umfasst das Verfassen sachlicher Berichte zu Ereignissen, Tathergängen und Erlebnissen unter Einsatz strukturierender Mittel wie W-Fragen, chronologischer Abfolge und objektiver Darstellung.

Einen sachlichen Bericht verfassen (W-Fragen: Wer? Was? Wann? Wo? Wie?)

Lernende können einen Bericht sachlich, objektiv und in der Vergangenheitsform schreiben und dabei die W-Fragen als Strukturhilfe systematisch nutzen.

Einen Tathergang oder ein Ereignis chronologisch berichten

Lernende können ein Ereignis (Unfall, Vorfall, Beobachtung) in zeitlicher Abfolge sachlich und ohne persönliche Wertung schriftlich darstellen.

Einen Reise- oder Veranstaltungsbericht schreiben

Lernende können eine Reise, einen Schulausflug oder eine Veranstaltung strukturiert und anschaulich in Berichtsform darstellen.

Beschreibungen verfassen

Umfasst das präzise schriftliche Beschreiben von Gegenständen, Tieren, Personen sowie Räumen und Wegen in geordneter, sachlicher Form mit klaren sprachlichen Strukturmitteln.

Einen Gegenstand oder ein Tier präzise beschreiben (Sachbeschreibung)

Lernende können einen Gegenstand oder ein Tier in geordneter Reihenfolge sachlich und detailliert beschreiben, sodass er/es erkennbar wird.

Eine Person beschreiben (äußere Merkmale und innere Eigenschaften)

Lernende können eine Person sachlich beschreiben – zunächst äußere Merkmale, dann Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften in geordneter Abfolge.

Raum und Schauplatz beschreiben (Raum- und Wegbeschreibung)

Lernende können einen Raum oder einen Weg so beschreiben, dass sich Lesende orientieren können – mit geordneter Reihenfolge und räumlichen Bezügen.

Anleitungen und Protokolle

Umfasst das Verfassen von Schritt-für-Schritt-Anleitungen sowie Verlaufs- und Ergebnisprotokollen zur sachlichen und vollständigen Dokumentation von Vorgängen, Experimenten oder Sitzungen.

Eine Vorgangsbeschreibung oder Anleitung Schritt für Schritt verfassen

Lernende können einen Arbeitsvorgang oder eine Handlungsfolge in klaren, nummerierten Schritten und im Präsens präzise verfassen.

Ein Verlaufsprotokoll oder Ergebnisprotokoll erstellen

Lernende können den Verlauf oder die Ergebnisse einer Sitzung, eines Experiments oder einer Beobachtung vollständig und sachlich protokollieren.

Informierende Sachtexte

Umfasst das Verfassen strukturierter Sach- und Informationstexte, Steckbriefe sowie vergleichender Darstellungen zur neutralen und übersichtlichen Vermittlung von Fachinhalten.

Einen Sachtext oder Informationstext zu einem Thema verfassen

Lernende können zu einem Sachthema eine strukturierte, informierende Darstellung verfassen (Einleitung – gegliederte Information – Fazit).

Einen Steckbrief oder eine strukturierte Kurzinformation schreiben

Lernende können die wichtigsten Informationen zu einer Person, einem Tier oder einem Sachverhalt in einem formatierten Steckbrief übersichtlich darstellen.

Informationen vergleichen und schriftlich gegenüberstellen

Lernende können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zweier Gegenstände, Texte oder Positionen strukturiert und neutral schriftlich darstellen.

Argumentierende Texte schreiben

Umfasst das Verfassen argumentativer Texte, von den Grundlagen des strukturierten Meinungsausdrucks über verschiedene Erörterungsformen bis hin zu meinungsstarken und appellativen journalistischen Textformen.

Grundlagen des argumentativen Schreibens

Behandelt die grundlegenden Techniken des argumentativen Schreibens: Thesen formulieren, Argumente strukturieren und bewerten sowie Gegenargumente sachlich entkräften.

Einen eigenen Standpunkt schriftlich formulieren und begründen

Lernende können eine eigene These schriftlich formulieren und sie mithilfe des Dreierschritts (Behauptung – Begründung – Beispiel) durch sachliche Argumente und konkrete Belege stützen.

Argumente sammeln, ordnen und nach Überzeugungskraft bewerten

Lernende können Argumente zu einer Frage sammeln, ihre Überzeugungskraft einschätzen sowie eine wirkungsvolle Reihenfolge herstellen, etwa nach dem Prinzip der Steigerung vom schwächsten zum stärksten Argument.

Gegenargumente entwickeln und sachlich entkräften

Lernende können mögliche Einwände gegen die eigene Position antizipieren, präzise formulieren und durch gezielte Erwiderung oder Relativierung sachlich entkräften.

Argumentierende Textformen

Behandelt konventionelle argumentierende Textformen wie Stellungnahme, Pro-Contra-Abwägung sowie lineare und dialektische Erörterung mit ihren jeweiligen Strukturprinzipien.

Eine Stellungnahme zu einem Sachverhalt verfassen

Lernende können zu einem Sachverhalt eine strukturierte Stellungnahme verfassen, die eine Einleitung, eine begründete Argumentation und eine abschließende Schlussfolgerung umfasst.

Pro-Contra-Argumente entwickeln und abwägen

Lernende können zu einer strittigen Frage Argumente für und gegen eine Position entwickeln und diese in einem schriftlichen Abwägungstext ausgewogen und sachlich gegenüberstellen.

Eine lineare Erörterung schreiben

Lernende können eine lineare Erörterung verfassen, die eine Position durchgehend einseitig argumentativ entfaltet und am Schluss zu einer pointierten Zuspitzung führt.

Eine dialektische Erörterung verfassen

Lernende können eine dialektische Erörterung in der dreigliedrigen Struktur These – Antithese – Synthese schreiben, in der abschließend eine begründete eigene Position entwickelt wird.

Meinungsstarke und appellative Textformen

Behandelt meinungsbetonte und appellative Textformen wie Kommentar, Leserbrief und Aufruf, die eine klare Haltung vermitteln und auf Lesende einwirken sollen.

Einen Kommentar als journalistische Textform verfassen

Lernende können einen journalistischen Kommentar schreiben, der eine klar erkennbare Haltung zu einem Sachverhalt einnimmt, knapp und pointiert argumentiert und mit einer Bewertung oder Handlungsaufforderung schließt.

Einen Leserbrief verfassen

Lernende können einen strukturierten Leserbrief verfassen, der auf einen vorliegenden Text Bezug nimmt, eine eigene begründete Stellungnahme formuliert und mit einer Forderung oder einem Wunsch schließt.

Einen Appell oder Aufruf schreiben

Lernende können einen appellativen Text schreiben, der die Lesenden direkt anspricht, eine Notwendigkeit oder Dringlichkeit darstellt und explizit zu einer konkreten Handlung auffordert.

Kreatives und produktionsorientiertes Schreiben

Umfasst Schreibformen, bei denen sprachliche Gestaltungsfreiheit, Experimentierfreude und ästhetisches Ausdrucksvermögen im Vordergrund stehen, von produktionsorientiertem Umschreiben über freies Schreiben bis zu formgebundenen kreativen Textformen und Schreibreflexion.

Produktionsorientiertes Schreiben

Umfasst Schreibverfahren, bei denen ein vorhandener Text als Grundlage dient, um ihn kreativ weiterzuführen, umzuschreiben, perspektivisch zu wechseln oder nach einem sprachlichen Muster neu zu gestalten.

Einen Text kreativ weiter- oder umschreiben

Lernende können einen vorgegebenen Text kreativ fortführen oder verändern, indem sie an einem Textanfang anknüpfen, eine Textstelle umschreiben, einen alternativen Schluss verfassen oder das Geschehen aus einer anderen Sicht neu erzählen.

Einen Text aus einer anderen Perspektive umschreiben

Lernende können eine Szene oder Situation konsequent aus der Sicht einer anderen Figur neu erzählen und dabei Perspektive, Tonalität sowie den Wissensstand dieser Figur durchgehend berücksichtigen.

Einen Paralleltext nach einem sprachlichen Vorbild schreiben

Lernende können ein sprachliches Muster – etwa Satzstruktur, Wiederholungsform oder Rhythmus – in einem Vorlagetext erkennen und nach diesem Muster einen eigenständigen Paralleltext verfassen.

Freies und inspiriertes Schreiben

Umfasst Schreibverfahren, die ohne enge Vorgaben den spontanen Ideenfluss, sensorische Impulse oder spielerische Sprachexperimente als Ausgangspunkt für kreative Texte nutzen.

Freies Schreiben einsetzen (Schreibfluss ohne Unterbrechung)

Lernende können für eine festgelegte Zeitspanne ohne Unterbrechung und ohne Rücksicht auf Fehler oder formale Ziele schreiben, um den Schreibfluss zu fördern und kreative Ideen freizusetzen.

Bild-, Musik- oder Gegenstandsimpulse als Schreibanlass nutzen

Lernende können einen visuellen, akustischen oder gegenständlichen Impuls als Schreibanlass nutzen und diesen sensorischen Ausgangspunkt kreativ zu einem eigenständigen Text weiterentwickeln.

Sprachliche Spielformen und Schreibexperimente ausprobieren

Lernende können mit Sprache experimentieren und spielerische Schreibformen wie Reizwortgeschichten, Lückentexte, Wortfeldtexte oder Cut-up-Texte gezielt einsetzen.

Kreative Textformen

Umfasst das Verfassen von Texten in spezifischen kreativen Formen wie formgebundenen Gedichten, Figurendialogen und inneren Monologen, bei denen formale und ästhetische Gestaltungsprinzipien zentral sind.

Ein Gedicht nach formalen Vorgaben schreiben

Lernende können Gedichte in festgelegten Formen verfassen, darunter Haiku (5-7-5-Silbenstruktur), Elfchen, Akrostichon, Reimgedicht und Kettengedicht, und dabei die jeweiligen formalen Vorgaben einhalten.

Einen Dialog oder eine Szene schreiben

Lernende können eine szenische Sequenz mit Figurendialog gestalten, in der Charaktere durch ihre Wortwahl, Reaktionen und Haltungen authentisch zum Ausdruck kommen.

Einen inneren Monolog verfassen

Lernende können die Gedanken, Gefühle und inneren Überlegungen einer Figur in der Ich-Form und ohne erzählerische Einrahmung als inneren Monolog direkt verschriftlichen.

Schreibreflexion und Schreibentwicklung

Umfasst die metakognitive Auseinandersetzung mit dem eigenen Schreibprozess, bei der Schreiberfahrungen dokumentiert, Texte kommentiert und die eigene Entwicklung als Schreibende reflektiert werden.

Über das eigene Schreiben reflektieren (Schreibportfolio, Schreibjournal)

Lernende können ihre Schreiberfahrungen in einem Portfolio oder Schreibjournal festhalten, eigene Texte kommentieren und ihre Entwicklung als Schreibende über einen längeren Zeitraum beschreiben und einschätzen.

Formale und zweckgebundene Texte

Umfasst das Verfassen formaler und zweckgebundener Texte, darunter offizielle und persönliche Korrespondenz, Bewerbungsunterlagen, behördliche Schreiben sowie weitere praxisorientierte Textformen mit jeweils spezifischen Konventionen und Registern.

Briefe und digitale Kommunikation

Behandelt das Verfassen verschiedener Formen schriftlicher Korrespondenz – von offiziellen und persönlichen Briefen bis hin zu formalen E-Mails und digitalen Nachrichten – unter Beachtung situationsgerechter Struktur, Anrede und Register.

Einen offiziellen Brief korrekt formatieren und verfassen

Lernende können einen offiziellen Brief nach den üblichen Konventionen aufbauen (Absender, Empfänger, Datum, Betreff, Anrede, Hauptteil, Grußformel, Unterschrift) und ein formal-sachliches Register situationsgerecht einsetzen.

Einen persönlichen Brief schreiben

Lernende können einen persönlichen Brief an eine vertraute Person verfassen und dabei passende Anrede, persönlichen Ton, inhaltliche Gliederung und eine situationsgerechte Grußformel verwenden.

Eine formale E-Mail oder digitale Nachricht professionell formulieren

Lernende können formale E-Mails oder digitale Nachrichten an Institutionen oder Unternehmen verfassen und dabei Betreff, Anrede, sachlichen Inhalt und professionelle Grußformel korrekt einsetzen.

Bewerbung und berufliche Texte

Behandelt das Verfassen berufsbezogener und formaler Dokumente, darunter tabellarische Lebensläufe, Bewerbungsanschreiben sowie formale Anfragen und Mitteilungen an Ämter oder Betriebe.

Einen tabellarischen Lebenslauf erstellen

Lernende können einen vollständigen tabellarischen Lebenslauf erstellen, der persönliche Angaben, Bildungsweg, Praktika bzw. Erfahrungen und Interessen übersichtlich und strukturiert darstellt.

Ein Bewerbungsanschreiben verfassen

Lernende können ein zielgerichtetes Bewerbungsanschreiben verfassen, das Motivation, Eignung und konkrete Stärken nachvollziehbar und überzeugend kommuniziert.

Formale Anfragen, Beschwerden oder Mitteilungen formulieren

Lernende können formale Schreiben wie Anfragen, Beschwerden oder Mitteilungen an Behörden, Betriebe oder Institutionen klar gegliedert, sachlich und mit präzisem Anliegen formulieren.

Weitere zweckgebundene Textformen

Behandelt weitere zweckgebundene Textformen mit strukturierten Darstellungs- und Bewertungskonventionen, insbesondere Rezensionen und Empfehlungsschreiben.

Bewertungen, Rezensionen und Empfehlungsschreiben verfassen

Lernende können Bücher, Filme oder Produkte in einer strukturierten Rezension bewerten, indem sie Einleitung, Beschreibung, Bewertung und Empfehlung zu einem kohärenten Text verbinden.

Zusammenfassung und Inhaltsangabe

Umfasst Techniken zur komprimierenden Wiedergabe von Texten und Informationen, darunter das Verfassen formgerechter Inhaltsangaben sowie das Exzerpieren und Paraphrasieren von Textinhalten.

Zusammenfassungen verfassen

Behandelt das strukturierte Wiedergeben von Textinhalten in mündlicher und schriftlicher Form, von der freien sinngemäßen Zusammenfassung bis zur regelkonformen Inhaltsangabe und Kapitelzusammenfassung.

Den Inhalt eines Textes mündlich oder schriftlich sinngemäß wiedergeben

Lernende können die wesentlichen Inhalte eines Textes, Films oder Gesprächs mit eigenen Worten so wiedergeben, dass die Kernaussage klar und vollständig wird.

Eine Inhaltsangabe nach Regeln verfassen

Lernende können einen erzählenden oder informativen Text formal korrekt zusammenfassen: Präsens, 3. Person, sachlicher Ton, keine wörtliche Rede, keine eigene Meinung – nur das Wesentliche des Originals.

Eine Szenen- oder Kapitelzusammenfassung erstellen

Lernende können den Inhalt einer Szene oder eines Kapitels in knapper, strukturierter Form wiedergeben und die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen benennen.

Exzerpieren und Paraphrasieren

Behandelt Techniken zur selektiven Informationsentnahme und inhaltsgetreuen Umformulierung von Texten, einschließlich der Zusammenführung von Exzerpten aus mehreren Quellen.

Wesentliche Informationen aus einem Text exzerpieren

Lernende können Kerninformationen eines Textes identifizieren und in Stichpunktform oder kurzen Sätzen strukturiert herausschreiben.

Textaussagen paraphrasieren (in eigene Worte übertragen)

Lernende können Textaussagen in eigene Worte fassen, ohne den Inhalt zu verändern, zu kommentieren oder zu ergänzen.

Exzerpte aus mehreren Quellen für eine Schreibaufgabe zusammenführen

Lernende können Informationen aus verschiedenen Quellen exzerpieren, vergleichen und für eine eigene Schreibaufgabe zu einer kohärenten Darstellung zusammenführen.

Mehrsprachenkompetenz
Was ist Sprache?

Teilbereich zur Grundfrage, was Sprache ist: behandelt Funktion, Erscheinungsformen und weltbildprägende Wirkung von Sprache als menschlichem Phänomen.

Wozu Menschen Sprache haben

Lernende verstehen die grundlegenden Funktionen von Sprache – Verbindung zwischen Menschen, Ermöglichung von Kooperation und Träger des Denkens – und erkennen, dass jeder Mensch über sprachliche Kompetenz verfügt.

Gesprochene, geschriebene und gebärdete Sprache unterscheiden

Lernende unterscheiden gesprochene, geschriebene und gebärdete Sprache als eigenständige Grundformen und verstehen Gebärdensprachen als vollwertige natürliche Sprachen mit eigener Grammatik, Geschichte und regionalen Varietäten, nicht als manuelle Abbildung lautsprachlicher Äußerungen.

Dass Sprache mehr ist als Wörter

Lernende erkennen, dass sprachliche Bedeutung durch paralinguistische und nonverbale Mittel wie Prosodie, Intonation, Pausen, Mimik und Gestik mitgetragen wird und diese eine Aussage verstärken, abschwächen oder in ihr Gegenteil verkehren können.

Tonsprachen entdecken

Lernende entdecken das Prinzip der Tonsprachen (z. B. Mandarin, Vietnamesisch, Yoruba), bei denen die lexikalische Bedeutung eines Wortes durch die Tonhöhe bzw. den Tonverlauf bestimmt wird, und erleben damit eine grundlegend andere phonologische Logik.

Dass Sprachen die Welt unterschiedlich ordnen

Lernende erkennen anhand konkreter Beispiele wie Farb- oder Verwandtschaftsterminologie sowie räumlichen Orientierungssystemen, dass Sprachen die Wirklichkeit lexikalisch und kategorial unterschiedlich strukturieren (sprachliche Relativität), und reflektieren die Begrenztheit der eigenen sprachlichen Perspektive.

Die Sprachen der Welt

Teilbereich zur weltweiten Sprachlandschaft: behandelt bedeutende Weltsprachen, deren Verbreitung und historische Hintergründe, Konzepte wie Sprachfamilien, Amtssprachen und Schriftsysteme sowie Sprachwandel als natürlichen Prozess.

Die großen Weltsprachen

Teilbereich zu den Sprachen mit der größten globalen Reichweite oder Sprecherzahl: stellt ausgewählte Weltsprachen in je einer Lerneinheit hinsichtlich Verbreitung, historischer Hintergründe und sprachlicher Besonderheiten vor.

Englisch

Lernende kennen die weltweite Verbreitung des Englischen und verstehen die historischen Faktoren – Kolonialgeschichte, internationaler Handel, Wissenschaft und digitale Kommunikation – die es zur dominanten globalen Lingua franca gemacht haben.

Mandarin-Chinesisch

Lernende kennen Mandarin-Chinesisch als die Sprache mit der weltweit höchsten Zahl an Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern, seine Verbreitung in Ostasien sowie die Besonderheit der logografischen Zeichenschrift (Hànzì).

Spanisch

Lernende kennen die Verbreitung des Spanischen von der Iberischen Halbinsel über nahezu ganz Lateinamerika und verstehen die kolonialgeschichtlichen Ursachen für diese geographisch weitreichende Verbreitung.

Arabisch

Lernende kennen die Verbreitung des Arabischen über Nordafrika und den Nahen Osten, seine eigene Schrift (arabische Schrift) mit Rechts-links-Leserichtung sowie die ausgeprägte Diglossie zwischen Hocharabisch (Fuṣḥā) und regionalen Dialekten.

Reichweite, Amtssprachen und Verwandtschaft

Teilbereich zu Ordnungs- und Vergleichskonzepten von Sprachen: behandelt den Unterschied zwischen Muttersprachlerzahl und globaler Reichweite, das Konzept der Amtssprache, Sprachfamilien und genealogische Verwandtschaft, Schriftsysteme sowie Sprachwandel.

Muttersprachler und globale Reichweite unterscheiden

Lernende unterscheiden die Konzepte 'Anzahl der Muttersprachlerinnen und Muttersprachler' und 'globale Reichweite' einer Sprache und erläutern, warum Englisch als Zweit- und Verkehrssprache trotz geringerer Muttersprachlerzahl eine größere kommunikative Reichweite besitzt als Mandarin.

Verstehen, was eine Amtssprache ist

Lernende verstehen den Begriff der Amtssprache als staatlich anerkannte Sprache für offizielle Zwecke und erkennen an Beispielen mehrsprachiger Staaten (Schweiz, Indien, Südafrika, Kanada), dass Mehrsprachigkeit als offizielle Staatspolitik weltweit verbreitet ist.

Die Vielsprachigkeit der EU kennen

Lernende kennen die offizielle Vielsprachigkeit der Europäischen Union mit ihren gleichberechtigten Amtssprachen und verstehen dieses Prinzip als politische Entscheidung für sprachliche Gleichwertigkeit und kulturelle Diversität.

Sprachfamilien verstehen

Lernende verstehen das Konzept der Sprachverwandtschaft und der Sprachfamilien (z. B. Indogermanisch) und belegen anhand von Kognaten wie 'Mutter/mother/mater/madre', dass gemeinsame Herkunft zu strukturellen und lexikalischen Ähnlichkeiten führt.

Verwandte Sprachen wiedererkennen

Lernende nutzen erkannte Ähnlichkeiten in Wortschatz und Grammatikstruktur zwischen verwandten Sprachen als Erschließungsstrategie (Interkomprehension), um unbekannte Texte oder Äußerungen in einer Nachbarsprache zumindest annäherungsweise zu verstehen.

Schriftsysteme der Welt unterscheiden

Lernende unterscheiden die wichtigsten Schriftsystemtypen – Alphabetschriften, Silbenschriften (Syllabare) und Logografien – sowie unterschiedliche Schreibrichtungen und verstehen Schrift als kulturell geformte Erfindung, nicht als universelles System.

Dass Sprachen entstehen, sich verändern und verschwinden

Lernende verstehen Sprachwandel, Sprachkontakt, Sprachentstehung und Sprachsterben als kontinuierliche, natürliche Prozesse und beschreiben diese deskriptiv, ohne normative Wertung als Verlust oder Fortschritt.

Sich über Sprachgrenzen verständigen

Teilbereich zu pragmatischen Verständigungsstrategien über Sprachgrenzen hinweg: behandelt den bewussten Einsatz des eigenen Sprachrepertoires, Interkomprehension, einfache Kommunikationsmittel, Sprachmittlung, Lingua-franca-Nutzung und den reflektierten Einsatz digitaler Übersetzungswerkzeuge.

Das eigene Sprachrepertoire bewusst einsetzen

Lernende aktivieren ihr gesamtes plurilinguale Repertoire – Erstsprache, Schulsprachen, Partialwissen und sprachliche Bruchstücke – als kommunikative Ressource, anstatt auf vollständige Kompetenz in einer einzigen Sprache zu warten.

Mit Teilkenntnissen Bedeutung erschließen

Lernende erschließen Bedeutung aus fremdsprachlichen Texten oder Äußerungen durch Interkomprehension, indem sie Teilkenntnisse, Kontextwissen und Ähnlichkeiten zu verwandten Sprachen strategisch nutzen.

Sich mit einfachen Mitteln verständlich machen

Lernende wenden Kompensationsstrategien an – vereinfachte Lexik, Gestik, Mimik, visuelle Hilfsmittel und Kontextnutzung –, um trotz begrenzter Sprachkenntnisse verständlich zu kommunizieren, anstatt aus Fehlerangst zu schweigen.

Zwischen Menschen ohne gemeinsame Sprache vermitteln

Lernende übernehmen die Rolle der Sprachmittlung, indem sie zwischen Personen ohne gemeinsame Sprache vermitteln und Sinn sinngemäß von einer Sprache in eine andere übertragen, ohne notwendigerweise wörtlich zu übersetzen.

Eine Brückensprache (Lingua franca) nutzen

Lernende nutzen regional verbreitete Verkehrssprachen (Lingua francae) pragmatisch zur Kommunikation und wissen, dass diese je nach Weltregion variieren (z. B. Englisch, Französisch, Swahili, Russisch, Arabisch).

Digitale Übersetzungs-Tools sinnvoll einsetzen

Lernende setzen digitale Übersetzungs- und KI-gestützte Dolmetschwerkzeuge zweckorientiert ein und reflektieren deren Grenzen hinsichtlich pragmatischer Nuance, kultureller Konnotation, Humor und zwischenmenschlichem Vertrauen.

Sprachen erwerben: Wege, Anspruch und Haltung

Teilbereich zu Orientierungswissen über Spracherwerbswege und Niveaukonzepte: behandelt verschiedene Lernwege, informelles Sprachlernen, die Stufenskala des GER (A1–C2) sowie die Reflexion über Zielniveau und Lernmotivation – ohne konkreten Sprachunterricht in einer Einzelsprache.

Wege des Spracherwerbs kennen und wählen

Lernende kennen ein Spektrum an Spracherwerbswegen – darunter App-basiertes Lernen, formale Kurse, Sprachtandems und selbstgesteuertes Lesen – und wählen auf der Grundlage eigener Lernpräferenzen und Ziele einen geeigneten Weg aus.

Sprache nebenbei aufnehmen

Lernende nutzen authentische Medien in der Zielsprache – Filme, Serien, Musik, Podcasts – als Form des beiläufigen, motivationsförderlichen Sprachkontakts (implizites Lernen / Sprachbad).

Spracherwerb durch Reisen und Begegnung

Lernende erfahren direkten sprachlichen Kontakt mit Sprecherinnen und Sprechern im In- oder Ausland als besonders wirksame und motivierende Form des lebendigen Spracherwerbs durch authentische Kommunikation.

Die europäischen Niveaustufen (A1 bis C2) verstehen

Lernende verstehen die sechs Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER/CEFR: A1, A2, B1, B2, C1, C2) als Beschreibungsrahmen für sprachliche Handlungsfähigkeit und können ihren eigenen Sprachstand in einer Sprache grob einordnen.

Den eigenen Anspruch klären

Lernende bestimmen in Abhängigkeit von ihren kommunikativen Zielen ein realistisches Zielniveau auf der GER-Skala – von elementarer Alltagskommunikation (A1/A2) bis zur beruflich-verhandlungssicheren Sprachkompetenz (C1/C2) – und planen ihren Lernweg entsprechend.

Eine Sprache aus Respekt und Nähe lernen

Lernende erkennen, dass intrinsische Motive wie Respekt, Interesse an Menschen und das Bedürfnis nach authentischer Nähe eigenständige und nachhaltige Gründe für das Erlernen einer Sprache darstellen, unabhängig von rein instrumentellen oder technisch substituierbaren Nutzenerwägungen.

Sprache, Würde und Zusammenleben

Teilbereich zu ethischen und sozialen Dimensionen von Sprache und Mehrsprachigkeit: behandelt die Wertschätzung sprachlicher Vielfalt, den Zusammenhang von Sprache und Identität, sprachliche Diskriminierung sowie Mehrsprachigkeit als gemeinschaftsstiftendes Potenzial.

Sprachliche Vielfalt als Reichtum erleben

Lernende entwickeln eine positive Grundhaltung gegenüber sprachlicher Diversität und erleben die Vielfalt der Sprachen als kulturellen und menschlichen Reichtum statt als kommunikatives Hindernis.

Sprache, Identität und Würde

Lernende verstehen, dass Sprache ein konstitutiver Bestandteil von Identität und Herkunft ist, und begegnen der Sprache anderer Menschen mit Achtsamkeit und Würde als Ausdruck ihrer personalen und kulturellen Zugehörigkeit.

Sprachliche Abwertung erkennen und ihr begegnen

Lernende erkennen sprachliche Abwertung – etwa Vorurteile gegenüber Akzenten, Herabwürdigung von Dialekten oder Stigmatisierung von Herkunftssprachen – als Form von Diskriminierung und können ihr auf Grundlage sachlicher und ethischer Argumente begegnen.

Mehrsprachigkeit im eigenen Umfeld als Brücke nutzen

Lernende nutzen die im eigenen sozialen Umfeld vorhandene Mehrsprachigkeit aktiv als Ressource zur Brückenbildung zwischen Menschen unterschiedlicher sprachlicher und kultureller Hintergründe.

Mathematische Kompetenz
Zahlen und Operationen

Grundlegender Inhaltsbereich zu Zahlbegriffen, Rechenoperationen und deren Gesetzmäßigkeiten. Zieht sich von Klasse 1 bis zum Abitur.

Zahlbereiche

Die verschiedenen Mengen von Zahlen – von den natürlichen Zahlen der Grundschule bis zu den reellen Zahlen der Oberstufe. Jeder Zahlbereich erweitert den vorherigen.

Natürliche Zahlen

Positive ganze Zahlen inkl. 0. Erste und grundlegendste Zahlmenge. Spiralförmig von Klasse 1 bis 6.

Zahlenraum bis 20

Erste Begegnung mit Zahlen. Zählen, Mengen erfassen, Zahlen darstellen. Klasse 1.

+ 4 weitere Unterpunkte
Zahlenraum bis 100

Zehner als Bündelungseinheit. Stellenwertsystem einführen. Klasse 2.

+ 3 weitere Unterpunkte
Zahlenraum bis 1.000

Hunderter als neue Bündelungseinheit. Dreistellige Zahlen.

+ 4 weitere Unterpunkte
Zahlenraum bis 1.000.000

Tausender und Millionen. Großer Zahlenraum der Grundschule.

+ 4 weitere Unterpunkte
Eigenschaften natürlicher Zahlen

Struktur und Teilbarkeit (z. B. Teiler, Vielfache, Primzahlen)

+ 2 weitere Unterpunkte
Ganze Zahlen

Erweiterung der natürlichen Zahlen um negative Zahlen. Zahlenstrahl in beide Richtungen.

Negative Zahlen einführen

Bedeutung negativer Zahlen im Alltag (Temperatur, Höhen, Schulden). Zahlen mit Vorzeichen lesen und schreiben.

Ganze Zahlen am Zahlenstrahl

Zahlenstrahl in beide Richtungen. Positive und negative Zahlen einordnen. Null als Trennpunkt.

Ganze Zahlen ordnen und vergleichen

Kleiner-als und größer-als für negative Zahlen. –7 < –3 verstehen und begründen.

Rationale Zahlen

Brüche und Dezimalzahlen als Erweiterung der ganzen Zahlen.

Brüche als Teile eines Ganzen

Grundvorstellungen aufbauen und Darstellungen verbinden.

+ 4 weitere Unterpunkte
Dezimalzahlen

Dezimaldarstellung als alternative Schreibweise rationaler Zahlen.

+ 4 weitere Unterpunkte
Umwandlung Brüche und Dezimalzahlen

…als zwei Darstellungen derselben Zahl.

+ 2 weitere Unterpunkte
Reelle Zahlen

Erweiterung um irrationale Zahlen. Zahlen die nicht als Bruch darstellbar sind.

Irrationale Zahlen entdecken

√2 als nicht abbrechende, nicht periodische Dezimalzahl. Unterschied zu rationalen Zahlen erkennen.

Rechenoperationen

Die vier Grundoperationen und ihre Gesetzmäßigkeiten. Gelten übergreifend in allen Zahlbereichen – der Zahlenraum erweitert sich, die Operation bleibt dieselbe.

Addition positiver Zahlen

Zusammenzählen von Zahlen. Von einfachen Kernaufgaben bis zur schriftlichen Methode.

Grundvorstellung von Addition

Was bedeutet Addition – konzeptuell verstehen bevor gerechnet wird.

+ 2 weitere Unterpunkte
Kopfrechnen Addition

Mentale Rechenstrategien für verschiedene Zahlenräume.

+ 5 weitere Unterpunkte
Schriftliche Addition

Standardverfahren für große Zahlen.

+ 2 weitere Unterpunkte
Subtraktion positiver Zahlen

Wegnehmen, Ergänzen, Vergleichen. Umkehroperation der Addition.

Grundvorstellung von Subtraktion

Drei Grundvorstellungen der Subtraktion unterscheiden und situativ anwenden.

+ 3 weitere Unterpunkte
Kopfrechnen Subtraktion

Mentale Rechenstrategien für verschiedene Zahlenräume.

+ 5 weitere Unterpunkte
Schriftliche Subtraktion

Standardverfahren für große Zahlen.

+ 2 weitere Unterpunkte
Multiplikation positiver Zahlen

Wiederholtes Addieren. Vom Einmaleins bis zur schriftlichen Methode.

Grundvorstellung von Multiplikation

Multiplikation konzeptuell verstehen – als Rechteck, als Menge, als Vervielfachen.

+ 2 weitere Unterpunkte
Einmaleins

Das kleine und große Einmaleins – Grundlage aller Multiplikationen.

+ 4 weitere Unterpunkte
Kopfrechnen Multiplikation

Multiplikation im Kopf für verschiedene Zahlenräume.

+ 3 weitere Unterpunkte
Division positiver Zahlen

Aufteilen und Verteilen. Umkehroperation der Multiplikation.

Grundvorstellung von Division

Zwei Grundvorstellungen Aufteilen und Verteilen – situativ anwenden.

+ 2 weitere Unterpunkte
Kopfrechnen Division

Division im Kopf als Umkehrung des Einmaleins.

+ 4 weitere Unterpunkte
Rechengesetze

Strukturelle Gesetzmäßigkeiten die für alle Zahlenmengen gelten. Grundlage für spätere Algebra.

Kommutativgesetz der Addition

a + b = b + a. Reihenfolge egal. Rechenvorteil erkennen und nutzen.

Kommutativgesetz der Multiplikation

a · b = b · a. Tauschaufgaben. Weniger Aufgaben im Einmaleins lernen.

Assoziativgesetz der Addition

(a+b)+c = a+(b+c). Klammerung beliebig. Zahlen clever zusammenfassen.

Assoziativgesetz der Multiplikation

(a·b)·c = a·(b·c). Faktoren günstig gruppieren.

Distributivgesetz

a·(b+c) = a·b + a·c. Ausklammern und Ausmultiplizieren. Grundlage für Terme und Gleichungen.

Punkt-vor-Strich-Regel

Rechenreihenfolge bei gemischten Termen. Klammern setzen und auflösen.

Rechenvorteilhafte Strategien

Gesetze kombinieren um elegant zu rechnen. Rechenwege vergleichen und bewerten.

Rechnen mit negativen Zahlen

Die vier Operationen im Bereich der ganzen Zahlen.

Addition und Subtraktion

Vorzeichen beim Addieren und Subtrahieren.

+ 2 weitere Unterpunkte
Multiplikation und Division

Vorzeichenregeln beim Multiplizieren und Dividieren.

+ 2 weitere Unterpunkte
Rechnen mit Brüchen

Die vier Operationen auf rationale Zahlen erweitern.

Addition und Subtraktion von Brüchen

Brüche addieren und subtrahieren – Nenner angleichen als Schlüsselschritt.

+ 3 weitere Unterpunkte
Multiplikation und Division von Brüchen

Brüche multiplizieren und dividieren.

+ 3 weitere Unterpunkte
Rechnen mit Dezimalzahlen

Die vier Operationen mit Dezimalzahlen.

Dezimalzahlen addieren und subtrahieren

Kommas untereinander. Stellenweise rechnen. Lücken mit Nullen füllen.

Dezimalzahlen multiplizieren

Ohne Komma rechnen, dann Komma setzen. Anzahl Nachkommastellen bestimmen.

Dezimalzahlen dividieren

Divisor zu ganzer Zahl machen. Komma im Quotienten richtig setzen.

Potenzen und Wurzeln

Kurzschreibweise für wiederholte Multiplikation.

Potenzen

Potenzen als kompakte Darstellung.

+ 2 weitere Unterpunkte
Wurzeln

Wurzeln als Umkehrung des Potenzierens.

+ 1 weiterer Unterpunkt
Arithmetische Muster

Arithmetische Muster erkennen, beschreiben und fortsetzen (z. B. fortgesetzte Addition, gleich- und gegensinniges Verändern).

Arithmetische Muster erkennen, beschreiben und fortsetzen

Arithmetische Muster erkennen, beschreiben und fortsetzen (z. B. fortgesetzte Addition, gleich- und gegensinniges Verändern).

Größen und Messen

Behandelt das Messen und Rechnen mit physikalischen und alltäglichen Größen wie Länge, Fläche, Volumen, Zeit, Geld und Masse, einschließlich Einheitensysteme, Umrechnungen und Anwendungen.

Längen und Strecken

Umfasst Längeneinheiten (mm, cm, dm, m, km), praktisches Messen und Schätzen von Streckenlängen sowie die Arbeit mit Maßstäben.

Längeneinheiten

Behandelt die wesentlichen Längeneinheiten des metrischen Systems sowie deren Umrechnung ineinander.

Körperbezogene Maße einführen

Einführung von körperbezogenen Maßeinheiten wie Spanne, Fuß und Schritt als intuitive Ersterfahrung von Länge; Erkenntnis der Notwendigkeit standardisierter, einheitlicher Maße.

Standardeinheiten kennen

Kenntnis der metrischen Längeneinheiten mm, cm, dm, m und km einschließlich ihrer Benennung und ihres Alltagsbezugs (z. B. Lineal, Körpergröße, Schulweg).

Längeneinheiten umrechnen

Sicheres Umrechnen zwischen Längeneinheiten mithilfe der Umrechnungsfaktoren 10, 100 und 1000, in beide Richtungen (von größeren in kleinere Einheiten und umgekehrt).

Messen und schätzen

Umfasst das praktische Messen von Längen mit geeigneten Werkzeugen sowie das Entwickeln von Schätz- und Größenvorstellungen.

Längen messen mit dem Lineal

Korrektes Anlegen und Ablesen eines Lineals zur Längenmessung; Angabe der Einheit sowie Reflexion über Messgenauigkeit und mögliche Messfehler.

Längen schätzen

Entwicklung von Größenvorstellungen für mm, cm, m und km; Schätzen von Längen und anschließender Vergleich der Schätzung mit dem Messergebnis.

Maßstab

Behandelt das Verstehen und Anwenden von Maßstäben zur Darstellung vergrößerter oder verkleinerter Abbildungen der Realität.

Maßstab verstehen

Verständnis des Maßstabs als Verhältnis zwischen Darstellungsgröße und Wirklichkeitsgröße; Lesen und Erklären von Maßstabsangaben wie 1:100.

Maßstab anwenden

Anwendung von Maßstäben zur Berechnung realer Streckenlängen aus Karten oder Plänen und umgekehrt; Durchführung entsprechender Umrechnungen.

Flächen und Flächeninhalt

Umfasst Flächeneinheiten des metrischen Systems sowie die Berechnung von Flächeninhalten ebener geometrischer Figuren mithilfe von Formeln.

Flächeneinheiten

Behandelt die Einheiten zur Messung von Flächen sowie deren Umrechnung ineinander unter Berücksichtigung der quadratischen Natur der Einheiten.

Flächeneinheiten kennen

Kenntnis der Flächeneinheiten mm², cm², dm², m², km², Ar und Hektar sowie Herstellung eines Alltagsbezugs (z. B. Schreibtisch, Fußballfeld, Bundesland).

Flächeneinheiten umrechnen

Umrechnung zwischen Flächeneinheiten mit den Faktoren 100 und 10.000; Verständnis der Besonderheit quadratischer Einheiten im Vergleich zu Längeneinheiten.

Flächeninhalte berechnen

Behandelt die Herleitung und Anwendung von Flächeninhaltsformeln für verschiedene ebene geometrische Figuren.

Flächeninhalt durch Auslegen

Bestimmung von Flächeninhalten durch Auslegen mit Einheitsquadraten und Auszählen; Aufbau eines grundlegenden Verständnisses des Flächenbegriffs.

Flächeninhalt Rechteck und Quadrat

Berechnung des Flächeninhalts von Rechteck und Quadrat mit A = a · b; Herleitung der Formel aus dem Auslegevorgang und korrekte Angabe der Flächeneinheit.

Flächeninhalt Dreieck

Berechnung des Flächeninhalts eines Dreiecks mit A = g · h / 2; Herleitung aus dem Parallelogramm und Bestimmung der Höhe für verschiedene Dreieckstypen.

Flächeninhalt Trapez

Berechnung des Flächeninhalts eines Trapezes mit A = (a + c) / 2 · h; Identifikation der parallelen Seiten und Herleitung der Formel.

Flächeninhalt Kreis

Berechnung des Kreisflächeninhalts mit A = π · r²; Herleitung durch Zerlegung und Verständnis von π als Verhältnis von Umfang zu Durchmesser.

Flächeninhalt zusammengesetzter Figuren

Berechnung von Flächeninhalten zusammengesetzter Figuren durch Zerlegung in bekannte Teilfiguren und Addition bzw. Subtraktion der Teilflächen.

Volumen und Rauminhalt

Umfasst Volumeneinheiten des metrischen Systems sowie die Berechnung von Rauminhalten geometrischer Körper mithilfe von Formeln.

Volumeneinheiten

Behandelt die Einheiten zur Messung von Rauminhalten sowie deren Umrechnung, einschließlich der Verbindung zu Hohlmaßen wie Liter.

Volumeneinheiten kennen

Kenntnis der Volumeneinheiten mm³, cm³, dm³ und m³ sowie deren Verbindung zu Liter und Milliliter mit Alltagsbezug (z. B. Wasserglas, Badewanne).

Volumeneinheiten umrechnen

Umrechnung zwischen Volumeneinheiten mit dem Faktor 1000; Kenntnis der zentralen Beziehung 1 dm³ = 1 Liter als praxisrelevante Verbindung.

Volumina berechnen

Behandelt die Herleitung und Anwendung von Volumenformeln für verschiedene geometrische Körper.

+ 5 weitere Unterpunkte
Weitere Größen (Zeit, Geld, Masse)

Behandelt Zeit, Geld und Masse als weitere alltagsrelevante Messgrößen einschließlich ihrer Einheiten, Umrechnungen und praktischen Anwendungen.

Zeit

Umfasst Zeiteinheiten, das Lesen und Darstellen von Uhrzeiten sowie das Rechnen mit Zeitangaben und Zeitspannen.

Zeiteinheiten kennen

Kenntnis der Zeiteinheiten Sekunde, Minute, Stunde, Tag, Woche, Monat und Jahr sowie Aufbau von Größenvorstellungen durch Alltagsbezüge.

Zeiteinheiten umrechnen

Umrechnung zwischen Zeiteinheiten mit den unregelmäßigen Faktoren 60, 24, 7 und 365; Bewusstsein für die Besonderheit gegenüber dem dekadischen Einheitensystem.

Uhrzeit lesen und darstellen

Lesen und Darstellen von Uhrzeiten an analogen und digitalen Uhren im 12h- und 24h-Format; Erfassen von Viertelstunden und Minutenangaben.

Zeitspannen berechnen

Berechnung von Zeitspannen aus gegebenem Anfangs- und Endzeitpunkt; Umgang mit Übergängen über Stunden- und Tagesgrenzen hinweg.

Mit dem Kalender rechnen

Rechnen mit Kalenderangaben durch Zählen von Tagen, Wochen und Monaten; Kenntnis von Schaltjahren und Zeitabschnitten im Jahreskreis.

Geld

Behandelt das Kennen und Darstellen von Geldbeträgen sowie das Rechnen mit Preisen im Alltag.

Geldbeträge kennen und darstellen

Kenntnis von Münzen und Scheinen des Eurosystems; Darstellung und Notation von Geldbeträgen in Euro und Cent.

Mit Geldbeträgen rechnen

Addition von Preisen und Berechnung von Wechselgeld; Anwendung von Überschlagsrechnungen zur Plausibilitätsprüfung.

Gewicht und Masse

Behandelt die Messung und Darstellung von Massen sowie das Rechnen mit Massenangaben und deren Einheiten.

Masseeinheiten kennen

Kenntnis der Masseeinheiten mg, g, kg und t sowie Aufbau von Größenvorstellungen durch Alltagsbezüge (z. B. Briefmarke, Apfel, Mensch, Auto).

Masseeinheiten umrechnen

Umrechnung zwischen Masseeinheiten mit dem Faktor 1000; sicheres Umrechnen in beide Richtungen zwischen großen und kleinen Einheiten.

Masse messen

Messen von Massen mit analogen und digitalen Waagen; Reflexion über Messgenauigkeit und mögliche Messfehler.

Geometrie

Teilgebiet der Mathematik, das sich mit geometrischen Grundbegriffen, ebenen Figuren, räumlichen Körpern, Koordinatengeometrie, Trigonometrie sowie Symmetrie und Transformationen befasst.

Grundbegriffe der Geometrie

Einführung in die elementaren Bausteine der Geometrie: Punkte, Geraden, Strecken, Strahlen und Winkel sowie deren Lagebeziehungen und Messung.

Punkt, Gerade, Strecke, Strahl

Grundelemente der Geometrie (Punkt, Gerade, Strecke, Strahl) werden definiert, mit Buchstaben bezeichnet sowie hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede (z. B. Endlichkeit, Richtung) unterschieden.

Parallele und senkrechte Geraden

Parallele und senkrechte Geraden werden definiert, anhand von Alltagsbeispielen erkannt und mithilfe des Geodreiecks präzise gezeichnet.

Winkel – Begriff und Arten

Der Winkelbegriff wird eingeführt: Scheitel und Schenkel als konstituierende Elemente sowie die Klassifikation in spitze, rechte, stumpfe, gestreckte, überstumpfe Winkel und Vollwinkel.

Winkel messen

Winkel werden mit dem Winkelmesser gemessen, indem dieser korrekt angelegt und der Winkelwert unter Beachtung der Messgenauigkeit abgelesen wird.

Winkel zeichnen

Vorgegebene Winkelgrößen werden mithilfe von Geodreieck und Winkelmesser präzise konstruiert und gezeichnet.

Winkelbeziehungen

Winkelbeziehungen wie Nebenwinkel, Scheitelwinkel, Stufen- und Wechselwinkel werden definiert, erkannt und zur Berechnung sowie Begründung unbekannter Winkelgrößen genutzt.

Räumliche Lagebegriffe

Räumliche Lagebegriffe (links/rechts, oben/unten, vor/hinter, zwischen, neben) werden zur präzisen Beschreibung der Position von Gegenständen im Raum verwendet.

Räumliche Orientierung und Perspektiven

Wege in der Umgebung werden nachvollziehbar beschrieben und verfolgt; verschiedene Perspektiven (Ansichten von oben, vorne, links) werden eingenommen und sprachlich beschrieben.

Ebene Figuren (2D)

Behandelt ebene geometrische Figuren (Dreiecke, Vierecke, Kreise) hinsichtlich ihrer Eigenschaften, Klassifikation, Konstruktion sowie Berechnung von Umfang und Flächeninhalt.

Dreiecke

Dreiecke werden nach Seiten- und Winkeleigenschaften klassifiziert, mit verschiedenen Konstruktionssätzen gezeichnet und ihre Maße berechnet.

Rechtwinkliges Dreieck

Das rechtwinklige Dreieck wird mit seinen charakteristischen Eigenschaften beschrieben: ein 90°-Winkel, Hypotenuse als längste Seite, Beziehung zum Satz des Pythagoras.

Gleichseitiges Dreieck

Das gleichseitige Dreieck wird durch seine Eigenschaften charakterisiert: alle drei Seiten gleich lang, alle Innenwinkel betragen 60°, dreifache Achsensymmetrie.

Gleichschenkliges Dreieck

Das gleichschenklige Dreieck wird durch seine Eigenschaften beschrieben: zwei gleich lange Schenkel, zwei gleiche Basiswinkel, eine Symmetrieachse.

Winkelformen (spitz-, recht-, stumpfwinklig)

Dreiecke werden anhand ihrer größten Innenwinkel als spitz-, recht- oder stumpfwinklig klassifiziert und entsprechende Figuren erkannt und eingeordnet.

Winkelsumme im Dreieck

Die Winkelsumme im Dreieck beträgt stets 180°; dies wird durch Umordnung begründet und zur Berechnung fehlender Winkelgrößen angewendet.

Dreiecke konstruieren (SSS)

Ein Dreieck wird aus drei gegebenen Seitenlängen (SSS) mithilfe von Zirkel und Lineal konstruiert; Eindeutigkeit und Existenz werden thematisiert.

Dreieck konstruieren (SWS, WSW)

Dreiecke werden aus zwei Seiten und dem eingeschlossenen Winkel (SWS) bzw. aus zwei Winkeln und der eingeschlossenen Seite (WSW) konstruiert.

Besondere Linien im Dreieck

Besondere Linien im Dreieck (Höhe, Mittelsenkrechte, Winkelhalbierende, Seitenhalbierende) werden konstruiert und ihre Schnittpunkte als Umkreis- bzw. Inkreismittelpunkt identifiziert.

Dreieck (Grundschule, propädeutisch)

Dreiecke werden als ebene Figuren erkannt, benannt und durch ihre Ecken und Seiten beschrieben sowie von anderen Flächenformen abgegrenzt.

Vierecke

Die verschiedenen Vierecktypen (Quadrat, Rechteck, Parallelogramm, Raute, Trapez, Drachenviereck) werden nach ihren Eigenschaften unterschieden und ihre Maße berechnet.

Quadrat

Das Quadrat wird durch seine Eigenschaften charakterisiert: vier gleich lange Seiten, vier rechte Winkel, vierfache Achsen- und Punktsymmetrie.

Rechteck

Das Rechteck wird durch seine Eigenschaften beschrieben: gegenüberliegende Seiten gleich lang und parallel, vier rechte Winkel, zweifache Achsensymmetrie.

Parallelogramm

Das Parallelogramm wird durch seine Eigenschaften definiert: zwei Paare paralleler und gleich langer Seiten, gegenüberliegende Winkel gleich, Punktsymmetrie.

Raute

Die Raute wird durch ihre Eigenschaften beschrieben: alle vier Seiten gleich lang, gegenüberliegende Winkel gleich, Diagonalen stehen senkrecht aufeinander und halbieren die Winkel.

Trapez

Das Trapez wird durch genau ein Paar paralleler Seiten (Grundlinien) charakterisiert; gleichschenkliges Trapez als Sonderfall wird unterschieden.

Drachenviereck

Das Drachenviereck wird durch seine Eigenschaften beschrieben: zwei Paare benachbarter gleich langer Seiten, eine Diagonale als Symmetrieachse, senkrechte Diagonalen.

Winkelsumme im Viereck

Die Winkelsumme im Viereck beträgt 360°; dies wird durch Zerlegung in zwei Dreiecke begründet und zur Berechnung unbekannter Winkel genutzt.

Umfang von Vierecken

Der Umfang verschiedener Vierecktypen wird mithilfe typspezifischer Formeln berechnet und in Sachaufgaben angewendet.

Kreis

Der Kreis wird als geometrische Figur mit seinen charakteristischen Eigenschaften und Maßen (Umfang, Fläche, Kreisausschnitt) untersucht und berechnet.

Kreis – Grundbegriffe

Grundbegriffe des Kreises (Mittelpunkt, Radius, Durchmesser, Kreislinie, Kreisscheibe) werden eingeführt und Kreise werden präzise mit dem Zirkel gezeichnet.

Kreisumfang berechnen

Der Kreisumfang wird mit der Formel U = 2·π·r = π·d berechnet; π wird als Verhältnis von Umfang zu Durchmesser verstanden und in Sachaufgaben angewendet.

Kreisausschnitt und Kreisbogen

Bogenlänge und Flächeninhalt eines Kreisausschnitts werden mithilfe des Mittelpunktwinkels als Anteil am Gesamtkreis berechnet.

Kreisring

Der Flächeninhalt eines Kreisrings wird als Differenz zweier Kreisflächen mit Innen- und Außenradius berechnet und in Sachaufgaben angewendet.

Ähnlichkeit und Kongruenz

Ebene Figuren werden auf Kongruenz und Ähnlichkeit untersucht: Kongruenzsätze, Ähnlichkeitsfaktor und der Strahlensatz als zentrale Werkzeuge.

Kongruente Figuren

Kongruente Figuren sind deckungsgleich; die Kongruenzsätze (SSS, SWS, WSW, SSW) werden als Kriterien zur Prüfung und Begründung der Kongruenz verwendet.

Ähnliche Figuren

Ähnliche Figuren haben gleiche Form bei unterschiedlicher Größe; entsprechende Seiten stehen im konstanten Ähnlichkeitsfaktor zueinander, während Winkel übereinstimmen.

Strahlensatz

Der Strahlensatz beschreibt die Verhältnisse paralleler Strecken an Geradenbüscheln; erster und zweiter Strahlensatz werden formuliert und zur Berechnung von Streckenlängen angewendet.

Handlungen an ebenen Figuren (propädeutisch)

Handlungen wie Falten, Zerlegen, Drehen und Zusammenfügen werden an ebenen Figuren praktisch durchgeführt und deren Ergebnisse in der Vorstellung beschrieben.

Umfänge vergleichen (propädeutisch)

Der Umfang ebener Figuren wird durch Nachlegen von Fäden oder Nachzeichnen am Gitternetz verglichen, ohne Formeln zu verwenden.

Körper (3D)

Behandelt geometrische Körper (Würfel, Quader, Prisma, Zylinder, Pyramide, Kegel, Kugel) hinsichtlich ihrer Eigenschaften, Netze, Darstellungen sowie Berechnung von Oberfläche und Volumen.

Körper kennen und Oberfläche berechnen.

Grundlegende geometrische Körper werden nach Flächen, Kanten und Ecken beschrieben sowie ihre Oberflächen mithilfe von Netzen berechnet.

Würfel

Der Würfel wird durch seine Eigenschaften charakterisiert: sechs kongruente Quadrate als Flächen, zwölf gleich lange Kanten, acht Ecken; Oberfläche und Volumen werden berechnet.

Quader

Der Quader wird durch seine Eigenschaften beschrieben: sechs Rechteckflächen in drei Paaren, zwölf Kanten, acht Ecken; Oberfläche und Volumen werden berechnet.

Prisma

Das Prisma wird durch eine kongruente Grund- und Deckfläche sowie rechteckige Seitenflächen charakterisiert; Oberfläche und Volumen werden über die Grundfläche berechnet.

Zylinder

Der Zylinder wird durch kreisförmige Grund- und Deckfläche sowie eine gekrümmte Mantelfläche beschrieben; Oberfläche und Volumen werden mit den Formeln M = 2πrh, V = πr²h berechnet.

Pyramide

Die Pyramide wird durch eine vieleckige Grundfläche und dreieckige Seitenflächen, die in einem Scheitelpunkt zusammenlaufen, charakterisiert; Oberfläche und Volumen (V = ⅓·G·h) werden berechnet.

Kegel

Der Kegel wird durch eine kreisförmige Grundfläche und eine gekrümmte Mantelfläche mit Scheitelpunkt beschrieben; Mantelfläche, Oberfläche und Volumen (V = ⅓·π·r²·h) werden berechnet.

Kugel

Die Kugel wird durch den konstanten Abstand aller Oberflächenpunkte vom Mittelpunkt (Radius) definiert; Oberfläche (O = 4πr²) und Volumen (V = 4/3·π·r³) werden berechnet.

Symmetrie und Transformationen

Behandelt Symmetrieeigenschaften ebener Figuren sowie geometrische Transformationen (Translation, Spiegelung, Drehung, Streckung) und deren Verkettung.

Abbildungen

Geometrische Abbildungen (Translation, Spiegelung, Drehung, Streckung) werden als formale Transformationen der Ebene eingeführt und auf Figuren angewendet.

Verschiebung (Translation)

Bei der Translation wird eine Figur um einen Verschiebungsvektor verschoben; Koordinaten werden berechnet und die Eigenschaften Form- und Längentreue werden festgestellt.

Spiegelung

Bei der Spiegelung wird eine Figur an einer Achse gespiegelt; das Bild wird konstruiert und die Eigenschaften Form- und Längentreue sowie Orientierungsumkehr werden beschrieben.

Drehung

Bei der Drehung wird eine Figur um einen Mittelpunkt mit gegebenem Drehwinkel und Drehrichtung abgebildet; Form- und Längentreue werden als Eigenschaften festgestellt.

Streckung

Bei der Streckung wird eine Figur von einem Streckzentrum aus mit einem Streckfaktor k abgebildet; ähnliche Figuren entstehen, und der Zusammenhang zum Ähnlichkeitsbegriff wird hergestellt.

Geometrische Muster erkennen und fortsetzen

Geometrische Muster aus Flächen- und Körperformen werden erstellt, ihre Gesetzmäßigkeiten erkannt und die Muster regelgeleitet fortgesetzt.

Algebra und Funktionen

Umfasst das Arbeiten mit Termen, Gleichungen und Gleichungssystemen sowie die Untersuchung verschiedener Funktionsklassen von linearen bis hin zu transzendenten Funktionen.

Terme und Gleichungen

Behandelt das Aufstellen, Umformen und Vereinfachen von Termen sowie das Lösen linearer Gleichungen und Ungleichungen.

Terme

Umfasst das Aufstellen und systematische Umformen algebraischer Ausdrücke mit Variablen, einschließlich Klammern und Bruchtermen.

Variablen einführen

Einführung des Variablenbegriffs als Platzhalter für Zahlen; Terme lesen, schreiben und durch Einsetzen von Werten berechnen.

Gleichungen

Behandelt das Lösen linearer Gleichungen und Ungleichungen sowie deren Anwendung in Sachsituationen mithilfe von Äquivalenzumformungen.

Gleichungen – Grundprinzip

Grundprinzip des Gleichungslösens mittels Waage-Modell: Äquivalenzumformungen, die auf beiden Seiten der Gleichung identisch angewendet werden.

Lineare Gleichungen lösen

Lösen linearer Gleichungen durch Zusammenfassen von Termen und schrittweise Äquivalenzumformungen; Bestimmung und Angabe der Lösungsmenge mit Probe.

Gleichungen als Sachaufgaben

Übersetzung von Sachsituationen in lineare Gleichungen, deren Lösung sowie Überprüfung der Lösungen auf sachliche Sinnhaftigkeit.

Lineare Funktionen und Proportionalität

Behandelt proportionale und antiproportionale Zuordnungen sowie lineare Funktionen als geradlinige Zusammenhänge in Tabelle, Graph und Term.

Proportionale Zuordnungen

Behandelt direkte und indirekte Proportionalität als spezielle lineare bzw. hyperbolische Zuordnungen und deren Darstellung in Tabelle, Graph und Term.

Einfache funktionale Beziehungen (propädeutisch)

Propädeutische Einführung in funktionale Beziehungen durch Beobachtung einfacher Abhängigkeiten wie Verdopplung oder Halbierung von Größen, dargestellt in Tabellen.

Proportionale Zuordnung erkennen

Erkennen proportionaler Zuordnungen anhand von Verdopplungs- und Verdreifachungseigenschaft; Darstellung als Tabelle, Graph (Ursprungsgerade) und Term y = k·x.

Proportionalitätsfaktor bestimmen

Berechnung des Proportionalitätsfaktors k aus Wertepaaren einer Tabelle oder aus gegebenen Punkten sowie Interpretation von k im Sachkontext.

Einfacher Dreisatz

Anwendung des Dreisatzes bei proportionalen Zuordnungen durch systematisches Berechnen des Einheitswerts und anschließendes Hochrechnen.

Antiproportionale Zuordnung erkennen

Erkennen antiproportionaler Zuordnungen anhand des umgekehrten Zusammenhangs; Darstellung als Tabelle, Graph (Hyperbel) und Term y = k/x.

Dreisatz bei Antiproportionalität

Anwendung des umgekehrten Dreisatzes bei antiproportionalen Zuordnungen durch angepasste Berechnung des Einheitswerts.

Zusammengesetzter Dreisatz

Berechnung zusammengesetzter Dreisätze mit zwei gleichzeitig veränderlichen Größen durch systematisches Vorgehen über den Einheitswert.

Lineare Funktionen

Behandelt lineare Funktionen als Geradenfunktionen, deren Term, Graph, Steigung und Anwendung in Sachkontexten.

Funktionsbegriff einführen

Einführung des Funktionsbegriffs als eindeutige Zuordnung (jedem x genau ein y); Darstellungsformen (Tabelle, Graph, Term), Definitions- und Wertemenge.

Lineare Funktion – Graph und Term

Darstellung linearer Funktionen der Form y = mx + b als Gerade im Koordinatensystem; wechselseitiges Ablesen von Term und Graph.

Quadratische Gleichungen und Funktionen

Behandelt quadratische Funktionen (Parabel) und Gleichungen sowie deren Lösungsverfahren: Ausklammern, quadratische Ergänzung und pq-Formel.

Weitere Funktionen (Pot, Wurzel, Exp, Log, Ganzrationale)

Behandelt Potenz-, Wurzel-, Exponential-, Logarithmus-, trigonometrische und ganzrationale Funktionen mit ihren Eigenschaften und Graphen.

Exponential- und Logarithmusfunktionen

Behandelt Exponentialfunktionen und Logarithmusfunktionen als Umkehrfunktionen sowie ihre Anwendung zur Modellierung von Wachstums- und Zerfallsprozessen.

Exponentielles Wachstum in Sachaufgaben

Modellierung und Berechnung realer exponentieller Wachstums- und Zerfallsprozesse (z. B. Zinseszins, Bevölkerungswachstum, Radioaktivität) mithilfe der Exponentialfunktion.

Daten und Zufall

Statistik und Wahrscheinlichkeit. Von einfachen Diagrammen bis zur Kombinatorik. Alltagsbezug sehr hoch.

Datenerhebung und -darstellung

Tabellen, Balken-, Säulen-, Kreis- und Liniendiagramme. Daten lesen, darstellen und interpretieren.

Daten erheben und ordnen

Grundlagen der Datenerfassung.

Daten erheben

Befragung, Beobachtung, Experiment. Strichliste und Urliste. Absolute und relative Häufigkeit.

Häufigkeitstabelle

Daten strukturiert erfassen. Absolute und relative Häufigkeit berechnen. Gesamtanzahl prüfen.

Diagramme

Daten geeignet grafisch darstellen.

Balken- und Säulendiagramm

Erstellen und lesen. Achsenbeschriftung und Maßstab wählen. Vergleiche darstellen.

Kreisdiagramm

Anteile als Sektoren. Winkel aus Häufigkeiten berechnen. Zeichnen und interpretieren.

Liniendiagramm

Entwicklungen über Zeit darstellen. Punkte verbinden. Trend ablesen.

Histogramm

Klassenbreite bestimmen. Unterschied zum Säulendiagramm. Stetige Merkmale darstellen.

Diagramme kritisch lesen

Irreführende Darstellungen erkennen. Fehlende Nullpunkte, verzerrte Achsen.

Statistische Kennwerte (Lage- und Streuungsmaße)

Mittelwert, Median, Modalwert, Spannweite, Quartile. Statistische Auswertung von Datensätzen.

Lagemaße

Den typischen Wert eines Datensatzes bestimmen.

Arithmetisches Mittel

Summe durch Anzahl. Berechnen und interpretieren. Empfindlichkeit gegenüber Ausreißern.

Wahrscheinlichkeitsrechnung

Laplace-Wahrscheinlichkeit, Baumdiagramme, Pfadregeln, bedingte Wahrscheinlichkeit.

Grundbegriffe

Die Sprache der Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Zufallsexperiment und Ereignis

Ergebnis, Ereignis, Ergebnismenge. Sicheres und unmögliches Ereignis.

Wahrscheinlichkeitsbegriff

Relative Häufigkeit als Näherung. Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 1.

Laplace-Wahrscheinlichkeit

P(A) = günstige / mögliche Ergebnisse. Gleichwahrscheinlichkeit als Voraussetzung.

Komplementärereignis

P(Ā) = 1 – P(A). Gegenereignis bestimmen. Rechenvorteil nutzen.

Mehrstufige Experimente

Zufallsexperimente mit mehreren Schritten darstellen und berechnen.

Baumdiagramm

Mehrstufige Experimente strukturiert darstellen. Pfade und Wahrscheinlichkeiten eintragen.

Pfadregel – Multiplikation

P(A und B) = P(A) · P(B|A). Pfadwahrscheinlichkeit berechnen.

Pfadregel – Addition

Mehrere günstige Pfade addieren. Gegenseitig ausschließende Ereignisse.

Mit und ohne Zurücklegen

Unterschied erkennen. Wahrscheinlichkeiten entsprechend berechnen.

Bedingte Wahrscheinlichkeit

P(B|A) = P(A∩B) / P(A). Abhängige Ereignisse. Vierfeldertafel.

Kombinatorik

Permutationen, Kombinationen, Variationen. Fakultät und Binomialkoeffizient. Ab Sek II.

Grundprinzip der Kombinatorik

Baumdiagramm und Multiplikationsprinzip. Anzahl der Möglichkeiten bestimmen.

Mathematisches Arbeiten

Prozessbezogene Kompetenzen, die alle mathematischen Inhaltsbereiche durchziehen: Modellieren, Argumentieren, Problemlösen, Kommunizieren und Darstellen als übergreifende mathematische Tätigkeiten.

Sachaufgaben und Modellieren

Reale Situationen in mathematische Modelle übersetzen, Lösungsverfahren anwenden und Ergebnisse auf ihre sachliche Sinnhaftigkeit hin interpretieren und validieren.

Sachaufgaben verstehen

Fähigkeit, den Informationsgehalt eines Sachaufgabentextes zu erfassen, relevante Größen von irrelevanten zu trennen sowie Gegebenes und Gesuchtes strukturiert festzuhalten.

Mathematisches Modell erstellen

Fähigkeit, eine reale Situation in eine mathematische Darstellungsform (Skizze, Gleichung, Tabelle o. Ä.) zu überführen und dabei geeignete Modellierungsmittel auszuwählen.

Modell lösen

Fähigkeit, das aufgestellte mathematische Modell durch Anwendung bekannter Rechenverfahren zu lösen und den Lösungsweg nachvollziehbar zu dokumentieren.

Lösung interpretieren

Fähigkeit, ein rechnerisches Ergebnis in den Sachkontext zurückzuübersetzen sowie Maßeinheit und inhaltliche Plausibilität der Lösung kritisch zu prüfen.

Modell validieren

Fähigkeit, die Güte und Grenzen eines mathematischen Modells zu beurteilen, getroffene Vereinfachungen zu benennen und das Modell bei Bedarf gezielt zu verfeinern.

Argumentieren und Beweisen

Mathematische Aussagen durch logische Schlüsse, Definitionen und Regeln begründen sowie Beweisstrategien wie direkten Beweis, Widerspruchsbeweis und vollständige Induktion anwenden.

Mathematisch begründen

Fähigkeit, mathematische Behauptungen durch Rückgriff auf Definitionen, Axiome oder bereits bewiesene Sätze zu belegen und den grundlegenden Unterschied zwischen einem Beispiel und einem allgemeinen Beweis zu erläutern.

Gegenbeispiele finden

Fähigkeit, eine universell quantifizierte Aussage durch Angabe eines einzigen konkreten Gegenbeispiels zu widerlegen und damit deren Allgemeingültigkeit zu entkräften.

Vollständige Fallunterscheidung

Fähigkeit, alle logisch möglichen Fälle einer Situation systematisch und lückenlos zu identifizieren und jeden Fall gesondert zu behandeln, um eine vollständige Aussage zu sichern.

Direkter Beweis

Fähigkeit, ausgehend von gegebenen Voraussetzungen durch eine Kette logisch verknüpfter Schlussschritte direkt zur zu beweisenden Behauptung zu gelangen.

Beweis durch Widerspruch

Fähigkeit, einen indirekten Beweis zu führen, indem das Gegenteil der Behauptung angenommen und daraus ein logischer Widerspruch hergeleitet wird.

Problemlösen

Anwendung heuristischer Strategien zur Bearbeitung neuartiger mathematischer Probleme sowie Reflexion und Verallgemeinerung der gefundenen Lösungswege.

Problem verstehen

Fähigkeit, eine unbekannte Aufgabenstellung durch genaues Lesen vollständig zu durchdringen, Bekanntes und Unbekanntes zu unterscheiden und ein klares Lösungsziel zu formulieren.

Strategien: Beispiele und Muster

Fähigkeit, durch Untersuchung spezieller Fälle Regelmäßigkeiten zu entdecken und erkannte Muster zu einer allgemeinen Aussage oder Strategie zu verallgemeinern.

Strategien: Rückwärtsarbeiten

Fähigkeit, vom angestrebten Ziel aus rückwärts zu denken und durch Anwendung umgekehrter Operationen schrittweise zur Ausgangssituation zu gelangen.

Strategien: Vereinfachen

Fähigkeit, ein komplexes Problem durch Reduktion auf eine einfachere Variante handhabbar zu machen und die dabei gewonnenen Einsichten auf das ursprüngliche Problem zu übertragen.

Strategien: Skizze und Darstellung

Fähigkeit, mathematische Problemstellungen durch geeignete visuelle Darstellungen (Skizze, Tabelle, Diagramm) zu veranschaulichen und dadurch Strukturen und Lösungsansätze zu erkennen.

Lösungsweg reflektieren

Fähigkeit, den eigenen Lösungsweg hinsichtlich Effizienz und Korrektheit zu bewerten, alternative Strategien zu erwägen und gewonnene Erkenntnisse auf verwandte Probleme zu übertragen.

Naturwissenschaft und Technik
Biologie
Zellen und Lebensgrundlagen

Überblick über die fundamentalen biologischen Konzepte der Zellbiologie: Zellaufbau tierischer, pflanzlicher und prokaryotischer Zellen, zelluläre Stoffwechselprozesse sowie die Mechanismen der Zellteilung als Grundlage von Wachstum und Fortpflanzung.

Zellaufbau

Behandelt den strukturellen Aufbau von Zellen auf verschiedenen Organisationsniveaus – von Organellen der Eukaryoten bis zur Abgrenzung zwischen Pro- und Eukaryoten.

Tierische Zelle: Zellmembran, Cytoplasma, Zellkern, Organellen

Die Lernenden beschreiben den Aufbau der tierischen Zelle und ordnen jedem Organell (Zellmembran, Cytoplasma, Zellkern mit Nukleolus, Mitochondrien, raues und glattes endoplasmatisches Retikulum, Golgi-Apparat, Ribosomen, Lysosomen) seine spezifische Funktion zu.

Pflanzliche Zelle: Zellwand, Chloroplasten, Vakuole – Unterschiede zur tierischen Zelle

Die Lernenden vergleichen pflanzliche und tierische Zellen und erklären die strukturellen und funktionellen Besonderheiten der Pflanzenzelle: Zellwand aus Cellulose (Stützfunktion), Chloroplasten mit Thylakoidmembranen (Fotosynthese) sowie die zentrale Vakuole (Turgordruck, Speicherung).

Prokaryoten vs. Eukaryoten

Die Lernenden unterscheiden Prokaryoten (fehlender Zellkern, kein Membransystem, ringförmige DNA; Bacteria und Archaea) von Eukaryoten (membranumhüllter Zellkern, Membranorganellen; Tiere, Pflanzen, Pilze, Protisten) und erläutern die evolutionäre Bedeutung der Endosymbiontentheorie.

Zellfunktionen

Behandelt die wesentlichen Stoffwechsel- und Transportprozesse der Zelle: Membrantransport durch Diffusion und Osmose, Energiegewinnung durch Zellatmung sowie Energieumwandlung durch Fotosynthese.

Zellmembran und Stofftransport: Diffusion und Osmose

Die Lernenden erklären den Aufbau der Zellmembran als Phospholipid-Doppelschicht nach dem Fluid-Mosaik-Modell und beschreiben Diffusion (passiver Transport entlang des Konzentrationsgradienten) sowie Osmose (Diffusion von Wasser durch eine semipermeable Membran) als grundlegende Mechanismen des Stofftransports.

Zellatmung: Glukoseabbau und ATP-Gewinnung

Die Lernenden erklären die aerobe Zellatmung (Glukose + O₂ → CO₂ + H₂O + ATP) als schrittweisen enzymatischen Prozess, gegliedert in Glykolyse (Cytoplasma), Citratzyklus und Atmungskette (Mitochondrien), und verstehen ATP als universelle Energiewährung der Zelle.

Fotosynthese auf Zellebene: Chloroplasten und Lichtreaktion

Die Lernenden erklären die Fotosynthese auf zellulärer Ebene: Die Lichtreaktion in den Thylakoidmembranen der Chloroplasten wandelt Lichtenergie in ATP und NADPH um, die im Calvin-Zyklus (Stroma) zur Fixierung von CO₂ zu Glukose genutzt werden.

Zellteilung

Behandelt die beiden zentralen Zellteilungsformen – Mitose und Meiose – mit ihren jeweiligen Phasen, molekularen Mechanismen und biologischen Funktionen für Wachstum, Regeneration und sexuelle Fortpflanzung.

Mitose: Ablauf und Bedeutung für Wachstum und Regeneration

Die Lernenden beschreiben die Phasen der Mitose (Prophase, Metaphase, Anaphase, Telophase) und erklären, wie durch Chromosomenkondensation, Ausrichtung an der Äquatorialplatte und Schwesterchromatid-Trennung zwei genetisch identische diploide Tochterzellen entstehen.

Meiose: Ablauf und Bedeutung für die Fortpflanzung

Die Lernenden beschreiben die Meiose als zwei aufeinanderfolgende Teilungen (Meiose I: Trennung homologer Chromosomen; Meiose II: Trennung der Schwesterchromatiden) und erklären die Entstehung von vier haploiden Keimzellen sowie die Bedeutung des Crossing-overs als Quelle genetischer Variation.

Pflanzen

Überblick über Pflanzenbiologie: Aufbau pflanzlicher Organe, Fotosynthese als Energiegewinnung, Wasser- und Nährstoffversorgung, Fortpflanzungsstrategien sowie hormonale Wachstumsregulation.

Aufbau der Pflanze

Behandelt den strukturellen Aufbau der Pflanze anhand ihrer Hauptorgane Wurzel, Sprossachse, Blatt und Blüte sowie deren jeweilige Funktionen im pflanzlichen Organismus.

Wurzel: Aufbau, Funktion und Wurzelsysteme

Die Lernenden beschreiben den zonalen Aufbau der Wurzel (Wurzelhaube, Meristem, Elongationszone, Differenzierungszone mit Wurzelhaaren) und unterscheiden Pfahlwurzel- von Faserwurzelsystemen hinsichtlich Verankerungstiefe und Funktion bei der Wasser- und Nährstoffaufnahme.

Sprossachse, Leitbündel und Transport

Die Lernenden beschreiben die Sprossachse als zentrales Leit- und Stützorgan: Leitbündel mit Xylem (Wassertransport) und Phloem (Assimilattransport), Knoten als Blatt- und Seitentriebansätze sowie Rindenparenchym als Speichergewebe.

Blatt: Aufbau und Funktion (Epidermis, Mesophyll, Spaltöffnungen)

Die Lernenden beschreiben den Blattquerschnitt mit Ober- und Unterepidermis (Cuticula), Palisadenparenchym (Fotosynthese), Schwammparenchym (Gasaustausch) und Stomata und erklären die Funktionen Fotosynthese, Transpiration und Gasaustausch.

Blüte, Frucht und Samen

Die Lernenden beschreiben den Aufbau einer vollständigen Blüte (Kelch- und Kronblätter, Staubblätter, Stempel) und erklären die Entwicklung von Bestäubung und Befruchtung bis zur Ausbildung von Frucht und Samen als Verbreitungs- und Überdauerungseinheit.

Fotosynthese

Behandelt die Fotosynthese als lichtgetriebene Stoffumwandlung: Reaktionsgleichung und globale Bedeutung, Rolle von Licht und Pigmenten sowie abiotische Einflussfaktoren auf die Fotosyntheserate.

Fotosynthese-Gleichung und Bedeutung für das Leben auf der Erde

Die Lernenden formulieren und interpretieren die Fotosynthese-Gleichung (6 CO₂ + 6 H₂O + Lichtenergie → C₆H₁₂O₆ + 6 O₂) und erläutern ihre globale Bedeutung als Basis der Primärproduktion, Sauerstoffquelle der Atmosphäre und CO₂-Senke.

Licht als Energiequelle: Photonen und Chlorophyll

Die Lernenden erklären die Funktion von Chlorophyll a/b als Lichtabsorbern (Absorptionsmaxima im roten und blauen Spektralbereich) und Carotinoiden als Hilfspigmenten sowie die Bedeutung dieser Pigmente für die Umwandlung von Strahlungsenergie in chemische Energie.

Einflüsse auf die Fotosyntheserate (Licht, CO₂, Temperatur)

Die Lernenden analysieren Lichtintensität, CO₂-Konzentration und Temperatur als limitierende Faktoren der Fotosyntheserate, interpretieren Sättigungskurven und erklären den Kompensationspunkt als Gleichgewicht zwischen Fotosynthese und Zellatmung.

Wasser- und Nährstoffversorgung

Behandelt die Aufnahme, den Transport und die Nutzung von Wasser und Mineralstoffen in der Pflanze, einschließlich osmotischer Mechanismen, Transpirationssog und Nährstoffbedarf.

Wasseraufnahme: Osmose und Wurzeldruck

Die Lernenden erklären die Wasseraufnahme in Wurzelhaaren durch Osmose (höherer osmotischer Wert des Zellsafts gegenüber der Bodenlösung) und den Wurzeldruck als aktiv erzeugten osmotischen Gradienten im Xylem durch Ionenpumpen.

Wassertransport im Xylem und Transpiration

Die Lernenden beschreiben den Transpirationssog als treibende Kraft des Xylems: stomatäre Verdunstung erzeugt Unterdruck, der durch Kohäsion der Wassermoleküle und Adhäsion an Xylemwänden (KCAT-Modell) den kontinuierlichen Wassertransport von der Wurzel bis ins Blatt ermöglicht.

Nährstoffbedarf: Mineralstoffe und Mangelerscheinungen

Die Lernenden unterscheiden Makronährstoffe (N, P, K) und Mikronährstoffe (Fe, Mg) nach ihrer Funktion im pflanzlichen Stoffwechsel und beschreiben charakteristische Mangelerscheinungen wie Chlorose bei Stickstoff- oder Eisenmangel.

Fortpflanzung der Pflanze

Behandelt die geschlechtliche und ungeschlechtliche Fortpflanzung der Pflanze sowie die Keimungsprozesse, einschließlich Bestäubung, Befruchtung, vegetativer Vermehrung und Entwicklung des Keimlings.

Geschlechtliche Fortpflanzung: Bestäubung und Befruchtung

Die Lernenden erklären Wind- und Insektenbestäubung als Pollentransfer sowie die Doppelbefruchtung der Bedecktsamer (Embryo aus Eizelle + Spermium; Endosperm aus Polkernen + Spermium) als Grundlage der Samen- und Fruchtbildung.

Ungeschlechtliche Fortpflanzung: Ableger, Stecklinge, Sporen

Die Lernenden beschreiben Formen vegetativer Vermehrung (Ausläufer, Zwiebeln, Knollen, Stecklinge) als genetisch identische Klonierung und bewerten Vorteile (Schnelligkeit, Partnerunabhängigkeit) gegenüber dem Nachteil fehlender genetischer Variabilität.

Keimung: Bedingungen und Entwicklung des Keimlings

Die Lernenden beschreiben den Keimungsablauf (Wasseraufnahme, Enzymaktivierung, Reservestoffabbau, Austreiben von Keimwurzel und Keimblättern), nennen die notwendigen Keimungsbedingungen (Wasser, Wärme, O₂) und unterscheiden epigeische von hypogeischer Keimung.

Wachstum und Regulation

Behandelt die hormonale Steuerung von Wachstum und Orientierungsbewegungen bei Pflanzen, insbesondere die Wirkung von Auxin und Gibberellin sowie deren Rolle bei Tropismen.

Pflanzenhormone: Auxin und Gibberellin

Die Lernenden erklären Auxin als Regulator des Zelllängenwachstums (Apikaldominanz, Wundreaktion) und Gibberellin als Hormon für Streckungswachstum, Keimungsförderung und Blühinduktion und verstehen beide als Koordinatoren pflanzlicher Wachstumsprozesse.

Tropismen: Fototropismus und Gravitropismus

Die Lernenden erklären Foto- und Gravitropismus als gerichtete Wachstumsbewegungen durch asymmetrische Auxinverteilung: erhöhte Auxinkonzentration auf der Schattenseite bewirkt stärkeres Streckungswachstum (Fototropismus), während Spross und Wurzel gegensätzlich auf den Gravitationsreiz reagieren (negativer bzw. positiver Gravitropismus).

Tiere

Überblick über die Zoologie: umfasst Körperbau und Anpassung, Ernährung und Verdauung, Fortpflanzung und Entwicklung, Verhalten und Kommunikation sowie die systematische Einordnung von Wirbeltieren und Wirbellosen.

Körperbau und Anpassung

Behandelt grundlegende Bauprinzipien tierischer Körper sowie morphologische und physiologische Anpassungen an unterschiedliche Lebensräume und Sinnesleistungen.

Körperpläne: Radiärsymmetrie und Bilateralsymmetrie

Die Lernenden beschreiben Radiärsymmetrie (mehrere Symmetrieebenen, z. B. Seeanemone, Qualle) und Bilateralsymmetrie (eine Symmetrieebene, z. B. Würmer bis Wirbeltiere) als grundlegende Körperbaupläne und erklären den evolutionären Vorteil der Bilateralsymmetrie für gerichtete Fortbewegung.

Anpassung an Lebensräume: Landtiere, Wassertiere, Vögel

Die Lernenden beschreiben morphologische und physiologische Anpassungen an aquatische (Stromlinienform, Flossen, Kiemen), terrestrische (Extremitäten, Lunge, Wasserregulation) und aviatische Lebensräume (Hohlknochen, Federn, Luftsäcke, Kielbrustbein) und erklären den jeweiligen Selektionsdruck.

Sinnesorgane: Reizwahrnehmung und Nervensignale

Die Lernenden beschreiben Sinnesorgane als spezialisierte Rezeptoren (mechanisch, chemisch, optisch, thermisch, elektrisch), erklären die Signaltransduktion (Reiz → elektrisches Signal) und den Ablauf der Reizverarbeitung vom Rezeptor über afferente Nervenbahnen bis zur Effektor-Reaktion.

Ernährung und Verdauung

Behandelt die Vielfalt tierischer Ernährungsstrategien sowie die zugehörigen morphologischen Anpassungen von Gebiss und Verdauungssystem.

Ernährungstypen: Herbivore, Karnivore, Omnivore

Die Lernenden unterscheiden Herbivore (langer Verdauungstrakt, Symbionten zum Celluloseabbau, flache Backenzähne), Karnivore (kurzer Darm, Reißzähne, Fangwerkzeuge) und Omnivore (gemischtes Gebiss, flexibler Darm) und erläutern die jeweiligen anatomischen Angepasstheiten.

Angepasster Körperbau für die Nahrungsaufnahme (Gebiss, Verdauungssystem)

Die Lernenden vergleichen Gebisstypen verschiedener Säugetiere (Schneidezähne, Eckzähne, Backenzähne bei Karnivoren, Herbivoren und Nagern) und erklären den vierkammrigen Wiederkäuermagen (Pansen, Netzmagen, Blättermagen, Labmagen) als Anpassung zur mikrobiellen Celluloseverwertung.

Fortpflanzung und Entwicklung

Behandelt Mechanismen und Strategien der tierischen Fortpflanzung, von der Befruchtung über Brutpflege bis hin zu unterschiedlichen Entwicklungsformen wie der Metamorphose.

Geschlechtliche Fortpflanzung und Paarungsverhalten

Die Lernenden vergleichen externe Befruchtung (aquatisch, viele Gameten, z. B. Fische, Frösche) mit interner Befruchtung (terrestrisch, sicherer, weniger Gameten, z. B. Reptilien, Säuger) und erklären Paarungsverhalten (Balz, Revierverteidigung) als Strategien zur Gametenzusammenführung.

Brutpflege und Entwicklung des Nachwuchses

Die Lernenden unterscheiden r-Strategen (viele Nachkommen, geringe Brutpflege, z. B. Insekten, Fische) von K-Strategen (wenige Nachkommen, intensive Brutpflege, z. B. Säugetiere, Adler) und erklären die evolutionären Vorteile beider Strategien in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen.

Metamorphose: vollständige und unvollständige Verwandlung

Die Lernenden beschreiben vollständige Metamorphose (Holometabolie: Ei → Larve → Puppe → Imago, z. B. Schmetterling) und unvollständige Metamorphose (Hemimetabolie: Ei → Nymphe → Imago, z. B. Heuschrecke) und erklären den ökologischen Vorteil der Stadientrennung durch Vermeidung innerartlicher Nahrungskonkurrenz.

Verhalten und Kommunikation

Behandelt die Grundlagen tierischen Verhaltens, von angeborenen Instinkten über Lernprozesse bis hin zu intra- und interspezifischen Kommunikationsformen.

Angeborene und erlernte Verhaltensweisen

Die Lernenden unterscheiden angeborene Verhaltensweisen (Instinkte: genetisch fixiert, arttypisch, z. B. Saugreflex) von erlernten Verhaltensweisen (klassische und operante Konditionierung, Prägung, Einsichtlernen) und belegen beide Kategorien mit Tierbeispielen.

Kommunikation und Sozialverhalten im Tierreich

Die Lernenden beschreiben tierische Kommunikationsformen – akustisch (Vogelgesang), optisch (Balzfärbung, Drohgebärden), chemisch (Pheromone, Duftmarkierungen) und taktil (Bienentanz) – und erläutern deren Funktion für Reviermarkierung, Partnerwahl und Sozialverhalten.

Wirbeltiere und Wirbellose

Behandelt die systematische Einordnung und charakteristischen Merkmale der wichtigsten Wirbeltierklassen sowie bedeutender Gruppen der Wirbellosen.

Wirbeltierklassen: Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere

Die Lernenden ordnen die fünf Wirbeltierklassen anhand diagnostischer Merkmale: Fische (Kiemen, Schuppen, wechselwarm), Amphibien (aquatische Larve, terrestrialer Adulter), Reptilien (Hornschuppen, Amnioten), Vögel (Federn, endotherm, Flugapparat), Säugetiere (Fell, Milchdrüsen, endotherm, Viviparie).

Wirbellose: Insekten, Spinnentiere, Krebstiere

Die Lernenden beschreiben Merkmale zentraler Wirbellosen-Gruppen: Insekten (Kopf-Thorax-Abdomen, 6 Beine, Tracheen, Flügel), Spinnentiere (8 Beine, Cheliceren, flügellos) und Krebstiere (10 Beine, Kiemen, Chitinpanzer, überwiegend aquatisch) und ordnen sie dem Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda) zu.

Mensch und Gesundheit

Überblick über die Organsysteme des menschlichen Körpers: Bewegungsapparat, Ernährung und Verdauung, Blut und Kreislauf, Atmung, Nervensystem und Sinne, Immunsystem sowie Fortpflanzung und Entwicklung.

Bewegungsapparat

Umfasst Aufbau und Funktion des menschlichen Bewegungsapparats: Skelett, Gelenke und Muskulatur als zusammenwirkendes System zur Körperstabilisierung und Bewegungserzeugung.

Skelett: Aufbau, Knochentypen und Funktionen

Die Lernenden beschreiben den Aufbau des menschlichen Skeletts (Schädel, Wirbelsäule, Brustkorb, Schulter- und Beckengürtel, Extremitäten), unterscheiden Knochentypen (Röhren-, Platt-, Kugelknochen) nach ihrem strukturellen Aufbau (kompakte Rinde, spongiöse Spongiosa, Knochenmark) und benennen die Funktionen des Skeletts: Stützung, Schutz innerer Organe, Blutbildung im roten Knochenmark sowie Speicherung von Mineralstoffen (v. a. Calcium, Phosphat).

Gelenke: Gelenkarten und Bänder

Die Lernenden klassifizieren Gelenktypen nach ihrer Bewegungsfreiheit – Kugelgelenk (3 Achsen: Schulter, Hüfte), Scharniergelenk (1 Achse: Knie, Ellenbogen), Sattelgelenk (2 Achsen: Daumensattelgelenk), Dreh-/Zapfengelenk (Rotation: Atlas-Axis-Gelenk) – und erklären die gelenkstabilisierende Funktion von Gelenkkapsel, hyalinem Knorpel und Bändern.

Muskulatur: Muskelfasern, Kontraktion und Antagonisten

Die Lernenden beschreiben den hierarchischen Aufbau quergestreifter Skelettmuskeln (Muskelfasern → Myofibrillen → Sarkomere mit Aktin- und Myosinfilamenten) und erklären den Gleitfilamentmechanismus der Kontraktion (ATP-abhängige Querbrückenbildung zwischen Myosin und Aktin) sowie das Antagonistenprinzip, bei dem Agonist und Antagonist entgegengesetzte Bewegungen (Beugen/Strecken) koordinieren.

Bewegung als Gesundheitsfaktor in den Alltag

Den Einfluss regelmäßiger Bewegung auf Muskeln, Gelenke und Gesamtgesundheit verstehen und bewusst umsetzen.

Ernährung und Verdauung

Umfasst die Grundlagen der menschlichen Ernährung und Verdauung: Makro- und Mikronährstoffe, den anatomisch-funktionellen Aufbau des Verdauungssystems sowie Kriterien einer gesunden und ausgewogenen Ernährung.

Makronährstoffe: Kohlenhydrate, Fette, Proteine

Die Lernenden beschreiben Funktion, Energiedichte und Quellen der drei Makronährstoffe: Kohlenhydrate (4 kcal/g, schnelle Energiebereitstellung, Glykogen als Speicherform), Fette (9 kcal/g, Langzeitenergiespeicher, Membranbestandteile, Lösungsmittel fettlöslicher Vitamine, gesättigte vs. ungesättigte Fettsäuren) und Proteine (4 kcal/g, Struktur- und Baustoffe, Enzyme, Antikörper, Hormone).

Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

Die Lernenden unterscheiden fettlösliche Vitamine (A, D, E, K: speicherbar in Leber und Fettgewebe, Hypervitaminose möglich) von wasserlöslichen (B-Komplex, C: tägliche Zufuhr nötig), ordnen Mangelkrankheiten zu (Skorbut: Vitamin-C-Mangel; Rachitis: Vitamin-D-Mangel; Anämie: Vitamin-B₁₂- bzw. Eisenmangel) und benennen essentielle Mineralstoffe und Spurenelemente (Ca, Fe, Mg, Jod) mit ihren physiologischen Funktionen.

Verdauungssystem: Aufbau und Funktion von der Mundhöhle bis zum Darm

Die Lernenden beschreiben den vollständigen Verdauungsweg von der Mundhöhle (mechanische Zerkleinerung, Amylase spaltet Stärke) über die Speiseröhre (Peristaltik), den Magen (HCl denaturiert Proteine, Pepsin spaltet sie) und den Dünndarm (Pankreasenzyme, Gallensalze emulgieren Fette, Darmzotten und Mikrovilli vergrößern die Resorptionsfläche) bis zum Dickdarm (Wasserrückresorption, Mikrobiom) und erklären die enzymatische Verdauung und Resorption der Nährstoffe.

Gesunde Ernährung: Ernährungspyramide und Nährwertkennzeichnung

Die Lernenden lesen die Ernährungspyramide (Basis: Wasser, Gemüse und Obst; Mitte: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Milchprodukte; Spitze: Fette, Süßigkeiten, Fleisch) und Nährwertkennzeichnungen auf Lebensmitteln kritisch aus und entwickeln evidenzbasierte Kriterien für eine ausgewogene, gesundheitsförderliche und nachhaltige Ernährungsweise.

Gesunde Ernährung im Alltag umsetzen

Das Wissen über ausgewogene Ernährung praktisch in den eigenen Alltag übertragen und dabei Diätmythen und Extreme vermeiden.

Mit Alkohol und Suchtmitteln bewusst umgehen

Die Wirkung und Risiken von Alkohol, Tabak und anderen Suchtmitteln realistisch einschätzen und das eigene Konsumverhalten reflektieren.

Blut und Kreislauf

Umfasst Zusammensetzung und Funktion des Blutes sowie Aufbau und Funktion des Herzens, der Blutgefäße und des Kreislaufsystems einschließlich klinisch relevanter Parameter wie Blutdruck und Blutgruppen.

Blutbestandteile: Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten, Plasma

Die Lernenden beschreiben die vier Blutbestandteile: Erythrozyten (kernlos, Hämoglobin für O₂-Transport, ca. 5 Mio./µl), Leukozyten (Immunabwehr: Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten, ca. 7 000/µl), Thrombozyten (Blutgerinnung, ca. 250 000/µl) und Blutplasma (92 % Wasser, Transport von Nährstoffen, Hormonen, CO₂ und Antikörpern) sowie deren jeweilige physiologische Funktion.

Herz: Aufbau, Herzzyklus und Herzfrequenz

Die Lernenden beschreiben den anatomischen Aufbau des Herzens (vier Kammern: rechter/linker Vorhof, rechte/linke Kammer; Segel- und Taschenklappen), den Herzzyklus mit Systole und Diastole sowie das Reizleitungssystem (Sinusknoten → AV-Knoten → His-Bündel → Tawara-Schenkel → Purkinje-Fasern) als Grundlage der koordinierten Herzkontraktion.

Blutgefäße: Arterien, Venen und Kapillaren

Die Lernenden unterscheiden Arterien (elastische Wand, hoher Druck, vom Herz wegführend), Venen (dünnere Wand, Venenklappen, zum Herz hinführend, niedrigerer Druck) und Kapillaren (einlagiges Endothel als Ort des Stoff- und Gasaustauschs) und erklären den Ablauf von großem Körperkreislauf (linkes Herz → Körper → rechtes Herz) und kleinem Lungenkreislauf (rechtes Herz → Lunge → linkes Herz).

Blutdruck, Blutgruppen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Lernenden messen den Blutdruck nach der Korotkoff-Methode (Normwert 120/80 mmHg), erklären Hypertonie (> 140/90 mmHg) als Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall, beschreiben das ABO-System und den Rhesus-Faktor als erythrozytäre Oberflächenantigene und leiten daraus Transfusionsverträglichkeiten und Kontraindikationen ab.

Atmung

Umfasst den Aufbau der Atemorgane, den Mechanismus der Atembewegung, den alveolären Gasaustausch sowie die zelluläre Atmung als biochemischen Prozess der ATP-Gewinnung.

Atmungsorgane: Nasenhöhle, Luftröhre, Bronchien, Lunge

Die Lernenden beschreiben den Atemweg von der Nasenhöhle (Filterung, Erwärmung, Befeuchtung) über Rachen, Kehlkopf mit Epiglottis, Trachea, Haupt- und Nebenbronchien bis zu den Alveolen und erklären den Mechanismus der Einatmung (Kontraktion des Zwerchfells und der Intercostalmuskeln → Thoraxerweiterung → Unterdruck → Lufteinstrom) sowie die passive Ausatmung.

Gastaustausch in den Alveolen (O₂/CO₂)

Die Lernenden erklären den alveolären Gasaustausch durch Diffusion entlang von Partialdruckgradienten: O₂ diffundiert aus der Alveolarluft in das Kapillarblut, CO₂ in Gegenrichtung; sie begründen die Effizienz durch die große Gasaustauschfläche (ca. 70 m²), die minimale Diffusionsstrecke (~0,5 µm) und die kontinuierliche Durchblutung.

Zellulare Atmung: Glukoseabbau und ATP-Gewinnung

Die Lernenden erklären die aerobe Zellatmung als dreistufigen Prozess (Glykolyse im Cytoplasma, Citratzyklus in der Mitochondrienmatrix, oxidative Phosphorylierung an der inneren Mitochondrienmembran: Gesamtertrag ca. 36–38 ATP pro Glukosemolekül) und grenzen sie von der anaeroben Glykolyse ab (Milchsäuregärung bei O₂-Mangel: 2 ATP, Laktatakkumulation als Ursache des Muskelkaters).

Nervensystem und Sinne

Umfasst Aufbau und Funktion des Nervensystems auf zellulärer Ebene (Neuronen, Synapsen) sowie die Gliederung in ZNS und PNS und die Funktion der Sinnesorgane Auge und Ohr.

Nervenzellen: Dendriten, Axon, Synapse und Impulsleitung

Die Lernenden beschreiben den Aufbau von Neuronen (Dendriten, Zellkörper, Axon mit Myelinscheide, Endknöpfchen) und erklären die elektrochemische Grundlage des Aktionspotentials (Na⁺-Einstrom → Depolarisation, K⁺-Ausstrom → Repolarisation) sowie die synaptische Signalübertragung durch Neurotransmitter an der chemischen Synapse.

ZNS und PNS: Gehirn, Rückenmark und periphere Nerven

Die Lernenden beschreiben das ZNS mit seinen Strukturen und Funktionen (Großhirn: Bewusstsein, Motorik, Sensorik; Kleinhirn: Koordination, Gleichgewicht; Hirnstamm: vegetative Reflexzentren; Thalamus: sensorisches Relaiszentrum; Hypothalamus: neuroendokrine Kontrolle; Rückenmark: Reflexzentrum und Leitungsbahn) sowie das PNS mit somatischem Nervensystem (willkürliche Motorik) und autonomem Nervensystem (Sympathikus vs. Parasympathikus als Antagonisten).

Auge: Aufbau, Sehvorgang und Sehfehler

Die Lernenden beschreiben den Aufbau des Augapfels (Cornea, Iris, Pupille, Linse mit Ziliarmuskel, Glaskörper, Netzhaut mit Stäbchen und Zapfen, Fovea centralis, blinder Fleck, Sehnerv) und erklären den Sehvorgang (Lichtbrechung, Reizaufnahme durch Photorezeptoren, Weiterleitung zum Okzipitalkortex) sowie die Sehfehler Myopie (Bulbus zu lang, Korrektur: Zerstreuungslinse), Hyperopie (Bulbus zu kurz, Korrektur: Sammellinse) und Astigmatismus (unregelmäßige Hornhautkrümmung).

Ohr: Aufbau, Hörvorgang und Gleichgewichtssinn

Die Lernenden beschreiben den Aufbau des Ohrs (Außenohr → Trommelfell → Gehörknöchelchen: Hammer, Amboss, Steigbügel → ovales Fenster → Cochlea mit Haarzellen auf der Basilarmembran → Hörnerv) und erklären den Hörvorgang (mechanische Schallwandlung in elektrische Nervenimpulse) sowie den Gleichgewichtssinn (Bogengänge: Drehbeschleunigung; Makulaorgane: Linearbeschleunigung und Schwerkraft).

Schlaf und Erholung als Gesundheitsfaktoren

Die Bedeutung von Schlaf und Erholung für Nervensystem und Wohlbefinden verstehen und schlaffördernde Gewohnheiten entwickeln.

Immunsystem und Gesundheit

Umfasst die Mechanismen der unspezifischen und spezifischen Immunabwehr sowie die Grundlagen der Immunisierung und den Unterschied zwischen bakteriellen und viralen Infektionen in Bezug auf Therapieansätze.

Unspezifische Immunabwehr: Haut, Fresszellen, Entzündungsreaktion

Die Lernenden erklären die drei Ebenen der unspezifischen Immunabwehr: physikalisch-chemische Barrieren (Haut, Schleimhäute, Zilien, Magensäure, Lysozym), zelluläre Abwehr durch Phagozytose (Makrophagen und neutrophile Granulozyten: Erkennung, Aufnahme und enzymatische Verdauung von Krankheitserregern) und die Entzündungsreaktion als koordinierte Erstantwort mit Vasodilatation, Chemotaxis und Gewebsreiz.

Spezifische Immunabwehr: Antikörper, B- und T-Lymphozyten

Die Lernenden erklären die spezifische Immunantwort: Antigenpräsentation durch dendritische Zellen → Aktivierung von T-Helfer-Zellen → B-Lymphozyten differenzieren zu Plasmazellen und produzieren spezifische Antikörper (humorale Immunität) → zytotoxische T-Zellen eliminieren infizierte Körperzellen (zelluläre Immunität) → Gedächtniszellen ermöglichen eine schnellere und stärkere Sekundärreaktion bei erneutem Antigenkontakt.

Impfung, Immunisierung und Antibiotika

Die Lernenden unterscheiden aktive Immunisierung (Impfung mit abgeschwächten oder inaktivierten Antigenen → körpereigene Immunantwort mit Gedächtniszellbildung, langfristiger Schutz) von passiver Immunisierung (Gabe fertiger Antikörper: sofortige, aber kurzfristige Wirkung, z. B. Tollwutprophylaxe), erläutern das Prinzip der Herdenimmunität und begründen, warum Antibiotika (Hemmung bakterieller Strukturen/Prozesse) bei Virusinfektionen unwirksam sind.

Vorsorge und Früherkennung wahrnehmen

Sinn von Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Früherkennung verstehen und passende Angebote eigenständig nutzen.

Verlässliche Gesundheitsinformationen finden und beurteilen

Seriöse Gesundheitsinformationen von Werbung, Mythen und Falschinformation unterscheiden und einschätzen, wem man vertrauen kann.

Sich im Gesundheitssystem orientieren

Hausarzt, Facharzt, Notdienst, Apotheke und Beratungsstellen kennen und wissen, wann man sich an wen wendet.

Symptome einordnen und entscheiden, wann ärztliche Hilfe nötig ist

Eigene Beschwerden grob einschätzen und unterscheiden, was abgewartet werden kann, was in die Praxis gehört und was ein Notfall ist.

Ein Arztgespräch vorbereiten und mitgestalten

Eigene Beschwerden klar schildern, nachfragen, Behandlungsoptionen verstehen und eigene Wünsche einbringen.

Beipackzettel verstehen und Medikamente sicher anwenden

Dosierung, Wechselwirkungen und Warnhinweise verstehen und Medikamente verantwortungsvoll einsetzen.

Fortpflanzung und Entwicklung des Menschen

Umfasst die Grundlagen der menschlichen Fortpflanzung: Keimzellbildung, Befruchtung, Embryonalentwicklung, Schwangerschaft sowie die hormonale Regulation der pubertären Reifung.

Weibliche und männliche Keimzellen und Befruchtung

Die Lernenden beschreiben Spermatogenese (mitotische und meiotische Teilung der Spermatogonien zu haploiden, beweglichen Spermatozoen) und Oogenese (Reifung der Eizelle zu einer großen, nährstoffreichen haploiden Zelle, Ovulation) und erklären die Befruchtung als Kernverschmelzung von Spermium und Eizelle zur diploiden Zygote im Eileiter.

Embryonalentwicklung und Schwangerschaft

Die Lernenden beschreiben die frühe Embryonalentwicklung (Furchungsteilungen → Morula → Blastozyste → Implantation in die Uterusschleimhaut an Tag 6–7) und erklären die Funktion der Plazenta als Austauschorgan (Diffusion von O₂, CO₂, Nährstoffen und Abfallstoffen zwischen mütterlichem und fetalem Blutkreislauf) sowie ihre endokrine Funktion (Produktion von hCG zur Aufrechterhaltung des Corpus luteum, Progesteron und Östrogene zur Stabilisierung der Schwangerschaft).

Entwicklung von der Geburt bis zur Reife (Pubertät)

Die Lernenden beschreiben körperliche (Wachstum der primären und Ausbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale) und psychische Veränderungen in der Pubertät und erklären die hormonale Steuerungsachse (Hypothalamus → GnRH → Hypophyse → FSH/LH → Gonaden → Testosteron bzw. Östrogene/Progesteron) als neuroendokrinen Auslöser der Geschlechtsreifung.

Ökologie und Lebensräume

Überblick über ökologische Grundkonzepte: Ökosysteme und Umweltfaktoren, trophische Nahrungsbeziehungen, biogeochemische Stoff- und Energiekreisläufe sowie Auswirkungen menschlicher Eingriffe auf Natur und Biodiversität.

Ökosystem und Umweltfaktoren

Behandelt die strukturellen und funktionalen Grundlagen von Ökosystemen, einschließlich abiotischer und biotischer Umweltfaktoren sowie ihrer Wechselwirkungen.

Biotop und Biozönose: Lebensraum und Lebensgemeinschaft

Die Lernenden unterscheiden Biotop (abiotischer Lebensraum mit physikalisch-chemischen Faktoren) und Biozönose (Gesamtheit der Organismen eines Biotops), definieren das Ökosystem als funktionale Einheit beider und erläutern das ökologische Gleichgewicht als Ergebnis von Selbstregulation durch Rückkopplungsschleifen.

Abiotische Faktoren: Licht, Temperatur, Wasser, Boden

Die Lernenden benennen und quantifizieren abiotische Faktoren (Licht, Temperatur, Wasser, Boden-pH, Salzgehalt, O₂-Gehalt) als Steuergrößen der Artenverbreitung und erläutern das Konzept der ökologischen Potenz anhand von Toleranzkurven mit Minimum, Optimum und Maximum sowie dem Begriff der ökologischen Nische.

Biotische Faktoren: Konkurrenz, Symbiose, Räuber-Beute-Beziehung

Die Lernenden klassifizieren biotische Wechselwirkungen (intra- und interspezifische Konkurrenz, Symbiose, Prädation, Parasitismus) mit konkreten Beispielen und erklären Räuber-Beute-Populationsschwingungen qualitativ anhand der Lotka-Volterra-Regeln.

Nahrungsbeziehungen

Behandelt die Struktur und Funktion von Nahrungsbeziehungen in Ökosystemen, von einfachen Nahrungsketten über vernetzte Nahrungsnetze bis hin zu trophischen Rollen und dem damit verbundenen Energiefluss.

Nahrungskette und Nahrungsnetz

Die Lernenden konstruieren Nahrungsketten mit den Gliedern Produzent, Primär-, Sekundär- und Tertiärkonsument und vernetzen diese zu Nahrungsnetzen realer Ökosysteme; sie begründen die höhere Stabilität von Nahrungsnetzen gegenüber einzelnen Ketten durch trophische Redundanz.

Produzenten, Konsumenten (I, II, III) und Destruenten

Die Lernenden beschreiben die trophischen Rollen im Ökosystem: Produzenten (Fotosynthese), Konsumenten erster bis dritter Ordnung (Herbivore, Karnivore) sowie Destruenten (Pilze, Bakterien) und erklären deren Funktion bei der Mineralisation organischer Substanz und der Rückführung von Nährsalzen in den Kreislauf.

Energiefluss und Trophieniveaus

Die Lernenden erläutern den Energiefluss zwischen trophischen Ebenen anhand der 10-Prozent-Regel (ca. 90 % Dissipation als Wärme durch Atmung und Exkretion), begründen damit die Form ökologischer Energiepyramiden und leiten die größere Ressourceneffizienz pflanzlicher Ernährung ab.

Stoff- und Energiekreisläufe

Behandelt biogeochemische Kreisläufe zentraler Elemente (Kohlenstoff, Stickstoff) mit ihren biologischen, chemischen und anthropogenen Teilprozessen sowie deren Bedeutung für das globale Klimasystem und die Nährstoffverfügbarkeit.

Kohlenstoffkreislauf: Fotosynthese, Atmung, Verbrennung

Die Lernenden beschreiben den globalen Kohlenstoffkreislauf mit den Prozessen Fotosynthese (CO₂-Fixierung), Atmung, Verwesung und Verbrennung (CO₂-Freisetzung), erläutern die Rolle der Ozeane als CO₂-Senke und begründen den anthropogen verursachten Anstieg der atmosphärischen CO₂-Konzentration durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe.

Stickstoffkreislauf: Fixierung, Nitrifikation, Denitrifikation

Die Lernenden beschreiben den Stickstoffkreislauf mit N₂-Fixierung (Rhizobium, Blitze), Nitrifikation (NH₄⁺ → NO₂⁻ → NO₃⁻) und Denitrifikation (NO₃⁻ → N₂) und bewerten den anthropogenen Eingriff durch synthetische Stickstoffdünger (Haber-Bosch-Verfahren) hinsichtlich ökologischer Konsequenzen.

Mensch und Umwelt

Behandelt die wesentlichen menschlichen Eingriffe in Ökosysteme sowie deren Folgen für Biodiversität, Artenschutz und globale Klimasysteme.

Eingriff des Menschen: Rodung, Überfischung, Flächenversiegelung

Die Lernenden benennen und bewerten menschliche Eingriffe wie Entwaldung (Biodiversitätsverlust, CO₂-Freisetzung, Erosion), Überfischung (Populationskollaps am Beispiel des Nordatlantik-Kabeljaus) und Flächenversiegelung (Lebensraumverlust, verminderte Grundwasserneubildung, städtischer Wärmeinseleffekt).

Biodiversität und Artenschutz

Die Lernenden erläutern Biodiversität auf den Ebenen genetische Vielfalt, Artenvielfalt und Ökosystemvielfalt, nennen Hauptursachen des weltweiten Artenrückgangs (Habitatverlust, Klimawandel, invasive Arten, Übernutzung, Umweltverschmutzung) und beschreiben Schutzmaßnahmen wie Schutzgebiete, Biotopvernetzung, Renaturierung und CITES.

Klimawandel und seine Folgen für Ökosysteme

Die Lernenden beschreiben messbare Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme: Arealverschiebungen polwärts und bergwärts, phänologische Entkopplungen (z. B. Frühblüher vs. Insektenschlupf), Korallenbleiche durch Ozeanerwärmung und -versauerung sowie Gletscherschwund mit Folgen für Süßwasserverfügbarkeit.

Evolution und Genetik

Übergeordnetes Themengebiet, das die klassische Vererbungslehre, die molekularen Grundlagen der Genetik sowie die Mechanismen und Belege der Evolution umfasst.

Grundlagen der Vererbung

Behandelt die klassischen Prinzipien der Weitergabe von Erbinformationen, einschließlich Mendelscher Gesetze, Erbgangsmuster und der Beziehung zwischen Genotyp und Phänotyp.

Mendelsche Vererbungsgesetze (1. und 2. Gesetz)

Die Lernenden kennen Mendels Kreuzungsexperimente mit Erbsen und können die drei Mendelschen Prinzipien formulieren und anwenden: Uniformitätsprinzip (F₁-Generation uniform), Spaltungsregel (F₂-Verhältnis 3:1 bei Monohybridkreuzung) und Unabhängigkeitsprinzip (unabhängige Vererbung von Merkmalen auf verschiedenen Chromosomen bei Dihybridkreuzung).

Dominant-rezessiver Erbgang und Kreuzungsschema

Die Lernenden unterscheiden Allel, Genotyp und Phänotyp, wenden den dominant-rezessiven Erbgang mithilfe von Kreuzungsschemata an und erklären autosomal-rezessive (z. B. Mukoviszidose) sowie autosomal-dominante Erbkrankheiten (z. B. Huntington).

Phänotyp und Genotyp: Homo- und Heterozygotie

Die Lernenden unterscheiden Homozygotie (AA, aa) von Heterozygotie (Aa) und erklären vollständige Dominanz, unvollständige Dominanz (intermediärer Phänotyp, z. B. Wunderblume) sowie Kodominanz (simultane Allel-Expression, z. B. Blutgruppe AB).

Molekularbiologie

Behandelt die molekularen Grundlagen der Genetik: Struktur und Replikation der DNA, Informationsfluss von der DNA zum Protein sowie Typen, Ursachen und Auswirkungen von Mutationen.

DNA-Aufbau: Doppelhelix, Basenpaare, Nukleotide

Die Lernenden beschreiben den Aufbau der DNA als antiparallele Doppelhelix aus Nukleotiden (Desoxyribose, Phosphat, Nukleobase) mit komplementärer Basenpaarung nach der Chargaff-Regel (A-T, G-C) und erläutern die semi-konservative Replikation mithilfe von Helicase und DNA-Polymerase.

Proteinbiosynthese: Transkription und Translation

Die Lernenden erläutern die Transkription (Umschreibung eines DNA-Abschnitts in mRNA durch RNA-Polymerase) und die Translation (Decodierung der mRNA-Codons durch tRNA-Anticodons an Ribosomen zu einer Aminosäurekette) und kennen den universellen genetischen Code.

Mutationen: Ursachen, Arten und Folgen

Die Lernenden unterscheiden Genmutationen (Basensubstitution, Insertion/Deletion mit Rasterverschiebung), Chromosomenmutationen (Deletion, Duplikation, Inversion, Translokation) und Genommutationen (Aneuploidie, Polyploidie) und benennen mutagene Faktoren wie UV-Strahlung, ionisierende Strahlung und chemische Mutagene.

Evolutionsbiologie

Behandelt die Mechanismen evolutionären Wandels, die Entstehung neuer Arten, die Belege für die Evolution sowie Prinzipien der biologischen Systematik und Phylogenetik.

Natürliche Selektion und Angepasstheiten (Darwin)

Die Lernenden erklären das Prinzip der natürlichen Selektion nach Darwin (Überproduktion, Variabilität, Konkurrenz, differenzielle Reproduktion, Erblichkeit) und wenden es auf konkrete Beispiele wie den Birkenspanner-Melanismus, Antibiotikaresistenz und die Schnabelvariation der Darwinfinken an.

Anpassung und Artbildung: Isolation und Selektion

Die Lernenden erklären allopatrische Artbildung (geografische Isolation → Selektion → genetische Divergenz → reproduktive Isolation) und sympatrische Artbildung (ökologische Isolation ohne räumliche Trennung) und illustrieren diese Prozesse anhand biologischer Beispiele.

Belege für die Evolution: Fossilien, Homologien, Analogien

Die Lernenden nennen und erläutern Evolutionsbelege aus verschiedenen Bereichen: Paläontologie (Fossilien, Übergangsformen), vergleichende Anatomie (Homologien vs. Analogien/Konvergenzen), Biogeografie und vergleichende Molekulargenetik (DNA-Sequenzvergleiche).

Stammesgeschichte: Systematik und Stammbaum des Lebens

Die Lernenden erklären das hierarchische System der biologischen Taxonomie (Domäne bis Art) und lesen phylogenetische Stammbäume (Kladogramme), in denen Knoten gemeinsame Vorfahren und Synapomorphien den Verwandtschaftsgrad definieren.

Mikrobiologie und Biotechnologie

Überblick über Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze), ihre Wechselwirkungen mit dem Menschen sowie biotechnologische Verfahren und Anwendungen.

Mikroorganismen

Strukturelle, funktionelle und ökologische Eigenschaften der wichtigsten Gruppen von Mikroorganismen: Bakterien, Viren und Pilze.

Bakterien: Aufbau, Vermehrung und ökologische Bedeutung

Die Lernenden beschreiben den prokaryotischen Zellaufbau von Bakterien (Murein-Zellwand, ringförmige DNA, Ribosomen, Flagellen, Pili, Plasmide), unterscheiden gram­positive von gram­negativen Bakterien und erläutern ihre ökologische Bedeutung, etwa bei Stickstoff­fixierung, Mineralisation und im Darmmikrobiom.

Viren: Aufbau, Vermehrungszyklus und Bedeutung

Die Lernenden beschreiben den Aufbau von Viren als subzelluläre Partikel (Nukleinsäure plus Kapsid, ggf. Lipidhülle, kein eigener Stoffwechsel) und erklären den lytischen sowie den lysogenen Vermehrungszyklus einschließlich zentraler Schritte wie Adsorption, Replikation und Prophagen-Bildung; sie kennen Beispiele humanpathogener Viren.

Pilze: Aufbau, Ernährung und ökologische Rolle

Die Lernenden beschreiben Pilze als eukaryotische Heterotrophe mit Chitin-Zellwand und Myzel, unterscheiden Hefen, Schimmelpilze und Ständerpilze hinsichtlich Aufbau und Fortpflanzung und erklären ihre ökologischen Rollen als Destruenten sowie als Mykorrhiza-Partner in Symbiose mit Pflanzenwurzeln.

Mikroorganismen und Mensch

Wechselwirkungen zwischen Mikroorganismen und dem Menschen, umfassend Infektionskrankheiten, nützliche Anwendungen in Lebensmittelproduktion und Pharmakologie sowie das Problem der Antibiotikaresistenz.

Pathogene Mikroorganismen und Infektionskrankheiten

Die Lernenden erläutern den Infektionszyklus von der Erregeraufnahme bis zur Immunantwort, unterscheiden bakterielle von viralen Infektionskrankheiten anhand konkreter Beispiele und beschreiben relevante Übertragungswege wie Tröpfchen-, Schmier­infektion und vektorübertragene Infektionen.

Nützliche Mikroorganismen: Fermentation und Antibiotika-Produktion

Die Lernenden beschreiben den Einsatz von Milchsäurebakterien und Hefen in der Lebensmittelfermentation sowie die historische Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming und erklären die Bedeutung von Pilzen und Bakterien als Produzenten von Antibiotika.

Antibiotikaresistenz: Ursachen und Folgen

Die Lernenden erklären Antibiotikaresistenz als Ergebnis natürlicher Selektion und horizontalen Gentransfers, benennen molekulare Resistenzmechanismen (z. B. β-Laktamase, Efflux-Pumpen, Zielortveränderung) und bewerten die klinischen Folgen multiresistenter Keime sowie mögliche Gegenstrategien.

Biotechnologie

Grundlegende Methoden und Werkzeuge der Gentechnik sowie biotechnologische Anwendungen in Medizin, Landwirtschaft und Industrie einschließlich ethischer Fragestellungen.

Grundprinzipien der Gentechnik: Restriktionsenzyme, Vektoren, Klonierung

Die Lernenden erklären zentrale gentechnische Werkzeuge – Restriktionsenzyme, DNA-Ligase, Plasmid- und Virusvektoren, PCR sowie CRISPR-Cas9 – und beschreiben das Grundprinzip der Klonierung rekombinanter DNA.

Anwendungen und ethische Aspekte der Biotechnologie

Die Lernenden nennen medizinische, landwirtschaftliche und industrielle Anwendungen der Biotechnologie (u. a. gentechnisches Insulin, mRNA-Impfstoffe, transgene Nutzpflanzen, Biokraftstoffe) und diskutieren damit verbundene ethische Aspekte wie Keimbahntherapie, Patentierung von Lebewesen und ökologische Risiken.

Chemie
Stoffe und Stoffeigenschaften

Überblick über die Klassifikation von Stoffen und Gemischen, deren physikalische Eigenschaften sowie die wichtigsten Trennverfahren zur Aufreinigung und Analyse von Stoffgemischen.

Einteilung der Stoffe

Systematische Einteilung von Stoffen in Reinstoffe (Elemente, Verbindungen) und Gemische (homogen, heterogen) anhand von Zusammensetzung und Eigenschaften.

Reinstoffe: Elemente und Verbindungen

Die Lernenden unterscheiden Reinstoffe in Elemente (aus einer Atomsorte, z. B. Au, O₂, Fe) und chemische Verbindungen (aus mindestens zwei Atomsorten in festem Verhältnis, z. B. H₂O, NaCl, CO₂) und nutzen das Periodensystem zur Identifikation von Elementen; zentrale Begriffe: Reinstoff, Element, Verbindung, Atomsorte.

Homogene Gemische: Lösungen und Legierungen

Die Lernenden beschreiben homogene Gemische als auf atomarer/molekularer Ebene gleichmäßig verteilte Mischungen ohne erkennbare Phasengrenzen und nennen Beispiele wie Lösungen (Salzwasser), Legierungen (Messing, Bronze, Edelstahl) sowie Gasgemische (Luft); zentrale Begriffe: homogenes Gemisch, Lösung, Legierung, Mischkristall.

Heterogene Gemische: Suspension, Emulsion, Schaum

Die Lernenden beschreiben heterogene Gemische als Mischungen mit erkennbaren Phasengrenzen und unterscheiden Suspension (Feststoff in Flüssigkeit), Emulsion (Flüssigkeit in Flüssigkeit, Emulgator), Schaum (Gas in Flüssigkeit) und Aerosol (Flüssigkeit/Feststoff in Gas) hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und Trennbarkeit; zentrale Begriffe: heterogenes Gemisch, Suspension, Emulsion, Schaum, Aerosol, Phasengrenze.

Trennverfahren

Physikalische und chemische Trennverfahren für Gemische, basierend auf unterschiedlichen Stoffeigenschaften wie Siedepunkt, Löslichkeit, Partikelgröße und Verteilungskoeffizient.

Filtration, Destillation und Rektifikation

Die Lernenden erklären und vergleichen Filtration (Trennung von Feststoff und Flüssigkeit durch poröse Membran), einfache Destillation und Wasserdampfdestillation (Trennung durch Siedepunktunterschiede, Verdampfen und Kondensieren) sowie Rektifikation (Kolonnendestillation für eng beieinanderliegende Siedepunkte, z. B. Erdölraffinerie); zentrale Begriffe: Filtration, Destillation, Kondensation, Rektifikation, Siedepunkt.

Kristallisation und Extraktion

Die Lernenden erklären Kristallisation (Ausfallen eines gelösten Stoffs aus übersättigter Lösung durch Abkühlen oder Einengen, z. B. Speisesalzgewinnung) und Extraktion (Übertragung eines Stoffs zwischen zwei nicht mischbaren Phasen, z. B. Flüssig-Flüssig- und Fest-Flüssig-Extraktion mit dem Soxhlet-Apparat); zentrale Begriffe: Kristallisation, Übersättigung, Impfkristall, Extraktion, Verteilungskoeffizient.

Chromatographie: Papierchromatographie und Dünnschichtchromatographie

Die Lernenden beschreiben das chromatographische Trennprinzip (unterschiedliche Affinität der Komponenten zu stationärer und mobiler Phase), führen Papierchromatographie und Dünnschichtchromatographie durch und berechnen den Rf-Wert zur Identifikation von Substanzen; zentrale Begriffe: Chromatographie, stationäre Phase, mobile Phase, Rf-Wert, Retentionsverhalten.

Physikalische Eigenschaften von Stoffen

Messbare physikalische Größen wie Schmelzpunkt, Siedepunkt, Dichte, Löslichkeit und Leitfähigkeit als charakteristische Eigenschaften zur Identifikation und Unterscheidung von Reinstoffen und Gemischen.

Schmelz- und Siedepunkt, Dichte und Löslichkeit

Die Lernenden messen und interpretieren Schmelzpunkt (charakteristisch für Reinstoffe, Gemische schmelzen über einen Bereich), Siedepunkt, Dichte (ρ = m/V) und Löslichkeit (g/100 ml bei definierter Temperatur) als Kenngrößen zur Identifikation von Reinstoffen; zentrale Begriffe: Schmelzpunkt, Siedepunkt, Dichte, Löslichkeit, Sättigungskonzentration, Löslichkeitskurve.

Elektrische und thermische Leitfähigkeit

Die Lernenden messen und erklären elektrische Leitfähigkeit anhand der Ladungsträgertypen: metallische Leitung durch delokalisierte Elektronen (Metalle, Graphit), elektrolytische Leitung durch Ionen in Lösungen oder Schmelzen sowie Nichtleitung bei Isolatoren (keine freien Ladungsträger); die thermische Leitfähigkeit wird analog über Elektronen und Gitterschwingungen erklärt; zentrale Begriffe: elektrische Leitfähigkeit, Metallleiter, Elektrolyt, Ionenleitung, Isolator, thermische Leitfähigkeit.

Aggregatzustände und Zustandsänderungen im Teilchenmodell

Die Lernenden beschreiben die drei Aggregatzustände im Teilchenmodell hinsichtlich Ordnung und kinetischer Energie der Teilchen und erklären alle sechs Zustandsübergänge (Schmelzen, Erstarren, Verdampfen, Kondensieren, Sublimieren, Resublimieren) als Überwindung von Teilchenwechselwirkungen unter Energieaufnahme bzw. -abgabe; zentrale Begriffe: Aggregatzustand, Teilchenmodell, Zustandsübergang, Teilchenwechselwirkung, kinetische Energie.

Teilchen und Atombau

Überblick über den atomaren Aufbau der Materie, die Systematik des Periodensystems sowie die drei grundlegenden Bindungstypen (Ionen-, kovalente und Metallbindung) einschließlich zwischenmolekularer Kräfte.

Atombau

Behandelt den inneren Aufbau von Atomen: Elementarteilchen, Schalenmodell, Elektronenkonfiguration, Periodensystem sowie Isotopie und relative Atommasse.

Elektronen, Protonen, Neutronen – Ladung und Masse

Die Lernenden benennen und charakterisieren Proton (Kernbaustein, Ladung +1e, Masse ≈ 1 u), Neutron (Kernbaustein, neutral, Masse ≈ 1 u) und Elektron (Hülle, Ladung −1e, Masse ≈ 1/1836 u) und erklären die Begriffe Ordnungszahl (= Protonenzahl), Massenzahl (= Protonen + Neutronen) sowie Kernladungszahl als fundamentale Größen des Atommodells.

Bohr-Modell: Schalen und Elektronenkonfiguration

Die Lernenden beschreiben das Bohr'sche Schalenmodell mit diskreten Energieniveaus (Schalen K, L, M, N; Maximalbesetzung 2n²), leiten die Elektronenkonfiguration der ersten 20 Elemente ab und erklären, wie die Valenzelektronenzahl die Stellung im Periodensystem und das chemische Verhalten bestimmt.

Periodensystem der Elemente: Aufbau, Gruppen und Perioden

Die Lernenden erklären den Aufbau des Periodensystems nach Perioden (gleiche Schalenzahl) und Haupt- bzw. Nebengruppen (gleiche Valenzelektronenzahl bzw. d-Orbital-Auffüllung) und lesen periodische Trends von Atomradius, Ionisierungsenergie und Elektronegativität ab.

Isotope, Nuklide und relative Atommasse

Die Lernenden erklären Isotope als Atome gleicher Protonenzahl mit unterschiedlicher Neutronenzahl, unterscheiden stabile von radioaktiven Nukliden, berechnen die relative Atommasse als isotopengewichteten Mittelwert und kennen Anwendungen wie Massenspektrometrie, Radiokarbondatierung und nuklearmedizinische Diagnostik.

Ionenbindung

Behandelt die Ionenbindung: Entstehung von Ionen durch Elektronentransfer, Aufbau und Eigenschaften von Ionengittern sowie makroskopische Eigenschaften ionischer Verbindungen.

Ionenbildung: Elektronenabgabe und -aufnahme

Die Lernenden erklären Ionenbildung als Elektronentransfer: Metalle geben Elektronen ab (→ Kationen) und Nichtmetalle nehmen Elektronen auf (→ Anionen), wobei beide Edelgaskonfiguration erreichen; sie zeichnen Lewis-Formeln für Ionen und begründen den Prozess mit Ionisierungsenergie, Elektronenaffinität und der Oktettregel.

Ionengitter: NaCl und andere Ionenverbindungen

Die Lernenden beschreiben das NaCl-Ionengitter (kubisch-flächenzentriert, Koordinationszahl 6, Gitterenergie ≈ 780 kJ/mol) und vergleichen Ionengitter verschiedener Verbindungen hinsichtlich Gitterenergie und Schmelzpunkt in Abhängigkeit von Ionenladung und -radius.

Eigenschaften von Ionenverbindungen (Kristallin, Leitfähigkeit in Lösung)

Die Lernenden erklären die makroskopischen Eigenschaften von Ionenverbindungen – hohe Schmelzpunkte, Sprödigkeit, elektrische Nichtleitung im Festkörper sowie Leitfähigkeit in Lösung und Schmelze – auf der Basis der Coulomb-Kräfte und der Ionenmobilität.

Kovalente Bindung

Behandelt die kovalente (Elektronenpaar-)Bindung: Bildung gemeinsamer Elektronenpaare, Polarität, Molekülgeometrie und deren Bestimmung mit dem VSEPR-Modell.

Elektronenpaarbindung: H₂, Cl₂, HCl

Die Lernenden erklären die kovalente Bindung als Teilung gemeinsamer Elektronenpaare zwischen Nichtmetallatomen, zeichnen Lewis-Formeln mit bindenden und freien Elektronenpaaren für Moleküle wie H₂, Cl₂, HCl, H₂O, NH₃ und CO₂ und unterscheiden Einfach-, Doppel- und Dreifachbindungen.

Polare Bindung, Dipolmolekül und Elektronegativität

Die Lernenden erklären Elektronegativität (Pauling-Skala) und deren Periodizität, leiten aus ΔEN die Polarität von Bindungen (Partialladungen δ+/δ−) ab und bestimmen den Moleküldipol durch vektorielle Überlagerung der Bindungsdipole; sie wenden die Regel 'Gleiches löst Gleiches' auf Löslichkeitsphänomene an.

Metallbindung und zwischenmolekulare Kräfte

Behandelt die Metallbindung im Elektronengasmodell sowie zwischenmolekulare Wechselwirkungen (Van-der-Waals-Kräfte und Wasserstoffbrücken) und deren Einfluss auf Stoff- und Materialeigenschaften.

Metallbindung: Elektronengasmodell und Metalleigenschaften

Die Lernenden erklären die Metallbindung im Elektronengasmodell (delokalisierte Valenzelektronen zwischen positiven Ionenrümpfen) und leiten daraus typische Metalleigenschaften ab: elektrische und thermische Leitfähigkeit, metallischen Glanz sowie Duktilität durch das Gleiten von Gitterschichten.

Van-der-Waals-Kräfte und Wasserstoffbrücken

Die Lernenden beschreiben Van-der-Waals-Kräfte (London-Dispersion, Dipol-Dipol-Wechselwirkungen) und Wasserstoffbrücken (X–H···Y mit X, Y = F, O, N; ~20 kJ/mol) als zwischenmolekulare Kräfte und erklären damit Siedepunkttrends, die anomalen Eigenschaften von Wasser (Siedepunkt, Dichteanomalie, Oberflächenspannung) sowie die Rolle von Wasserstoffbrücken in Biomolekülen.

Chemische Reaktionen

Überblick über die zentralen Bereiche der Reaktionschemie: Aufstellung und Berechnung chemischer Reaktionen, Energieumsätze, Reaktionsgeschwindigkeit, chemisches Gleichgewicht sowie ausgewählte anorganische Reaktionstypen wie Fällungen und Komplexbildung.

Grundlagen chemischer Reaktionen

Grundlegende Konzepte chemischer Reaktionen: Formulierung und Ausgleich von Reaktionsgleichungen, der Mol-Begriff als quantitative Basis sowie stöchiometrische Berechnungen von Mengen- und Massenverhältnissen.

Reaktionsgleichungen: Edukte, Produkte und Ausgleichen

Die Lernenden schreiben und balancieren Reaktionsgleichungen: Edukte (links) → Produkte (rechts); Ausgleichen durch ganzzahlige stöchiometrische Koeffizienten (Atomerhaltung, Ladungserhaltung); unterscheiden Summengleichungen von Ionengleichungen (Kürzen spectatorischer Ionen → Nettogleichung); lesen stöchiometrische Mengenverhältnisse aus Gleichungen ab (Koeffizienten = molare Mengenverhältnisse).

Mol-Begriff und Avogadro-Konstante

Die Lernenden erklären den Mol-Begriff als Basiseinheit des SI: 1 mol = 6,022 × 10²³ Teilchen (Avogadro-Konstante N_A); molare Masse M in g/mol (numerisch gleich der relativen Molmasse); Beziehung n = m/M (n: Stoffmenge in mol; m: Masse in g; M: g/mol); molare Konzentration c = n/V in mol/L; sie rechnen zwischen Masse, Stoffmenge und Teilchenzahl um.

Stöchiometrische Berechnungen

Die Lernenden führen stöchiometrische Berechnungen systematisch durch (3-Schritt-Methode: Masse → Mol → stöchiometrisches Verhältnis → Mol → Masse des Produkts), berechnen theoretische Ausbeute, prozentuale Ausbeute (tatsächlich/theoretisch × 100 %) und bestimmen die Grenzmenge (limiting reagent); sie erklären, warum reale Ausbeuten < 100 % sind (Nebenreaktionen, Gleichgewichtslage, mechanische Verluste).

Energetik chemischer Reaktionen

Energetische Betrachtung chemischer Reaktionen: exotherme und endotherme Prozesse, Aktivierungsenergie, Enthalpieänderungen sowie der Einfluss von Katalysatoren auf Energiebarrieren und Reaktionspfade.

Exotherme Reaktionen: Verbrennung und Oxidation

Die Lernenden erklären exotherme Reaktionen (ΔH < 0: Enthalpie der Produkte < Edukte → Wärme wird freigesetzt) anhand von Energiediagrammen und beschreiben vollständige Verbrennung von Kohlenwasserstoffen (CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O, ΔH = −890 kJ/mol) und unvollständige Verbrennung (→ CO, Ruß); Anwendungen: Kraftwerke, Verbrennungsmotoren, Zellatmung als biologische Verbrennung.

Endotherme Reaktionen und Aktivierungsenergie

Die Lernenden erklären endotherme Reaktionen (ΔH > 0: Wärme wird aus der Umgebung aufgenommen → Temperaturabfall: Kalkzerfall CaCO₃ → CaO + CO₂, Fotosynthese, Harnstofflösen) und Aktivierungsenergie E_A als Energiebarriere, die Edukte überwinden müssen (Übergangszustand); sie zeichnen vollständige Energiediagramme für exo- und endotherme Reaktionen mit und ohne Katalysator.

Katalyse: homogen und heterogen

Die Lernenden erklären Katalyse: Katalysatoren liefern alternativen Reaktionspfad mit niedrigerer E_A, werden nicht verbraucht und verändern nicht die Gleichgewichtslage (nur beschleunigen sie die Gleichgewichtseinstellung). Homogene Katalyse (gleiche Phase: Säure-katalysierte Veresterung, I⁻-katalysierter H₂O₂-Zerfall). Heterogene Katalyse (verschiedene Phasen: Pt/Pd/Rh im Autoabgaskatalysator; Eisen-Katalysator im Haber-Bosch-Prozess; Enzyme als biokatalysatoren).

Reaktionskinetik und Gleichgewicht

Quantitative und qualitative Beschreibung des zeitlichen Reaktionsverlaufs und des Gleichgewichtszustands: Einflussfaktoren auf die Reaktionsgeschwindigkeit, das Massenwirkungsgesetz sowie das Prinzip von Le Chatelier mit technischen Anwendungen.

Reaktionsgeschwindigkeit: Konzentration, Temperatur, Oberfläche

Die Lernenden erklären Einflussfaktoren auf die Reaktionsgeschwindigkeit v: Konzentration (Massengesetz: v = k · [A]^m · [B]^n; mehr Teilchen → mehr wirksame Stöße), Temperatur (RGT-Regel: +10 K → v verdoppelt bis verdreifacht sich; Arrhenius-Gleichung: k = A · e^(−E_A/RT)), Oberfläche (heterogene Reaktionen; Staubexplosionen), Druck (bei Gasen: Konzentration steigt), Katalysator (senkt E_A).

Chemisches Gleichgewicht und Massenwirkungsgesetz

Die Lernenden erklären das chemische Gleichgewicht: reversible Reaktionen laufen so lange in beide Richtungen, bis Hin- und Rückreaktion gleich schnell ablaufen (dynamisches Gleichgewicht: Konzentrationen konstant, Reaktion läuft weiter). Massenwirkungsgesetz: K_c = [C]^c [D]^d / ([A]^a [B]^b); K_c > 1: Gleichgewicht auf Produktseite; K_c < 1: Eduktseite; Temperaturabhängigkeit von K_c.

Prinzip von Le Chatelier und technische Anwendungen (Haber-Bosch)

Die Lernenden erklären das Prinzip von Le Chatelier: Ein Gleichgewichtssystem weicht einer aufgezwungenen Änderung aus (Konzentrationserhöhung eines Edukts → Produktseite; Temperaturerhöhung → endotherme Seite; Druckerhöhung → Seite mit weniger Gasmolen) und wenden es auf den Haber-Bosch-Prozess an: N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ (ΔH = −92 kJ/mol; 450 °C, 200–300 bar, Fe-Katalysator als Kompromiss zwischen Gleichgewichtslage und Reaktionsgeschwindigkeit).

Wichtige anorganische Reaktionen

Ausgewählte anorganische Reaktionstypen: Fällungsreaktionen als Metathesereaktion mit Löslichkeitsprodukt und Nachweisreaktionen sowie Grundlagen der Komplexchemie mit Zentralteilchen, Liganden und biologisch-analytischer Bedeutung.

Fällungsreaktion und Metathese

Die Lernenden beschreiben Fällungsreaktionen als Metathese mit Bildung eines schwerlöslichen Produkts: Ag⁺(aq) + Cl⁻(aq) → AgCl(s)↓; Löslichkeitsprodukt K_L definiert Sättigungskonzentration. Sie kennen Nachweisreaktionen (Halogenidnachweis: AgNO₃; Sulfatnachweis: BaCl₂; Carbonatnachweis: HCl + Kalkwasser → CO₂ → Kalkwasser trübt sich) und können Fällungsreaktionen für die Gehaltsbestimmung und die Wasseraufbereitung einsetzen.

Redoxreaktionen und Elektrochemie

Überblick über Elektronenübertragungsreaktionen, die Grundlagen der Redoxchemie sowie elektrochemische Systeme wie galvanische Zellen, Elektrolyse, Spannungsreihe und Korrosion.

Grundlagen Redoxreaktionen

Grundlegende Konzepte der Redoxchemie: Oxidation und Reduktion als Elektronenübertragung, Oxidationszahlen sowie die Charakterisierung von Oxidations- und Reduktionsmitteln.

Oxidation und Reduktion – Elektronenübertragung

Die Lernenden erklären Redoxreaktionen als gekoppelte Elektronenübertragungen, bei denen Oxidation (Elektronenabgabe des Reduktionsmittels) und Reduktion (Elektronenaufnahme des Oxidationsmittels) stets gleichzeitig in komplementären Redoxpaaren ablaufen; zentrale Begriffe: Halbreaktion, Oxidationsmittel, Reduktionsmittel.

Oxidationszahlen: Regeln und Anwendung

Die Lernenden bestimmen Oxidationszahlen nach den Standardregeln und wenden diese an, um oxidierte und reduzierte Atome in Reaktionsgleichungen zu identifizieren und Redoxgleichungen mithilfe der Halbzellenmethode zu balancieren; zentrale Begriffe: Oxidationszahl, Halbzellenmethode, Ladungsbilanz.

Oxidationsmittel und Reduktionsmittel

Die Lernenden ordnen typische Substanzen als starke Oxidationsmittel oder starke Reduktionsmittel ein, begründen dies mit ihrer Elektronenaffinität bzw. Ionisierungsneigung und erklären die Disproportionierung als Sonderfall, bei dem ein Stoff gleichzeitig als Oxidations- und Reduktionsmittel fungiert.

Elektrochemie

Elektrochemische Systeme, in denen Redoxreaktionen und elektrische Energie verknüpft sind: galvanische Zellen, Spannungsreihe, Elektrolyse und Korrosion.

Galvanische Zellen: Daniell-Element und Funktionsprinzip

Die Lernenden beschreiben den Aufbau und die Funktionsweise galvanischer Zellen am Daniell-Element, erklären die Rolle von Anode, Kathode und Salzbrücke sowie die Berechnung der elektromotorischen Kraft aus den Elektrodenpotentialen; zentrale Begriffe: Anode, Kathode, EMK, Salzbrücke, Halbzelle.

Elektrochemische Spannungsreihe

Die Lernenden erläutern die elektrochemische Spannungsreihe anhand von Normalpotentialen unter Standardbedingungen, leiten daraus die Reaktivität von Metallen und die Richtung spontaner Redoxreaktionen ab und berechnen Zellspannungen; zentrale Begriffe: Normalpotential, Standardwasserstoffelektrode, Zellspannung, Edelmetall, unedles Metall.

Elektrolyse: Grundlagen, Faraday-Gesetze und Anwendungen

Die Lernenden erklären Elektrolyse als durch äußere Spannung erzwungene Redoxreaktion, wenden die Faraday-Gesetze zur Stoffmengenberechnung an und kennen technische Anwendungen wie Wasserelektrolyse, Aluminiumgewinnung (Hall-Héroult-Prozess) und Galvanotechnik; zentrale Begriffe: Elektrolyse, Faraday-Konstante, Kathode, Anode, Schmelzflusselektrolyse.

Korrosion und Korrosionsschutz

Die Lernenden erklären elektrochemische Korrosion als unerwünschte anodische Oxidation in lokalen Elementen und bewerten Schutzmaßnahmen wie kathodischen Schutz durch Opferanoden, Passivierung sowie Beschichtungsverfahren; zentrale Begriffe: lokales Element, Opferanode, Passivschicht, kathodischer Schutz, Korrosionsschutz.

Säuren und Basen

Überblick über Säuren und Basen: umfasst Definitionen nach Arrhenius und Brønsted, Protolysegleichgewichte, pH-Wert-Konzept, Säure-Base-Stärke, Puffersysteme, Neutralisation, Titration sowie Alltagsanwendungen wichtiger Säuren und Basen.

Grundlagen Säuren und Basen

Grundlegende Konzepte zu Säuren und Basen: Definitionen nach Arrhenius und Brønsted, Protolysereaktionen mit konjugierten Paaren sowie quantitative Beschreibung durch pH-Wert und Indikatoren.

Säuren und Basen nach Arrhenius und Brønsted

Die Lernenden erklären und unterscheiden die Säure-Base-Konzepte nach Arrhenius (H⁺/OH⁻-Lieferanten im wässrigen Milieu) und Brønsted (Protonendonatoren/-akzeptoren, auch in nicht-wässrigen Medien), klassifizieren Reaktionen anhand korrespondierender Säure-Base-Paare und identifizieren Ampholyte wie Wasser.

Protolysereaktionen und konjugierte Säure-Base-Paare

Die Lernenden beschreiben Protolyse als Protonenübertragungsreaktion, identifizieren konjugierte Säure-Base-Paare in Reaktionsgleichungen (z. B. CH₃COOH/CH₃COO⁻, H₃O⁺/H₂O) und erläutern den inversen Zusammenhang zwischen Stärke einer Säure und ihrer konjugierten Base; zudem charakterisieren sie Amphiproten (H₂O, HCO₃⁻, HSO₄⁻) als Teilchen, die je nach Reaktionspartner als Protonendonator oder -akzeptor wirken.

pH-Wert und Indikatoren (Universalindikator, Lackmus)

Die Lernenden berechnen und interpretieren den pH-Wert (pH = −lg[H₃O⁺]) unter Nutzung des Ionenprodukts des Wassers (Kw = 10⁻¹⁴ bei 25 °C), bestimmen pH und pOH aus gegebenen Konzentrationen starker Säuren bzw. Basen und bewerten die Acidität von Lösungen mithilfe von Indikatoren (Lackmus, Phenolphthalein, Universalindikator) sowie dem pH-Meter.

Stärke und Gleichgewicht

Quantitative Beschreibung der Säure-Base-Stärke: umfasst Dissoziationsgrad, Säurekonstante Ks und pKs-Wert für starke und schwache Säuren sowie die Funktionsweise und Bedeutung von Puffersystemen.

Starke und schwache Säuren – pKs-Wert und Dissoziationsgrad

Die Lernenden unterscheiden starke Säuren (vollständige Dissoziation, α = 1; HCl, H₂SO₄, HNO₃) von schwachen Säuren (partielle Dissoziation; Ks, pKs = −lg Ks als Stärkemaß: z. B. Essigsäure pKs = 4,76, Kohlensäure pKs = 6,35) und berechnen den pH schwacher Säuren über die Näherungsformel [H₃O⁺] ≈ √(Ks · c).

Puffersysteme: Funktion und Bedeutung im Blut

Die Lernenden erklären Pufferlösungen als Gemische aus schwacher Säure und konjugierter Base (z. B. Acetat-, Phosphat-, Carbonat-Puffer), die pH-Änderungen bei Säure- oder Basezugabe minimieren, wenden die Henderson-Hasselbalch-Gleichung (pH = pKs + lg([A⁻]/[HA])) an und beschreiben die Funktion des Bicarbonat-Puffers (CO₂/HCO₃⁻) für die Aufrechterhaltung des Blut-pH (7,35–7,45) durch Lungen- und Nierenregulation.

Reaktionen und Anwendungen

Anwendungsorientierte Aspekte von Säure-Base-Reaktionen: umfasst Neutralisation und Salzbildung, quantitative Titration sowie Eigenschaften und Verwendung bedeutender Säuren und Basen im industriellen und alltäglichen Kontext.

Neutralisation und Salzbildung

Die Lernenden beschreiben die Neutralisationsreaktion (H₃O⁺ + OH⁻ → 2 H₂O; ΔH = −57 kJ/mol) und die dabei entstehenden Salze, erklären die Hydrolyse von Salzionen und den resultierenden pH der Salzlösung (neutral: NaCl; basisch: Natriumacetat; sauer: Ammoniumchlorid) und benennen Salze systematisch nach Kation und Anion.

Titration: Durchführung und Berechnung

Die Lernenden beschreiben das Prinzip der Titration (Zugabe einer Maßlösung bekannter Konzentration bis zum Äquivalenzpunkt, Nachweis via Indikator oder pH-Meter), wenden die Äquivalenzbedingung (cSäure · VSäure = cBase · VBase bei 1:1-Stöchiometrie) zur quantitativen Konzentrationsbestimmung an und lösen Berechnungsbeispiele wie die Bestimmung des Essigsäuregehalts in Haushaltsessig oder des Carbonatgehalts in Kalkstein.

Wichtige Säuren und Basen im Alltag (HCl, H₂SO₄, NaOH, Kalk)

Die Lernenden beschreiben Eigenschaften, Herstellung und Anwendungen wichtiger Säuren (HCl, H₂SO₄, HNO₃) und Basen (NaOH, Ca(OH)₂) in Alltag und Industrie, darunter Magensäure, Düngemittelproduktion, Akkumulatoren, Seifenherstellung und Bauwesen, und bewerten deren korrosive bzw. reaktive Eigenschaften.

Organische Chemie

Überblick über die organische Chemie: umfasst Struktur, Bindungsverhältnisse, Nomenklatur, Eigenschaften und Reaktionsmechanismen organischer Kohlenstoffverbindungen von einfachen Kohlenwasserstoffen über sauerstoffhaltige Verbindungen bis hin zu Makromolekülen und Kunststoffen.

Kohlenwasserstoffe

Behandelt die Klassen der Kohlenwasserstoffe – gesättigte Alkane, ungesättigte Alkene und Alkine sowie aromatische Verbindungen – einschließlich ihrer Strukturmerkmale, Isomerie und charakteristischen Reaktionstypen.

Alkane: Nomenklatur nach IUPAC, Isomerie und Eigenschaften

Die Lernenden beherrschen die homologe Reihe der Alkane (C₍ₙ₎H₍₂ₙ₊₂₎), wenden die IUPAC-Nomenklatur (Hauptkette, Substituenten, Lokanten) an, leiten Konstitutionsisomere ab und erklären die physikalischen Eigenschaften (Unpolarität, Van-der-Waals-Kräfte, steigende Siedepunkte, Brennbarkeit).

Alkene und Alkine: Doppel-/Dreifachbindung und Additionsreaktion

Die Lernenden beschreiben Struktur und Hybridisierung von Alkenen (sp², C=C, cis-trans-Isomerie) und Alkinen (sp, C≡C, linear) und erklären elektrophile Additionsreaktionen (Hydrierung, Hydrohalogenierung nach Markovnikov, Halogenierung als Nachweis, Hydratation) unter Angabe der Mechanismen und Katalysatoren.

Aromatische Verbindungen: Benzol – Struktur und elektrophile Substitution

Die Lernenden erläutern das aromatische π-Elektronensystem des Benzols (6 sp²-C, Delokalisierung, Resonanzenergie) als Ursache seiner besonderen Stabilität und beschreiben den Mechanismus der elektrophilen aromatischen Substitution (EAS) anhand von Nitrierung, Halogenierung und Friedel-Crafts-Reaktionen.

Substitution und Eliminierung als organische Reaktionstypen

Die Lernenden unterscheiden nukleophile Substitution (S_N1 und S_N2 mit jeweiligen Substrat-Anforderungen, Stereochemie und Zwischenstufen) von der Eliminierung (E, Saytzeff-Regel) und grenzen diese Reaktionstypen systematisch gegenüber Addition ab.

Sauerstoffhaltige organische Verbindungen

Behandelt sauerstoffhaltige organische Verbindungsklassen – Alkohole, Aldehyde, Ketone, Carbonsäuren und Ester – mit ihren funktionellen Gruppen, Nomenklatur, charakteristischen Eigenschaften und gegenseitigen Umwandlungsreaktionen.

Alkohole: Nomenklatur, Eigenschaften und Oxidationsprodukte

Die Lernenden klassifizieren Alkohole nach Substitutionsgrad (primär, sekundär, tertiär), wenden die IUPAC-Nomenklatur an, erklären erhöhte Siedepunkte und Wasserlöslichkeit durch Wasserstoffbrückenbindungen und beschreiben die stufenweise Oxidierbarkeit (1° → Aldehyd → Carbonsäure; 2° → Keton; 3° nicht oxidierbar).

Aldehyde und Ketone: Oxidation und Nachweis

Die Lernenden unterscheiden Aldehyde (R-CHO) und Ketone (R-CO-R') anhand der Position der Carbonylgruppe, erklären deren Reaktivität durch die polarisierte C=O-Bindung und wenden spezifische Nachweisreaktionen (Tollens-, Fehling-Probe, Schiff-Reagenz) zur Unterscheidung beider Verbindungsklassen an.

Carbonsäuren: Essigsäure, Fettsäuren und ihre Eigenschaften

Die Lernenden erklären die Acidität von Carbonsäuren (R-COOH) durch mesomere Stabilisierung des Carboxylatanions, vergleichen die Säurestärke kurzkettiger Vertreter (Ameisen-, Essigsäure) und klassifizieren langkettige gesättigte und ungesättigte Fettsäuren hinsichtlich ihrer Struktur (Doppelbindungsanzahl und -position) sowie ihrer biologischen und technischen Bedeutung.

Ester: Veresterung und Umkehrreaktion (Verseifung)

Die Lernenden erklären die säurekatalysierte Fischer-Veresterung als Gleichgewichtsreaktion (Carbonsäure + Alkohol ⇌ Ester + H₂O) mit Möglichkeiten zur Ausbeuteoptimierung sowie die irreversible alkalische Verseifung und kennen industrielle Anwendungen wie Seifenherstellung und Biodieselproduktion durch Umesterung.

Makromoleküle und Kunststoffe

Behandelt die Synthese, Struktur und Eigenschaften polymerer Werkstoffe (Kunststoffe) durch Polymerisation und Polykondensation sowie deren Klassifizierung, Recyclingwege und umweltrelevante Aspekte.

Polymerisation: Polyethylen, Polypropylen, Polystyrol

Die Lernenden erklären den Mechanismus der radikalischen Polymerisation (Initiierung, Wachstum, Abbruch) und beschreiben Struktur-Eigenschafts-Beziehungen wichtiger Polymerisationsprodukte (PE, PP, PS) in Abhängigkeit von Kettenlänge, Verzweigung, Taktizität und Kristallinität.

Polykondensation: Nylon und Polyester (PET)

Die Lernenden erklären das Prinzip der Polykondensation (Abspaltung kleiner Moleküle bei Verknüpfung bifunktioneller Monomere) und beschreiben Synthese, funktionelle Gruppen und Anwendungen von Polyamid 6,6 (Nylon) und PET sowie die Unterschiede zwischen Thermoplasten, Duroplasten und Elastomeren.

Kunststoffeigenschaften, Recycling und Umweltproblematik

Die Lernenden klassifizieren Kunststoffe nach Vernetzungsgrad (Thermoplast, Duromer, Elastomer), bewerten mechanisches, chemisches und thermisches Recycling hinsichtlich Effizienz und Qualität und erklären die Entstehung, Verbreitung und ökologische Problematik von Mikroplastik einschließlich regulatorischer Gegenmaßnahmen.

Biochemie

Überblick über die chemische Struktur und biologische Funktion der vier zentralen Klassen biologischer Makromoleküle: Kohlenhydrate, Lipide, Proteine und Enzyme.

Kohlenhydrate

Behandelt Aufbau, Klassifikation und Stoffwechselrelevanz der Kohlenhydrate von Monosacchariden über Polysaccharide bis zu ihrer Rolle als Energielieferanten.

Monosaccharide: Glucose, Fructose und ihre Bedeutung

Die Lernenden beschreiben Monosaccharide als einfachste Kohlenhydrate anhand von Fischer- und Haworth-Projektion (α-/β-Anomere, Cyclisierung), erklären D-/L-Stereoisomerie sowie die biologische Bedeutung von Glucose und Fructose und führen den Nachweis reduzierender Zucker mit Fehlingscher Lösung durch.

Polysaccharide: Stärke, Cellulose und Glykogen

Die Lernenden vergleichen die drei wichtigsten Glucose-Polysaccharide Stärke, Cellulose und Glykogen hinsichtlich ihrer glykosidischen Bindungstypen (α-1,4, α-1,6, β-1,4), Verzweigungsgrade, strukturellen Eigenschaften und biologischen Funktionen als Speicher- bzw. Strukturmoleküle.

Kohlenhydrate als Energielieferanten und Nachweis (Fehlingsche Lösung)

Die Lernenden erläutern den Kohlenhydratabbau von der Stärkehydrolyse über Glykolyse bis zur oxidativen Phosphorylierung mit ATP-Ausbeute, erklären den glykämischen Index und unterscheiden reduzierende von nicht-reduzierenden Zuckern mithilfe der Fehlingschen Probe (Cu²⁺ → Cu₂O).

Lipide

Behandelt den molekularen Aufbau und die Eigenschaften von Lipiden, insbesondere Triglyceriden mit gesättigten und ungesättigten Fettsäuren sowie deren chemische Umwandlung bei der Verseifung und das Tensidprinzip.

Fette: Aufbau aus Glycerin und Fettsäuren, gesättigt und ungesättigt

Die Lernenden beschreiben den Aufbau von Triglyceriden als Esterverbindungen aus Glycerin und drei Fettsäuren, unterscheiden gesättigte von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren anhand ihrer Struktur und Schmelzpunkte und benennen essentielle ω-3- und ω-6-Fettsäuren.

Seifen: Verseifung und Reinigungswirkung (Tensidprinzip)

Die Lernenden erklären die alkalische Verseifung von Triglyceriden zur Bildung von Seifen, beschreiben das Tensidprinzip der Mizellbildung (hydrophober Schwanz, hydrophiler Kopf) und erläutern das Kalkseifenproblem sowie Gegenmaßnahmen.

Proteine und Enzyme

Behandelt den molekularen Aufbau von Proteinen von der Aminosäurestruktur über die Hierarchie der Proteinstrukturebenen bis zur Funktion und Regulation von Enzymen als biologischen Katalysatoren.

Aminosäuren: Struktur, Peptidbindung und essentielle Aminosäuren

Die Lernenden beschreiben den Aufbau von α-Aminosäuren (Cα mit NH₂, COOH, H und Seitenkette R), klassifizieren Seitenketten nach ihren Eigenschaften, erläutern die Bildung der Peptidbindung durch Kondensation sowie deren partiellen Doppelbindungscharakter und benennen die acht essentiellen Aminosäuren.

Proteinstruktur: Primär-, Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur

Die Lernenden beschreiben die vier Strukturebenen von Proteinen – Primärstruktur (Aminosäuresequenz), Sekundärstruktur (α-Helix, β-Faltblatt durch H-Brücken), Tertiärstruktur (globale 3D-Faltung durch diverse Wechselwirkungen) und Quartärstruktur (Assoziation mehrerer Polypeptidketten) – anhand konkreter Beispiele wie Hämoglobin und Kollagen.

Enzyme: Substratspezifität, Wirkungsweise und Einflussfaktoren

Die Lernenden erklären die Substratspezifität von Enzymen anhand des Schlüssel-Schloss- und Induced-fit-Modells, wenden die Michaelis-Menten-Kinetik (K_M, V_max) an und analysieren den Einfluss von Temperatur, pH-Wert sowie kompetitiver und nichtkompetitiver Inhibition auf die Enzymaktivität.

Physik
Mechanik

Überblick über die klassische Mechanik: umfasst Kräfte und ihre Arten, Bewegung und Geschwindigkeit, einfache Maschinen, Druck und Auftrieb sowie die Newton'schen Gesetze als grundlegende Gesetzmäßigkeiten mechanischer Phänomene.

Kraft und ihre Arten

Behandelt Kraft als physikalische Grundgröße in ihren verschiedenen Erscheinungsformen: Schwer-, Gewichts-, Reib- und Federkraft einschließlich Messung und Einheit.

Begriff Kraft und Einheit Newton

Die Lernenden verstehen Kraft als physikalische Größe, die Bewegungsänderungen oder Verformungen bewirkt, kennen die Einheit Newton und können Kräfte mit einem Kraftmesser messen und ablesen.

Schwerkraft und Gewichtskraft

Die Lernenden unterscheiden Schwerkraft (Anziehung durch die Erde) und Gewichtskraft (W = m · g), kennen den Unterschied zwischen Masse und Gewicht und berechnen einfache Gewichtskräfte.

Reibungskraft: Haft-, Gleit- und Rollreibung

Die Lernenden kennen Haft-, Gleit- und Rollreibung als Arten der Reibungskraft, erklären ihre Entstehung und beurteilen, wann Reibung nützlich oder störend ist.

Federkraft und Kraftmessung

Die Lernenden kennen die Federkraft als proportional zur Dehnung (Hookesches Gesetz: F = D · x) und können mit einem Kraftmesser verschiedene Kräfte messen und vergleichen.

Bewegung und Geschwindigkeit

Behandelt die Beschreibung und Analyse von Bewegungen: Grundgrößen Ort, Weg und Zeit, Geschwindigkeitsberechnung sowie Unterscheidung gleichförmiger und beschleunigter Bewegungen einschließlich Kräftegleichgewicht.

Beschreiben von Bewegungen: Ort, Weg, Zeit

Die Lernenden beschreiben Bewegungen durch Ort, zurückgelegten Weg und Zeit und unterscheiden Weg (Streckenlänge) von der Ortsveränderung als Vektor.

Geschwindigkeit: v = s/t

Die Lernenden berechnen die Durchschnittsgeschwindigkeit mit v = s/t in m/s und km/h, wandeln Einheiten um und bewerten typische Geschwindigkeiten im Alltag.

Gleichförmige und beschleunigte Bewegung

Die Lernenden unterscheiden gleichförmige (konstante Geschwindigkeit) und beschleunigte Bewegung anhand von Zeit-Weg- und Zeit-Geschwindigkeit-Diagrammen.

Kräftegleichgewicht und Ruhelage

Die Lernenden erklären Ruhe und gleichförmige Bewegung als Folge des Kräftegleichgewichts und addieren Kräfte in einer Dimension grafisch und rechnerisch.

Einfache Maschinen

Behandelt mechanische Vorrichtungen zur Kraftumlenkung und -übersetzung: Hebel, Rolle, Flaschenzug, schiefe Ebene und Keil unter Anwendung der goldenen Regel der Mechanik.

Hebel: Hebelarten und Hebelgesetz

Die Lernenden kennen die drei Hebelarten (zweiseitig, einseitig, winkelig), wenden das Hebelgesetz F₁ · l₁ = F₂ · l₂ an und erkennen Hebel in Alltagsgegenständen (Schere, Zange, Wippe).

Rolle und Flaschenzug

Die Lernenden unterscheiden feste und lose Rolle sowie den Flaschenzug, berechnen die Kraftersparnis und verstehen das Prinzip der goldenen Regel der Mechanik (Kraft × Weg = konstant).

Schiefe Ebene und Keil

Die Lernenden erklären die schiefe Ebene als einfache Maschine, berechnen die benötigte Kraft und erkennen Anwendungen (Rampe, Schraube, Keil) in Technik und Alltag.

Druck und Auftrieb

Behandelt den Druckbegriff in festen, flüssigen und gasförmigen Medien: Flächendruck, Schweredruck, Auftrieb nach Archimedes sowie Luftdruck und seine technischen Anwendungen.

Druck: p = F/A und Einheit Pascal

Die Lernenden berechnen Druck als p = F/A in Pascal, erklären warum gleichgroße Kräfte bei kleinerer Fläche größeren Druck erzeugen und kennen Alltagsbeispiele (Schneeschuhe, Schneekette, Stöckelschuh).

Schweredruck in Flüssigkeiten

Die Lernenden beschreiben den Schweredruck in Flüssigkeiten (p = ρ · g · h), erklären seine Richtungsunabhängigkeit und kennen das Prinzip kommunizierender Röhren.

Auftrieb – Archimedisches Prinzip

Die Lernenden kennen das Archimedische Prinzip (Auftriebskraft = Gewicht der verdrängten Flüssigkeit) und erklären damit Schwimmen, Schweben und Sinken von Körpern.

Luftdruck und seine Wirkungen

Die Lernenden kennen den Luftdruck als Gewicht der Luftsäule (~101 325 Pa), erklären seine Messung mit dem Barometer und nennen Anwendungen (Saugheber, Vakuumpumpe, Saugnapf).

Newton'sche Gesetze

Behandelt die drei Newton'schen Gesetze als Grundpfeiler der klassischen Mechanik: Trägheit, Kraft-Masse-Beschleunigung-Zusammenhang und das Wechselwirkungsprinzip.

Trägheitsgesetz (1. Newton'sches Gesetz)

Die Lernenden kennen das Trägheitsgesetz: Ein Körper bleibt in Ruhe oder gleichförmiger Bewegung, wenn die Summe aller Kräfte null ist, und erklären Alltagsphänomene damit (Schleudern in der Kurve, Airbag).

Grundgesetz der Mechanik: F = m · a

Die Lernenden wenden das 2. Newton'sche Gesetz F = m · a an, berechnen Kraft, Masse oder Beschleunigung und erklären, warum schwerere Körper bei gleicher Kraft weniger stark beschleunigt werden.

Wechselwirkungsgesetz (3. Newton'sches Gesetz)

Die Lernenden kennen das Wechselwirkungsgesetz (Actio = Reactio): Kräfte treten stets paarweise entgegengesetzt auf, und wenden es auf Beispiele aus Alltag und Technik an (Rückstoßprinzip, Rakete, Rudern).

Wärmelehre

Überblick über die Wärmelehre: umfasst Temperaturmessung und -skalen, Wärme als Energieform, Aggregatzustände und Phasenübergänge, Wärmeausdehnung sowie die drei Arten der Wärmeübertragung (Leitung, Konvektion, Strahlung).

Temperatur messen und beschreiben

Behandelt die Grundlagen der Temperatur: Messmethoden und -geräte, Temperaturskalen sowie die Unterscheidung von Temperatur und Wärme als Energiegröße.

Temperatur – Messung und Einheiten (°C, K)

Die Lernenden messen Temperaturen mit Thermometern, kennen die Celsius- und Kelvinskala und berechnen Umrechnungen zwischen beiden Skalen mithilfe der Formel T(K) = T(°C) + 273,15.

Thermometer: Funktionsprinzip und Arten

Die Lernenden erklären das Funktionsprinzip von Flüssigkeits-, Bimetall- und Digitalthermometern und wählen das geeignete Gerät für einen gegebenen Messbereich und Anwendungsfall aus.

Wärme als Energieform

Die Lernenden unterscheiden Temperatur als Intensitätsgröße von Wärme als Energieform (Einheit Joule) und erläutern, dass Wärme spontan stets vom wärmeren zum kälteren Körper fließt.

Aggregatzustände und Übergänge

Behandelt die drei Aggregatzustände und ihre Phasenübergänge: makroskopische Eigenschaften, Teilchenmodell sowie Schmelzen, Erstarren, Verdampfen, Sieden, Kondensieren, Sublimation und Resublimation.

Fest, flüssig, gasförmig – Eigenschaften und Teilchenmodell

Die Lernenden beschreiben die makroskopischen Eigenschaften der drei Aggregatzustände (fest, flüssig, gasförmig) und erklären diese mithilfe des Teilchenmodells anhand von Teilchenabständen, Anziehungskräften und Bewegungsfreiheit.

Schmelzen und Erstarren

Die Lernenden beschreiben Schmelzen und Erstarren als Phasenübergänge bei konstantem Schmelzpunkt, lesen Zeit-Temperatur-Diagramme aus und kennen technische Anwendungen wie Latentwärmespeicher.

Verdampfen, Sieden und Kondensieren

Die Lernenden unterscheiden Verdampfen (an der Oberfläche bei beliebiger Temperatur) vom Sieden (im gesamten Volumen am Siedepunkt) und erklären Kondensation als Umkehrprozess anhand von Alltagsbeispielen wie Taubildung.

Sublimation und Resublimation

Die Lernenden beschreiben Sublimation (fest → gasförmig) und Resublimation (gasförmig → fest) als direkte Phasenübergänge ohne flüssige Phase und benennen Beispiele wie Trockeneis und Reifbildung.

Wärmeausdehnung

Behandelt die thermische Ausdehnung von Feststoffen, Flüssigkeiten und Gasen sowie die Anomalie des Wassers und zugehörige technische und ökologische Konsequenzen.

Wärmeausdehnung fester Stoffe

Die Lernenden beschreiben Längen- und Volumenausdehnung fester Stoffe bei Temperaturerhöhung und kennen technische Lösungen wie Dehnungsfugen bei Brücken und Gleisen sowie die Funktion des Bimetallstreifens.

Wärmeausdehnung von Flüssigkeiten und Anomalie des Wassers

Die Lernenden beschreiben die Volumenausdehnung von Flüssigkeiten bei Erwärmung, erklären die Anomalie des Wassers mit der maximalen Dichte bei 4 °C und erläutern ihre ökologische Bedeutung (Eis schwimmt, Seen frieren von oben zu).

Wärmeausdehnung von Gasen

Die Lernenden beschreiben qualitativ die Volumenausdehnung von Gasen bei konstantem Druck (Gay-Lussac) und bei konstanter Temperatur (Boyle-Mariotte) und kennen technische Anwendungen wie den Heißluftballon.

Wärmeübertragung

Behandelt die drei Arten der Wärmeübertragung: Wärmeleitung durch Teilchenstöße, Konvektion durch Materialtransport sowie Wärmestrahlung als elektromagnetische Strahlung.

Wärmeleitung

Die Lernenden beschreiben Wärmeleitung als Energietransport durch Teilchenstöße ohne Materialbewegung, unterscheiden Wärmeleiter (Metalle) von Isolatoren und kennen Anwendungen wie Kochtöpfe und Wärmedämmung.

Konvektion (Wärmeströmung)

Die Lernenden beschreiben Konvektion als Wärmetransport durch Bewegung von Flüssigkeits- oder Gasteilchen und erklären Alltagsphänomene wie Heizungsströmung, Meeresströmungen und Thermik.

Wärmestrahlung

Die Lernenden beschreiben Wärmestrahlung als elektromagnetische Strahlung, die auch im Vakuum übertragen wird, und erläutern die Abhängigkeit von Temperatur und Oberflächenbeschaffenheit anhand von Beispielen wie Sonnenstrahlung und Thermosflasche.

Elektrizität und Magnetismus

Umfasst die grundlegenden Konzepte der Elektrizitätslehre und des Magnetismus: Aufbau und Analyse elektrischer Stromkreise, Schaltungstypen, Ohmsches Gesetz, elektrische Energie und Leistung sowie Magnetismus und elektromagnetische Induktion.

Einfacher Stromkreis

Behandelt den grundlegenden Aufbau eines elektrischen Stromkreises, seine Bauteile, deren Darstellung in Schaltplänen und die elektrischen Eigenschaften verschiedener Materialien.

Bauteile eines Stromkreises: Quelle, Leiter, Verbraucher

Die Lernenden kennen die Grundbauteile eines Stromkreises (Spannungsquelle, Leiter, Verbraucher, Schalter), bauen einfache Stromkreise auf und erklären die Notwendigkeit eines geschlossenen Stromkreises für den Ladungsfluss.

Schaltsymbole und Schaltpläne lesen

Die Lernenden ordnen normgerechte Schaltsymbole (IEC) den entsprechenden Bauteilen zu und können einfache Schaltpläne lesen, interpretieren sowie selbstständig zeichnen.

Leiter und Nichtleiter

Die Lernenden unterscheiden elektrische Leiter (z. B. Metalle mit freien Elektronen) von Nichtleitern (z. B. Kunststoff, Holz, Glas) und erklären die elektrische Leitfähigkeit mithilfe des Elektronengasmodells.

Schaltungen

Behandelt die Gesetzmäßigkeiten und Eigenschaften von Reihen- und Parallelschaltungen hinsichtlich Strom, Spannung und Widerstand sowie deren praktische Anwendungen.

Reihenschaltung – Strom, Spannung, Widerstand

Die Lernenden beschreiben die Eigenschaften der Reihenschaltung (konstante Stromstärke, additive Spannungen, additive Widerstände) und analysieren einfache Reihenschaltungen rechnerisch und experimentell.

Parallelschaltung – Strom, Spannung, Widerstand

Die Lernenden beschreiben die Eigenschaften der Parallelschaltung (gleiche Spannung an allen Zweigen, additive Ströme, Gesamtwiderstand kleiner als kleinster Einzelwiderstand) und analysieren entsprechende Schaltungen.

Anwendungen von Reihen- und Parallelschaltung

Die Lernenden erkennen Reihen- und Parallelschaltungen in Alltagsgeräten und -anwendungen (z. B. Lichterkette, Haushaltsgeräte, Autobeleuchtung) und beurteilen die Eignung der jeweiligen Schaltform für einen gegebenen Zweck.

Strom, Spannung, Widerstand

Behandelt die drei grundlegenden elektrischen Größen Spannung (U), Stromstärke (I) und Widerstand (R), ihre Definitionen, Einheiten, Messverfahren und den funktionalen Zusammenhang durch das Ohmsche Gesetz.

Elektrische Spannung U (Volt)

Die Lernenden verstehen elektrische Spannung als treibende Kraft des Ladungsflusses, messen sie korrekt mit dem Voltmeter (Parallelschaltung), kennen die Einheit Volt und ordnen typische Spannungswerte realen Quellen zu.

Elektrische Stromstärke I (Ampere)

Die Lernenden verstehen elektrische Stromstärke als Ladungsfluss pro Zeit (I = Q/t), messen sie korrekt mit dem Amperemeter (Reihenschaltung), kennen die Einheit Ampere und ordnen typische Stromstärken realen Anwendungen zu.

Elektrischer Widerstand R (Ohm)

Die Lernenden verstehen den elektrischen Widerstand als material- und geometrieabhängige Größe (R = ρ · l/A), kennen die Einheit Ohm und ordnen typische Widerstandswerte verschiedenen Materialien und Bauteilen zu.

Ohmsches Gesetz: U = R · I

Die Lernenden kennen das Ohmsche Gesetz (U = R · I), berechnen damit die jeweils gesuchte Größe bei zwei gegebenen Werten und überprüfen den linearen Zusammenhang experimentell anhand von Spannungs-Strom-Kennlinien.

Elektrische Energie und Leistung

Behandelt die Berechnung elektrischer Leistung und Energie sowie deren praktische Bedeutung für den Energieverbrauch und die Kostenabschätzung im Alltag.

Elektrische Leistung: P = U · I

Die Lernenden berechnen die elektrische Leistung P = U · I in Watt, lesen Leistungsangaben von Geräten ab und vergleichen den Energieverbrauch unterschiedlicher elektrischer Verbraucher.

Elektrische Energie (Kilowattstunde)

Die Lernenden berechnen die verbrauchte elektrische Energie nach E = P · t in Kilowattstunden, erklären die Bedeutung der Einheit auf der Stromrechnung und verstehen die Funktion des Stromzählers.

Energiekosten und Energiesparen im Haushalt

Die Lernenden berechnen Stromkosten für Haushaltsgeräte, vergleichen energieeffiziente mit ineffizienten Geräten und entwickeln konkrete Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs.

Magnetismus

Behandelt die Eigenschaften von Dauermagneten und Magnetfeldern, das Erdmagnetfeld, den Elektromagneten sowie das Grundprinzip der elektromagnetischen Induktion.

Dauermagnete: Pole, Feldlinien, Anziehung und Abstoßung

Die Lernenden beschreiben die Eigenschaften von Dauermagneten (Nord- und Südpol, gleichnamige Pole stoßen ab, ungleichnamige ziehen an), machen Magnetfelder mit Eisenfeilspänen sichtbar und zeichnen Feldlinien korrekt.

Magnetfeld der Erde und Kompass

Die Lernenden beschreiben das Erdmagnetfeld als Dipolfeld, erklären das Funktionsprinzip des Kompasses und unterscheiden geografischen von magnetischem Nordpol einschließlich der Deklination.

Elektromagnet – stromdurchflossene Spule

Die Lernenden bauen einen Elektromagneten (stromdurchflossene Spule mit Eisenkern), untersuchen Einflussfaktoren auf seine Stärke (Windungszahl, Stromstärke, Kernmaterial) und benennen technische Anwendungen wie Klingel, Hebekran und MRT.

Elektromagnetische Induktion (Grundprinzip)

Die Lernenden erklären das Grundprinzip der elektromagnetischen Induktion: Eine Relativbewegung zwischen Magnet und Leiterschleife induziert eine Spannung, und benennen Faktoren, die die Induktionsspannung beeinflussen (Geschwindigkeit, Windungszahl, Feldstärke).

Elektromotor und Generator

Behandelt die auf elektromagnetischen Prinzipien basierenden Energiewandler Elektromotor und Generator, ihre Funktionsweise sowie die Unterscheidung von Gleich- und Wechselstrom.

Elektromotor: Funktionsprinzip und Anwendungen

Die Lernenden erklären das Funktionsprinzip des Elektromotors (Kraft auf stromdurchflossenen Leiter im Magnetfeld, Lorentzkraft) und kennen bedeutende technische Anwendungen wie Elektrofahrzeuge, Waschmaschinen und Elektrowerkzeuge.

Generator und Wechselstrom

Die Lernenden erklären das Funktionsprinzip des Generators (rotierende Spule im Magnetfeld erzeugt Wechselspannung durch elektromagnetische Induktion) und unterscheiden Wechselstrom (50 Hz, 230 V Netzspannung) von Gleichstrom hinsichtlich Verlauf und Erzeugung.

Optik

Überblick über die geometrische und physikalische Optik: Lichtausbreitung, Reflexion an Spiegeln, Brechung an Grenzflächen, Abbildung durch Linsen sowie Aufbau und Funktion optischer Instrumente.

Licht und Sehen

Grundlagen des Sehens und der Lichtausbreitung: Lichtquellen, Lichtstrahlmodell, Schattenbildung und anatomisch-optischer Aufbau des Auges.

Lichtquellen und geradlinige Lichtausbreitung

Die Lernenden unterscheiden primäre Lichtquellen von beleuchteten Körpern, wenden das Lichtstrahlmodell an und erklären damit geradlinige Ausbreitung, reflektiertes Mondlicht und die geometrische Entstehung von Schatten.

Schatten, Halbschatten und Finsternisse

Die Lernenden konstruieren Kernschatten (Umbra) und Halbschatten (Penumbra) mithilfe von Lichtstrahlen und erklären Sonnen- sowie Mondfinsternisse anhand der räumlichen Geometrie von Sonne, Erde und Mond.

Das Auge: Aufbau und Sehvorgang

Die Lernenden beschreiben den anatomischen Aufbau des Auges (Hornhaut, Iris, Linse, Glaskörper, Netzhaut, Sehnerv), erklären den Sehvorgang als reelle Abbildung auf der Netzhaut und benennen Sehfehler wie Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Astigmatismus.

Reflexion

Reflexion von Licht an ebenen und gekrümmten Spiegelflächen: Reflexionsgesetz, Bildkonstruktion sowie Eigenschaften und Anwendungen von Hohlspiegeln und Wölbspiegeln.

Reflexionsgesetz: Einfalls- und Ausfallswinkel

Die Lernenden formulieren das Reflexionsgesetz (Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, gemessen zur Flächennormalen), konstruieren Strahlengänge und unterscheiden reguläre (gerichtete) von diffuser (streuender) Reflexion.

Ebene Spiegel und virtuelles Bild

Die Lernenden konstruieren das virtuelle Bild am ebenen Spiegel mithilfe des Reflexionsgesetzes und beschreiben dessen Eigenschaften: virtuell, aufrecht, seitenvertauscht, gleich groß und symmetrisch zur Spiegelebene.

Wölb- und Hohlspiegel

Die Lernenden beschreiben den Brennpunkt und die sammelnde Wirkung des Hohlspiegels sowie die zerstreuende Wirkung und das vergrößerte Sichtfeld des Wölbspiegels und nennen technische Anwendungen wie Scheinwerfer und Rückspiegel.

Brechung und Linsen

Brechung von Licht an Grenzflächen, Snell'sches Brechungsgesetz, Totalreflexion sowie Abbildungseigenschaften von Sammel- und Zerstreuungslinsen.

Lichtbrechung: optisch dichtes und dünnes Medium

Die Lernenden erklären die Richtungsänderung von Licht beim Übergang zwischen optisch verschieden dichten Medien (Brechung zum Lot hin bei Eintritt in das dichtere Medium) und belegen dies mit Alltagsbeispielen wie dem gebrochen erscheinenden Löffel, der Fata Morgana und der Prismenzerlegung.

Brechungsgesetz und Totalreflexion

Die Lernenden wenden das Snell'sche Brechungsgesetz (n₁·sin α₁ = n₂·sin α₂) an, leiten die Bedingung für Totalreflexion aus dem Grenzwinkel ab und erläutern technische Anwendungen wie Glasfaserkabel, Diamantschliff und Retroreflektoren.

Konvexlinse (Sammellinse): Brennpunkt und Abbildung

Die Lernenden konstruieren Strahlengänge an der Sammellinse mit Mittelpunkt-, Brennpunkt- und Parallelstrahl, beschreiben die Abhängigkeit von reellem und virtuellem Bild von der Gegenstandsweite und definieren Brennweite sowie Brechkraft.

Konkavlinse (Zerstreuungslinse)

Die Lernenden beschreiben die zerstreuende Wirkung der Konkavlinse, erklären, dass sie stets ein virtuelles, aufrechtes und verkleinertes Bild erzeugt, und kennen Anwendungen wie Korrekturgläser für Kurzsichtige und Weitwinkelobjektive.

Optische Instrumente

Aufbau und Wirkungsweise optischer Instrumente auf Basis von Linsen und Spiegeln: Lupe, Mikroskop, Fernrohr und Teleskop.

Lupe und Mikroskop

Die Lernenden erklären die Lupe als Sammellinse, die ein virtuelles, vergrößertes Bild erzeugt, und das Mikroskop als zweistufige Abbildung (Objektiv erzeugt reelles Zwischenbild, Okular vergrößert dieses als Lupe) und schätzen die erreichbare Gesamtvergrößerung ab.

Fernrohr und Teleskop

Die Lernenden erklären das Funktionsprinzip von Linsenfernrohr (Kepler/Galilei) und Spiegelteleskop (Cassegrain, Newton) und begründen, warum eine große Öffnung die Lichtsammlung und das Auflösungsvermögen für schwache und weit entfernte Objekte verbessert.

Farbe und Licht

Physikalische Grundlagen der Farbwahrnehmung: Dispersion, Körperfarben, additive und subtraktive Farbmischung sowie unsichtbare Spektralbereiche des elektromagnetischen Spektrums.

Zerlegung von weißem Licht (Prisma und Regenbogen)

Die Lernenden erklären die wellenlängenabhängige Brechung (Dispersion) am Prisma, ordnen Spektralfarben ihren Wellenlängen zu und beschreiben die zweifache Brechung und Reflexion in Wassertropfen als Ursache des Regenbogens.

Körperfarben und Farbmischung

Die Lernenden erklären Körperfarben durch selektive Absorption und Reflexion, unterscheiden additive Farbmischung (RGB-Primärfarben des Lichts) von subtraktiver Farbmischung (CMY-Druckfarben) und beschreiben die Funktion der Zapfen in der Netzhaut beim Farbsehen.

Unsichtbares Licht: Infrarot und Ultraviolett

Die Lernenden beschreiben Infrarotstrahlung (längere Wellenlänge als sichtbares Licht, Wärmestrahlung, Fernbedienung, Wärmebildkamera) und UV-Strahlung (kürzere Wellenlänge, Sonnenbrand, Desinfektion, Fluoreszenz) als nicht sichtbare Bereiche des elektromagnetischen Spektrums.

Akustik

Umfasst die physikalischen Grundlagen von Schall als mechanische Schwingung, Schallausbreitung in Medien, charakteristische Schallgrößen wie Frequenz und Amplitude, Schallreflexion und Schallschutz sowie allgemeine Eigenschaften von Schwingungen und Wellen.

Schall und Ausbreitung

Behandelt die Entstehung von Schall durch mechanische Schwingungen, seine Ausbreitung in verschiedenen Medien und die quantitative Beschreibung mithilfe der Schallgeschwindigkeit.

Schall entsteht durch Schwingungen

Die Lernenden erklären Schall als mechanische Schwingung von Teilchen, benennen typische schallerzeugende Körper (Stimmgabel, Lautsprecher, Gitarrensaite) und weisen Schwingungen experimentell sichtbar nach (z. B. mit Pendel, Wasser oder Mehl).

Ausbreitung von Schall in verschiedenen Medien

Die Lernenden beschreiben die Ausbreitung von Schall in festen, flüssigen und gasförmigen Medien und begründen, warum Schall sich im Vakuum mangels Trägermedium nicht fortpflanzen kann.

Schallgeschwindigkeit und Entfernung berechnen

Die Lernenden kennen die Schallgeschwindigkeit in Luft (ca. 340 m/s) und wenden die Formel s = v · t zur Berechnung von Entfernungen an (z. B. Gewitterentfernung, Echolot, Ultraschalldiagnostik).

Schallgrößen

Behandelt die physikalischen Größen zur Beschreibung von Schall: Frequenz und Tonhöhe, Amplitude und Lautstärke sowie den Hörbereich des Menschen einschließlich Infraschall und Ultraschall.

Frequenz und Tonhöhe (Hertz)

Die Lernenden definieren Frequenz als Anzahl der Schwingungen pro Sekunde (Einheit: Hertz), beschreiben den Zusammenhang zwischen Frequenz und wahrgenommener Tonhöhe und messen Frequenzen mithilfe eines Oszilloskops.

Amplitude und Lautstärke (Dezibel)

Die Lernenden beschreiben die Amplitude als Maß für die Schwingungsstärke, kennen den Schallpegel in Dezibel (dB) als logarithmische Lautstärkeskala und ordnen typischen Geräuschquellen entsprechende Dezibelwerte zu.

Hörbereich des Menschen – Infraschall und Ultraschall

Die Lernenden kennen den menschlichen Hörbereich (ca. 20 Hz–20 kHz) und unterscheiden Infraschall (< 20 Hz, z. B. Erdbeben, Elefantenkommunikation) von Ultraschall (> 20 kHz, z. B. Fledermäuse, Echolot, medizinische Bildgebung).

Schallreflexion und Schallschutz

Behandelt das Phänomen der Schallreflexion (Echo, Nachhall) sowie gesundheitliche Auswirkungen von Lärm und Maßnahmen des technischen und persönlichen Schallschutzes.

Echo und Schallreflexion

Die Lernenden erklären Echo als Reflexion von Schall an harten Oberflächen (Mindestentfernung ca. 17 m für ein wahrnehmbares Echo) und grenzen Echo vom Nachhall in geschlossenen Räumen ab.

Lärm, Gesundheitsfolgen und Schallschutzmaßnahmen

Die Lernenden benennen gesundheitliche Folgen von Lärm (Hörschäden ab ca. 85 dB, Stress, Schlafstörungen) und beschreiben technische (z. B. Lärmschutzwände) sowie persönliche Schutzmaßnahmen (z. B. Gehörschutz).

Schwingungen und Wellen

Behandelt die grundlegenden Eigenschaften mechanischer Schwingungen und Wellen, einschließlich ihrer Kenngrößen, Wellentypen sowie der Phänomene Interferenz, stehende Wellen und Resonanz.

Kenngrößen einer Schwingung: Amplitude, Frequenz, Periode

Die Lernenden kennen die Kenngrößen einer harmonischen Schwingung (Amplitude A, Frequenz f, Periodendauer T = 1/f, Auslenkung) und lesen diese aus Zeit-Weg-Diagrammen ab.

Transversal- und Longitudinalwellen

Die Lernenden unterscheiden Transversalwellen (Schwingungsrichtung senkrecht zur Ausbreitung, z. B. Licht-, Seilwellen) von Longitudinalwellen (Schwingungsrichtung parallel zur Ausbreitung, z. B. Schallwellen) und wenden die Wellengleichung c = f · λ an.

Interferenz und Überlagerung von Wellen

Die Lernenden erklären Interferenz als Überlagerung von Wellen und unterscheiden konstruktive Interferenz (Verstärkung) von destruktiver Interferenz (Auslöschung); sie kennen technische Anwendungen wie Noise-Cancelling und Phänomene der Wellenoptik.

Stehende Wellen und Resonanz

Die Lernenden beschreiben stehende Wellen als Überlagerung zweier gegenläufiger Wellen gleicher Frequenz (mit Knoten und Bäuchen) und erklären Resonanz als verstärkte Anregung bei Eigenfrequenz anhand von Beispielen wie Musikinstrumenten, Brückenunglücken und der MRT.

Materie und Strahlung

Überblick über physikalische Eigenschaften von Materie sowie die Struktur der Materie auf atomarer Ebene, umfasst Stoffeigenschaften, Atommodelle, Kernphysik und Radioaktivität sowie Grundlagen der Halbleiterphysik und Elektronik.

Physikalische Stoffeigenschaften

Behandelt messbare physikalische Eigenschaften von Stoffen, darunter Dichte, elektrische Leitfähigkeit und magnetisches Verhalten.

Dichte: ρ = m/V und Dichtemessung

Die Lernenden berechnen die Dichte über ρ = m/V in den Einheiten g/cm³ und kg/m³, bestimmen Dichten experimentell durch Massenbestimmung und Wasserverdrängung und nutzen tabellarische Dichtewerte zur Stoffidentifikation.

Elektrische Leitfähigkeit: Leiter, Halbleiter, Isolatoren

Die Lernenden klassifizieren Stoffe als elektrische Leiter, Halbleiter oder Isolatoren anhand ihrer spezifischen Leitfähigkeit, erklären die Leitfähigkeit von Metallen durch frei bewegliche Elektronen sowie die Temperaturabhängigkeit von Halbleitern wie Silizium und Germanium und benennen typische Anwendungsbeispiele.

Magnetische Eigenschaften von Stoffen

Die Lernenden unterscheiden ferromagnetische (Eisen, Nickel, Cobalt), paramagnetische und diamagnetische Stoffe nach ihrem Verhalten im Magnetfeld und erklären den Ferromagnetismus mithilfe des Konzepts der Weiss'schen Bezirke.

Atomaufbau und Teilchenmodell

Behandelt die historische Entwicklung des Atommodells sowie den strukturellen Aufbau von Atomen aus Protonen, Neutronen und Elektronen einschließlich des Konzepts der Isotope.

Historische Atommodelle (Dalton bis Bohr)

Die Lernenden beschreiben die Entwicklung des Atommodells von Daltons unteilbarer Kugel über Thomsons Rosinenkuchenmodell und Rutherfords Kernatommodell bis zu Bohrs Schalenmodell und ordnen den jeweiligen Modellvorstellungen die zugrundeliegenden Experimente zu.

Atomaufbau: Proton, Neutron, Elektron

Die Lernenden beschreiben den Atomaufbau mit positiv geladenen Protonen und neutralen Neutronen im Kern sowie negativ geladenen Elektronen in der Hülle, verwenden Ordnungszahl und Massenzahl zur Charakterisierung von Atomsorten und entnehmen entsprechende Angaben dem Periodensystem.

Elemente und Isotope

Die Lernenden definieren Elemente über ihre eindeutige Protonenzahl, erklären Isotope als Atome gleicher Protonenzahl mit unterschiedlicher Neutronenzahl und berechnen relative Atommassen aus den Häufigkeiten natürlich vorkommender Isotope.

Radioaktivität und Kernphysik

Behandelt die Arten radioaktiver Strahlung, Gesetzmäßigkeiten des Kernzerfalls, Prozesse der Kernspaltung und Kernfusion sowie Strahlenschutz und Anwendungen der Kernphysik.

Arten der Radioaktivität: α-, β- und γ-Strahlung

Die Lernenden unterscheiden α-, β- und γ-Strahlung nach Art des emittierten Teilchens bzw. der Strahlung, elektrischer Ladung, Reichweite und Durchdringungsvermögen und ordnen ihnen die jeweiligen Kernumwandlungsprozesse zu.

Halbwertszeit und Zerfallsgesetz

Die Lernenden definieren die Halbwertszeit als die Zeit, in der die Hälfte der instabilen Atomkerne eines Nuklids zerfällt, lesen Zerfallskurven aus und wenden das Konzept auf Beispiele wie die Kohlenstoff-14-Datierung und den Einsatz kurzlebiger medizinischer Isotope an.

Kernspaltung und Kernfusion

Die Lernenden erklären Kernspaltung als Zerfall schwerer Kerne unter Neutronenbeschuss mit Freisetzung von Energie und weiteren Neutronen (Kettenreaktion) sowie Kernfusion als Vereinigung leichter Kerne zu einem schwereren Kern unter Energiefreisetzung und kennen die Fusion als Energiequelle der Sonne.

Strahlenschutz und Anwendungen der Kernphysik

Die Lernenden benennen die drei Grundprinzipien des Strahlenschutzes (Abstand, Abschirmung, Aufenthaltszeitminimierung) und nennen medizinische (PET, Szintigraphie, Strahlentherapie) sowie technische Anwendungsfelder der Kernphysik.

Energie und Umwelt

Überblick über physikalische Energieformen, Energieumwandlung und -erhaltung, Wirkungsgrad, konventionelle und erneuerbare Energiequellen sowie die physikalischen Grundlagen von Klimawandel und Nachhaltigkeit.

Energieformen und Energieumwandlung

Behandelt die verschiedenen Energieformen, den Energieerhaltungssatz sowie die quantitative Beschreibung von Energieumwandlungsprozessen durch den Wirkungsgrad.

Energieformen: kinetisch, potentiell, thermisch, elektrisch, chemisch, Licht

Die Lernenden kennen die wichtigsten Energieformen (kinetische, potentielle, elastische, thermische, elektrische, chemische und Strahlungsenergie) und können diese anhand von Alltagsbeispielen und Naturphänomenen identifizieren und unterscheiden.

Energieerhaltungssatz

Die Lernenden erklären den Energieerhaltungssatz – Energie kann weder erzeugt noch vernichtet, sondern nur umgewandelt oder übertragen werden – und wenden ihn an konkreten Beispielen wie Pendel, Wasserfall oder Motor an.

Wirkungsgrad η und Energieverluste

Die Lernenden berechnen den Wirkungsgrad η = Nutzenergie / zugeführte Energie als Dezimalzahl oder Prozentsatz und erläutern, dass die Differenz als thermische Energie dissipiert wird und keinen physikalischen Energieverlust darstellt.

Energiequellen

Behandelt konventionelle und erneuerbare Energiequellen – fossile Energieträger, Kernenergie, Solar-, Wind-, Wasser-, Biomasse- und Geothermieenergie – hinsichtlich Funktionsprinzip, Wirkungsgrad sowie ökologischer und technischer Bewertung.

Fossile Energieträger: Kohle, Erdöl, Erdgas

Die Lernenden beschreiben fossile Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) als über geologische Zeiträume gespeicherte Sonnenenergie, erklären ihre Entstehung und bewerten ihre Nutzung hinsichtlich Energiedichte und Verfügbarkeit einerseits sowie CO₂-Emissionen und Endlichkeit andererseits.

Kernenergie: Funktionsprinzip, Vor- und Nachteile

Die Lernenden beschreiben das Funktionsprinzip eines Kernkraftwerks (Kernspaltung → Wärme → Dampf → Turbine → Generator) und bewerten Kernenergie hinsichtlich CO₂-Armut und hoher Energiedichte sowie Endlagerproblematik, Unfallrisiko und Kosten.

Solarenergie: Solarthermie und Photovoltaik

Die Lernenden unterscheiden Solarthermie (Wärmegewinnung durch Absorption von Sonnenstrahlung) und Photovoltaik (Stromerzeugung mittels photoelektrischem Effekt in Halbleiterzellen) und kennen typische Wirkungsgrade sowie Anwendungsfelder beider Technologien.

Windenergie und Wasserkraft

Die Lernenden erklären das Funktionsprinzip von Windkraftanlagen (kinetische Windenergie → Rotor → Generator) und Wasserkraftwerken (potentielle Energie des Wassers → Turbine → Generator) einschließlich typischer Wirkungsgrade und relevanter Standortanforderungen.

Biomasse und Geothermie

Die Lernenden beschreiben Biomasse (in Pflanzen photosynthetisch gespeicherte chemische Energie, nutzbar durch Verbrennung oder Vergasung) und Geothermie (terrestrische Wärme aus radioaktivem Zerfall und Restwärme der Erdentstehung) als erneuerbare Energiequellen mit ihren jeweiligen Nutzungsformen.

Klima und Nachhaltigkeit

Behandelt die physikalischen Grundlagen des Treibhauseffekts, die Ursachen und Folgen des anthropogenen Klimawandels sowie Maßnahmen zur Energieeinsparung und nachhaltigem Ressourcenverbrauch.

Natürlicher und anthropogener Treibhauseffekt

Die Lernenden erklären den natürlichen Treibhauseffekt (Absorption von Infrarotstrahlung durch Treibhausgase wie CO₂, H₂O und CH₄) und beschreiben die anthropogene Verstärkung dieses Effekts durch industrielle Emissionen und Landnutzungsänderungen.

Klimawandel – Ursachen und Folgen

Die Lernenden beschreiben physikalisch messbare Folgen des Klimawandels (globaler Temperaturanstieg, Meeresspiegelanstieg, Extremwetterereignisse) und bewerten naturwissenschaftlich begründete Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen.

Energiesparen und nachhaltiger Konsum

Die Lernenden erarbeiten konkrete technische und verhaltensbezogene Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs (z. B. Gebäudedämmung, effiziente Beleuchtung, Mobilität, Ernährung) und verstehen deren Bedeutung im Kontext globaler Klimaschutzziele.

Digitale Kompetenz
Geräte und technische Grundlagen

Umfasst grundlegende technische Kompetenzen im Umgang mit digitalen Geräten: Inbetriebnahme und Einrichtung, Herstellung von Netzwerkverbindungen, Verwaltung von Dateien und Speicher sowie die eigenständige Behebung typischer technischer Probleme.

Geräte bedienen und einrichten

Umfasst die Fähigkeiten zur Ersteinrichtung digitaler Geräte, zur Bedienung von Betriebssystemen, zur Verwaltung von Benutzerkonten sowie zur Installation und Pflege von Apps und Programmen.

Ein digitales Gerät in Betrieb nehmen und einrichten

Lernende können ein neues digitales Endgerät (Smartphone, Tablet, Computer) eigenständig in Betrieb nehmen, die Ersteinrichtung durchführen und grundlegende Systemeinstellungen wie Sprache und Datum für die persönliche Nutzung konfigurieren.

Betriebssystem und grundlegende Einstellungen bedienen

Lernende können sich in der Benutzeroberfläche eines gängigen Betriebssystems orientieren und zentrale Einstellungen (Bildschirm, Ton, Benachrichtigungen, Barrierefreiheit) auffinden sowie bedarfsgerecht anpassen.

Benutzerkonten verstehen und sicher einrichten

Lernende verstehen Funktion und Zweck von Benutzerkonten (Gerätekonto, E-Mail-Konto, App-Store-Konto) und können diese eigenständig mit sicheren Zugangsdaten anlegen und verwalten.

Apps und Programme installieren, aktualisieren und entfernen

Lernende können Apps und Programme aus vertrauenswürdigen Quellen installieren, aktualisieren und deinstallieren sowie Gerätespeicher und installierte Software übersichtlich verwalten.

Vernetzung und Internetzugang

Umfasst die Fähigkeiten, Geräte mit dem Internet zu verbinden, ein Heimnetzwerk einzurichten und abzusichern sowie grundlegende Konzepte der digitalen Vernetzung wie Internet, Server und Cloud zu verstehen.

WLAN und Internetverbindung einrichten und nutzen

Lernende können ein Gerät mit einem WLAN oder einem mobilen Datennetz verbinden, die Verbindungsqualität prüfen und einfache Verbindungsprobleme eigenständig identifizieren und beheben.

Router und Heimnetzwerk grundlegend einrichten und absichern

Lernende können einen Heimrouter in Betrieb nehmen, das WLAN mit einem eigenen Namen und einem sicheren Passwort konfigurieren und verstehen die Bedeutung der Netzwerksicherheit im Heimbereich.

Grundbegriffe der Vernetzung verstehen (Internet, Server, Cloud)

Lernende verfügen über ein funktionales Grundverständnis der Internetinfrastruktur – insbesondere des Datenaustausches zwischen Geräten und Servern sowie des Konzepts der Cloud-Speicherung – als Basis für souveräne Nutzungsentscheidungen.

Daten und Speicher verwalten

Umfasst die strukturierte Organisation von Dateien und Ordnern, die Nutzung von Cloud-Speicherdiensten sowie die Erstellung und Wiederherstellung von Datensicherungen (Backups).

Dateien und Ordner strukturiert organisieren

Lernende können Dateien sinnvoll benennen, in einer nachvollziehbaren Ordnerhierarchie ablegen und gezielt wiederfinden – sowohl im lokalen Dateisystem als auch in Cloud-Umgebungen.

Cloud-Speicher verstehen und nutzen

Lernende verstehen das Prinzip von Cloud-Speicher (externe Server, geräteübergreifende Verfügbarkeit) und können einen Cloud-Dienst einrichten, Dateien synchronisieren und teilen sowie datenschutzbezogene Konsequenzen der Cloud-Nutzung einschätzen.

Daten sichern und wiederherstellen (Backup)

Lernende können ein regelmäßiges Backup ihrer wichtigsten Daten einrichten – lokal oder in der Cloud – und im Verlustfall Daten aus einer Sicherung wiederherstellen.

Technische Probleme lösen

Umfasst die Fähigkeiten zur systematischen Diagnose und Behebung häufiger technischer Störungen, zur gezielten Suche nach Lösungen sowie zur präventiven Pflege digitaler Geräte.

Häufige technische Störungen selbst beheben

Lernende können typische Alltagsstörungen (eingefrorenes Gerät, Absturz von Apps, fehlende Netzwerkverbindung, blockierte Updates) systematisch eingrenzen und mit einfachen Diagnoseschritten eigenständig beheben.

Hilfe und Lösungen gezielt suchen und anwenden

Lernende können bei technischen Problemen gezielt in Hilfeseiten, Suchmaschinen und Foren nach Lösungen recherchieren, die Qualität und Anwendbarkeit gefundener Anleitungen beurteilen und diese sicher umsetzen.

Geräte pflegen und Lebensdauer verlängern

Lernende kennen grundlegende Pflegemaßnahmen für digitale Geräte – darunter Speicherverwaltung, Akkupflege, Reinigung und regelmäßige Updates – und können diese anwenden, um Zuverlässigkeit und Lebensdauer zu erhalten.

Information, Daten und digitale Inhalte

Fähigkeiten, um Informationen zu finden, kritisch zu bewerten, zu verwalten sowie eigene digitale Inhalte rechtssicher zu erstellen. Im Zentrum stehen Urteilsfähigkeit gegenüber Quellen und der bewusste Umgang mit Inhalten in einer von Daten und KI geprägten Informationswelt.

Informationen suchen und finden

Umfasst Strategien und Werkzeuge, um Informationen im digitalen Raum effizient zu recherchieren – von der gezielten Nutzung von Suchmaschinen über das Verfeinern von Suchanfragen bis hin zur Nutzung vielfältiger Quelltypen und Formate.

Suchmaschinen gezielt und effizient nutzen

Lernende können Suchmaschinen wirksam einsetzen, geeignete Suchbegriffe formulieren und Trefferlisten sinnvoll auswerten, um schnell zu relevanten Informationen zu gelangen.

Suchstrategien und Suchbegriffe verfeinern

Lernende können Suchanfragen durch den Einsatz von Filtern, Suchoperatoren und alternativen Begriffen präzisieren und so auch bei komplexen Fragestellungen qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielen.

Informationen in verschiedenen Quellen und Formaten finden

Lernende können Informationen über Suchmaschinen hinaus in weiteren Quellen wie Nachschlagewerken, offiziellen Portalen, Datenbanken und Videoplattformen finden und das jeweils geeignete Format und Medium auswählen.

Informationen und Quellen bewerten

Umfasst Methoden zur kritischen Prüfung von Quellen und Informationen, einschließlich der Erkennung von Desinformation, KI-generierten Inhalten und der vergleichenden Bewertung verschiedener Quellen.

Quellen auf Seriosität und Absicht prüfen

Lernende können die Vertrauenswürdigkeit einer Quelle anhand nachvollziehbarer Kriterien wie Autorenschaft, Datum, Belege, Impressum und Interessenlage einschätzen und die Absicht hinter einer Information benennen.

Falschinformationen und Desinformation erkennen

Lernende können Fehlinformation und Desinformation an typischen Merkmalen identifizieren, Aussagen mithilfe von Faktencheck-Diensten überprüfen und den Unterschied zwischen versehentlicher Falschinformation und gezielter Täuschung erläutern.

KI-generierte Inhalte erkennen und einordnen

Lernende können Merkmale KI-generierter Texte, Bilder, Stimmen und Videos erkennen, deren mögliche Zwecke und Entstehungskontexte einordnen und die Authentizität digitaler Inhalte gezielt hinterfragen.

Informationen aus mehreren Quellen vergleichen

Lernende können Informationen aus mehreren Quellen systematisch gegenüberstellen, Widersprüche und Gemeinsamkeiten identifizieren und daraus ein fundiertes, ausgewogenes Urteil ableiten.

Daten und Inhalte verwalten

Umfasst den bewussten Umgang mit digitalen Inhalten und persönlichen Datenspuren – von der strukturierten Ablage und dem Wiederfinden von Inhalten bis hin zum Überblick über hinterlassene Daten bei der Nutzung digitaler Dienste.

Digitale Inhalte speichern, ablegen und wiederfinden

Lernende können digitale Informationen und Medieninhalte wie Dokumente, Lesezeichen und Dateien strukturiert speichern, ablegen und bei Bedarf zuverlässig wiederfinden.

Persönliche Daten und digitale Spuren überblicken

Lernende können nachvollziehen, welche personenbezogenen Daten und digitalen Spuren sie bei der Nutzung digitaler Dienste hinterlassen, und behalten den Überblick über ihre wesentlichen Konten und Datenspuren.

Digitale Inhalte erstellen und bearbeiten

Umfasst die Erstellung und Bearbeitung eigener digitaler Inhalte in den Formaten Text, Tabelle, Präsentation, Bild, Ton und Video sowie deren adressaten- und plattformgerechte Aufbereitung.

Texte, Tabellen und Präsentationen erstellen

Lernende können mit gängigen Anwendungen Texte, einfache Tabellen und Präsentationen erstellen, sinnvoll formatieren und für alltägliche sowie berufliche Zwecke nutzbar machen.

Bild-, Ton- und Videoinhalte einfach erstellen und bearbeiten

Lernende können einfache Bild-, Ton- und Videoinhalte erstellen und grundlegend bearbeiten – etwa Fotos zuschneiden, Sprachnachrichten aufnehmen oder kurze Videos schneiden – und die Ergebnisse in passenden Dateiformaten speichern.

Inhalte adressaten- und plattformgerecht aufbereiten

Lernende können digitale Inhalte so gestalten, dass sie zur jeweiligen Zielgruppe und Plattform passen, und berücksichtigen dabei Verständlichkeit, Tonalität und Wirkung (z. B. formelle E-Mail vs. Social-Media-Beitrag).

Urheberrecht und Lizenzen

Umfasst das Verständnis urheberrechtlicher Grundlagen sowie den sachgerechten Umgang mit Nutzungsrechten und freien Lizenzen beim Verwenden und Erstellen digitaler Inhalte.

Urheberrecht im Alltag verstehen und beachten

Lernende verstehen die Grundzüge des Urheberrechts und können einschätzen, welche Verwendungen fremder Inhalte wie Bilder, Texte oder Musik rechtlich zulässig sind, etwa beim Teilen, Einbinden oder Weiterverwenden.

Freie Lizenzen und Nutzungsrechte erkennen und anwenden

Lernende können freie Lizenzen wie Creative Commons erkennen, deren Bedingungen und Einschränkungen verstehen sowie gezielt lizenzfrei nutzbare Inhalte finden und korrekt unter Angabe der Lizenzbedingungen verwenden.

Kommunikation, Teilhabe und soziales Leben

Übergeordneter Kompetenzbereich, der digitale Kommunikation, Identitätsgestaltung, Nutzung sozialer Medien und Online-Gemeinschaften sowie gesellschaftliche und verwaltungsbezogene Teilhabe im digitalen Raum umfasst.

Digital kommunizieren

Teilbereich zur situationsgerechten Auswahl und respektvollen Nutzung digitaler Kommunikationskanäle, einschließlich Netiquette und sicherem Verhalten in synchronen wie asynchronen Formaten.

Digitale Kommunikationswege situationsgerecht wählen

Lernende können digitale Kommunikationskanäle (E-Mail, Messenger, Videoanruf, Telefon) hinsichtlich Anlass, Empfänger und Dringlichkeit bewerten und den jeweils geeigneten Kanal gezielt auswählen.

E-Mails und Nachrichten klar und angemessen verfassen

Lernende können E-Mails und digitale Nachrichten strukturiert, verständlich und tongerecht verfassen und dabei formale Anforderungen wie Betreff, Anrede und klare Formulierung einhalten.

In Videokonferenzen und Chats sicher agieren

Lernende können in Videokonferenzen und Gruppenchats sicher agieren, indem sie die erforderliche Technik bedienen, sich situationsangemessen einbringen und kommunikative Normen der jeweiligen Gesprächssituation respektieren.

Netiquette und respektvolle Kommunikation anwenden

Lernende kennen Grundregeln der Netiquette, können Missverständnisse in der Online-Kommunikation vermeiden und auf unangemessenes Verhalten wie Beleidigungen oder Hassrede konstruktiv und angemessen reagieren.

Digitale Identität und Reputation

Teilbereich zur bewussten Steuerung der eigenen Darstellung in digitalen Umgebungen, umfasst die kontextabhängige Profilgestaltung, den digitalen Fußabdruck sowie den reflektierten Umgang mit persönlichen Informationen.

Die eigene digitale Identität bewusst gestalten

Lernende können ihre digitale Selbstdarstellung kontextabhängig gestalten, zwischen beruflichen und privaten Profilen differenzieren und Profilinhalte gezielt auswählen, um die gewünschte Außenwirkung zu erzielen.

Den eigenen digitalen Fußabdruck und Ruf steuern

Lernende verstehen, dass Online-Aktivitäten dauerhafte digitale Spuren erzeugen, können ihren eigenen digitalen Fußabdruck einschätzen und gezielte Maßnahmen zum Schutz ihrer Online-Reputation ergreifen.

Persönliche Informationen bewusst preisgeben

Lernende können kritisch abwägen, welche persönlichen Informationen sie in welchem Kontext preisgeben, und die möglichen Konsequenzen einer Veröffentlichung für Privatsphäre und Sicherheit realistisch einschätzen.

Soziale Medien bewusst nutzen

Teilbereich zur sicheren und reflektierten Nutzung sozialer Netzwerke, einschließlich Profilkonfiguration, Verständnis algorithmischer Steuerungsmechanismen sowie Erkennung von Filterblasen und Manipulationsversuchen.

Soziale Netzwerke einrichten und sicher nutzen

Lernende können Profile in sozialen Netzwerken anlegen, Privatsphäre-Einstellungen zweckgerecht konfigurieren und die Dienste sicher nutzen, um persönliche Risiken durch ungewollte Datenweitergabe oder Kontakte zu minimieren.

Verstehen, wie Feed- und Empfehlungsalgorithmen wirken

Lernende verstehen die grundlegende Funktionsweise von Feed- und Empfehlungsalgorithmen, die auf Verweildauer und Interaktion optimieren, und können daraus ableiten, nach welchen Kriterien ihnen bestimmte Inhalte ausgespielt werden.

Filterblasen und Manipulation erkennen

Lernende können algorithmisch erzeugte Filterblasen und gezielte Meinungsbeeinflussung erkennen, deren Wirkung auf die eigene Wahrnehmung reflektieren und diesem Einfluss durch bewusstes Medienhandeln begegnen.

Online-Gemeinschaft und Gaming

Teilbereich zur aktiven und sicheren Teilnahme an digitalen Gemeinschaften und Online-Spielen, einschließlich Community-Normen, Risikobewusstsein beim Gaming sowie Organisation digitaler Gemeinschaftsaktivitäten.

An Online-Communitys teilnehmen und sie mitgestalten

Lernende können sich in Online-Gemeinschaften wie Foren, Gruppen oder Interessennetzwerken orientieren, sich konstruktiv einbringen und die jeweiligen Gemeinschaftsregeln kennen und respektieren.

Gaming und Online-Spiele sicher und bewusst nutzen

Lernende können Online-Spiele sicher nutzen, Risiken wie In-App-Käufe, unbekannte Kontaktaufnahmen und Belästigung erkennen und einen bewussten, selbstregulierenden Umgang mit Spielzeit praktizieren.

Treffen und Veranstaltungen digital organisieren (z. B. LAN, Online-Events)

Lernende können digitale Werkzeuge zur Organisation gemeinsamer Aktivitäten einsetzen, von der Terminabstimmung und Einladungskoordination bis zur technischen Vorbereitung von Treffen, LAN-Partys oder Online-Events.

Zusammenarbeiten

Teilbereich zur kollaborativen digitalen Arbeit mit gemeinsamen Werkzeugen wie geteilten Dokumenten, Kalender- und Aufgaben-Tools sowie zur Koordination von Beiträgen und Versionsverwaltung.

Mit anderen digital zusammenarbeiten

Lernende können kollaborative digitale Werkzeuge (geteilte Dokumente, Projektboards, Kalender) einsetzen, um gemeinsam mit anderen an Aufgaben zu arbeiten, Zuständigkeiten zu koordinieren und Dokumentversionen nachzuverfolgen.

Digitale Teilhabe an der Gesellschaft

Teilbereich zur selbstständigen Nutzung digitaler Verwaltungs- und Behördendienste sowie zur informierten und aktiven Beteiligung an gesellschaftlichen und politischen Prozessen über digitale Kanäle.

Digitale Behörden- und Verwaltungsdienste nutzen (E-Government)

Lernende können E-Government-Angebote wie Online-Anträge, digitale Ausweisfunktionen und Terminbuchungssysteme selbstständig nutzen, um Behörden- und Verwaltungsangelegenheiten digital abzuwickeln.

Sich digital informieren und an Gesellschaft beteiligen

Lernende können digitale Kanäle zur politischen und gesellschaftlichen Information sowie zur aktiven Beteiligung (z. B. Petitionen, Bürgerbeteiligungsplattformen, zivilgesellschaftliches Engagement) nutzen und deren Möglichkeiten und Grenzen einschätzen.

Sicherheit und Schutz

Übergreifender Bereich zum Schutz digitaler Identitäten, Geräte und Daten sowie zur Erkennung und Abwehr von Betrug und Cyberbedrohungen; umfasst technische Schutzmaßnahmen, Datenschutz, Privatsphäre und sicheres Handeln im Schadensfall.

Konten und Zugänge schützen

Umfasst Methoden und Werkzeuge zur zuverlässigen Absicherung digitaler Zugänge, insbesondere durch starke Passwörter, Passwort-Manager und Mehrfaktor-Authentifizierung.

Sichere Passwörter erstellen und mit Passwort-Manager verwalten

Lernende können die Stärke von Passwörtern anhand von Kriterien wie Länge, Komplexität und Einzigartigkeit beurteilen, sichere Passwörter erstellen und einen Passwort-Manager einrichten sowie zur Verwaltung von Zugangsdaten nutzen.

Mehrfaktor-Authentifizierung verstehen und einrichten

Lernende verstehen das Prinzip der Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA), kennen gängige zweite Faktoren (z. B. TOTP-App, SMS-Code, Hardware-Token) und können MFA für relevante Konten aktivieren und im Alltag anwenden.

Geräte und Daten schützen

Umfasst Maßnahmen zum Schutz von Endgeräten und gespeicherten Daten vor Schadsoftware, unbefugtem Zugriff sowie Datenverlust, einschließlich Updates, Verschlüsselung und Datensicherung.

Geräte vor Schadsoftware und Zugriff schützen

Lernende können Geräte durch Sperrbildschirm, Virenschutz und sorgfältigen Umgang mit Downloads und E-Mail-Anhängen vor Schadsoftware und unbefugtem Zugriff schützen sowie typische Warnzeichen einer Kompromittierung erkennen.

Updates und Sicherheitseinstellungen pflegen

Lernende verstehen, warum regelmäßige Software- und Betriebssystem-Updates Sicherheitslücken schließen, und können automatische Update-Funktionen aktivieren sowie grundlegende Sicherheitseinstellungen (z. B. Firewall, Benutzerkontensteuerung) überprüfen und konfigurieren.

Wichtige Daten sichern und Verschlüsselung verstehen

Lernende können regelmäßige Datensicherungen (Backups) durchführen und verstehen die Grundprinzipien der Verschlüsselung (symmetrisch/asymmetrisch, Ende-zu-Ende) sowie deren Einsatz bei Messengern, HTTPS und Geräteverschlüsselung.

Privatsphäre und persönliche Daten schützen

Umfasst das Verständnis von Datenerhebung und -verwertung durch digitale Dienste sowie die praktische Kontrolle über Privatsphäre-Einstellungen und die Wahrnehmung eigener Datenschutzrechte.

Privatsphäre-Einstellungen verstehen und anpassen

Lernende können Privatsphäre- und Berechtigungseinstellungen in Betriebssystemen, Apps und Online-Diensten gezielt aufrufen, deren Bedeutung einschätzen und so konfigurieren, dass nur notwendige Daten preisgegeben werden (Datensparsamkeit).

Verstehen, wie Daten gesammelt und verwertet werden (Datafizierung)

Lernende verstehen das Konzept der Datafizierung, erkennen Geschäftsmodelle datengetriebener Dienste (Profilbildung, Tracking, personalisierte Werbung) und können auf dieser Grundlage informierte Entscheidungen über die Nutzung digitaler Angebote treffen.

Eigene Rechte am Datenschutz kennen und durchsetzen

Lernende kennen grundlegende Datenschutzrechte wie Auskunftsrecht, Recht auf Löschung und Widerspruchsrecht und können diese durch konkrete Anfragen oder Beschwerden gegenüber Anbietern und Aufsichtsbehörden geltend machen.

Betrug und Gefahren erkennen

Umfasst die Fähigkeit, typische Betrugsformen und Gefahren im digitalen Raum zu erkennen – darunter Phishing, gefälschte Identitäten und betrügerische Angebote – sowie das richtige Handeln im Schadensfall.

Phishing und Betrugsversuche erkennen und abwehren

Lernende können Phishing-Versuche in E-Mails, SMS und auf Webseiten anhand charakteristischer Merkmale (Absenderadresse, URL, Dringlichkeit, Rechtschreibfehler) identifizieren, Betrugsversuche abwehren und nach einem versehentlichen Klick geeignete Sofortmaßnahmen ergreifen.

Gefälschte Shops, Profile und Nachrichten erkennen

Lernende können unseriöse Online-Shops, gefälschte Social-Media-Profile und betrügerische Kommunikationsmuster (z. B. Schockanrufe, Gewinnversprechen, Romance Scam) anhand typischer Merkmale erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen anwenden.

Im Schadensfall richtig reagieren

Lernende kennen die notwendigen Reaktionsschritte bei digitalen Sicherheitsvorfällen – darunter Kontosicherung, Passwortänderung, Benachrichtigung betroffener Anbieter sowie Erstattung einer Meldung bei zuständigen Behörden – und können diese strukturiert umsetzen.

Digitales Leben und Wohlbefinden

Übergeordneter Kompetenzbereich zur bewussten und gesunden Integration digitaler Technologien in den Alltag; umfasst Teilgebiete zu Mediennutzung, psychischem und körperlichem Wohlbefinden sowie ökologischer Verantwortung.

Mediennutzung bewusst gestalten

Teilbereich zur aktiven Reflexion und Steuerung des eigenen Medienkonsums; umfasst Strategien zur Kontrolle von Bildschirmzeit, Aufmerksamkeitsschutz und bewusstem Offline-Gehen.

Eigene Bildschirmzeit reflektieren und steuern

Lernende können ihren eigenen Medienkonsum beobachten und kritisch bewerten sowie mit konkreten Maßnahmen wie Zeitlimits, Benachrichtigungssteuerung und festen Offline-Zeiten aktiv steuern.

Aufmerksamkeit schützen und Dark Patterns erkennen

Lernende verstehen Mechanismen der Aufmerksamkeitsökonomie wie Dark Patterns, Endlos-Feeds und Push-Nachrichten und können sich diesen gezielten Gestaltungstricks bewusst entziehen.

Bewusst offline gehen und digitale Achtsamkeit üben

Lernende können bewusste digitale Auszeiten gestalten und Strategien zur dauerhaften Balance zwischen Online- und Offline-Phasen im Sinne digitaler Achtsamkeit anwenden.

Psychisches Wohlbefinden in der digitalen Welt

Teilbereich zur Erkennung und Bewältigung psychischer Belastungen durch digitale Mediennutzung; umfasst digitalen Stress, sozialen Vergleich, FOMO sowie Prävention digitaler Abhängigkeit.

Digitale Überlastung und Stress erkennen und bewältigen

Lernende können Symptome digitaler Überlastung wie ständige Erreichbarkeit, Reizüberflutung und Informationsstress bei sich identifizieren und geeignete Bewältigungsstrategien anwenden.

Sozialen Vergleich und FOMO einordnen

Lernende verstehen, wie idealisierte Selbstdarstellungen in sozialen Medien sozialen Vergleich und FOMO (Fear of Missing Out) begünstigen, und können diese psychologischen Mechanismen kritisch einordnen und für sich selbst entschärfen.

Digitale Abhängigkeit und Sucht erkennen und vorbeugen

Lernende können problematisches und suchtartiges Nutzungsverhalten bei digitalen Angeboten wie Spielen und sozialen Medien erkennen, präventive Maßnahmen ergreifen und kennen geeignete Hilfsangebote.

Körperliche Gesundheit

Teilbereich zu den körperlichen Auswirkungen digitaler Gerätenutzung; umfasst ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes sowie den Einfluss von Bildschirmnutzung auf die Schlafqualität.

Ergonomie bei der Gerätenutzung beachten

Lernende können ihren digitalen Arbeits- und Nutzungsplatz ergonomisch einrichten und durch bewusste Körperhaltung, regelmäßige Pausen und Bewegung Beschwerden wie Verspannungen und Augenbelastung gezielt vorbeugen.

Digitale Nutzung und gesunden Schlaf vereinbaren

Lernende verstehen die physiologischen Zusammenhänge zwischen Bildschirmlicht, insbesondere abendlicher Nutzung, und der Schlafqualität und können ihre Mediengewohnheiten schlafförderlich anpassen.

Verantwortung und Nachhaltigkeit

Teilbereich zur ökologisch verantwortungsvollen und vorausschauenden Gestaltung der eigenen digitalen Nutzung; umfasst digitalen Fußabdruck, nachhaltige Gerätenutzung und Regelung des digitalen Nachlasses.

Den ökologischen Fußabdruck digitaler Nutzung verstehen und reduzieren

Lernende verstehen den Ressourcen- und Energieverbrauch digitaler Dienste wie Streaming, Cloud und KI und können ihren persönlichen digitalen Fußabdruck einschätzen sowie durch konkretes Handeln reduzieren.

Digitale Geräte nachhaltig nutzen und entsorgen

Lernende können digitale Geräte durch Reparatur, Weitergabe und den Kauf gebrauchter Geräte ressourcenschonend nutzen und Altgeräte fachgerecht sowie datensicher entsorgen.

Digitalen Nachlass und Vorsorge regeln

Lernende wissen um die Bedeutung digitaler Konten und Daten über das eigene Leben hinaus und können durch Dokumentation von Zugängen, Vollmachten und Löschwünschen Vorsorge für ihren digitalen Nachlass treffen.

Künstliche Intelligenz

Übergeordneter Kompetenzbereich zu Künstlicher Intelligenz, der Grundverständnis, praktische Nutzung, Interaktionstechniken sowie kritische Einschätzung von Chancen, Grenzen und gesellschaftlich-ethischen Auswirkungen von KI-Systemen umfasst.

KI verstehen

Teilbereich zum konzeptuellen Verständnis von KI: Funktionsweise, Lernprinzipien, typische Fehlerquellen wie Halluzinationen sowie systematische Verzerrungen durch Trainingsdaten.

Verstehen, was KI ist und wie sie grundlegend funktioniert

Lernende können erklären, dass KI-Systeme durch statistisches Mustererkennen aus großen Datenmengen Vorhersagen und Inhalte generieren, ohne über Verständnis oder Intentionalität im menschlichen Sinn zu verfügen; zentrale Begriffe: maschinelles Lernen, Trainingsdaten, Mustererkennung.

Verstehen, warum KI Fehler macht und „halluziniert“

Lernende können erläutern, warum KI-Systeme konfabulieren (sogenannte Halluzinationen erzeugen), und leiten daraus die Notwendigkeit einer systematischen Überprüfung von KI-Ausgaben ab; zentrale Begriffe: Halluzination, Konfabulation, Verifikation.

Verzerrungen (Bias) in KI-Systemen erkennen

Lernende können erklären, wie Verzerrungen in Trainingsdaten zu systematisch einseitigen oder diskriminierenden KI-Ausgaben führen, und solche Bias-Effekte in konkreten Beispielen identifizieren; zentrale Begriffe: Bias, Trainingsdaten, Diskriminierung, algorithmische Fairness.

KI im Alltag und Beruf nutzen

Teilbereich zur praktischen Anwendung von KI: Auswahl geeigneter Werkzeuge sowie deren produktiver und verantwortungsvoller Einsatz in Alltags- und Berufskontexten.

Sinnvolle Einsatzfelder für KI im Alltag erkennen

Lernende können Aufgaben des Alltags identifizieren, für die KI-Werkzeuge einen Mehrwert bieten (z. B. Texterstellung, Zusammenfassung, Übersetzung, Ideengenerierung, Bildgenerierung), und diese Werkzeuge gezielt und zweckgerichtet einsetzen.

KI im Beruf produktiv und verantwortungsvoll einsetzen

Lernende können KI-Werkzeuge zur Unterstützung beruflicher Aufgaben einsetzen und dabei Qualitätssicherung, Datenschutz (insbesondere Vertraulichkeit sensibler Daten) sowie die eigene Ergebnisverantwortung wahren; zentrale Begriffe: berufliche KI-Nutzung, Datenschutz, Qualitätskontrolle.

KI-Werkzeuge auswählen und einordnen

Lernende können verschiedene Kategorien von KI-Werkzeugen (Text, Bild, Sprache, Assistenzsysteme) unterscheiden, aufgabenbezogen auswählen und dabei Kosten, Datenschutzrisiken sowie Qualitätsmerkmale abwägen; zentrale Begriffe: KI-Werkzeugauswahl, Datenschutz, Qualitätsbewertung.

Mit KI arbeiten (Prompten)

Teilbereich zur effektiven Interaktion mit KI-Systemen: Formulierung wirksamer Anfragen, iterative Ergebnisverbesserung im Dialog sowie kritische Prüfung und Verantwortung für genutzte Ausgaben.

Wirksame Anfragen (Prompts) formulieren

Lernende können strukturierte, kontextreiche Anfragen (Prompts) an KI-Systeme formulieren – unter Angabe von Aufgabe, Kontext, gewünschtem Format und Beispielen – und dadurch die Relevanz und Qualität der Ausgaben gezielt steigern; zentrale Begriffe: Prompt, Prompt Engineering, Kontextangabe.

Mit KI iterativ arbeiten und Ergebnisse verfeinern

Lernende können im iterativen Dialog mit KI-Systemen arbeiten, durch gezieltes Nachfragen und Präzisieren von Anfragen schrittweise bessere Ergebnisse erzielen und den Konversationsverlauf strategisch nutzen; zentrale Begriffe: iteratives Prompten, Gesprächskontext, Verfeinerung.

KI-Ergebnisse kritisch prüfen und verantworten

Lernende können KI-generierte Ausgaben systematisch auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Angemessenheit prüfen und verstehen, dass die inhaltliche und ethische Verantwortung für die Nutzung dieser Ergebnisse stets beim Menschen verbleibt; zentrale Begriffe: Verifikation, Verantwortung, menschliche Kontrolle.

Chancen und Grenzen einschätzen

Teilbereich zur realistischen Bewertung von KI: Einschätzung tatsächlicher Leistungsgrenzen, Unterscheidung zwischen begründeten und übertriebenen Erwartungen sowie Reflexion möglicher Kompetenzeinbußen durch übermäßige KI-Abhängigkeit.

Möglichkeiten und Grenzen von KI realistisch einschätzen

Lernende können den aktuellen Leistungsstand von KI-Systemen nüchtern einschätzen, konkrete Anwendungsdomänen mit hoher bzw. geringer Zuverlässigkeit benennen und sowohl übertriebene Euphorie als auch unbegründete Dystopien sachlich einordnen; zentrale Begriffe: Leistungsgrenzen, realistische KI-Einschätzung.

Abhängigkeit und Kompetenzverlust (Deskilling) vermeiden

Lernende können erläutern, wie übermäßige Delegation an KI-Systeme zum Verfall eigener kognitiver und praktischer Fähigkeiten (Deskilling) führen kann, und KI bewusst so einsetzen, dass die eigene Kompetenzentwicklung gefördert statt ersetzt wird; zentrale Begriffe: Deskilling, kognitive Autonomie, kompetenzerhaltende Nutzung.

KI, Ethik und Gesellschaft

Teilbereich zur ethischen und gesellschaftlichen Dimension von KI: Reflexion von Fairness, Transparenz und Urheberrecht, Einschätzung von Auswirkungen auf Arbeitswelt und Gesellschaft sowie Erkennung KI-gestützter Manipulation.

Ethische Fragen der KI-Nutzung reflektieren

Lernende können zentrale ethische Fragen der KI-Nutzung – darunter algorithmische Fairness, Transparenz, Verantwortungszuschreibung sowie Umgang mit Trainingsdaten und Urheberrecht – analysieren und daraus eine reflektierte persönliche Nutzungshaltung ableiten; zentrale Begriffe: KI-Ethik, Fairness, Transparenz, Urheberrecht.

Auswirkungen von KI auf Arbeit und Gesellschaft einordnen

Lernende können beschreiben, wie KI-Systeme Arbeitsprozesse, Bildung und gesellschaftliche Kommunikation transformieren, und Chancen sowie Risiken dieser Veränderungen für Individuen und Gesellschaft differenziert abwägen; zentrale Begriffe: Automatisierung, Arbeitsmarktveränderung, gesellschaftlicher Wandel.

Manipulation durch KI erkennen (z. B. Deepfakes)

Lernende können KI-gestützte Manipulationstechniken wie Deepfakes, synthetische Stimmen und automatisierte Desinformation identifizieren, deren Täuschungspotenzial einschätzen und ihnen mit medienkritischer Haltung begegnen; zentrale Begriffe: Deepfake, synthetische Medien, Desinformation, Medienkritik.

Persönliche, soziale & Lernkompetenz
Persönlicher Bereich

Selbstregulation, Flexibilität und Wohlbefinden – der Umgang mit den eigenen Emotionen, Gedanken und Lebensumständen.

Selbstregulation

Bewusstsein und Steuerung der eigenen Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen – unabhängig vom Anlass.

Eigene Emotionen, Gedanken und Werte wahrnehmen und ausdrücken

Awareness-Deskriptor: die innere Bewegung überhaupt bemerken und benennen können.

Eine aufkommende starke Emotion körperlich bemerken

Frühwarnzeichen am eigenen Körper erkennen (Anspannung, Herzschlag, Hitze, Enge), bevor man handelt.

Die eigene Emotion treffend benennen

Gefühle unterscheiden und benennen können (z. B. Wut, Angst, Scham, Enttäuschung, Hilflosigkeit) – das Benennen schafft Abstand.

Emotionen, Gedanken und Verhalten verstehen und regulieren, einschließlich Stressreaktionen

Understanding-Deskriptor: zwischen Reiz und Reaktion eine bewusste Lücke schaffen.

Den ersten Handlungsimpuls bewusst aufschieben

Eine kurze Pause zwischen Gefühl und Handlung einlegen, statt sofort zu reagieren.

Eine akute Stressreaktion herunterregulieren

Eine einfache Technik anwenden (z. B. langsames Ausatmen, kurz Abstand nehmen), um die körperliche Erregung zu senken.

Eine bewusste Reaktion aus mehreren Möglichkeiten wählen

Statt automatisch zu reagieren, eine von mehreren Handlungsoptionen bewusst auswählen.

Optimismus, Hoffnung, Resilienz, Selbstwirksamkeit und Sinn aufbauen

Action-Deskriptor: aus belastenden Erfahrungen Handlungsfähigkeit gewinnen.

Einen beeinflussbaren Handlungsspielraum in einer belastenden Lage finden

Trennen, was man nicht ändern kann, von dem kleinen Teil, den man selbst beeinflussen kann.

Aus einem überstandenen Rückschlag eine eigene Stärke ableiten

Eine bewältigte schwierige Situation als Beleg für die eigene Wirksamkeit deuten.

Flexibilität

Übergänge und Unsicherheit bewältigen und Herausforderungen begegnen.

Bereitschaft, Meinungen und Vorgehen bei neuen Erkenntnissen zu überprüfen

Awareness-Deskriptor: die eigene Position als grundsätzlich revidierbar verstehen.

Eine eigene Annahme als veränderbar erkennen

Akzeptieren, dass eine eigene Überzeugung durch neue, gute Gründe veränderbar ist.

Neue Ideen, Ansätze und Werkzeuge in veränderten Situationen annehmen

Understanding-Deskriptor: sich auf Neues einlassen, wenn der Kontext sich ändert.

Auf eine unerwartete Änderung mit einem Plan B reagieren

Wenn der ursprüngliche Plan nicht aufgeht, eine Alternative entwickeln statt aufzugeben.

Übergänge in Leben, Teilhabe, Arbeit und Lernen bewusst gestalten

Action-Deskriptor: Umbrüche aktiv steuern und Ziele setzen.

Einen anstehenden Lebensübergang in machbare Zwischenschritte zerlegen

Eine große Veränderung in überschaubare, planbare Schritte herunterbrechen.

Wohlbefinden

Lebenszufriedenheit, körperliche, seelische und soziale Gesundheit und eine tragfähige Lebensweise.

Bewusstsein für Einflüsse auf Gesundheit und Wohlbefinden

Awareness-Deskriptor: erkennen, dass eigenes Verhalten und äußere Faktoren das Wohlbefinden prägen.

Eigene Belastungs- und Kraftquellen im Alltag erkennen

Benennen können, was im Alltag Kraft kostet und was Kraft gibt.

Risiken fürs Wohlbefinden verstehen und verlässliche Hilfen nutzen

Understanding-Deskriptor: verlässliche Informationen und Hilfsangebote für Gesundheit und soziale Absicherung finden und einordnen.

Ein passendes Hilfs- oder Beratungsangebot finden und einordnen

Für ein konkretes Anliegen ein seriöses Angebot finden und dessen Verlässlichkeit grob einschätzen.

Nachhaltige Lebensweise und soziale Unterstützung geben und annehmen

Action-Deskriptor: für eigenes und fremdes Wohlbefinden handeln und Unterstützung im Netz geben und annehmen.

Einen Schritt fürs eigene Wohlbefinden in den Alltag einbauen

Eine kleine, durchhaltbare Gewohnheit etablieren, die dem eigenen Wohlbefinden dient.

Aktiv um Unterstützung bitten oder Unterstützung anbieten

Hilfe annehmen und Hilfe geben als normalen Teil sozialer Beziehungen.

Sozialer Bereich

Empathie, Kommunikation und Kollaboration – der Umgang mit anderen Menschen.

Empathie

Emotionen, Erfahrungen und Werte anderer verstehen und angemessen darauf reagieren.

Emotionen, Erfahrungen und Werte einer anderen Person wahrnehmen

Den Zustand des Gegenübers überhaupt bemerken.

Den Gefühlszustand einer anderen Person erkennen

Aus Tonfall, Mimik und Wortwahl ableiten, wie es dem Gegenüber gerade geht.

Die Perspektive einer anderen Person aktiv einnehmen

Sich proaktiv in die Sichtweise des anderen hineinversetzen.

Eine fremde Sichtweise in eigenen Worten wiedergeben

Den Standpunkt des Gegenübers korrekt zusammenfassen, ohne ihn sofort zu bewerten.

Angemessen auf andere reagieren

Passend reagieren, im Bewusstsein, dass Gruppenzugehörigkeit die eigene Haltung beeinflusst.

Auf die Lage einer anderen Person passend und respektvoll reagieren

Eine Reaktion wählen, die der Situation und dem Gegenüber gerecht wird.

Kommunikation

Passende Kommunikationsstrategien je nach Kontext und Inhalt einsetzen.

Bewusstsein für Kommunikationsstrategien, Register und Codes je nach Kontext

Erkennen, dass verschiedene Situationen verschiedene Sprache verlangen.

Den passenden Ton für eine Situation wählen

Zwischen privatem, behördlichem und beruflichem Register bewusst unterscheiden.

Mechanismen verbaler, nonverbaler und digitaler Kommunikation verstehen

Verstehen, wie Botschaften wirken und ankommen.

Eine Botschaft so formulieren, dass sie beim Gegenüber ankommt

Klar, konkret und als Ich-Botschaft formulieren statt vorwurfsvoll oder vage.

Missverständnisse und schwierige Situationen mit passenden Strategien bewältigen

In herausfordernden Gesprächen handlungsfähig bleiben.

Ein Missverständnis ruhig klären, ohne den Konflikt zu verschärfen

Nachfragen und klarstellen, statt zu unterstellen oder zu eskalieren.

In einem hitzigen Gespräch sachlich und beim Thema bleiben

Trotz Anspannung beim eigentlichen Anliegen bleiben und nicht persönlich werden.

Kollaboration

Sich an Gruppen- und Teamarbeit beteiligen, andere anerkennen und respektieren.

Zum Gemeinwohl beitragen wollen und Unterschiedlichkeit anerkennen

Erkennen, dass andere andere Hintergründe, Werte und Sichtweisen haben.

Den eigenen möglichen Beitrag zu einem gemeinsamen Ziel erkennen

Sehen, was man selbst zu einem gemeinsamen Vorhaben beitragen kann.

Vertrauen, Würde und Gleichheit; Konflikte bewältigen und Differenzen aushandeln

Faire und respektvolle Beziehungen aufbauen und tragen.

Einen Konflikt in einer Gruppe ansprechen und auf eine tragfähige Lösung hinarbeiten

Differenzen offen, aber respektvoll benennen und gemeinsam nach einer Lösung suchen.

Aufgaben, Ressourcen und Verantwortung fair verteilen

Im Sinne des gemeinsamen Ziels gerecht aufteilen und unterschiedliche Sichten einbeziehen.

In einer Gruppe Aufgaben fair aufteilen und verbindlich übernehmen

Eine faire Aufteilung mittragen und die eigene Aufgabe zuverlässig erfüllen.

Nahe Beziehungen gestalten

Tragfähige private Beziehungen in Partnerschaft, Familie und Freundschaft aufbauen und pflegen — mit Nähe, Verletzlichkeit, Versöhnung und Veränderung umgehen. Anders als die allgemeine Kommunikations- und Konfliktkompetenz geht es hier um die besondere Tiefe enger, dauerhafter Bindungen.

Nähe aufbauen und Grenzen wahren

Vertrauen und Verbundenheit in engen Beziehungen aktiv pflegen und zugleich die eigenen Bedürfnisse und Grenzen wahren.

Vertrauen und Nähe in einer Beziehung aufbauen und halten

Was tragfähige nahe Beziehungen ausmacht — Vertrauen, Verlässlichkeit, gemeinsame Zeit — erkennen und aktiv pflegen.

Eigene Bedürfnisse und Grenzen gegenüber nahestehenden Menschen vertreten

Die eigenen Wünsche und Grenzen wahrnehmen und sie auch dort klar äußern, wo Nähe und Rücksicht das Neinsagen erschweren.

Verletzungen heilen und Bindungen tragen

Nach Enttäuschungen und in schweren Übergängen handlungsfähig bleiben: ansprechen, verzeihen, verarbeiten und weitergehen.

Verletzungen ansprechen und sich versöhnen

Enttäuschungen und Verletzungen in einer engen Beziehung benennen, zuhören, verzeihen und die Beziehung nach Konflikten wieder kitten.

Mit Trennung, Verlust und Veränderung in Beziehungen umgehen

Schwierige Übergänge wie Trennung, Entfremdung oder den Verlust eines nahen Menschen verarbeiten und Wege finden, weiterzugehen.

Verbundenheit suchen

Das eigene Bedürfnis nach Verbindung ernst nehmen und aktiv Wege aus Rückzug und Isolation finden.

Einsamkeit erkennen und ihr aktiv begegnen

Eigene Einsamkeit wahrnehmen, sie ernst nehmen und aktiv Schritte zu Verbindung und Gemeinschaft gehen.

Lernkompetenz

Growth Mindset, kritisches Denken und das Steuern des eigenen Lernens.

Growth Mindset

Vertrauen in die eigene und fremde Fähigkeit, dauerhaft zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Vertrauen in eigene und fremde Lern- und Entwicklungsfähigkeit

Awareness-Deskriptor: an die eigene Lern- und Verbesserungsfähigkeit glauben.

Eine eigene Fähigkeit als entwickelbar statt als feststehend begreifen

„Das kann ich nicht“ durch „das kann ich noch nicht“ ersetzen.

Lernen als lebenslangen Prozess verstehen

Understanding-Deskriptor: Offenheit, Neugier und Ausdauer als Teil des Lernens begreifen.

Eine Herausforderung als Lerngelegenheit statt als Bedrohung deuten

Schwierigkeit als Anlass zum Wachsen umdeuten, nicht als Beweis des eigenen Versagens.

Aus Rückmeldungen sowie Erfolgen und Misserfolgen lernen

Action-Deskriptor: Feedback und Erfahrungen zur Weiterentwicklung nutzen.

Aus einer Rückmeldung einen konkreten nächsten Schritt ableiten

Feedback nicht als Kränkung, sondern als Hinweis auf den nächsten Schritt nutzen.

Kritisches Denken

Informationen und Argumente bewerten, um zu begründeten Schlüssen zu kommen. Generische Denkfähigkeit – das konkrete politische Geschehen, demokratische Prozesse und die Medienlandschaft gehören in die Bürgerkompetenz (503), nicht hierher.

Verzerrungen und eigene Grenzen erkennen, verlässliche Quellen nutzen

Awareness-Deskriptor: mögliche Voreingenommenheiten bemerken und Informationen aus verlässlichen, vielfältigen Quellen sammeln.

Eine eigene Voreingenommenheit bei einem Urteil bemerken

Erkennen, wann das eigene Urteil von Wunsch, Gewohnheit oder Sympathie gefärbt ist.

Die Verlässlichkeit einer Informationsquelle grundsätzlich einschätzen

Allgemeine Kriterien anwenden: Wer sagt es, woher stammt es, wird es belegt? (ohne Bezug auf konkrete politische Inhalte).

Informationen vergleichen, analysieren, bewerten und logisch schließen

Understanding-Deskriptor: aus Daten und Aussagen folgerichtige Schlüsse ziehen.

Behauptung, Begründung und Beleg unterscheiden

Erkennen, ob eine Aussage nur behauptet, begründet oder tatsächlich belegt ist.

Zwei widersprüchliche Aussagen sachlich gegenüberstellen und prüfen

Bei Widerspruch nicht vorschnell entscheiden, sondern systematisch abwägen.

Kreative Ideen entwickeln und zur Problemlösung verbinden

Action-Deskriptor: Konzepte und Informationen kombinieren, um Probleme zu lösen.

Für ein konkretes Problem mehrere Lösungswege entwickeln und abwägen

Nicht bei der ersten Idee stehen bleiben, sondern Alternativen erzeugen und vergleichen.

Lernen steuern

Das eigene Lernen planen, organisieren, beobachten und überprüfen.

Eigene Lerninteressen, -prozesse und -strategien kennen

Awareness-Deskriptor: den eigenen Lernbedarf und nötige Unterstützung erkennen.

Den eigenen Lernbedarf für ein konkretes Ziel benennen

Klären, was man für ein bestimmtes Ziel noch lernen oder können muss.

Lernstrategien planen und umsetzen, um Ziele zu erreichen

Understanding-Deskriptor: Ziele setzen, darauf hinarbeiten und sie erreichen.

Ein Lernziel in einen realistischen, überprüfbaren Plan übersetzen

Ein Ziel in konkrete Schritte mit Zeitrahmen herunterbrechen.

Lernprozesse und -ergebnisse reflektieren und Bezüge herstellen

Action-Deskriptor: das eigene Lernen auswerten und Verbindungen zwischen Bereichen herstellen.

Den eigenen Lernfortschritt prüfen und den Plan bei Bedarf anpassen

Regelmäßig zurückschauen: Was hat funktioniert, was muss angepasst werden?

Bürgerkompetenz
Demokratische Werte und bürgerliche Haltungen

Dieser Bereich umfasst die grundlegenden Werte und Haltungen demokratischer Kultur: Menschenwürde, Pluralität, Demokratie und Rechtsstaat sowie Bürgersinn als Mitverantwortung für das Gemeinwesen.

Menschenwürde und Menschenrechte wertschätzen

Dieser Bereich behandelt die Anerkennung der Menschenwürde und der Menschenrechte als unveräußerliche, allen Menschen gleichermaßen zustehende Grundlage demokratischer Gemeinwesen.

Die Unantastbarkeit der Menschenwürde anerkennen

Dieser Bereich behandelt das Verständnis der Menschenwürde als unteilbaren, für alle gleich geltenden Grundwert, der keiner weiteren Begründung bedarf.

Menschenwürde als gleichen Grundwert für alle erkennen

Die Lernenden verstehen, dass die Würde jedes Menschen unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder persönlicher Überzeugung gleichermaßen gilt und nicht relativiert werden kann; Kernbegriffe: Menschenwürde, Unteilbarkeit, Universalität.

Menschenrechte als Maßstab verstehen

Dieser Bereich behandelt das Verständnis von Menschen- und Grundrechten als verbindlichen Schutzstandard des Einzelnen und als Maßstab, an dem staatliches Handeln gemessen wird.

Grundrechte als Schutz gegenüber staatlicher Macht verstehen

Die Lernenden begreifen, dass Grund- und Menschenrechte den Einzelnen vor staatlichen Übergriffen schützen und staatliche Macht begrenzen; Kernbegriffe: Grundrechte, Schutzfunktion, Machtbegrenzung.

Vielfalt und Unterschiede wertschätzen

Dieser Bereich behandelt die Anerkennung gesellschaftlicher Pluralität – verschiedener Lebensweisen, Überzeugungen und Kulturen – als konstitutives Merkmal einer freien, demokratischen Gesellschaft.

Pluralität als Normalfall der Gesellschaft anerkennen

Dieser Bereich behandelt das Verständnis, dass Vielfalt kein Defizit, sondern ein normales und schützenswertes Kennzeichen offener Gesellschaften ist.

Unterschiedliche Lebensweisen und Überzeugungen als Teil einer freien Gesellschaft anerkennen

Die Lernenden akzeptieren, dass in einer Demokratie unterschiedliche Lebensentwürfe, Werte und Meinungen legitim nebeneinander bestehen; Kernbegriffe: Pluralismus, Toleranz, demokratische Freiheit.

Demokratie, Rechtsstaat und Gleichheit wertschätzen

Dieser Bereich behandelt die Wertschätzung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Gerechtigkeit und Gleichheit als schützenswerte Grundordnung des politischen Zusammenlebens.

Demokratie als Wert und Verfahren schätzen

Dieser Bereich behandelt das Verständnis von Demokratie als Verfahren, das die gewaltfreie Austragung politischer Konflikte und den friedlichen Wechsel politischer Macht ermöglicht.

Demokratie als gewaltfreie Konfliktaustragung begreifen

Die Lernenden verstehen Demokratie als politische Ordnung, die Konflikte ohne Gewalt reguliert und Macht zeitlich befristet überträgt; Kernbegriffe: Demokratie, gewaltfreier Konfliktaustrag, Machtwechsel.

Rechtsstaat und Gleichheit vor dem Gesetz schätzen

Dieser Bereich behandelt das Verständnis des Rechtsstaatsprinzips: die Bindung aller staatlichen Gewalt an Recht und Gesetz sowie die Gleichheit aller Personen vor dem Gesetz.

Gleichheit vor dem Gesetz und Bindung der Macht an Recht verstehen

Die Lernenden begreifen, dass auch staatliche Organe an Gesetze gebunden sind und das Recht für alle Personen gleich gilt; Kernbegriffe: Rechtsstaat, Gesetzesbindung, Gleichheit vor dem Gesetz.

Bürgersinn entwickeln

Dieser Bereich behandelt die Entwicklung von Bürgersinn als Haltung: die Zugehörigkeit zum politischen Gemeinwesen wahrnehmen und Mitverantwortung für das Gemeinwohl empfinden.

Zugehörigkeit zum Gemeinwesen empfinden

Dieser Bereich behandelt das Verständnis der eigenen Eingebundenheit in ein politisches Gemeinwesen, dessen Entscheidungen das eigene Leben betreffen und das durch eigene Beteiligung mitgestaltet werden kann.

Sich als Teil eines beeinflussbaren Gemeinwesens verstehen

Die Lernenden erkennen, dass politische Entscheidungen das eigene Leben beeinflussen und dass das Gemeinwesen nicht vollständig außerhalb des eigenen Einflusses liegt; Kernbegriffe: politische Selbstwirksamkeit, Gemeinwesen, Mitgestaltung.

Mitverantwortung für das Gemeinwohl übernehmen

Dieser Bereich behandelt die Anerkennung, dass ein funktionierendes Gemeinwesen auf den Beitrag seiner Mitglieder angewiesen ist und Rückzug aus Verantwortung das Gemeinwesen schwächt.

Den eigenen Anteil am Gelingen des Gemeinwesens anerkennen

Die Lernenden verstehen, dass das Gemeinwesen die Beteiligung und das Engagement vieler benötigt und dass individueller Rückzug kollektive Handlungsfähigkeit mindert; Kernbegriffe: Gemeinwohl, Mitverantwortung, Bürgersinn.

Wissen über Politik, Recht und Gesellschaft

Dieser Bereich umfasst das politisch-rechtliche Fachwissen: Funktionsweise demokratischer Institutionen, Entstehung politischer Entscheidungen, Rechte und Pflichten sowie das Verständnis des politischen Informationsumfelds.

Verstehen, wie Demokratie und Institutionen funktionieren

Dieser Bereich vermittelt Grundwissen über die Struktur demokratischer Institutionen, das Prinzip der Gewaltenteilung und die verschiedenen staatlichen Ebenen.

Institutionen und Gewaltenteilung kennen

Dieser Bereich behandelt die Kenntnis der zentralen demokratischen Institutionen sowie das Verständnis der Gewaltenteilung als Strukturprinzip zur Verhinderung von Machtmissbrauch.

Aufgaben von Parlament, Regierung und Gerichten unterscheiden

Die Lernenden können die Aufgaben von Parlament, Regierung und Gerichten unterscheiden und wissen, wer Gesetze beschließt, wer regiert und wer Recht spricht; Kernbegriffe: Parlament, Regierung, Judikative, institutionelle Aufgabentrennung.

Gewaltenteilung als Schutz vor Machtmissbrauch erklären

Die Lernenden verstehen, warum die Trennung von Gesetzgebung, Exekutive und Justiz Machtkonzentration verhindert und den Einzelnen schützt; Kernbegriffe: Gewaltenteilung, Trias, Machtmissbrauch.

Föderale und europäische Ebenen verstehen

Dieser Bereich behandelt die grobe Einordnung politischer Zuständigkeiten auf kommunaler, landes-, bundes- und europäischer Ebene.

Zuständigkeiten von Kommune, Land, Bund und EU grob einordnen

Die Lernenden können in Grundzügen einordnen, welche Entscheidungen auf kommunaler, Landes-, Bundes- oder EU-Ebene getroffen werden; Kernbegriffe: Föderalismus, Subsidiarität, Mehrebenensystem, EU.

Verstehen, wie politische Entscheidungen entstehen

Dieser Bereich vermittelt Wissen darüber, wie politische Entscheidungen durch Gesetzgebung, Wahlen und politische Willensbildung zustande kommen.

Den Gesetzgebungsprozess nachvollziehen

Dieser Bereich behandelt das Verständnis des Gesetzgebungsverfahrens: wie eine politische Initiative zu einem rechtswirksamen Gesetz wird.

Die wesentlichen Schritte von der Idee bis zum Gesetz nachvollziehen

Die Lernenden können den Weg von der Gesetzesinitiative über parlamentarische Beratung und Beschluss bis zum Inkrafttreten in Grundzügen nachvollziehen; Kernbegriffe: Gesetzgebungsverfahren, Initiative, Parlamentsbeschluss, Inkrafttreten.

Wahlen und politische Willensbildung verstehen

Dieser Bereich behandelt das Verständnis, wie Wahlen Machtverhältnisse bestimmen und wie politischer Wille durch Parteien, Verbände und Zivilgesellschaft geformt wird.

Verstehen, wie Wahlen Macht verteilen und Mehrheiten zustande kommen

Die Lernenden verstehen den Zusammenhang zwischen Stimmabgabe, Mehrheitsbildung und Regierungsbildung; Kernbegriffe: Wahl, Mehrheit, Mandate, Regierungsbildung, Repräsentation.

Die Rolle von Parteien, Verbänden und Zivilgesellschaft einordnen

Die Lernenden können einordnen, wie Parteien, Verbände und zivilgesellschaftliche Organisationen politische Entscheidungsprozesse beeinflussen; Kernbegriffe: Parteien, Interessenverbände, Lobbying, Zivilgesellschaft, politische Willensbildung.

Grund- und Menschenrechte sowie Pflichten kennen

Dieser Bereich vermittelt Wissen über die wichtigsten Grund- und Menschenrechte, ihre Grenzen im Verhältnis zu anderen sowie die damit verbundenen Pflichten.

Eigene Rechte kennen

Dieser Bereich behandelt die Kenntnis der wichtigsten Grundrechte und ihrer praktischen Bedeutung im Alltag.

Wichtige Grundrechte und ihre Bedeutung im Alltag benennen

Die Lernenden können zentrale Grundrechte wie Meinungs-, Versammlungs- und Gleichheitsrecht benennen und in alltäglichen Situationen verorten; Kernbegriffe: Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Gleichheitsgrundsatz, Grundrechtskatalog.

Pflichten und Grenzen von Rechten verstehen

Dieser Bereich behandelt das Verständnis, dass Rechte stets im Spannungsverhältnis zu den Rechten anderer und zu Pflichten des Einzelnen stehen.

Verstehen, dass Rechte mit Pflichten und den Rechten anderer einhergehen

Die Lernenden begreifen, dass die eigene Freiheit dort endet, wo die Rechte anderer beginnen, und dass Rechte mit bürgerlichen Pflichten verbunden sind; Kernbegriffe: Rechtsgrenzen, Pflichten, Abwägung, Grundrechtskollision.

Alltagsrecht und Verbraucherschutz

Das private Recht des Alltags — Verträge, Konsum, Wohnen und Arbeit — kennen und eigene Verbraucherrechte verstehen und durchsetzen. Im Unterschied zu den Grundrechten gegenüber dem Staat geht es hier um das Recht zwischen Privaten.

Verträge und Konsum

Verstehen, wie Verträge zustande kommen und binden, und beim Einkaufen die eigenen Rechte und typische Fallstricke kennen.

Verstehen, was ein Vertrag ist und wann man gebunden ist

Begreifen, dass auch mündliche und digitale Zustimmungen verbindlich sind, und vor dem Abschluss die wesentlichen Bedingungen prüfen.

Verbraucherrechte kennen (Widerruf, Gewährleistung, Garantie)

Die wichtigsten Schutzrechte beim Einkauf kennen und nutzen — Widerrufsrecht, gesetzliche Gewährleistung und freiwillige Garantie unterscheiden.

Kostenfallen, Abofallen und unseriöse Angebote erkennen

Typische Maschen wie versteckte Abos, Lockangebote und überteuerte Verträge erkennen und meiden.

Wohnen und Arbeit

Die grundlegenden Rechte und Pflichten in den beiden wichtigsten Dauerschuldverhältnissen des Alltags kennen: Miete und Arbeit.

Grundlagen des Mietverhältnisses verstehen

Wesentliche Rechte und Pflichten als Mieter kennen — Mietvertrag, Nebenkosten, Kaution, Kündigungsfristen.

Grundlagen des Arbeitsverhältnisses verstehen

Arbeitsvertrag, Kündigungsschutz, Urlaubs- und Lohnansprüche in Grundzügen kennen.

Bei Problemen handeln

Bei Forderungen, Streit und Konflikten besonnen und sachgerecht reagieren und wissen, wo man verlässliche Hilfe findet.

Bei Mahnungen und Forderungen richtig reagieren

Bei Mahnungen, Inkassoforderungen oder unberechtigten Rechnungen ruhig und sachgerecht reagieren, statt aus Angst zu zahlen oder zu ignorieren.

Beratungs- und Schlichtungsstellen kennen und nutzen

Wissen, wo man im Konfliktfall Hilfe findet — Verbraucherzentrale, Schlichtungsstellen, Mieterverein, Beratungshilfe.

Das politische Informationsumfeld verstehen und kritisch einordnen

Dieser Bereich behandelt das Verständnis der politischen Medien- und Informationslandschaft als Teil der demokratischen Öffentlichkeit sowie die Fähigkeit, politische Beeinflussung und Propaganda zu erkennen.

Die politische Medien- und Informationslandschaft verstehen

Dieser Bereich behandelt das Verständnis, wie politische Informationen entstehen, gefiltert und verbreitet werden und welche Funktion freie Medien in einer Demokratie erfüllen.

Verstehen, wie politische Informationen entstehen und verbreitet werden

Die Lernenden können den Weg politischer Information von der Quelle über Medien bis zum Publikum nachvollziehen und verstehen die Bedeutung freier Medien für demokratische Kontrolle; Kernbegriffe: Medienöffentlichkeit, Informationsfluss, Pressefreiheit, demokratische Kontrollfunktion.

Politische Beeinflussung und Propaganda erkennen

Dieser Bereich behandelt die Fähigkeit, populistische Rhetorik, politische Propaganda und gezielte Einflussnahme im politischen Kontext als solche zu erkennen und einzuordnen.

Populismus, Framing und Propaganda im politischen Kontext erkennen

Die Lernenden erkennen typische Muster politischer Beeinflussung wie Feindbildkonstruktion, Vereinfachung und gesellschaftliche Spaltung und können diese als Propagandatechniken einordnen; Kernbegriffe: Populismus, Propaganda, Framing, Feindbildkonstruktion, politische Manipulation.

Gesellschaftliche Konflikte und Interessen verstehen

Dieser Bereich behandelt das Verständnis, dass politische Konflikte meist auf gegensätzlichen, aber legitimen gesellschaftlichen Interessen beruhen.

Interessen und Zielkonflikte in der Gesellschaft erkennen

Dieser Bereich behandelt die Fähigkeit, hinter politischen Auseinandersetzungen unterschiedliche, oft gleichzeitig legitime Interessen und Zielkonflikte zu erkennen.

Politische Streitfragen als Aushandlung legitimer Interessen verstehen

Die Lernenden erkennen, dass viele politische Streitfragen kein moralisches Schwarz-Weiß darstellen, sondern die Aushandlung legitimer, gegensätzlicher Interessen; Kernbegriffe: Interessenkonflikt, Zielkonflikt, politischer Kompromiss, Interessenausgleich.

Bürgerschaftliches Engagement und Teilhabe

Dieser Bereich umfasst die aktive Dimension der Bürgerkompetenz: demokratische Beteiligungsformen kennen und nutzen, den eigenen Standpunkt einbringen und Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen.

Eigene Beteiligungsmöglichkeiten kennen und nutzen

Dieser Bereich behandelt die Kenntnis demokratischer Beteiligungsformen und die Fähigkeit, für ein konkretes Anliegen einen geeigneten Beteiligungsweg auszuwählen.

Formen demokratischer Beteiligung kennen

Dieser Bereich behandelt den Überblick über formelle und informelle Wege demokratischer Beteiligung und deren jeweilige Reichweite und Wirkungslogik.

Wege der Beteiligung unterscheiden (wählen, Petition, Ehrenamt, Bürgerbeteiligung, Versammlung)

Die Lernenden haben einen Überblick über demokratische Beteiligungsformen wie Wählen, Petition, Ehrenamt, Bürgerbeteiligung und Versammlung und können deren Reichweite einschätzen; Kernbegriffe: Wahlrecht, Petition, Ehrenamt, Bürgerbeteiligung, Versammlungsrecht.

Eine passende Beteiligungsform für ein eigenes Anliegen wählen

Dieser Bereich behandelt die Übertragung des Wissens über Beteiligungsformen auf ein konkretes eigenes Anliegen: einen realistischen ersten Schritt auswählen.

Für ein konkretes Anliegen einen realistischen ersten Beteiligungsschritt wählen

Die Lernenden können für ein eigenes konkretes Anliegen eine machbare demokratische Beteiligungsform als ersten Schritt ableiten; Kernbegriffe: Handlungsplanung, Beteiligungsform, politische Selbstwirksamkeit.

Sich an der demokratischen Meinungsbildung beteiligen

Dieser Bereich behandelt die Anwendung kommunikativer und argumentativer Fähigkeiten im politischen Meinungsstreit: den eigenen Standpunkt einbringen und konstruktiv mit politisch abweichenden Positionen umgehen.

Den eigenen Standpunkt in eine politische Debatte einbringen

Dieser Bereich behandelt die Fähigkeit, eine eigene politische Position sachlich, begründet und ohne Abwertung anderer in eine Debatte einzubringen.

Eine eigene politische Position sachlich und begründet vertreten

Die Lernenden können ihren Standpunkt zu einer politischen Frage nachvollziehbar begründen und dabei andere Positionen nicht entwerten; Kernbegriffe: politische Argumentation, Positionierung, sachliche Debatte, demokratische Streitkultur.

Mit politischer Differenz konstruktiv umgehen

Dieser Bereich behandelt die Fähigkeit, im Gespräch mit politisch anderen Überzeugungen handlungsfähig, respektvoll und gesprächsbereit zu bleiben.

Mit einer gegensätzlichen politischen Meinung im Gespräch bleiben, ohne zu entwerten

Die Lernenden können eine politisch entgegengesetzte Sichtweise aushalten und im Dialog bleiben, ohne das Gespräch abzubrechen oder das Gegenüber zu entwerten; Kernbegriffe: Dissenstoleranz, demokratische Streitkultur, politische Differenz, konstruktiver Dialog.

Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen

Dieser Bereich behandelt die Übernahme konkreter Verantwortung für gemeinsame Anliegen sowie die Entscheidung, auch bei politischer Unzufriedenheit auf demokratische Mittel zu setzen.

Sich für gemeinsame Anliegen einsetzen

Dieser Bereich behandelt die Fähigkeit, aus einer politischen Überzeugung heraus konkrete und verbindliche Verantwortung für ein gemeinschaftliches Anliegen im eigenen Umfeld zu übernehmen.

Sich für ein Anliegen im eigenen Umfeld konkret und verbindlich einsetzen

Die Lernenden leiten aus einer Überzeugung ein konkretes, verbindliches Engagement für ein Anliegen in ihrem unmittelbaren Umfeld ab; Kernbegriffe: bürgerschaftliches Engagement, Verbindlichkeit, zivilgesellschaftliche Verantwortung.

Demokratische Regeln auch bei Gegenwind achten

Dieser Bereich behandelt die Bereitschaft, auch bei politischem Frust oder Niederlagen ausschließlich gewaltfreie und demokratisch zulässige Ausdrucksformen zu wählen.

Auch bei Unzufriedenheit gewaltfreie, demokratische Mittel wählen

Die Lernenden sind in der Lage, politischen Frust und Widerspruch in demokratisch zulässige Formen zu lenken, statt die demokratischen Spielregeln aufzukündigen; Kernbegriffe: demokratische Resilienz, Rechtsstaatstreue, gewaltfreier Widerspruch, demokratische Legitimität.

Unternehmerische Kompetenz
Ideen und Gelegenheiten in Wert verwandeln

Umfasst die Fähigkeiten, Gelegenheiten im Umfeld zu erkennen und einzuschätzen, aus Ideen eine handlungsleitende Vision zu entwickeln sowie den wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Wert von Ideen zu beurteilen und zu realisieren.

Gelegenheiten erkennen

Umfasst die Fähigkeit, Bedürfnisse, Probleme und Chancen im eigenen Umfeld als potenzielle Ansatzpunkte für Wertschöpfung wahrzunehmen und hinsichtlich Nutzen und Machbarkeit einzuschätzen.

Bedürfnisse, Probleme und Chancen im Umfeld wahrnehmen

Umfasst die Fähigkeit, im eigenen Umfeld Lücken, Engpässe oder Verbesserungspotenziale zu identifizieren, die als Ausgangspunkt für unternehmerisches Handeln dienen können.

Ein ungelöstes Problem oder einen unerfüllten Bedarf als Gelegenheit erkennen

Die Lernenden können ein konkretes, ungelöstes Problem oder einen unerfüllten Bedarf als unternehmerische Gelegenheit identifizieren und als Ansatzpunkt für eine mögliche Lösung oder Innovation begreifen; zentrale Begriffe: Problemerkennung, Bedarfsanalyse, Gelegenheit.

Gelegenheiten einschätzen

Umfasst die Fähigkeit, eine erkannte Gelegenheit systematisch hinsichtlich ihres potenziellen Nutzens und ihrer Realisierbarkeit mit verfügbaren Mitteln zu bewerten.

Eine Gelegenheit auf möglichen Nutzen und Machbarkeit einschätzen

Die Lernenden können eine erkannte Gelegenheit anhand ihrer Nutzenerwartung und Machbarkeit einschätzen und begründet beurteilen, ob ein Verfolgen dieser Gelegenheit lohnenswert und realistisch ist; zentrale Begriffe: Nutzenbewertung, Machbarkeitsanalyse, Abwägung.

Eine Vision entwickeln

Umfasst die Fähigkeit, aus einer Idee ein konkretes, motivierendes Zukunftsbild zu formen, das Orientierung für die Umsetzung gibt und andere für das Vorhaben begeistern kann.

Aus einer Idee ein Zukunftsbild formen

Umfasst die Fähigkeit, eine erste Idee gedanklich weiterzuentwickeln und zu einem anschaulichen Bild des angestrebten Zustands nach der Umsetzung auszuarbeiten.

Aus einer Idee ein vorstellbares, motivierendes Zukunftsbild entwickeln

Die Lernenden können aus einer Ausgangsidee ein konkretes, anschauliches und motivierendes Zukunftsbild formulieren, das den angestrebten Zielzustand klar kommunizierbar macht; zentrale Begriffe: Vision, Zielbild, Ideenentwicklung.

Den Wert von Ideen erkennen und schaffen

Umfasst die Fähigkeit, den wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Wert einer Idee zu beurteilen und Wege zu identifizieren, wie aus dieser Idee konkreter Nutzen für eine Zielgruppe entstehen kann.

Den möglichen Wert einer Idee einschätzen

Umfasst die Fähigkeit, den potenziellen Wert einer Idee in mehreren Dimensionen – wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell – zu erkennen und zu bewerten.

Den möglichen Wert einer Idee einschätzen – wirtschaftlich, sozial oder kulturell

Die Lernenden können den möglichen Wert einer Idee über den rein monetären Nutzen hinaus in wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Dimensionen einschätzen; zentrale Begriffe: Wertschöpfung, sozialer Wert, kultureller Wert, Nutzenanalyse.

Aus einer Idee Wert für andere entstehen lassen

Umfasst die Fähigkeit, den Weg von einer Idee zu einem tatsächlichen, konkreten Nutzen für eine definierte Zielgruppe zu durchdenken und zu gestalten.

Abwägen, wie aus einer Idee konkreter Nutzen für andere entsteht

Die Lernenden können den Übergang von einer Idee zu einem konkreten Nutzenangebot für eine Zielgruppe analysieren und beschreiben, wie Wert für andere geschaffen wird; zentrale Begriffe: Wertversprechen, Zielgruppe, Nutzenentwicklung.

Ressourcen für unternehmerisches Handeln

Umfasst die Fähigkeiten, die für ein Vorhaben benötigten Ressourcen zu identifizieren, zu beschaffen und einzusetzen sowie grundlegende finanz- und wirtschaftliche Zusammenhänge für die Planung eigener Vorhaben zu verstehen und anzuwenden.

Ressourcen mobilisieren

Umfasst die Fähigkeit, den Ressourcenbedarf eines Vorhabens zu bestimmen sowie verfügbare Ressourcen kreativ, sparsam und wirkungsvoll zu erschließen und einzusetzen.

Benötigte Ressourcen identifizieren

Umfasst die Fähigkeit, vor der Umsetzung eines Vorhabens systematisch zu klären, welche materiellen, wissensbasierten, personellen und zeitlichen Ressourcen benötigt werden.

Die für ein Vorhaben nötigen Ressourcen bestimmen (Material, Wissen, Menschen, Zeit)

Die Lernenden können den Ressourcenbedarf eines Vorhabens in den Kategorien Material, Wissen, Personal und Zeit vollständig bestimmen und damit eine fundierte Grundlage für die Umsetzungsplanung schaffen; zentrale Begriffe: Ressourcenplanung, Bedarfsanalyse, Vorhabenplanung.

Ressourcen beschaffen und sparsam einsetzen

Umfasst die Fähigkeit, mit begrenzten oder unvollständigen Ressourcen auszukommen, indem vorhandene Mittel kreativ genutzt und alternative Beschaffungswege erschlossen werden.

Vorhandene und erreichbare Ressourcen kreativ und sparsam einsetzen

Die Lernenden können vorhandene und erreichbare Ressourcen identifizieren und diese kreativ sowie ressourcenschonend einsetzen, um Vorhaben auch unter Knappheit realisierbar zu machen; zentrale Begriffe: Resourcefulness, Ressourceneffizienz, Improvisation.

Finanz- und Wirtschaftswissen

Umfasst grundlegende ökonomische Konzepte wie Einnahmen, Ausgaben, Budget sowie Kosten-Nutzen-Abwägungen und Risikoeinschätzung im Kontext der Planung und Bewertung eigener Vorhaben.

Grundlagen von Geld, Budget und Wirtschaften verstehen

Umfasst das Verständnis und die Anwendung grundlegender finanzwirtschaftlicher Konzepte – Einnahmen, Ausgaben, Budget, Kosten, Nutzen und Risiko – zur Planung und Bewertung unternehmerischer Vorhaben.

Einnahmen, Ausgaben und ein einfaches Budget für ein Vorhaben planen

Die Lernenden können für ein konkretes Vorhaben Einnahmen und Ausgaben überschlagen und ein einfaches Budget aufstellen, um die finanzielle Tragfähigkeit zu beurteilen; zentrale Begriffe: Budget, Einnahmen, Ausgaben, Finanzplanung.

Grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge einschätzen (Kosten, Nutzen, Risiko)

Die Lernenden können grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge anwenden, indem sie Kosten und Nutzen einer Entscheidung gegenüberstellen und das damit verbundene Risiko einschätzen; zentrale Begriffe: Kosten-Nutzen-Analyse, Risikobewertung, ökonomisches Denken.

Ins Handeln kommen und umsetzen

Umfasst die Fähigkeiten, aus eigenem Antrieb in die Umsetzung zu kommen, ein Vorhaben strukturiert zu planen und zu steuern sowie unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben und Risiken kalkuliert einzugehen.

Initiative ergreifen

Umfasst die Fähigkeit, bei einem konkreten Vorhaben eigenständig und ohne externen Anstoß den ersten Umsetzungsschritt zu tun und damit von der Planungs- in die Handlungsphase zu wechseln.

Aus eigenem Antrieb ins Handeln kommen

Umfasst die Fähigkeit, den inneren Übergang von der Idee zur Umsetzung eigenständig zu vollziehen, ohne auf Aufforderung oder günstige Umstände zu warten.

Aus eigenem Antrieb einen ersten konkreten Schritt zur Umsetzung machen

Die Lernenden können aus eigenem Antrieb einen ersten, konkreten und umsetzbaren Schritt zur Realisierung eines Vorhabens identifizieren und eigenständig ausführen; zentrale Begriffe: Initiative, Eigeninitiative, erster Schritt, Umsetzung.

Planen und organisieren

Umfasst die Fähigkeit, ein Vorhaben durch Zieldefinition, Schritteplanung und Meilensteine zu strukturieren sowie den Fortschritt aktiv zu verfolgen und bei Abweichungen anzupassen.

Ein Vorhaben strukturieren

Umfasst die Fähigkeit, ein größeres Vorhaben in klar definierte Ziele, überschaubare Einzelschritte und überprüfbare Meilensteine zu gliedern.

Ein Vorhaben in Ziele, Schritte und Meilensteine gliedern

Die Lernenden können ein Vorhaben in Ziele, aufeinanderfolgende Schritte und Meilensteine unterteilen und damit eine planbare und überprüfbare Umsetzungsstruktur schaffen; zentrale Begriffe: Projektplanung, Meilensteine, Zielsetzung, Strukturierung.

Umsetzung steuern

Umfasst die Fähigkeit, den Umsetzungsfortschritt eines Vorhabens systematisch zu beobachten, mit dem Plan abzugleichen und bei Abweichungen gezielt nachzusteuern.

Den Fortschritt eines Vorhabens verfolgen und bei Bedarf nachsteuern

Die Lernenden können den Fortschritt eines laufenden Vorhabens regelmäßig überprüfen, Soll-Ist-Abweichungen erkennen und geeignete Anpassungsmaßnahmen einleiten; zentrale Begriffe: Fortschrittskontrolle, Soll-Ist-Vergleich, Nachsteuerung, Projektsteuerung.

Mit Unsicherheit und Risiko umgehen

Umfasst die Fähigkeit, auch bei unvollständiger Informationslage handlungsfähig zu bleiben sowie mögliche Risiken eines Vorhabens zu identifizieren, abzuwägen und bewusst einzugehen.

Unter Unsicherheit entscheiden

Umfasst die Fähigkeit, trotz unvollständiger oder unsicherer Informationslage eine begründete Entscheidung zu treffen und handlungsfähig zu bleiben.

Eine Entscheidung treffen, obwohl nicht alle Informationen vorliegen

Die Lernenden können eine begründete Entscheidung treffen und einen nächsten Schritt einleiten, auch wenn nicht alle relevanten Informationen vorliegen; zentrale Begriffe: Entscheidung unter Unsicherheit, Handlungsfähigkeit, Informationsunvollständigkeit.

Risiken abwägen und kalkuliert eingehen

Umfasst die Fähigkeit, mögliche negative Folgen eines Vorhabens zu antizipieren, gegen den erwarteten Nutzen abzuwägen und ein vertretbares Risiko bewusst zu akzeptieren.

Mögliche Risiken eines Vorhabens abwägen und kalkuliert eingehen

Die Lernenden können die Risiken eines Vorhabens systematisch identifizieren, gegen den erwarteten Nutzen abwägen und ein kalkuliertes, vertretbares Risiko bewusst eingehen; zentrale Begriffe: Risikoabwägung, kalkuliertes Risiko, Chancen-Risiko-Verhältnis, unternehmerische Entscheidung.

Kulturbewusstsein und kulturelle Ausdrucksfähigkeit
Kulturelles Wissen und Verständnis

Wissensstrang der kulturellen Kompetenz: umfasst das Kennen eigener und fremder Kulturen, das Verstehen kultureller Bedeutungsträger sowie das Nachvollziehen kulturellen Austauschs und Wandels.

Eigene und andere Kulturen kennen

Teilbereich des kulturellen Wissens: lokale, nationale, europäische und globale Kulturen, Traditionen und kulturelles Erbe kennen, einordnen und in ihrer Bedeutung erfassen.

Lokale, nationale, europäische und globale Kulturen kennen

Kulturelle Ausdrucksformen, Traditionen und Werke der eigenen und anderer Kulturen kennen und überblicksartig einordnen können.

Kulturelle Ausdrucksformen, Traditionen und Werke verschiedener Kulturen kennen

Die Lernenden verfügen über einen Überblick zu kulturellen Ausdrucksformen, Bräuchen und bedeutenden Werken verschiedener Kulturen; Schlüsselbegriffe: Kulturelles Erbe, Tradition, kulturelle Ausdrucksform.

Kulturelles Erbe wahrnehmen und schätzen

Die Bedeutung von kulturellem Erbe für die Identität und den Zusammenhalt einer Gemeinschaft erkennen und einschätzen können.

Die Bedeutung von kulturellem Erbe für eine Gemeinschaft erkennen

Die Lernenden verstehen, warum Bauwerke, Bräuche und Werke konstitutiv für die Identität einer Gemeinschaft sind; Schlüsselbegriffe: Kulturelles Erbe, Gemeinschaftsidentität, kollektives Gedächtnis.

Verstehen, wie Kulturen Bedeutung ausdrücken

Verstehen, dass Kunst und kulturelle Formen Bedeutungsträger sind, die Ideen, Werte und Gefühle kommunizieren und nicht nur ästhetische oder unterhaltende Funktionen erfüllen.

Kunst und kulturelle Formen als Träger von Bedeutung verstehen

Erkennen, dass kulturelle und künstlerische Ausdrucksformen intentional Bedeutung transportieren und als Medien gesellschaftlicher Kommunikation fungieren.

Verstehen, dass Kunst, Musik, Literatur und Bräuche Ideen, Werte und Gefühle ausdrücken

Die Lernenden begreifen, dass Kunst, Musik, Literatur und Bräuche Ideen, Werte und Haltungen vermitteln; Schlüsselbegriffe: Bedeutungsträger, kulturelle Aussage, symbolische Kommunikation.

Verstehen, wie Kulturen sich gegenseitig beeinflussen

Kulturellen Austausch und Wandel als historische und gegenwärtige Prozesse nachvollziehen und verstehen, wie Kulturen sich durch Begegnung wechselseitig beeinflussen.

Kulturellen Austausch und Wandel nachvollziehen

Erkennen, dass Kulturen dynamische, sich im Austausch mit anderen Kulturen kontinuierlich verändernde Gefüge sind.

Erkennen, dass Kulturen sich über die Zeit gegenseitig beeinflussen und verändern

Die Lernenden verstehen, dass kulturelle Ausdrucksformen aus historischer Begegnung, gegenseitigem Austausch und Wandel entstehen; Schlüsselbegriffe: Kulturtransfer, kulturelle Dynamik, Hybridität.

Kulturelle Ausdrucks- und Deutungsfähigkeit

Fähigkeitsstrang der kulturellen Kompetenz: umfasst das Deuten kultureller Werke, den gestalterischen Selbstausdruck durch kulturelle Mittel sowie die Reflexion der eigenen kulturellen Identität.

Kulturelle und künstlerische Werke deuten

Kulturelle und künstlerische Werke verschiedener Kunstformen erschließen, ihre Aussage erfassen und kulturell-deutend interpretieren – über einzelne Gattungen hinweg.

Werke verschiedener Kunstformen erschließen und deuten

Ein kulturelles oder künstlerisches Werk durch gezielte Erschließung zugänglich machen und seine inhaltliche sowie gestalterische Aussage erfassen.

Ein Werk erschließen und seine Aussage in eigenen Worten deuten

Die Lernenden können ein Bild, Musikstück, Theaterstück oder literarisches Werk erschließen und in eigenen Worten deuten, was es ausdrückt; Schlüsselbegriffe: Werkdeutung, Interpretation, kultureller Ausdruck.

Sich kulturell und künstlerisch ausdrücken

Eigene Ideen, Erfahrungen und Gefühle durch kulturelle und künstlerische Mittel gestalterisch ausdrücken und aktiv am kulturellen Leben teilnehmen.

Eigene Ideen, Erfahrungen und Gefühle gestalterisch ausdrücken

Sich durch eine selbst gewählte kulturelle oder künstlerische Ausdrucksform mitteilen und eigene Inhalte gestalterisch kommunizieren.

Eigene Ideen oder Gefühle in einer kulturellen oder künstlerischen Form ausdrücken

Die Lernenden finden einen eigenen gestalterischen Ausdruck – z. B. bildnerisch, musikalisch, schreibend oder darstellend – und präsentieren diesen; Schlüsselbegriffe: gestalterischer Ausdruck, künstlerische Mittel, Ausdrucksform.

Am kulturellen Leben teilnehmen

Kulturelle Angebote aktiv nutzen und sich in unterschiedlichen Partizipationsformen – von der Rezeption bis zur Mitgestaltung – am kulturellen Leben beteiligen.

Aktiv an kulturellen Angeboten teilnehmen (besuchen, mitmachen, mitgestalten)

Die Lernenden nehmen aktiv an kulturellen Angeboten teil, indem sie diese besuchen, sich einbringen oder mitgestalten; Schlüsselbegriffe: kulturelle Partizipation, Rezeption, Mitgestaltung.

Die eigene kulturelle Identität und Rolle gestalten

Den eigenen Platz in der Gesellschaft kulturell reflektieren, die eigene kulturelle Prägung wahrnehmen und die eigene Rolle im kulturellen Leben bewusst gestalten.

Den eigenen Platz und die eigene Rolle in der Gesellschaft reflektieren

Die eigene kulturelle Prägung und Sozialisation wahrnehmen und in Beziehung zu gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen setzen.

Die eigene kulturelle Prägung und Rolle in der Gesellschaft reflektieren und ausdrücken

Die Lernenden können reflektieren, wie die eigene kulturelle Herkunft den eigenen Blick prägt, und diese Reflexion ausdrücken; Schlüsselbegriffe: kulturelle Identität, Selbstreflexion, Perspektivbewusstsein.

Offene und respektvolle Haltung

Haltungsstrang der kulturellen Kompetenz: umfasst die Neugier und Offenheit gegenüber kulturellem Ausdruck sowie einen verantwortungsvollen, ethisch reflektierten Umgang mit Kultur und kulturellem Erbe.

Neugier und Offenheit für kulturellen Ausdruck

Verschiedenen kulturellen Ausdrucksformen mit Offenheit und Neugier begegnen, unbekannte Ausdrucksformen erkunden und eine ästhetisch unvoreingenommene Haltung entwickeln.

Verschiedenen kulturellen Ausdrucksformen offen und neugierig begegnen

Unbekanntem oder ungewohntem kulturellem Ausdruck mit Neugier und Erkundungsbereitschaft statt mit Ablehnung oder Gleichgültigkeit begegnen.

Unbekannten kulturellen Ausdrucksformen mit Neugier statt Ablehnung begegnen

Die Lernenden begegnen fremden oder unvertrauten kulturellen Ausdrucksformen zunächst erkundend, bevor sie urteilen; Schlüsselbegriffe: Offenheit, ästhetische Neugier, Urteilsaufschub.

Verantwortungsvoll mit Kultur umgehen

Kulturelles Erbe und die Werke anderer respektvoll, achtsam und ethisch reflektiert behandeln – unter Anerkennung von Herkunft, Urheberschaft und kultureller Würde.

Kulturelles Erbe und fremde Werke respektvoll behandeln

Mit kulturellem Erbe und den Werken anderer achtsam und fair umgehen, Herkunft und Urheberschaft anerkennen und Herabwürdigung oder Aneignung vermeiden.

Kulturelles Erbe und die Werke anderer respektvoll und ethisch behandeln

Die Lernenden behandeln kulturelles Erbe und Werke anderer respektvoll und ethisch: Sie erkennen Herkunft an, vermeiden Herabwürdigung und unrechtmäßige Aneignung; Schlüsselbegriffe: kulturelle Würde, Urheberschaft, kulturelle Aneignung, Denkmalschutz.